Die Inklusion hat viele Gesichter

(gsp) In der Heilpädagogischen Tagesstätte der Lebenshilfe München in Unterhaching und der SVE werden Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichem Hintergrund betreut. Es ist ein Zusammenwirken von pädagogischen Fachkräften wie Erzieher, Heilerziehungspfleger und Heilpädagogen sowie Eltern, Lehrern und Betreuern, die den jungen Menschen den Weg ins Leben ebnen. Die Kinder der HPTs, haben eine Lernbehinderung bzw. eine geistige Behinderung, Probleme in der Verhaltensregulation und bringen oft auch traumatische Erlebnisse mit. Oft fallen die Kinder und Jugendlichen in Regelschulen durch das „gesellschaftliche Raster“.

Darum wird in den Einrichtungen der Lebenshilfe in Kleingruppen mit intensiver Betreuung gearbeitet und je nach Hintergrund gibt es die HPT ‚G‘, ‚E‘ oder die ‚SVE‘. Die Förderschwerpunkte liegen dabei auf die ‚geistige Entwicklung‘ (G), auf die ‚emotionale Entwicklung und lernen‘ (E) und auf Förderung bei einer ‚Schwerstmehrfachbehinderung‘ (SVE).   

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Johanna Rumschöttel, die Vorsitzende der Lebenshilfe München, und die beiden Bürgermeister Thomas Loderer (Ottobrunn) und Wolfgang Panzer (Putzbrunn).

Koordinatorin für den Kinder- und Jugendbereich,  Sabine Refle war es beim Neujahrsempfang darum wichtig, den Vertretern aus Politik, aus Facheinrichtungen und auch den Eltern selbst die unterschiedlichen Strukturen der Einrichtung vorzustellen. Monika Haase, die Leiterin der SVE, betreut mit ihren 14 Mitarbeitern Kinder von 3 bis 6 Jahren in drei Gruppen von je sieben Kindern. Sie ist seit fünf Jahren bei der Lebenshilfe München und übernahm 2014 die Leitung der SVE.

Christiane Keim, Leiterin der HPT-E, arbeitet mit einem Team von 19 Mitarbeitern und betreut in fünf Kleingruppen 45 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. „Bei uns stehen viele schulische Themen im Vordergrund. Der Anteil der Jungs ist stetig steigend. Sie machen bereits 2/3 der Gruppenstärke aus. Wir wollen ein Sprungbrett in die Normalität sein,“ ist ihr Credo.

Bei Sabine Refle von der HPT-G sind in sieben überschaubaren Gruppen Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr in Betreuung. „Die Kinder und Jugendlichen werden auf spielerische Weise oder im praktischen Alltagshandeln auf das Leben vorbereitet. Dabei lernen die Kinder, sich auf die Anforderungen einer Gruppe einzustellen und mit ihren behinderungsbedingten Einschränkungen zurechtzukommen.“

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Angeregte Gespräche beim Neujahrsempfang der Lebenshilfe München in Unterhaching. Fotos: Gerd Spranger

Gruppen übergreifend aber bleibt das Thema Inklusion für die betroffenen Kinder und Eltern, sowie für die Gesellschaft das Dauerthema. Die Vorsitzende der Lebenshilfe München, Johanna Rumschöttel, gab dazu einige Impulse weiter. Selbst ist sie erst 2014, nach ihrer aktiven Zeit als Landrätin des Landkreises München, an die Spitze des Elternvereins getreten.

„In dem halben Jahr habe ich erst gemerkt, wie breit die Lebenshilfe München aufgestellt ist, welch ein unglaublich komplexer Themenkreis hinter den Kulissen bewältigt wird.“ Sie mahnt darum auch zur Vorsicht, wenn es um ‚Inklusion‘ geht. „Es ist nicht jene medienwirksame Sicht, ob ein Kind mit geistiger Behinderung auch ein Gymnasium besuchen kann. Die Hilfe muss sehr gezielt und von hoher Fachlichkeit sein. Darum braucht es Spezialisten und auch spezielle Einrichtungen wie die HPT in Unterhaching. Inklusion ist ein dynamischer Prozess,“ so die Vorsitzende.
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Ihren Dank richtete Johanna Rumschöttel auch an die beiden Bürgermeister und Kreisräte Thomas Loderer (Ottobrunn) und Wolfgang Panzer (Putzbrunn). „Bei der Planung für den Neubau der Schule haben wir sehr eng und gut zusammengearbeitet. Es stand damals durchaus auch die Frage im Raum, ‚brauchen wir noch so ein Förderzentrum?‘. Wir habe es richtig beantwortet bei gleichzeitiger Inklusion in den ’normalen Schulbetrieb‘. Für alle Kinder aber ist das nicht der richtige Weg und wir wollen der Kinder Bestes suchen.“

Ein Kommentar zu “Die Inklusion hat viele Gesichter

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