Die richtigen Voraussetzungen für Deeskalation schaffen

Schulung für Mitarbeiter der Lebenshilfe München

Eine Situation nimmt an Spannung zu, sie verschärft sich, sie eskaliert, gerät außer Kontrolle. Wir alle kennen solche Momente aus Krimis; er lebt von Spannung, von der Tragik des Moments. Was aber, wenn wir selbst Betroffene sind, in der Familie, im Freundeskreis, im privaten Umfeld, in der Arbeit? Dann wird aus der prickelnden Spannung schnell ein traumatisches Erlebnis. Damit das nicht passiert, hat die Lebenshilfe München für alle Mitarbeiter der Lebenshilfe München Wohnen GmbH eine Schulung, einen eigenen Deeskalations-Kurs initiiert.

lebenshilfe_schulung

Seminarleiter René Pfeifer setzt auf die (Selbst-) Reflektion der pädagogisch gut ausgebildeten Mitarbeiter der Lebenshilfe München

In mehreren Modulen werden die Mitarbeiter bis Dezember geschult und weitergebildet. Seminarleiter René Pfeifer sieht dabei im Umgang mit Menschen mit Behinderung einen besonderen Bedarf. „Verhaltensweisen haben ihre Wurzel in physischen oder psychischen Grundbedürfnissen des Betreuten, welche jedoch nicht adäquat kommuniziert oder erfüllt werden können.“ Deeskalation ist wichtig.

Seminarleiter René Pfeifer zur Deeskalation:
„Gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten ist gefordert“

Das setzt an die Mitarbeiter in den Einrichtungen wieder ganz eigene Anforderungen. Es geht auch darum sich untereinander abzustimmen, bis hin zu den Eltern und Betreuern. Auch der Arbeitgeber ist gefordert. Sind betriebliche Hierarchien durchlässig, gibt es genügend personelle und räumliche Ressourcen, gibt es klare Richtlinien für den Umgang mit Gewalt, was wird getan um Bewohner und Mitarbeiter zu schützen?

Und so wie der Mensch mit Behinderung ein Recht auf geschultes Personal hat, so hat das Personal ein ebenso ein Recht auf den eigenen Schutz. Dazu zählt Rene Pfeifer die Sicherheit am Arbeitsplatz und Schulungen für potentiell gefährliche Situationen. „Der bessere Weg dabei ist aber“, so Lebenshilfe Geschäftsführer Peter Puhlmann, „solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen und rechtzeitig mit einer Deeskalation vorzubeugen.“

Strukturen und Zusammenhänge erkennen

Dies wiederum sei nur durch Reflektion möglich, erläutert der Trainer. „Die Strukturen müssen erkannt werden, das eigene Verhalten und die Zusammenhänge.“ Den Menschen mit Behinderung in seiner inneren Not zu helfen, ist darüber hinaus ein Akt der christlichen Nächstenliebe. Hilfreich ist ebenso das Trainieren von verbalen Deeskalationstechniken.

Ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass Aggression immer begründet ist, zumindest für den Betroffenen. „Unser Gegenüber ist nicht unser Feind, sondern immer ein Mensch der Hilfe braucht“, verdeutlicht Rene Pfeifer in seiner Schulung für die Lebenshilfe München.

Lesen Sie dazu auch:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/04/08/lebenshilfe-muenchen-beugt-mit-schulungen-vor/

Text & Fotos: Gerd Spranger
Advertisements

2 Kommentare zu “Die richtigen Voraussetzungen für Deeskalation schaffen

  1. Pingback: Lebenshilfe München

  2. Pingback: Lebenshilfe Wohngruppe lebt 35 Jahre zusammen | Lebenshilfe München

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s