Japanische Führungskräfte besuchen die Lebenshilfe München

-   IN  DER  ZENTRALE  /   ST.-QUIRIN-STRASSE   -

Impulse für die richtige Förderung
und Einbeziehung von Menschen mit Behinderung

Die Delegation aus Japan von der Social Welfare Corporation nahmen bei der Lebenshilfe München viele Impulse mit in ihre Heimat

Die Delegation aus Japan von der Social Welfare Corporation nahmen bei der Lebenshilfe München viele Impulse mit in ihre Heimat

Eine Delegation von 15 japanischen Führungskräften aus dem Gesundheits- und Sozialbereich besuchten die Lebenshilfe München. Im Rahmen ihrer Europareise stand neben dem Besuch von Schulen und Senioreneinrichtungen auch das Thema die Betreuung von Menschen mit Behinderung im Interesse der Abordnung. Wie organisiert man Hilfe, wie sind die Unternehmen strukturiert, woher kommen die Gelder, wie findet Kontrolle statt und wie differenziert ist die Betreuung waren die zentralen Themenfelder.   

Präsident Mr. Tanaka Toshio und Chefmanager Mr. Orikawa Naoki überreichen an Geschäftsführer Peter Puhlmann ein Geschenk für die Lebenshilfe München.

Präsident Mr. Tanaka Toshio und Chefmanager Mr. Orikawa Naoki überreichen an Geschäftsführer Peter Puhlmann ein Geschenk.

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, gab einen kurzen Überblick zu den 544 Lebenshilfe-Vereinen in Deutschland mit 2.500 Einrichtungen und Diensten. In Stadt und Landkreis München zählt der Verein etwa 1000 Mitglieder mit 500 hauptamtlichen und 400 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die zusammen etwa 2000 Menschen mit Behinderung und ihre Familien unterstützen. Die Lebenshilfe München wurde 1960 für Menschen mit geistiger Behinderung gegründet. „Daran hat sich bis heute nichts geändert“, so Peter Puhlmann, „doch geht damit häufig auch ein körperliches Handicap einher.“ Mehr Bedeutung gewinne heute die Altenpflege für geistig oder seelisch behinderte Menschen.

Eine gute Kommunikation ermöglichte Direktor Mrs. Kimura Harue, die fließend übersetzte.

Eine gute Kommunikation ermöglichte Direktor Mrs. Kimura Harue, die fließend übersetzte.

Die Führungskräfte aus Japan aber wollten es genauer wissen, fragten Strukturen innerhalb der Lebenshilfe ab und erkundigten sich nach staatlicher Kontrolle. So erläuterte Puhlmann die Selbständigkeit der einzelnen Vereine, die je nach Region ganz unterschiedlich geprägt sind. „In manchen Landkreisen gibt es keine Einrichtungen der Lebenshilfe, andere bieten nur vereinzelt Leistungen. Andere Regionen hingegen, wie hier in München, decken annähernd das gesamte Spektrum der Lebenshilfe ab.“

Warum aber gibt es in München innerhalb des Vereins noch eigene Gesellschaften,“ fragt der Delegationsleiter, Präsident Mr. Tanaka Toshio, nach. Peter Puhlmann sieht es in Verbindung mit den gewachsenen Aufgaben und erklärt:

Die Delegation sammelte viele Eindrücke

Die Delegation sammelte viele Eindrücke

Die Gründung zweier Betriebsgesellschaften , die „Lebenshilfe München Wohnen GmbH“ und die „Lebenshilfe München Kinder und Jugend GmbH“, dient bei der erreichten Unternehmensgröße und damit verbundenen Komplexität, das Gesamtunternehmen nach anerkannten wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu leiten, zu kontrollieren und weiterzuentwickeln. Dies sorgt für Transparenz innerbetrieblich aber auch gegenüber unseren Kostenträger im Rahmen von Leistungsverhandlungen.“ Um das Konzept der Lebenshilfe zu verstehen, dürfe man die einzelnen Bereiche aber nicht zu getrennt sehen. Erst im Ganzen, im Zusammenwirken, ergibt sich ein Bild.

Insgesamt begleitet die Lebenshilfe München in der Frühförderung bereits die Kleinsten, berät die Eltern auch schon während der Schwangerschaft, bis hin zur Rente. „Wir fördern nach Kräften die Selbständigkeit der Person, so dass die meisten später in den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten, manche auch in der freien Wirtschaft. So ist ihnen ein weitgehend selbständiges Leben möglich. Wir haben aber auch Fälle von schwerer Behinderung, die eine 24-Stunden-Betreuung erfordern,“ so Puhlmann.

In der Münchner Zentrale der Lebenshilfe in der St. Quirin Straße informierte sich die Delegation aus Japan über die verschiedenen Dienste und Einrichtungen der Lebenshilfe München.

In der Münchner Zentrale der Lebenshilfe in der St. Quirin Straße informierte sich die Delegation aus Japan über die verschiedenen Dienste und Einrichtungen der Lebenshilfe München.

Einen kleinen Ausblick gab der Geschäftsführer anhand der aktuellen Pläne der Lebenshilfe München. „Wir werden in den nächsten Jahren neue Wohneinheiten schaffen, die sowohl das Alter wie auch den Grad der Behinderung zur Teilhabe am Leben berücksichtigen werden. Das „System“ ist in beide Richtungen durchlässig. Wer selbständig mit Assistenz leben kann, wird dies auch bis ins hohe Alter hinein tun. Wer aber Betreuung und Pflege braucht, wird sie bei der Lebenshilfe ebenfalls bekommen.“

Flexibilität war ein Stichwort, das bei der Delegation aus Japan auf besonderes Interesse stieß, was bei ihrem Besuch des „Familienunterstützenden Dienstes“ bereits deutlich wurde. 90 Prozent der Menschen mit Behinderung leben in ihrer Heimat nämlich zuhause und werden regional unterstützt.

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