lassmich oder fassmich

Theater ‚Die Trampelmuse‘ bei der Lebenshilfe München

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Das Theaterstück ‚lassmich-fassmich‘ zur Prävention von sexuellen Übergriffen unter Kindern zeigt mit Schauspiel, Puppenspiel und Percussion grenzwertige Situationen, die zum Nachdenken, zur Bewusst-Werdung sensibilisieren. Es hat immer mit Grenzverletzungen zu tun, die Würde, den Respekt des Anderen zu verletzen. Wo aber sind Grenzen, was ist erlaubt oder erwünscht, wie erkenne ich das? Viele Fragen, die Kinder, abgesehen vom familiären und kulturellen Hintergrund, auch für sich selbst entscheiden und erfahren müssen.  

Ein Thema, mit dem sich auch Christiane Keim, Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte für Kinder mit seelischer Behinderung von der Lebenshilfe München in Unterhaching, immer wieder konfrontiert sieht. „Die Grenzen sind nicht immer eindeutig und Prävention bedeutet für unsere Tagesstätte die Kinder zu befähigen, ihren Gefühlen zu vertrauen und ein Verständnis, ein Verstehen zu vermitteln.“

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Und das haben die beiden Theaterakteure mit ihren Puppen, Christl Feiler und Stefan Stefinsky, spielend geschafft. „Theater kann dem, was schwer in Worte zu fassen ist, Ausdruck verleihen. Wir spiegeln die inneren Nöte der Heranwachsenden behutsam nach außen. Der schnellen Bilderflut anderer Medien setzen wir bewusst die Magie der Theaterbilder entgegen.“ Es ist ihnen bestens gelungen. Aufmerksam verfolgen die Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren was auf der Bühne so passiert. Ob im Dialog untereinander, im Rollenspiel der Puppen oder mit nachdenkenswerten Texten bei musikalischer Untermalung. Christl und Stefan bringen dabei nicht nur komödienhaftes Talent, sondern ihre Musik- und Theaterausbildung sowie ihre 20jährige Bühnenerfahrung zur inszenierten Entfaltung.

Anfangs fragen die Schauspieler nach dem richtigen Platz. „Ist es dein oder ist es mein Platz? Ach, ist wohl besser dass ich mir einen eigenen Platz suche“, sagen sie, verlassen die Sitzreihen und betreten die Bühne. Szenenwechsel: was ist Heldenhaft? Etwa das Grapschen in den Schritt oder das Heben von Röcken? Wenn Menschen tun, was wir nicht wollen, sich vergreifen. Und ja, das Thema Liebe und der erste Kuss. Ein langsames sich Annähern, ein Beobachten, einen ersten und zweiten Schritt machen, auf sich aufmerksam machen, sich begegnen, sich nicht begegnen. Am Schönsten ist es, wenn beide sich finden, wenn beide es wollen.

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Auch Situationen des Zurückweichens, „das ist ein blödes Spiel, da mache ich nicht mit.“ Und immer wieder die großen Puppen, die eigene Dialoge führen, unter ‚Männern‘ und unter ‚Frauen‘. Rollenspiele, kindlich einfach dargestellt, ohne zu verletzen, ohne Grenzen zu überschreiten.

Dem Theaterstück ‚lassmich-fassmich‘ geht ein Gespräch mit den pädagogischen Fachkräften voraus und auch mit den Kindern wird anschließend das Gehörte und Gesehene vertieft. Kinder sollen ihren Gefühlen vertrauen lernen. Dann können sie sicher Ja oder Nein sagen oder wenn es unangenehm wird auch Hilfe holen. Dazu gibt es für die Nacharbeit in der Tagesstätte eine ausführlich Arbeitsmappe zum Stück. Das Theater ‚Die Trampelmuse‘ hat sieben Präventions-Stücke im Repertoire und drei Märchenaufführungen. Die Themen reichen von Sex, Gewalt, Sucht und Zivilcourage bis hin zu Lügen, Glück, Umwelt, Prinzessinnen und Schätzen.

Durch eine großzügige Unterstützung der Auerbach-Stiftung und der Kreissparkasse München, Starnberg, Ebersberg konnte dieses Stück für Kinder und Einrichtung kostenfrei angeboten werden.

Weitere Infos zum Theater unter: www.trampelmuse.de

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