Weiterbildung vermittelt Kompetenzen . . .

. . . für eine „systemische Akutpsychiatrie

SYMPA steht für ‚Systemtherapeutische Methoden in der psychiatrischen Akutversorgung‘. In einem speziellen Behandlungskonzept steht die Zusammenarbeit zwischen Patienten, ihren Angehörigen, ihrem außerstationären Umfeld und ihren Behandlern im Krankenhaus. Schwere und akute psychiatrische Störungen werden in ihrem zwischenmenschlichen Kontext verstanden, woraus eine gemeinsame Vorgehensweise entwickelt wird. Dabei wird der familiäre, berufliche, nachbarschaftliche und lebensgeschichtliche Kontext des Patienten – sein soziales Umfeld – mit einbezogen. Man spricht von einem „systemischen Fallverständnis“.   

putzbrunn_team

Dieser Zweig der Psychotherapie wurde in den 90er-Jahren entwickelt. 2005 schloss dazu ein erstes Pilotprojekt dreier Universitäten ab. Mittlerweile hat es sich deutschlandweit durchgesetzt. und soll als Pilotprojekt für eine systemische Akutpsychiatrie jetzt auch auf Menschen mit geistiger Behinderung ausgedehnt werden.

——————————————————

Foto: Sie nehmen für die Lebenshilfe München (Wohnstätte Putzbrunn) an der SYMPA_Weiterbildung teil: Christian Riekhoff (stellvertretender Förderstättenleiter), Tina Ossege (Pädagogische Fachkraft, Erzieherin, Dipl.-Sozialarbeiterin), Imke Krause (Fachdienst, Dipl.-Sozialpädagogin), Esta Eube (Fachdienst, Dipl.-Sozialpädagogin), Eva Heidfeld (Gruppenleiterin Förderstätte, Krankenschwester). Nicht auf dem Foto ist die pädagogische Fachkraft Simone Sammla und die Dipl.-Psychologin ClaudiaFellner.   ———————

Start des ersten Blocks der Weiterbildung war im Februar 2014. Jetzt trafen sich 40 Teilnehmer, vorwiegend pädagogisches Fachpersonal, in der Wohnstätte der Lebenshilfe München in Putzbrunn zu einem zweitägigen Seminar. In sechs Blöcken werden Grundlagen für die für die systemische Akutpsychiatrie erarbeitet und Fallbeispiele. Die Zusatzausbildung dauert 27 Monate.

Pädagogen, Therapeuten und Ärzte

Bei der Behandlung möchte man vor allem die Ressourcen der Persönlichkeit stärken und weiterentwickeln. Darum ist es wichtig, alle Bezugspersonen und die persönliche Lebensgeschichte in die Therapie einzubinden. Ebenso wichtig ist die Kooperation der beteiligten Fachkräfte, von Pflegefachkräften und Therapeuten bis hin zum Facharzt. Bei dem Workshop in der Lebenshilfeeinrichtung in Putzbrunn war Tina Ossege mit dabei. Sie betreut die Bewohner seit zwölf Jahren als Diplom-Sozialarbeiterin mit dem Schwerpunkt der medizinischen Begleitung. Von der Lebenshilfe München nehmen insgesamt sechs Fachkräfte teil. Christian Kerler koordiniert und begleitet die Workshops.

Ein soziales Umfeld schaffen

Eine systemische Akutpsychiatrie ist für Bewohner und Betreuer wichtig, wenn sich Auffälligkeiten häufen. „Bei uns geht es nicht so sehr um eine Eigen- oder Fremdgefährdung. Wenn einer unser Bewohner aber immer wieder die Gruppe stört und wir bei ihm selbst psychische Auffälligkeiten beobachten, dann versuchen wir natürlich gegenzusteuern und suchen das Gespräch mit einem Facharzt oder Psychologen. Wir wollen in einer therapeutischen und psychotherapeutischen Begleitung, mit ärztlichen Gesprächen und natürlich auch mit den Angehörigen, die Situation verbessern. Ein soziales Umfeld und Miteinander schaffen, das für alle angenehm ist.“

Das hilft meistens weiter und wir können auf dieser Ebene viel auffangen. Teil dieser Maßnahme sind ebenso regelmäßige Fallbesprechungen aller Beteiligten untereinander. Versagen diese Maßnahmen aber, dann ist ein weiterer Schritt nötig, nämlich die Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung.“

Die Kommunikation muss stimmen

Dabei ist es für Tina Ossege wichtig, bereits im Vorfeld den persönlichen Kontakt zu der jeweiligen Einrichtung zu haben. Dieser interdisziplinäre Ansatz ist für sie von entscheidender Bedeutung und ein wichtiger Teil der SYMPA Fortbildung. „Denn“, so Christian Kerler, „die Kommunikation zwischen den Einrichtungen und der Klinik muss stimmig sein. Wir müssen sicherstellen, dass wir vom Gleichen sprechen, uns frühzeitig miteinander verständigen und im Kontakt bleiben.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.