Die Chancen der ‚Neuen Medien‘ nutzen

Ein begleitetes Heranführen ist wichtig

Die ‚Neuen Medien‘ sind längst nicht mehr neu, sind aus dem 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken. Selbst die Generation 60-Plus geht ohne Berührungsängste mit dem Internet in den Ruhestand. Menschen mit Behinderung hingegen müssen an die ‚Neuen Medien‘ herangeführt werden. Da ist sich jedenfalls Monika Barbato von der OBA der Lebenshilfe München sicher.

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So initiierte sie unter dem Slogan „Chancen und Risiken sozialer Netzwerke“ gemeinsam mit dem Verein ‚mira Mädchenbildung‘ erste Kurse im FEZI Jugendzentrum am Wettersteinplatz. Zehn Mädchen im Alter von 14 bis 19 Jahren nehmen teil. Nach den ersten Abenden revidiert Monika Barbato ihre Einschätzung der jungen Menschen mit geistiger Behinderung. „Facebook ist für Sie kein Thema und auf den ersten Blick auch das Internet nicht. Doch gibt es über die Smartphones und Ipads durchaus Berührungsebenen.“  

Um in Facebook ein eigenes Profil anzulegen und einen Freundeskreis aufzubauen, braucht es doch gewisse Kernkompetenzen, die beim Lesen und Schreiben beginnen. „Das Internet bietet für Menschen mit Behinderung eine Chance – weit über Facebook hinaus – der Kommunikation und der Informationsbeschaffung etwa via google.“ Die Sozialpädagogin von der OBA der Lebenshilfe München will auch im Internet eine Inklusion von Menschen mit Behinderung erreichen. „Sie laufen sonst einmal mehr Gefahr abgehängt zu werden. Wir wollen dagegen steuern.“

Für das Anlegen eines eigenen Profils im sogenannten ‚Sozialen Netzwerk‘ (social network) braucht es Anleitung. Nicht alles gehört in die Öffentlichkeit und selbst Facebook kennt eine Privatsphäre. „Früher hat man gemeint, dass etwa das Lesen für Menschen mit Behinderung nicht nötig sei. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit. Piktogramme (Symbole) erleichtern dabei den Zugang. Manche unserer Mädchen nutzen das Ipad etwa als ‚Talker‘, kommunizieren damit. Auch das ist ein möglicher Weg.“

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Als nächste ‚Zielgruppe‘ für die Neuen Medien sieht Monika Barbato von der OBA der Lebenshilfe München die Eltern. „Natürlich sind sie skeptisch. Wir lesen ja fast täglich von den Gefahren im Internet. Die Vorzüge werden als selbstverständlich hingenommen. Und tatsächlich überwiegen sie, öffnen Möglichkeiten und Perspektiven.“ Die Sozialpädagogin erinnert sich übrigens selbst noch gut an ihre Schulzeit ganz ohne Internet, Handy, Smartphone und Ipad.

Links:

http://www.miramue.de
http://www.fezi-wetterstein.de

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