Eine frühe Förderung des Kindes

Aktuell berichten die Medien ausführlich über den Streik der Kitas. Erzieherinnen und Erzieher fordern eine Aufwertung ihres Berufsstandes. “Die Veränderungen  in der frühkindlichen Erziehung und Bildung müssen sich in der Ausbildung und der finanziellen Einstufung der Fachkräfte widerspiegeln“, schreiben etwa die Stuttgarter Nachrichten.

Das Führungsteam der Frühförderung der Lebenshilfe München (v.l.): Felicitas Ramb, Sabine Wolf, Geschäftsführer Peter Puhlmann und Anna-Maria Link

Das Führungsteam der Frühförderung der Lebenshilfe München (v.l.): Felicitas Ramb, Sabine Wolf, Geschäftsführer Peter Puhlmann und Maria-Anna Link

Ein Themenkreis, der in den Einrichtungen der Interdisziplinären Frühförderung (FF) der Lebenshilfe München bestens bekannt ist. Seit 40 Jahren widmet sich die FF besonders den schwachen, den benachteiligten Kindern. So schreibt Maria-Anna Link, die seit 26 Jahren als ‚Frühförderin‘ bei der Lebensnhilfe München arbeitet: „Die Klientel der damaligen Frühförderstellen in den siebziger Jahren waren klassisch behinderte Kinder. Kinder mit Chromosomenaberrationen, Kinder mit Geburtsschädigungen, Spia Bifida, Dysmelien, Kinder mit mentalen und/oder sprachlichen und/oder motorischen gravierenden Entwicklungsverzögerungen unklarer Genese. Alle Kinder wurden damals mobil im häuslichen Umfeld versorgt.“  

Heute ist die Situation eine ganz andere. Gesellschaftliche Veränderungen, medizinische Fortschritte und andere gesetzlich geregelte Rahmenbedingungen setzen neue Herausforderungen. Ausführlich berichtet das neueste Magazin der Lebenshilfe München, das L.I.E.S – Heft, in mehreren Beiträgen darüber. Immer aber geht es um das Wohl des Kindes, wie auch im aktuellen Streik um die Forderungen der Mitarbeiter von Kitas. Denn das Kindeswohl verlangt nach hoher Professionalität in Ausbildung, Studium und Fortbildung. Stärker aber noch als bei den Kitas ist das Lebensumfeld des Kindes bei der Frühförderung von Bedeutung.

Viel Spaß beim Sommerfest der Lebenshilfe München  -  Fotos: Gerd Spranger

Viel Spaß beim Sommerfest der Lebenshilfe München – Fotos: Gerd Spranger

„Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten in allen Bereichen und mit Wahrnehmungsproblemen nehmen heute den Großteil der Hilfen in Anspruch. In den Ballungszentren wie München kommt mit einem Prozentsatz von bis zu 55 Prozent ein hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund dazu, teilweise aus Kriegsländern mit traumatisierten Menschen,“ schreibt die Pädagogin Anna-Maria Link. Ausführlich geht der L.I.E.S – Beitrag auf die gestiegenen Anforderungen an die Eltern ein. Es ist aber auch der Bereich, in dem die Frühförderung besonders intensiv greift, Familien müssen in die Frühförderung noch stärker mit eingebunden sein. Besonders ist das bei Familien mit Migrationshintergrund wichtig. Hier reicht die Hilfe sogar noch weit über die direkte ‚Hilfe am Kind‘ hinaus. Von Sprachproblemen bis hin zur Hilfe bei Anträgen – in Behörden-Deutsch verfasst – sind die Mitarbeiter der Frühfördereinrichtungen gefordert.

So habe sich etwa in der Messestadt Riem mit einem Ausländeranteil von 80 bis 98 Prozent ein sozialer Brennpunkt entwickelt, mit dem Eltern und auch Erzieherinnen überfordert sind. Das führe zu komplexen Situationen wie etwa: „Kinder werden als förderbedürftig angesehen, die Eltern nehmen dies aufgrund der eigenen, oft nichtdeutschen Sozialisation so nicht wahr. Migrantenfamilien haben eine eigene Sozialisation auch im Hinblick auf den Schulerfolg.“

Eltern und Betreuer freuen sich beim Sommerfest über ein buntes Programm.

Eltern und Betreuer freuen sich beim Sommerfest über ein buntes Programm.

Wie ein Credo klingt das Statement von Anna-Maria Link: „Die wachsende Armut mit den einhergehenden ungünstigen Entwicklungsbedingungen für Kinder, gepaart mit dem mangelhaften Angebot im häuslichen Umfeld, ergibt prognostisch eine ungünstige Konstellation. Es gibt jetzt schon verstärkt Kinder mit psychosozialen Problemen – Frühförderung trifft hier auf einen Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen.

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Den ausführlichen Artikel, sowie weitere Beiträge zum Thema und zum 40-Jährigen Bestehen der Frühförderung bei der Lebenshilfe München lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des L.I.E.S. – Heftes. Gern wird ein Probeexemplar zugesandt.

Einfach eine Email senden an:
lies@lebenshilfe-muenchen.de

oder postalisch:
Lebenshilfe München, Lies-Redaktion, St.-Quirin-Str. 13a, 81549 München

„Kita-Artikel“ in den Stuttgarter Nachrichten:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.arbeitskampf-in-kitas-eltern-fordern-kurzen-streik.76724051-6876-4058-806d-a9537d28cc57.html

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