Lebenshilfe München auf Expansionskurs

Fachkräfte gesucht:
Pädagogen, Erzieher und Pflegepersonal

Der gesellschaftliche Wandel ist auch bei einem Verein wie die Lebenshilfe München, der sich seit 55 Jahren für das Wohl von Menschen mit geistiger Behinderung einsetzt, zu spüren. Verstärkt wird dieser Prozess durch die UN-Behindertenrechtskonvention und der immer wiederkehrenden Forderung nach Inklusion in allen Gesellschaftsbereichen. Die Lebenshilfe München hat dabei vor allem in den letzten Jahren neue Angebote und Betreuungsformen aufgebaut, die immer stärker nachgefragt werden. Sie ist auf Expansionskurs.

lebenshilfe_einrichtungen

Die Lebenshilfe München hat viele Gesichter: neue Wohnformen wie die Wohngemeinschaft an der Landsberger Straße (l.) oder die TENE-Seniorenbetreuung in Unterhaching oder die klassischen Wohnhäuser und Einrichtungen wie die Frühförderung in Feldkirchen (r.). Gute Betreuung braucht Fachpersonal.

Zu den stark wachsenden Bereichen zählen die ambulante Betreuung von Menschen mit Behinderung im häuslichen Umfeld, die Schaffung von mehreren Seniorengruppen (TENE) und jüngst die erfolgreiche Besetzung einer Wohngemeinschaft. Hier leben Menschen mit geistiger und mit seelischer Behinderung zusammen und ‚meistern‘ ihr Leben, ihren Alltag selbständig. Unterstützt werden sie dabei für einige Stunden in der Woche für die Erledigungen privater und administrativer Belange. „Was wir jetzt brauchen sind vor allem Fachkräfte“, fordert Geschäftsführer Peter Puhlmann.  

„Die Aufgabenstellung ist vielseitig und flexibel, weit weg von einem Berufsalltag, wie man ihn etwa von stationären Einrichtungen her kennt“, informiert Christian Kerler, Leiter des Bereichs Wohnen bei der Lebenshilfe München. Dabei vergleicht er mit einer freiberuflichen Tätigkeit, auch wenn die Basis eine Festanstellung ist. „Betreut eine Fachkraft etwa fünf Personen wöchentlich mit je vier Stunden, kommt sie auf eine 20-Stunden-Woche. Wie sie ihre Zeit dabei einteilt, bleibt ihr überlassen. Die Kernzeit dürfte aber zwischen 16 und 19 Uhr liegen.“

Entsprechend der individuellen Fähigkeiten und Wünsche

Daniela Holzmann, Dipl. Sozialpädagogin und Leiterin des ‚Ambulant betreuten Wohnen‘ (ABW), ergänzt: „Übergeordnetes Ziel des ABW ist es, die Menschen in ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen. Sie sollen entsprechend ihrer individuellen Wünsche und Fähigkeiten so selbständig wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben können.“

Die Tätigkeit für die Fachkräfte beschreibt der Bereichsleiter als interessant und abwechslungsreich. „Der oder die Betreuerin ist mitten drin im privaten Umfeld. Dabei geht es nicht nur um Fachlichkeit oder ‚Dienst nach Vorschrift‘, sondern oft auch um sehr private Dinge. Jeder betreute Mensch verlangt dabei unterschiedliche Prioritäten, hat seine ganz eigene (Lebens-) Geschichte. Wir suchen Fachkräfte aus dem Heilerziehungsbereich oder Sozialpädagogen.“

Kein Ausschlussgrund für Menschen mit Behinderung

Die starke Nachfrage nach Angeboten für ein selbstbestimmtes Leben unter Menschen mit Behinderung sieht Christian Kerler auch dem Zeitgeist geschuldet. „Die Generation vor uns verband das Wohlergehen oft noch mit familiär geprägten Strukturen. Eine Form, die wir in manchen unserer kleineren Wohneinrichtungen noch erhalten konnten. Heute hingegen pocht die jüngere Generation immer mehr auf die Selbständigkeit, große Familienverbunde gibt es kaum noch, in einer Stadt wie München sowieso nicht.“

Auch sei die Fragestellung inzwischen nicht mehr, ‚ob etwas möglich ist oder nicht‘, sondern viel mehr die Frage, wie man es möglich machen kann. „Das ist eine zentrale Aussage der Inklusion“, so Christan Kerler „und bedeutet in der Konsequenz: es gibt keinen Ausschlussgrund für Menschen mit Behinderung.“

Fachkräfte beraten und vermitteln

Allerdings hat man bei der Lebenshilfe München genug Erfahrung um zu wissen, dass der Wunsch nach möglichst viel Selbständigkeit bzw. nach einem selbstbestimmten Leben nicht ohne weiteres möglich sein wird. „Es braucht dazu häufig ein Training, eine Vorbereitung auf die Situation. Und nicht alle werden den Sprung von einer betreuten Wohngruppe hin zu einer ambulanten Betreuung schaffen. Genauso wenig lassen sich alle Kinder, egal welcher Grad an Behinderung vorliegt, in einen geregelten Schulunterricht integrieren. Wir als Lebenshilfe sehen es als unsere Aufgabe an, hier zwischen den Betroffenen zu vermitteln und die bestmögliche Hilfe zu bieten“, bekräftigt Peter Puhlmann.

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