Lebenshilfe München: Grenzen überwinden und für das Leben lernen

Menschen bei der Lebenshilfe München: Mitarbeiter

Ein freiwilliges Soziales Jahr FSJ bei der Lebenshilfe

(gsp) Im August haben Daniela, Michaela und Tabea ihr „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) abgeschlossen. Sie arbeiten in der Schulvorbereitenden Tagesstätte, eine von drei Einrichtungen im Heilpädagogischen Förderzentrum in Unterhaching, das von der Lebenshilfe München, Kinder und Jugend GmbH, geführt wird.

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Heidrun (l.) kümmert sich mit fachlicher Unterstützung liebevoll um die Kinder

Die drei jungen Damen möchten dieses Jahr nicht missen, würden es jederzeit wiederholen. Dabei hat keine von ihnen zuvor nähere Erfahrungen im Umgang mit Kindern oder Jugendlichen mit Behinderung gesammelt.

Der Betreuungs- und Förderbedarf der Kinder ist vielfältig. Körperpflege und Füttern zählen dabei nur bei den Jüngsten zum Alltag. Therapieangebote und Bewegungsförderung werden übergreifend in allen drei Einrichtungen praktiziert. Wichtig ist ein Verständnis für die Gruppe, für das Lebensumfeld zu erreichen und dabei auch Regeln und Grenzen zu vermitteln. Der schulische Bereich wird mit einer Heilpädagogischen Hausaufgabenbetreuung und Übungen zur Verbesserung der Konzentration vertieft.

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Tabea hat die Kids ins Herz geschlossen

Die Einrichtungsleiterin der Tagesstätte für Kinder mit sogenannter seelischer Behinderung, Diplom Heilpädagogin Christiane Keim, ergänzt: „Wir bieten ein spannendes Arbeitsfeld zum Hineinschnuppern und sich Ausprobieren für Praktikanten. In jeder unserer drei Tagesstätten gestaltet sich die Tätigkeit etwas anders. Geht es bei den Jüngeren stärker auch um pflegerische Aspekte, steht bei uns die pädagogische Arbeit im Vordergrund. In allen Einrichtungen aber geht es um eine individuelle Förderung der Kinder, um wertvolle Gruppenerfahrung und um die Begleitung der Eltern.“

Was Soziales und mit Kindern“

Daniela, Michaela und Tabea entschieden sich bewusst für diese Einrichtung. Es sollte „was Soziales und was mit Kindern“ sein. Schnell haben sie die Kinder ins Herz geschlossen und dabei manche Herausforderung gemeistert. „Ich lernte Geduld, wurde etwas gelassener“, meint Michaela. Tabea stellte die Körperpflege bei den Kids vor Herausforderungen, denn nicht alle sind trocken. „Wenn’s zu heftig war, habe ich das aber nicht machen müssen, das wurde uns auch gleich so von den pädagogischen Mitarbeitern zugesagt, und sie hielten Wort.“

Das FreiwilligeSoziale Jahr begleitet der Paritätische Wohlfahrtsverband, bereitet in einem Seminar auch auf die Arbeit vor. Daniela freute sich über die vielen Aufgaben. „Es wurde nie langweilig, der Arbeitstag mit acht Stunden ist anstrengend, die Kinder fordern, brauchen Aufmerksamkeit, Zuwendung und Betreuung. Aber ich weiß, dass ich was geschafft habe, die Kinder danken es mir, schließen mich ins Herz.“

Lebensfragen spielen eine zentrale Rolle“

Als Ansprechpartner stehen den jungen engagierten Menschen, die ein „Freiwilliges Soziale Jahr“ (FSJ) oder einen „Bundesfreiwilligendienst“ (BFD) leisten, der Paritätische Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V., in München zur Seite. Bayernweit betreut der Verband jährlich 550 Freiwillige im FSJ und knapp 300 Freiwillige im BFD. Er macht ein Startup, veranstaltet über das Jahr verteilt an 25 Tagen Seminare und begleitet die jungen Menschen während des Sozialen Jahres. Für die pädagogische Gruppenleitung ist seit fünf Jahren die Sozialpädagogin Dorothee Eggers verantwortlich. Sie ist mit den Einrichtungen und den Anliegen der jungen Menschen vertraut. Dabei spielen ganz allgemeine Themen und Lebensfragen oft eine zentrale Rolle. Wie gehe ich mit psychisch oder auch körperlich beeinträchtigten Menschen um, wie mit dem Alter und dem Sterben, mit Straffälligkeit und Selbsterfahrung … zentrale Lebensfragen, wie sie vor allem von jungen Menschen gestellt werden.

Die Lücke nach dem Wegfall des Zivildienstes ist groß, da es weniger Plätze im Bundesfreiwilligendienst gibt, als es Zivildienstplätze gab. Die Mittel aus dem Zivildienst sind nicht ins Freiwillige Soziale Jahr geflossen, sondern nur ein Teil der Mittel wurde direkt in den Bundesfreiwilligendienst gegeben“ stellt Frau Eggers fest. Der Paritätische Wohlfahrtsverband aber müht sich mit einer guten Begleitung, zu der neben einem Einführungs- und einem Themenseminar auch ein Erlebnispädagogisches Seminar und eine Bildungsfahrt zum Abschluss des Jahres zählen, eine Aufwertung des FSJ zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe München funktioniert seit Jahren sehr gut, und Interessenten können sich bei beiden Vereinen melden.

Lebenshilfe München e.V.
St.-Quirin-Straße 13 a
81549 München/ Giesing

089/ 69347-0

info@lebenshilfe-muenchen.de

Paritätischer Wohlfahrtsverband e.V.
Freiwilliges Soziales Jahr
Charles-de-Gaulle-Straße 4
81737 München

www.fsj-bayern.org

fsj@paritaet-bayern.de

Tel.: 089 | 30611 – 136
Fax: 089 | 30611 – 156

Ein Kommentar zu “Lebenshilfe München: Grenzen überwinden und für das Leben lernen

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