„Arbeiten wie alle anderen Menschen auch“

Bezirk Oberbayern verleiht Inklusionspreis 2014

„Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist ein Gewinn für die gesamte Belegschaft eines Betriebes. Dieses Signal gelebter Inklusion wirkt breit in die Gesellschaft hinein.“ Mit diesen Worten würdigte Bezirkstagspräsident Josef Mederer die Preisträger des Inklusionspreises 2014. Gewinner der beiden vom Bezirk Oberbayern vergebenen Preise sind der Einzelhandelskaufmann Daniel Schermelleh aus Allershausen und die VerbaVoice GmbH aus München.   

image004

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (Mitte) mit den Preisträgern – von Links: Michaela Nachtrab, Robin Ribback, Mederer, Kaufmann Daniel Schermelleh und seine Beschäftigte Nicolle Höhne

Das Leitthema des Inklusionspreis 2014 war „Inklusive Arbeitswelt: mit Vielfalt zum Erfolg“. Der Bezirk Oberbayern möchte damit nach den Worten von Bezirkstagspräsident Mederer engagierte Personen und Unternehmen ehren, die Menschen mit Behinderungen fördern und auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigen. Mederer: „Arbeiten, wie alle anderen auch arbeiten – mit den gleichen Rechten und Pflichten. Das ist der Wunsch vieler Menschen mit Behinderungen.“ Die ausgezeichneten Praxisbeispiele seien der Beweis, „dass dieser Wunsch erfüllbar ist und Inklusion in der Arbeitswelt bereits vielfältig gelebt wird.“

Auf dem ersten Arbeitsmarkt

Preisträger Daniel Schermelleh beschäftigt in seinem EDEKA-Markt in Allershausen (Landkreis Freising) eine junge Frau mit einer geistigen Behinderung – unbefristet und sozialversicherungspflichtig auf dem ersten Arbeitsmarkt. In einem weiteren Markt in Bergkirchen (Lkr. Dachau) hat Schermelleh einen jungen Mann angestellt, der ebenfalls geistig behindert ist. Der Kaufmann zeigt damit nach Ansicht der Jury, „dass es nicht nur um Gewinnmaximierung gehen muss, sondern dass man mit Mut und Engagement Chancen für alle Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen kann.“ Schermelleh leiste damit einen „herausragenden Beitrag zur Kultur eines Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderungen“.

Beim weiteren Preisträger, der VerbaVoice GmbH aus München, sind acht Menschen mit Hör-Behinderungen beschäftigt. Bei insgesamt 40 Mitarbeitern beträgt die Schwerbehindertenquote 21 Prozent – sie ist also viermal so hoch wie gesetzlich vorgeschrieben. Auch das Geschäftsfeld des von Michaela Nachtrab und Robin Ribback gegründeten Unternehmens widmet sich der Inklusion: VerbaVoice hat einen mobilen Online-Dolmetschdienst entwickelt, der Menschen mit Hör-Behinderungen flexibel und ortsunabhängig unterstützt.

„Fordern und fördern“

Den Festvortrag zum Thema Inklusion und Arbeit hielt Herbert Sedlmeier, Behindertenbeauftragter des Landkreises Fürstenfeldbruck und Vorsitzender der Vereinigung kommunaler Behindertenbeauftragter Bayerns. Pflicht einer solidarischen Gesellschaft sei es, „die betroffenen Menschen auf Augenhöhe zu unterstützen, sie zu fördern und zu fordern“, sagte Sedlmeier. Im demografischen Wandel sieht er eine große Chance für Menschen mit Behinderungen. Die Betriebe seien künftig auf jede Arbeitskraft angewiesen. 2020 gebe es bundesweit bereits eine Lücke von 1,7 Millionen Arbeitskräften. „Anders sein und anders denken bedeutet oft Innovation“, so Sedlmeier. Auch seien behinderte Menschen oft besonders motiviert. „Sie wollen beweisen, dass sie es können und dass ihre Arbeit Wertschätzung verdient.“

Foto:

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (Mitte) mit den Preisträgern – von Links: Michaela Nachtrab, Robin Ribback (beide Geschäftsführer der VerbaVoice GmbH), Mederer, Kaufmann Daniel Schermelleh und seine Beschäftigte Nicolle Höhne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.