Wenn das Leben besonderen Schutz braucht

Frühförderung III in Feldkirchen

Harl.e.kin und die Lebenshilfe München engagieren sich für Frühgeborene

Kinder brauchen unseren besonderen Schutz und unsere Zuwendung, vor allem in ihren ersten Jahren. Neugeborene sind nochmals verletzbarer und bei Frühgeborenen ist eine Intensivpflege nötig, sie müssen erst in das Leben hineinfinden. Und das hängt, so sind sich viele Ärzte einig, in der ersten Wochen noch an einem dünnen seidenen Faden. Sorge tragen die Eltern, Ärzte und das Fachpersonal. Früh mit eingebunden ist in speziellen Krankenhäusern, wie etwa den Häusern des Städtischen Klinikum München, die spezielle Intensivstation für Frühgeborene unter Einbindung der „Strukturierten Harl.e.kin-Frühchen-Nachsorge“. Ein von der Bayerischen Staatsregierung seit 10 Jahren gefördertes Projekt, das zwischen Klinik, Eltern und Fachkräften hilft, auch zuhause die Eltern und ihre Neugeborenen begleitet.

Den ersten Schock überwinden

Anna-Maria Link von der Lebenshilfe München begleitet das "Harl.e.kin-Projekt" seit 10 Jahren

Anna-Maria Link von der Lebenshilfe München begleitet das „Harl.e.kin-Projekt“ seit 10 Jahren

Wie sensibel dieser ganze Bereich ist, weiß die Diplom-Pädagogin Ursula Köhler Sarimski von der Lebenshilfe München in ihrem über zehnjährigen Einsatz für die Neugeborenen und ihre Eltern. Sie ist auch eine der Initiatoren des Vereins „Harl.e.kin“. „95 Prozent der Eltern erleben eine Frühgeburt als Schock“, erzählt sie. Und sieht man die kleinen Neugeborenen mit einem Gewicht unter 1500, ja häufig sogar unter 1000 Gramm, glaubt man kaum, dass hier Chancen für ein Leben bestehen, mit Entbindungen ab der 24. Schwangerschaftswoche. Und speziell hier greift die Frühförderung, auch die Mobile Frühförderung, sehr früh.

Das „Wunder“ moderner Medizin

Es grenzt an ein Wunder, was moderne Medizin, Ärzte, Fach- und Pflegepersonal hier leisten. Dabei ist das Klinikum Harlaching Perinatalzentrum mit pränatalem und neonatologischem Schwerpunkt auf diesem Gebiet einer der großen Wegbereiter. Leitgedanke ist heute, dass eine „moderne Neonatologie ohne Nachsorge gar nicht mehr denkbar ist. Dafür engagiert sich der Verein Harl.e.kin und arbeitet in München eng mit der Lebenshilfe München zusammen.

Doch gerade in Harlaching ist in den letzten Wochen ein erbitterter Streit zwischen Ärzteschaft, Klinikleitung und Pflegepersonal entbrannt, der sogar in der Süddeutschen Zeitung in mehreren Beiträgen ausgetragen wurde.

Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, ist über diese Entwicklung besorgt:

„Wir arbeiten über unsere Frühförderung und der Mobilen Frühförderung seit vielen Jahren eng mit der Klinik zusammen, auch mit den Kliniken in Schwabing und Rechts der Isar. Eine Partnerschaft die zum Wohle der Kinder und ihrer Eltern sehr gut funktioniert. Dazu haben wir auch eigene Fachkräfte abgestellt und es wäre mehr als bedauerlich, wenn wegen interner Querelen ein so erfolgreiches Projekt in Gefahr gerät.“

Auch Maria-Anna Link, Leiterin der Frühförderstelle III in Feldkirchen, engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für das Wohl von Eltern und Kinder und spürt eine zunehmende Verunsicherung:

„Wir betreuen heute 180 Kinder und ihre Familien bei steigender Nachfrage. Dafür arbeiten 17 Festangestellte und 10 freie Kräfte in unserer Einrichtung. Aber speziell in das seit über zehn Jahren anerkannte Modellprojekt „Harl.e.kin“ – das in ähnlicher Form heute übrigens bayernweit schon in 18 Krankenhäusern etabliert ist – wäre es ein großer Verlust. Wir spüren und erfahren die Verunsicherung vieler Eltern im Hinblick auf Harlaching. Ein weiterer Indiz ist die Auslastung der Intensivstation für Frühgeborene. Sie ist in den letzten Wochen rapide abgestürzt.“ Die Frühförderstelle III ist eine Einrichtung der Lebenshilfe München, wie sie auch in Sendling, Giesing und Pasing betrieben wird.

 Mehr über Harl.e.kin erfahren Sie hier:
www.harlekin-verein.de

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