Die Zeit war reif für Reformen

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Geschäftsführer Peter Puhlmann erläutert die komplexen Strukturen der Lebenshilfe München – Foto: gsp

In sozialen Einrichtungen wird viel Gutes geleistet. Die Kunst ist, das richtige Maß zu finden und die nötige Struktur dafür zu schaffen. Wird zu viel geleistet, droht ein Burnout – auch auf betrieblicher Ebene -, bei zu wenig Leistung ist das Ende absehbar. Dazu kommt noch ein immenser Kostendruck von Kassen, vom Bezirk oder ganz einfach ‚vom Markt‘ in einer globalen Welt. Anpassungen, Änderungen und Entwicklung sind darum ein steter Prozess.   

So war auch bei der Lebenshilfe München die Zeit reif für Reformen. „Wir hatten vor wenigen Jahren nur eine einzige Leistungsvereinbarung mit dem Bezirk,“ erklärt Geschäftsführer Peter Puhlmann beim Einführungstag neuer Mitarbeiter. Die Vereinbarung deckte die tägliche Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung, jedoch nicht von 9 bis 16 Uhr, denn in der Zeit waren die Bewohner in den Werkstätten tätig. „Vor 20, und auch noch vor 10 Jahren, war das ganz gut so. Erkrankte jemand, so improvisierte man in den Wohnstätten, um eine Betreuung zu ermöglichen. Heute sind viele in Rente und das Improvisieren hat ein Ende. Wir haben heute ganz unterschiedliche Leistungsvereinbarungen mit dem Bezirk,“ freut sich Puhlmann.

Menschen mit geistiger Behinderung haben ein Recht auf Selbständigkeit

Unterschiedliche Vereinbarungen tragen bei der Lebenshilfe München auch ganz unterschiedlichen Wohnformen und Wohnkonzepten Rechnung. „In Giesing und Putzbrunn haben wir unter unseren betreuten Haus- und Wohngemeinschaften zumindest zwei rollstuhlgerechte Einrichtungen mit einer 24-Stunden Tagesstruktur. Wir bieten darüber hinaus auch „Gestütztes Wohnen“ an wie: Ambulant betreutes Wohnen, betreutes Einzelwohnen und betreutes Wohnen in der Familie. Eine Lebensbegleitung und pädagogische Unterstützung ist dabei immer gegeben. Ein eigenes Training bereitet die Bewohner sogar auf den Schritt für betreutes Einzelwohnen vor. Es gilt auch hier immer die alte Regel – soviel Hilfe wie nötig und soviel Eigenleistung wie möglich. Natürlich gibt es keine Erfolgsgarantien, doch bei realistischen Chancen sollte jeder die Möglichkeit haben es zu versuchen.“

Auch Eltern müssen rechtzeitig loslassen

Ein ganz anderer Aspekt spielt bei der ambulanten Betreuung immer häufiger eine Rolle. Es sind die Eltern, die sich über viele Jahrzehnte um ihre Kinder mit geistiger Behinderung im eigenen Wohnumfeld gekümmert haben. Im hohen Alter aber lässt die Kraft nach und es entsteht eine Wechselwirkung. Nun brauchen auch die Eltern Hilfe. „Es fällt eben häufig schwer, zur rechten Zeit los zu lassen. Lieber hat man das Kind zu Hause in seiner Nähe und Obhut, als es in eine Wohnform mit pädagogischer Begleitung zu geben. Das ist verständlich und darum helfen wir hier ambulant,“ erklärt Geschäftsführer Peter Puhlmann.

Lesen Sie im nächsten Beitrag:

Beim Einführungstag der neuen Mitarbeiter erklären die Leiter der operativen Geschäftsfelder der Lebenshilfe München ihren Bereich.

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