Wenn das Leben gelernt werden muss

Einblicke in die Arbeit der Silvia-Görres-Schule München

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(gsp) In den über 30 Jahren ihres Bestehens hat die Silvia Görres Schule, ein privates Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in München, viele junge Menschen mit Behinderung  kommen und gehen sehen. „Die Anforderungen an unsere pädagogische Arbeit sind vielschichtiger geworden und damit auch unsere  Aufgabe, den speziellen Bedürfnissen jedes einzelnen Schülers gerecht zu werden,“ erläutert Schulleiterin Irene Prestele.

Das Förderzentrum an der Neuherbergstraße ist eine Einrichtung der Lebenshilfe München und wird ergänzt durch die angeschlossene Heilpädagogische Tagesstätte (HPT). Im Rahmen des Münchner Stiftungs-Frühling waren hier die Türen geöffnet und die Besucher gewannen tiefe Einblicke in jene Welt und Umstände, die das Leben der Kinder und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung bestimmen.

„Eine intensive Förderung soll möglichst früh beginnen und das Kind dort abholen, wo es in seiner Entwicklung steht. Was gesunde Kinder „wie von selbst“ erlernen, muss angebahnt und vermittelt werden, wie auch das Begreifen des Körpers mit der eigenen Identität.“  Gabi Rubello, Leiterin der HPT, macht es an einem Beispiel fest. „Es fällt vielen unserer Schützlinge schwer, sich auf einem Gruppenfoto wiederzufinden, sich selbst zu erkennen. Denn nur wer sich selbst als eigene Person erfährt, kann auch mit anderen Menschen kommunizieren.“

„Das sind natürlich Probleme, die aus dem Autismus-Spektrum bekannt sind. Grundlage unserer pädagogischen Arbeit sind die Lebens- und Lernvoraussetzungen bei jedem einzelnen Kind. Wir wollen den Schülern zu einem möglichst selbst bestimmten Leben verhelfen, ihnen die Teilnahme an unserer Gesellschaft ermöglichen. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit  ist es, vor allem für die nicht sprechenden Schüler Kommunikationsmittel zu finden“, erklärt Irene Prestele

Eine feste Tagesstruktur, eine gewisse Routine im Alltag und überschaubare Abläufe sind für Menschen mit Behinderung extrem wichtig. Kinder ab drei Jahren können die Schulvorbereitende Einrichtung der Silvia-Görres-Schule besuchen und anschließend ihre Schulpflicht dort erfüllen. Nach dem Ende der Schulzeit erfolgt in der Regel der Wechsel in eine Förderstätte.

Foto: (von links nach rechts)

Physiotherapeut  Arne Buchin, Psychologin Ingeborg Endres-Häusler, Ergotherapeutin Angelika Kirwitzke, Heilpädagogin Claudia Bertram-Pfister.

Foto: gsp

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