Wir fordern JETZT eine Teilhabe und Selbstbestimmung

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Politiker beziehen Stellung (von links): Franz Maget (SPD), MDL Eva Gottstein (Freie Wähler), MdL Kerstin Celina (Bündnis 90/ Die Grünen), MdL Joachim Unterländer (CSU), Stadtrat Oswald Utz und Nicole Lassal, Geschäftsführerin der LAG – Fotos: Gerd Spranger

Werden Menschen mit Behinderung diskriminiert?

Beim europaweiten Protesttag für die Rechte und Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ging es am 5. Mai um die gesellschaftliche Teilhabe – JETZT! Auch die Lebenshilfe München informierte wieder über das breite Spektrum ihrer Arbeit. Bei der Diskussionsrunde fand Oswald Utz, der Behindertenbeauftragte der Stadt München, deutliche Worte. „Im Kern will die Politik keine Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Es ist leichter die Menschen in Abhängigkeit zu halten. Auch mit dem neuen Bundesteilhabegesetz BTG (siehe Link unten) wird sich daran wohl nichts ändern.“  

Franz Maget sieht das anders. Er war bis 2013 Vizepräsident des Bayerischen Landtages. Er sieht in den 30 Jahren seines politischen Wirkens für München und Bayern deutliche Fortschritte für Menschen mit Behinderung. „An der Ansage von CSU-Chef Horst Seehofer für ein barrierefreies Bayern bis 2023 müssen wir festhalten. Es wird sich zwar als ein leeres Versprechen erweisen, fürchte ich, doch den Ball sollten wir aufnehmen, ihn im Spiel halten.“

MdL Joachim Unterländer von der CSU appelliert anlässlich des Protesttages an die LAG (Selbsthilfe Bayern) sich weiter zu engagieren, wie mit den seit vielen Jahren etablierten Protesttag auf dem Marienplatz. „Wir werden sie auch in Zukunft brauchen“. Er forderte die Menschen mit Behinderung und ihre Verbände auf klar zu machen, welche Angebote und Hilfen gebraucht werden.

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Auch die Lebenshilfe München beantwortete am eigenen Stand viele Fragen eines interessierten Publikums – Fotos: Gerd Spranger

MdL Kerstin Celina (Bündnis 90/ Die Grünen) sieht schon heute das Scheitern des BTG bis 2016. „Es wird wohl wieder hinausgezögert werden und das ist nicht zu akzeptieren.“ Es reiche auch nicht aus, die Barrierefreiheit hauptsächlich in Baumaßnahmen zu verwirklichen. Es fehle am Engagement und am Willen, so die Politikerin und machte so ihren Protest deutlich.

MDL Eva Gottstein (Freie Wähler) sieht im ländlichen Raum einen Prozess des Umdenkens, der schon weit fortgeschritten sei. „Die Menschen sind heute viel offener. Was wir aber gerade auf dem Land brauchen, ist die Barrierefreiheit auf allen Bahnhöfen und beim Zu- oder Ausstieg aus bzw. in die Züge.“

Die Politiker waren sich einig darüber, dass Protest notwendig und wichtig ist. Vor allem wenn es um die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung geht. Menschen mit Behinderung sind keine Bittsteller, sondern Menschen mit Rechten. Gesellschaft und Behörden sind zur Hilfe verpflichtet. Man solle öfters denken „wie geht das“ als „das können wir nicht“. Zu oft müssten Menschen mit Behinderung als Bittsteller auftreten. Unterstützung erhalten sie dabei auch von der Lebenshilfe München.

Link zum Bundesteilhabegesetz: http://www.gemeinsam-einfach-machen.de/BRK/DE/StdS/Bundesteilhabegesetz/bundesteilhabegesetz_node.html

oder: http://www.lebenshilfe.de/de/leichte-sprache/mit-bestimmen/Recht/Bundes-Teilhabe-Gesetz.php

Lesen Sie auch über den Protesttag 2014:  https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2014/05/06/verhaltenes-medieninteresse-ist-ansporn/

2 Kommentare zu “Wir fordern JETZT eine Teilhabe und Selbstbestimmung

  1. Pingback: Neue Kampagne: I bin Minga | Lebenshilfe München

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