Ruhe und Sicherheit für Autisten

(gsp) Autismus ist unter Kindern mit geistiger Behinderung keine Ausnahme. Dabei unterscheidet man nach dem frühkindlichen Autismus und nach dem Asperger Syndrom, eine Entwicklungsstörung die sich ab dem 3. Lebensjahr zeigt. Bei einem frühkindlichen Autismus erscheinen Menschen oft mit einer geistigen Behinderung, sind eher zurückgezogen und brauchen viel Liebe und Zuwendung. Andersrum fällt es Autisten schwer, diese zu zeigen, ihre emotionale Entwicklung ist beeinträchtigt. Zu viele Menschen, Lärm und Unruhe bringen sie schnell aus dem Gleichgewicht, sie kapseln sich ab (siehe Link).   

Eine eigene Kleingruppe für Autisten

Die Lebenshilfe München mit der HPT-G (Heilpädagogischen Tagesstätte) in Unterhaching hat darum seit September eine eigene Kleingruppe für Kinder mit Autismus eingerichtet. Drei Jungen werden täglich von 12 bis 16.30 Uhr von einer Erzieherin, einer Individualbegleitung und einer Praktikantin im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) betreut. Einrichtungsleiterin Sabine Refle freut sich über die bereits gemachten Erfolge und erläutert Hintergründe: „In unseren anderen Gruppen sind meistens zehn Personen. Das führt zu einer Vielzahl von Sinneseindrücken, zu einer Reizüberflutung. Die betroffenen Kinder können ihre Umwelt darum ’nicht verstehen‘ und ziehen sich innerlich zurück. Sie verbinden mit dem Gruppenerlebnis so eine negative Erinnerung. In einer kleinen Gruppe minimieren wir die Störung und stärken mit positiven Erlebnissen. Wir geben ihnen die Ruhe und Sicherheit die sie brauchen.“

Zeit für sich selbst

Eine erfahrene Erzieherin leitet die Gruppe, die mit ihrer ruhigen und herzlichen Art schon viele Kinder begleitet hat. Die Kinder sind nicht ‚abgeschirmt‘, sondern nehmen am Leben in der HPT teil. In den Pausen, in Gemeinschaftsstunden und ‚zwischendurch‘ haben sie zu allen anderen Kindern Kontakt. Im geschützten Rahmen der Gruppe aber finden sie Zeit für sich selbst, für das Lernen und die Therapie.

In Deutschland geht man von einem Anteil von knapp einem Prozent an der Bevölkerung aus, bei dem ein Grad der Autismus-Spektrum-Störung erkannt wird. Die Dunkelziffer mag vor allem in den vergangenen Jahren hoch gewesen sein, da Autismus häufig nicht als solcher festgestellt wurde. Heute sind sowohl die Früherkennung als auch die Therapie deutlich besser geworden. Sabine Refle sieht einen gleichbleibend hohen Anteil an Autisten, Tendenz eher steigend.

Für ein eigenständiges Leben

„Wir haben einen ersten Schritt, hin zu einem passgenauen und bedarfsorientierten Angebot für Kinder mit Autismus geschaffen. Zukünftig soll es ein durchgängiges Angebot bis in den Erwachsenen-Bereich geben. Autistische Menschen bekommen die Unterstützung, die ihnen ein selbstbestimmtes und möglichst eigenständiges Leben ermöglicht“, freut sich Einrichtungsleiterin Sabine Refle.

Mehr über ‚Was ist Autismus‘ erfahren Sie unter:
http://w3.autismus.de/pages/startseite/was-ist-autismus.php

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