Neues Wohnen bei der Lebenshilfe München

Viel Platz zum Kochen, Leben und Wohnen in der neuen Lebenshilfe-Einrichtung in Unterschleißheim. Text und Fotos: Gerd Spranger

So ein Wohnungswechsel hat es in sich. Bis alles verpackt und wieder seinen Platz findet, darüber können Wochen vergehen. Mancher hat vom letzten Umzug immer noch einen Karton im Keller stehen. Wenn aber gleich eine ganze Wohngruppe, wie jüngst bei der Lebenshilfe München, mit 10 Bewohnern umzieht, dann ist Organisationstalent gefragt. Darüber hinaus braucht es Zeit zum Einleben, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Fünf Wochen ist es jetzt her, dass die Wohngruppe vom Willinger Weg (Ramersdorf) in den Norden von München gezogen ist. Die Redaktion hat sich mit der Sozialpädagogin und Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann unterhalten und sie in Unterschleißheim besucht.

Eine Etage für die Lebenshilfe

Die Gruppe bewohnt einen eigenen Gebäudeteil eines großen Senioren-Wohnheimes (Haus am Valentinspark). Bei meinem Besuch werde ich am großen Empfang sofort freundlich begrüßt, und man schickt mich im Fahrstuhl hinauf in den vierten Stock, in die oberste Etage. Über einen breiten Gang und durch zwei große Glastüren gelange ich direkt zu der Wohngruppe, direkt in den großen Aufenthaltsraum mit offener Küche. Neugierige Blicke mustern mich, „wer ist das wohl, der da kommt?“.

In der Lebenshilfe-Werkstatt beschäftigt

Die ‚gemütliche Ecke‘ im großen Gemeinschaftsraum

Links lädt eine ‚gemütliche Ecke‘ mit großer Couch zum Verweilen ein. Vor mir erblicke ich eine Küche, die eindeutig für mehrere Personen ausgelegt ist, und ich nehme mit Birgit Fleischmann an einem der zwei großen Tische Platz, um ein wenig zu plaudern. Aktuell sind nur Nicole und die Betreuerin Jehona Paljoj anwesend. Alle anderen Bewohner ’sind auf Arbeit‘, in den Werkstätten der Lebenshilfe.
„Die normale Schicht zur Betreuung der Gruppe dauert darum von Montag bis Donnerstag auch von 16 bis 22 Uhr“ und am Freitag ab 13.30 Uhr, erklärt Birgit Fleischmann. Nachts gibt es eine Nachtbereitschaft von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr an Werktagen.

Am Wochenende wird ausgeschlafen

Der Frühdienst geht dann bis 10.00 Uhr und kümmert sich darum, dass alle Bewohner mit einem guten Frühstück das Haus verlassen. Er sorgt dafür, dass alle Bewohner rechtzeitig aufstehen und sich für den Alltag zurecht machen. An den Wochenenden geht die Nachtbereitschaft bis 09.00 Uhr früh. Das macht auch Sinn, denn am Wochenende wird einfach gerne mal ausgeschlafen und morgens bleibt Zeit, um den freien Tag zu genießen. Bis 14.00 Uhr ist dann eine Betreuung vor Ort, bis diese dann abgelöst wird von einer Kollegin, einem Kollegen und dann geht die Betreuung wieder weiter bis zum Sonntag. So sind die Bewohner rund um die Uhr betreut und können sich jederzeit Unterstützung bei ihren Betreuern einholen. Das ist Basis einer hohen Lebensqualität.

Betreuung flexibel und nach Bedarf

Wenn zwischendurch jemand krank ist, zum Arzt muss, oder einen anderen dringenden Termin hat, dann ist natürlich auch ein Betreuer da. Am Wochenende ist ‚doppelter Dienst‘, denn dann wird auch in den Lebenshilfe-Werkstätten nicht gearbeitet. Insgesamt sind für die Gruppe sieben Betreuer tätig. „Wir sprechen uns im Team immer gut ab, wer welchen Termin übernehmen kann. Wir sind ein gutes, teilweise über Jahre eingespieltes Team. Da klappt es dann meistens gut, und klar, etwas Flexibilität wird hier schon immer wieder gebraucht, aber das bekommen wir hin.“

Die Zimmer sind mit eigener Nasszelle ausgestattet

Ein großes Bad ist in jedem Zimmer behinderten-gerecht ausgestattet

Von dem Organisations- und Verwaltungsaufwand bekommen die Bewohner, alles Menschen mit geistiger Behinderung, nur wenig mit. Für sie ist es wichtig, ‚dass jemand da ist‘ und man sie in ihrem Alltag fördert und unterstützt. Das ist mit der Übersiedelung der Gruppe nach Unterschleißheim jedenfalls bestens geglückt. Stolz zeigt mir Nicole ihr eigenes Zimmer, mit einem große Fenster und weitem Blick über die Siedlung bis hinüber zu den Kronen des nahen Waldes.
„Wir haben die Raumaufteilung so weit wie möglich vom Willinger Weg übernommen“, erklärt die Betreuerin. Auch ein eigenes großes Bad ist in dem Bewohnerzimmer integriert, ein kleiner Luxus, wie es ihn im alten Willinger Weg nicht gab. „Die Räume dort waren über drei Etagen verteilt und es waren dort keine eigenen Sanitärräume für die Zimmer vorhanden. Das wird sich mit dem Neubau ändern“, erzählt Birgit Fleischmann.

Das Pflegen von eigenen Hobbys

Inzwischen habe man sich auch schon im näheren Umfeld vom Haus am Valentinspark zurecht gefunden. „Wir haben wieder eine nette Metzgerei gefunden, die hat so eine guten Ruf, dass sogar Kunden aus anderen Stadtvierteln dort einkaufen gehen, einen kleinen Laden, eine Bäckerei mit frischen Semmeln für ein gutes Frühstück und ein Supermarkt ist auch ganz in der Nähe. Und auch eine Arztpraxis ‚ums Eck‘, die unsere Bewohner hier ärztlich versorgt und betreut .Bewohner waren auch schon dort vorstellig, es scheinen sehr freundliche Ärzte zu sein, die auch mit unserem Klientel gut klar kommen. Eine der Bewohnerin, Petra, arbeitet in der Gärtnerei das HPC-Augustinum in der Nachbarschaft. „Sie ist abends dann zwar ganz schön geschafft, aber es macht ihr Freude. Sie hat immer schon in kleinen Kübeln Gemüse gezüchtet und gelegentlich bringt sie aus der Gärtnerei auch was mit.“

In der Gruppe ist ein aktiver Biker. Seine Saison beginnt wieder im Frühjahr. Auch er wird lernen, sich in dem neuen Umfeld zu bewegen. Ein anderer Bewohner arbeitet in der Küche der Lebenshilfe-Werkstatt. Am Wochenende hilft er dann fleißig ‚bei der Selbstverpflegung‘ mit. Die Wohngruppe nimmt nämlich nicht den Service der Senioreneinrichtung in Anspruch, es wird an den Wochenenden selbst gekocht.

Die Selbständigkeit fördern und erhalten

Helle große Fenster heben das Lebensgefühl

„Es ist uns wichtig und darauf legen wir in der Betreuung auch großen Wert, dass wir die Eigenständigkeit und den Erhalt der Selbstständigkeit der Bewohner fördern und unterstützen. Dazu zählt auch das Kochen oder die Wäsche zu machen“, erzählt Jehona Pacjoj. „Das beginnt beim Schreiben einer Einkaufsliste für 10 Personen. Was wollen wir kochen und was brauchen wir dafür? Es muss organisiert werden: Jemand kümmert sich um den Einkauf, um das Kochen, um das Eindecken der Tische,und es muss abgeräumt und dann natürlich auch das Geschirr gewaschen werden. Für so eine große Gruppe ist das mit viel Organisationstalent verbunden, und natürlich bleiben die Betreuer hier unterstützend nicht außen vor.“

Große Räume und breite Gänge für ein gutes Lebensgefühl

Auch ‚die ersten Besucher‘ waren von dem neuen Zuhause – bis zur Fertigstellung des Neubaus am Willinger Weg – positiv gestimmt, angefangen bei den Eltern und dem Betriebsrat bis hin zum Brandschutzbeauftragen. „Die großen hellen und barrierefreien Räume, Gänge und Türen vermitteln ein besseres Lebensgefühl als die beengten Räume in dem früheren verwinkelten Altbauhaus“, bekräftigt Birgit Fleischmann.
„Man hat jetzt sogar noch ein Zimmer ‚auf Reserve‘. Damit besteht die Möglichkeit für die Betreuer – wenn ‚es mal später wird‘ oder der Verkehr zu stark ist – hier zu übernachten. Selbstverständlich können wir das nur solange anbieten, bis alle Zimmer vergeben sind .Das ist den Mitarbeitern auch deutlich kommuniziert worden.“

Gemeinsame Aussprache und Privates

Wie in den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München üblich, setzen sich alle Bewohner. Einmal in der Woche zusammen, um sich auszutauschen und zu besprechen, ob es im Miteinander oder in der Organisation Handlungsbedarf gibt. Meistens aber sitzt man für ein, zwei Stunden in der gemütlichen Ecke zusammen, pflegt die Gemeinschaft, tauscht sich aus. Jeder der Bewohner hat jederzeit die Möglichkeit, sich in sein Zimmer zurück zu ziehen, und alle verfügen über einen eigenen Fernseher. Privatsphäre ist wichtig. Birgit Fleischmann resümiert, dass sich zwischenzeitlich alle Bewohner im neuen Zuhause wohlfühlen.

Mehr Wohn- und Lebensqualität bei der Lebenshilfe

Johanna Gertz ist seit Januar bei der Lebenshilfe München und arbeitet eng mit René Pfeifer zusammen, er ist als Bereichsleiter Wohnen seit September beim Elternverein. Johanna Gertz unterstützt ihn dabei, ist Beauftragte für das Qualitätsmanagement. Zwei neue Gesichter bei der Lebenshilfe München, die ihr Wissen und besonderen Erfahrungen in den Elternverein einbringen. Damit wird der Modernisierungsprozess, den Geschäftsführer Peter Puhlmann vor fünf Jahren angestoßen hat, immer mehr zu einem Optimierungsprozess der Wohn- und Lebensqualität.

Zum Wohle der Bewohner arbeiten

Mehr Qualität erfordert Konzept und Planung. Johanna Gertz ist die neue QM-Managerin.

Das ist auch das besondere Anliegen von Johanna Gertz. „Ich will, dass die Prozesse schnell und spürbar bei den Bewohnern selbst ankommen. Das muss unser Focus sein.“ Aber auch Johanna muss umdenken, denn zuvor hat sie in einer kleinen Einrichtung, im direkten Kontakt mit schwerst-mehrfachbehinderten Kindern, gearbeitet und da ist jede kleine Handreichung eben eine unmittelbare Hilfe gewesen. Nach ihrem Studium des Gesundheits- und Sozialmanagements aber hat sie sich bewusst für eine größere Einrichtung entschieden. „Jetzt kann ich für 220 Bewohner und 150 Mitarbeiter was erreichen, und das gelingt mit einem kontinuierlich optimierten Qualitätsmanagement.“

EDV als Grundlage des wirtschaftlichen Handelns

Ein Beispiel ist etwa die EDV. Der Bezirk Oberbayern ist Leistungsträger, fordert und verlangt berechtigterweise einen Nachweis über erbrachte Leistungen. Die Lebenshilfe wiederum, also die Betreuer und Einrichtungsleiter und Mitarbeiter, müssen diesen Nachweis erbringen. Was wurde wie, wann und in welcher Zeit geleistet – und der Bezirk prüft, ob es den Vorgaben entspricht.
„In den letzten Jahren wurde intensiv an einer Gesamtlösung für eine EDV basierte Dokumentation gearbeitet. Ziel ist es, Prozesse zu optimieren, sowie mehr Transparenz und Effizienz zu schaffen. Trotz knapper Ressourcen sollen die Bewohner so das Optimum an Assistenz und Betreuung erhalten“, erklärt Johanna Gertz – und damit mehr Wohn- und Lebensqualität.

Die Dokumentation und Erfassung der Prozesse

Und dieser Prozess geht weiter. In verschiedenen Projektgruppen arbeitet die Lebenshilfe aktiv an der Weiterentwicklung des Dokumentationssystems. Zeitgleich werden die schon neu entstandenen Systeme mit Leben gefüllt.
„Neben der Software ‚MICOS‘, welche wir mit ihren verschiedenen Elementen für die Dokumentation im Gruppendienst und auch in der Verwaltung nutzen, arbeiten wir mit dem Dokumentations-Lenkungssystem ‚Roxtra‘. Auf dieser Plattform können Dokumente abgelegt und für alle Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, sowie von den QM Beauftragten überarbeitet werden. Hier finden sie Standards, Konzepte, Anträge und viele weitere Dokumente. Ziel ist es, alle Dokumente auf dieser Plattform darzustellen, und nicht mehr wie bisher auf den Servern. Derzeit arbeiten wir daran die Server aufzuräumen, bestehende Dokumente zu evaluieren und dann über Roxtra zur Verfügung zu stellen.“

Der aktuelle Hilfe- und Personalbedarf

Die EDV-Projektverantwortliche, Sabine Stöckel, erklärt: „Die Dokumentation, Hilfeplanung und Abrechnung in einer integrierten, prozessgesteuerten Softwarelösung erhöht die Transparenz, fördert Synergien und ist damit die Basis für ein jederzeit aktuelles Controlling. So wird etwa durch eine professionelle Förderplanung nicht nur die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Betreuung und Förderung geschaffen, sondern darüber hinaus, lässt sich daraus der tatsächliche Hilfebedarf und somit der Personalbedarf abbilden. Diese Dokumentation dient letztendlich als Basis der Refinanzierung durch die Kostenträger.“

Qualitätsmanagement zeitgemäß und mit System

Und doch sieht Johanna Gertz hier noch Potential. „In der Vergangenheit gab es umfassende Ausarbeitungen zum Qualitätsmanagementsystem, welche in Form der Checkliste und des LEWO gelebt wurden. Allerdings ist es schwierig diese dicken Handbücher immer auf aktuellstem Stand zu halten. Zudem habe ich Kontakt zum Herausgeber von LEWO aufgenommen, und erfahren, dass es nach der aktuellsten Version von 2002 keine weitere Ausarbeitung geben wird. Daher stehen wir vor der Herausforderung das bestehende System zu evaluieren, langfristige Ziele zu setzen und die guten Elemente herauszufiltern. Wir überarbeiten dann und nehmen sie in das neue System auf. Die veralteten Dokumente lassen wir hinter uns bzw. archivieren sie.“

Die Lebenshilfe München sieht die Zukunft in einer digitalen, zeitgemäß flexiblen und transparenten Dokumentation, welche sich in den erwähnten Programmen abbilden werden. Bestätigt sieht sich die Lebenshilfe durch die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015, welche die Erstellung von einem QM-Handbuch nicht mehr explizit fordert. „Mein Ziel ist es, dass die Mitarbeiter auf einfachem Weg an die Informationen und Dokumente gelangen die sie benötigen, um ihre Arbeit optimal durchführen zu können. Die Bewohner sollen die bestmögliche Qualität erhalten.“

Die Verantwortung ist zurück in die Gruppe

Ein weiterer Baustein in dem dynamischen Modernisierungsprozess der Lebenshilfe München ist die aktuelle Einsetzung der Gruppenleiter. „Damit ist die Verantwortung direkt in der Gruppe oder der kleinen Wohneinheit. Das ist wichtig, denn nur Betreuer die täglich vor Ort sind, nehmen Konfliktpotential wahr oder sind direkt ansprechbar wenn es die Situation erfordert.“ Aktuell sind die neuen Gruppenleiter der Lebenshilfe München auf Schulung. Auch das ist Ausdruck der neuen Dynamik bei der Lebenshilfe München. Als wichtigsten Schlüssel sieht sie dabei die Kommunikation. „Nur wenn sie offen und durchlässig ist, werden wir in unserer Arbeit erfolgreich sein. So gesehen ist ‚mehr Qualität‘ die Aufgabe und Anspruch an alle Beteiligten.“ Johanna Gertz will weitere Impulse setzen, doch noch ist sie dabei sich einen Überblick der Maßnahmen und Einrichtungen zu verschaffen. Es ist eine Herausforderung, die Beziehung zu Einrichtungsleitungen, Gruppenleitung, Betreuern, Eltern, Bewohnern und die Kommunikation nach innen zur Geschäftsleitung und den Kollegen zu bewältigen.

Wir wünschen der jungen Bachelor des Gesundheits- und Sozialmanagements weiterhin viel Erfolg und werden sie weiter bei ihrer Arbeit begleiten.

Hier der Link zum Projekt „Unternehmensweite Softwarelösung“:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/09/26/lebenshilfe-muenchen-profiliert-sich-als-modernes-sozialunternehmen/

Der „Pädagogische Fachdienst“ der Lebenshilfe:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/06/19/der-paedagogische-fachdienst-wohnen-der-lebenshilfe-muenchen-unterstuetzt-alle-wohneinrichtungen/

Spenden für gezielte Förderung und Betreuung

Das Lebenshilfe Spendenheft nennt viele Anliegen

Viele Dinge sind geregelt in unserem Leben, auch in unserer Gesellschaft. So erfahren Menschen mit Behinderung auf breiter Ebene Unterstützung und die Lebenshilfe München ist dabei ein fester und wichtiger Begleiter für sie. Förderung fängt dabei schon sehr früh an, etwa bei einer Frühgeburt (Frühchen) durch die interdisziplinäre Frühförderung, während der Kindheit (HPT) über den Beruf (Werkstätten) bis hin zum Eintritt in das Rentenalter (TENE). Kurzum: die Lebenshilfe begleitet viele Menschen ein Leben lang, in Freizeit, Schule und Beruf.

Zwei Säulen: Ehrenamt und Spenden

In München betreibt der Elternverein darüber hinaus noch elf Wohneinrichtungen. Überall ist die Förderung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung wichtigstes Ziel. Für ihre Arbeit ist die Lebenshilfe auf Unterstützung angewiesen, was viele Ehrenamtliche leisten, aber auch viele Spender des gemeinnützigen Vereins.

Ein eigenes Heft zeigt viele Bedarfe

Spendengelder sollen dabei nicht anonym ‚in irgendwelche Budgets verschwinden‘, sondern konkret und projektbezogen helfen. So hat die Lebenshilfe ein eigenes Heft aufgelegt, in dem viele große und kleine Wünsche (Bedarfe) aufgeführt sind, wo Unterstützung nötig ist. Ob es um die Förderung durch Therapeutisches Reiten, um Kunst- oder Musiktherapie oder um Urlaubs- und Freizeitangebote geht, viele Menschen mit Behinderung ist es nicht möglich dafür 60 oder 100 Euro aufzubringen. Der Lebenshilfe selbst stehen ‚für solche Initiativ-Programme‘ keine Gelder zur Verfügung. Hilfe und Unterstützung sind nötig. Das gilt für Wii-Sportkonsolen ebenso wie Hochbeete, ein Kleintiergehege oder Kostüme für ‚künstlerische Auftritte‘.

Viele Leistungen haben kein eigenes Budget

Die Einrichtungen selbst, von den fünf Frühförderungen in Stadt und Landkreis München, über Schule und HPT (Heilpädagogische Tagesstätten) bis hin zur OBA (Offene Behindertenarbeit) und den Wohnstätten sind viele Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände nötig. Etwa neue Küchen, die täglich und über Jahre einer intensiven Nutzung unterliegen, therapeutisches Material, Gartenmöbel oder die bauliche Schaffung von Barrierefreiheit. Dafür gibt es keine Budgets oder Fördermittel. Das muss der Elternverein selbst ’schultern‘.

Wege für schnelle Hilfen finden

Ganz neue Herausforderungen bringt etwa die Betreuung von Flüchtlingskindern mit sich. „Bürokratische Gründe lassen eine Genehmigung (einer Förderung) aber meist erst nach vier bis sechs Monaten zu – ein sehr langer Zeitraum im Leben eines Kleinkindes“, heißt es in dem Spendenheft der Lebenshilfe München. Aber auch die Dienste von Dolmetschern werden gebraucht oder Smartphones für die Mitarbeiter der Interdisziplinären Frühförderstellen, die häufig mobil und in ganz München unterwegs sind.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich für die Lebenshilfe München zu engagieren. Ob als Mitglied des Vereins, im Ehrenamt oder als Spender. Falls Sie Fragen zu den Spenden haben, wenden Sie sich bitte an den Spendenservice:

Mitglieder- und Spenderservice:
St.-Quirin-Straße 13a / 81549 München / Tel. 089-69347-109
oder Email: spenden@lebenshilfe-muenchen.de

Auch auf der Homepage der Lebenshilfe München
finden Sie umfassende Informationen über das Spenden:

http://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/

Natürlich können Sie uns auch wie bisher per Beleg oder Online-Banking eine Spende überweisen.
Bitte verwenden Sie dafür die folgenden Angaben:

Lebenshilfe München
Spendenkonto
HypoVereinsbank München
IBAN: DE 90 700 202 705 800 557 005
SWIFT-BIC: HYVEDEMMXXX

Lebenshilfe: Manche Forderungen sind immer aktuell

Kleine Impulse – dritte Folge

Die letzten Wochen haben wir in Deutschland beim Ringen um die Bildung einer neuen großen Koalition viel über Politik gehört und gelesen. Nahezu alle Bereiche wurden diskutiert und doch bleiben einige Dinge unverrückbar. Etwa wenn es um Forderungen der UN-Behindertenkonvention geht, also um verbürgte Rechte für Menschen mit Behinderung.

In der dritten Folge unserer kleinen Serie zum neuen Münchner Familienbericht beleuchten wir das ‚Recht auf Bildung bzw. auf Arbeit und Beschäftigung‘. Hier leisten die Lebenshilfe-Werkstätten zwar hervorragende Arbeit, doch Menschen mit Behinderung auf den ‚Ersten Arbeitsmarkt‘ zu beschäftigen ist unverändert schwer. Den Link zum Münchner Familienbericht finden Sie am Ende des Beitrages.

„Ich stehe immer unter Strom“

Zunächst beleuchtet die Erhebung die Situation der Eltern bis zum Abschluss der Schule. Schon hier sei es schwierig das eigene berufliche Fortkommen und einem erhöhten Betreuungsbedarf des Kindes gerecht zu werden. Eine Mutter erinnert sich an diese Zeit als ‚immer unter Strom stehend‘:

„Es durfte kein Stau sein, denn sonst hatte ich ein Problem. Wo gibt der Taxifahrer dann meine Tochter ab? Ich war also permanent im Stress. Ich musste morgens gucken, dass ich vor der Bahn über die Gleise komme, sonst hätte ich wieder zehn Minuten verloren und … es musste halt immer alles ‚wie am Schnürchen‘ laufen.“

Schwerer Übergang von Schule in den Beruf

Den Übergang in das Arbeits- und Berufsleben bezeichnet der Münchner Familienberich „als oft schwierig und langwierig.“ Es fehle allein schon an Informationen und praktischer Unterstützung, z.B. bei der Suche nach Praktikumsplätzen für einen jungen Menschen mit Förderbedarf. Betroffene fallen im Grenzbereich zwischen Lern- und geistiger Behinderung durch das Raster. Dabei gestalte sich die Unterstützung diesbezüglich durch den Integrationsfachdienst der Agentur für Arbeit als schwierig, meint ein betroffener Vater.

Inklusive Wege für den I. Arbeitsmarkt

Auf Seite 84 des Berichts heißt es: Jugendliche und junge Erwachsene –mit und ohne Behinderung – in Ausbildung, Studium und Beschäftigung zu bringen, und ihnen damit die aktive Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft zu ermöglichen, ist ein vordringliches gesellschaftliches sowie sozial- und wirtschaftspolitisches Ziel der Landeshauptstadt München. Ein Stichwort dabei ist: „b-wege – Inklusiv ausgerichtete Wege in den 1. Arbeitsmarkt.“

Ein eigenes Jahr der Vorbereitung

Wo immer möglich, soll bei b-wege künftig auch Jugendlichen mit Behinderungen anstatt der Laufbahn im zielgruppenspezifischen Werkstättenbereich ein Zugang zum ersten Arbeitsmarkt geöffnet oder der Besuch der Berufsschule (duale Ausbildung), eines Berufsvorbereitungsjahres oder einer weiterführenden Schule ermöglicht werden. b-wege ist Teil der im Juni 2015 vom Stadtrat beschlossenen Angebotsbündelung „JIBB – Junge Menschen in Bildung und Beruf“.

Lieber zahlen als sich zu engagieren?

Eigentlich ist die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für Unternehmen ab 20 Beschäftigten keine freiwillige Sache. Sie sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schwerbehinderung zu beschäftigen. Viele Unternehmer aber nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr und zahlen lieber eine Ausgleichsabgabe – und so gib es ganz einfach ‚zu wenig Jobs‘ für Menschen mit Behinderung. Dabei ist die Situation für Menschen mit geistiger Behinderung nochmals erschwert.

Die Familien haben ein hohes Armutsrisiko

Der Münchner Familienbericht beleuchtet auch das Armutsrisiko der Haushalte von Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung und kommt zu dem Schluss: esliegt mehr als doppelt so hoch als bei Münchner Haushalten im Allgemeinen. Der erhöhte Aufwand in der Pflege von Menschen mit Schwerbehinderung führt bei 57 Prozent zu einer Verkürzung der Arbeitszeit, 36 Prozent haben sogar ganz zu arbeiten aufgehört, für 63 Prozent ist es schwer zuverlässige Pflege zu finden, für 66 Prozent sind Fahrten zu Ärzten, Therapeuten oder ins Krankenhaus eine hohe Belastung und ganze 43 Prozent haben kaum mehr Zeit für sich oder andere Familienangehörige.
(Quelle: Münchner Familienbericht auf Seite 92)

Mehr und eine bessere Förderung

Die Autoren der Studie sehen in dem Übergang von der Schule in das Berufsleben einen kritischen Punkt und fordern hier mehr Begleitung und Unterstützung. Eine zentrale Rolle spiele auch die Öffentlichkeitsarbeit. Potentielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber müssen informiert und unterstützt werden, um Berührungsängste abzubauen. Sie müssen Kompetenzen bei der Beschäftigung von Jugendlichen mit Behinderungen entwickeln und Kooperationspartner aktiv einbinden.

Das sind nur einige Empfehlungen bei denen der Münchner Familienbericht Handlungsbedarf sieht. Weitere Schwerpunkte sind die Themen Bildung, Freizeit, Gesundheit sowie die Stärkung der Familien und Information und Begleitung.

Hier geht’s zum Münchner Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht

Hier geht’s zu unserem ersten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/15/wer-ist-behindert/

Hier geht’s zu unserem zweiten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/25/leben-und-wohnen-gehoeren-zusammen/

Knappe Ressourcen und gutes Wirtschaften

Eine knappe Ressource inmitten des wirtschaftlichen Aufschwungs sind gut ausgebildete Mitarbeiter. Das gilt vor allem auch im sozialen Bereich, wie etwa bei der Lebenshilfe München. Ein großer und wichtiger Bereich des Elternvereins ist die gemeinnützige Wohnen GmbH, die verteilt auf elf Standorte in Stadt und Landkreis München Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit psychischer Beeinträchtigung ein Zuhause gibt.

Die Leitung der Lebenshilfe Wohnen GmbH auf Klausurtagung

Immer stärker wird der Bereich des Forderns und Förderns auf den Weg hin zu mehr Selbständigkeit der Bewohner, hin zu offenen Wohnformen oder zu einem ambulant begleiteten Wohnen. So sind die einzelnen Einrichtungen je nach Größe und Zuschnitt ganz unterschiedlich geprägt. Selbst der Neubau und die Modernisierung einiger Wohnhäuser steht an. Das verlangt den betroffenen Bewohnern einiges ab, anderseits aber auch den Betreuern und der Organisation der Lebenshilfe München.

Was zeichnet eine Führungskraft aus?

So haben sich jetzt die Leiter der Wohneinrichtungen und die Geschäftsleitung zusammengesetzt, um über Möglichkeiten der Verbesserung nachzudenken und sich auszutauschen. Eines der großen Themen war etwa, welche Anforderungen, welches Profil man für die Besetzung von leitenden Positionen sucht und wünscht. Was ist nötig und was hilft in der täglichen Arbeit, wenn Mann/Frau sich 100 großen und kleinen Anliegen und Aufgaben zu stellen haben, was zeichnet eine Führungskraft aus? Geschäftsführer Peter Puhlmann setzte bereits vor drei Jahren neue Verantwortlichkeiten, so dass es heute für die verschiedenen Geschäftsfelder der Lebenshilfe München je einen Bereichsleiter gibt. Für den Bereich Wohnen ist dies seit einem halben Jahr René Pfeifer, als Nachfolger von Christian Kerler.

Delegieren und Verantwortlichkeiten schaffen

René Pfeifer ist bereits seit 2016 als Seminarleiter für die Lebenshilfe München aktiv und er kennt die Einrichtungen und ihre speziellen Herausforderungen aus vielen Gesprächen. „Bei einer kleinen Einrichtung mit zehn Bewohner ist alles noch gut überschaubar. Doch bei größeren Einheiten mit 20 bis 40 Bewohnern und mehreren Gruppen wird es komplexer. Das heißt in der Praxis, wenn alles auf dem Schreibtisch des Einrichtungsleiters landet, er oder sie letztlich alles selbst entscheiden müssen, dann führt das relativ schnell zu einer Überforderung. Darunter leidet das Arbeitsklima und letztlich die Betreuungsqualität.

Mehr Zeit für Kernaufgaben finden

Was also tun, um solche Situationen nicht entstehen zu lassen? Zumal die kleineren Häuser zu eigenen ‚Einrichtungen‘  zusammengefasst wurden. Die einzelnen Häuser sind somit als Wohngruppen im klassischen Sinne zu sehen. Die Besonderheit ist, dass diese räumlich nicht am gleichen Standort sind. So sind die Einrichtungen der Wohnen GmbH in München unter West, Süd und Mitte zusammengefasst. „Die Lösung liegt in der Schaffung von Strukturen und Verantwortlichkeiten“, erklärt Peter Puhlmann. Aktuell werden für alle Wohngruppen der Lebenshilfe-Wohnen GmbH in München eigene Gruppenleiter geschult und benannt. „Sie sollen dann innerhalb ihrer Wohngruppe die Entscheidungskompetenz haben. Damit landet nicht alles beim Einrichtungsleiter und dieser hat mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben.

Die Leitung der Einrichtungen

Die Einrichtungsleitung ist für die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften verantwortlich, die mit der Leitung der Einrichtung verbunden sind. Dazu zählen etwa das Gesetzes zur Regelung der Pflege-, Betreuungs- und Wohnqualität (PfleWoqG) sowie behördliche Auflagen. Ziel der Stelle ist es, gemeinsam mit der Geschäftsführung, der Bereichsleitung und dem Qualitätsmanagement die respektvolle und selbstbestimmte Betreuung, Assistenz und Förderung der Bewohner der Lebenshilfe München umzusetzen. Wesentliche Aspekte und Bereiche davon sind im Konzept und im Leitbild der Lebenshilfe festgelegt. Eine optimale Umsetzung der qualitätsorientierten Vorgaben liegt in der Eigenverantwortlichkeit der Einrichtungsleitung.

Ziel der Bemühungen ist die Förderung und Wahrung der Lebenszufriedenheit der Klienten, der Menschen mit geistiger Behinderung. Einrichtungsleiter sind echte Multitalente, bei denen alle Fäden zusammenlaufen – aus Verwaltung, Pflege, Hauswirtschaft und Haustechnik. Ein Einrichtungsleiter ist quasi der Manager des Wohnheims, dessen oberstes Ziel das Wohlergehen seiner Bewohner und Mitarbeiter ist und ebenso repräsentiert er die Einrichtung ’nach außen‘.

Menschen im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu

Letztlich passt sich dieser Erneuerungsprozess der Lebenshilfe Wohnen GmbH den geänderten Anforderungen des Marktes an. Ob es der Arbeitsmarkt mit knappen Ressourcen an Fachkräften ist, oder neue gesetzliche Bestimmungen, wie etwa des Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG), das Bundesteilhabegesetz oder das Pflegestärkungsgesetz. Einerseits soll Menschen mit geistiger Behinderung ein Zuhause geboten werden, anderseits sollen sie an eine möglichst freie und selbständige Lebensweise herangeführt werden. Somit müssen entwicklungsfördernde Strukturen (fachlich, organisatorisch und personell) in den Einrichtungen geschaffen werden.

„Lassen wir uns positiv überraschen“

Doch das Leben steckt voller Überraschungen. So erzählte eine langjährige Leiterin einer Wohneinrichtung, dass sie auch nach 20 Jahren in diesem Beruf und dieser Position immer wieder überrascht wird. „Erst vor wenigen Wochen erlebte ich, wie selbst ein älterer Bewohner unserer Einrichtung sich ganz neuen Aufgaben stellte. Er bewältigte sie und es gab ihm ein ganz neues Selbstwertgefühl. Wir dürfen Menschen mit geistiger Behinderung ruhig was zutrauen, sie ermutigen. Häufig werden wir dabei positiv überrascht.“

Eine andere Leiterin erzählte vom ausgeprägten ‚Beschützerinstinkt‘ mancher Eltern. „Sie möchten ‚ihr Kind‘, das längst schon erwachsen ist, vor herausfordernden Situationen beschützen. Doch häufig helfen uns gerade solche Momente zu wachsen, unser Selbst zu stärken. Hier hilft der Blick von geschulten Pädagogen und gemeinsam mit den Eltern und Betreuern kann viel erreicht werden.“

Die Klausur als Zukunftswerkstatt

Ziel des Klausurtages war deshalb die Rolle und Führungsverantwortlichkeit der Einrichtungsleiter (neu) zu definieren und im Rahmen einer Zukunftswerkstatt für die gesamte Wohnen GmbH – ausgehend von den Bedarfen und Anforderungen an moderne Einrichtungen der Behindertenhilfe – festzulegen. Im Rahmen der Klausur der Führungskräfte der Wohnen GmbH der Lebenshilfe München wurden somit die Weichen für eine nachhaltige und fachlich moderne Ausrichtung der Einrichtungen gestellt.

Gutachten für 221.500 Menschen

Vor eine Herkulesaufgabe war der MDK Bayern (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) 2017 gestellt. Der hat die Versicherten neu einstufen müssen. Seit Jahresbeginn 2017 haben die Pflegefachkräfte des MDK Bayern über 221.521 Menschen nach dem neuen Pflege-Bedürftigkeits-Begriff begutachtet. Davon haben rund 63 Prozent, also über 140.019 Versicherte, erstmals Pflegeleistungen beantragt. Das bewertete Reiner Kasperbauer, Geschäftsführer des MDK Bayern, als großen Erfolg.

Mehr Versicherte beantragen Leistungen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der eingegangenen Anträge auf Pflegeleistungen deutlich gestiegen, erläutert Reiner Kasperbauer weiter: „Im Zeitraum Januar bis Dezember 2017 haben wir gegenüber dem Vorjahreszeitraum 8,6 Prozent mehr Anträge erhalten. Dies führen wir nicht zuletzt auf die Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes zurück, nach dem nun mehr Versicherte ein Anrecht auf Pflegeleistungen erhalten.“

85 Prozent mit Pflegegrad

In mehr als 85,8 Prozent der Fälle haben die Gutachter des MDK Bayern einen der fünf neuen Pflegegrade empfohlen. Etwa 40.472 (18,3 Prozent) der Pflegebedürftigen haben den neuen Pflegegrad 1 erhalten und haben somit unter anderem Anspruch auf Beratungsbesuche, Zuschüsse zu Pflegehilfsmitteln oder eine altersgerechte Wohnraumanpassung. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) ist der unabhängige sozialmedizinische und pflegefachliche Beratungs- und Begutachtungsdienst von über 10,4 Mio. gesetzlich kranken- und pflegeversicherten Bürgern in Bayern.

Benefiz der Stiftung Lebenshilfe München mit Christian Ude

Dr. Gertraud Burkert (links) erinnerte an viele gemeinsame Projekte mit Christian Ude. Bürgermeister Thomas Loderer begrüßte die Gäste und die Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, informierte über neue Projekte. Fotos: Gerd Spranger

(gsp) Altlandrätin und Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Johanna Rumschöttel, stellte den Verein und seine Struktur vor. MdL Barbara Stamm steht an der Spitze der Lebenshilfe Bayern und MdB Ulla Schmidt in Berlin bei der Lebenshilfe Deutschland. Dennoch, so Johanna Rumschöttel, sind die einzelnen Lebenshilfe Vereine dezentral organisiert. Ein Umstand, der auch Altoberbürgermeister Christian Ude zusagt, denn „die Hilfe kommt so auch direkt dort an, wo sie gebraucht wird und versickert nicht in irgendwelchen Strukturen.“

Allein der Ehrentitel eines Altoberbürgermeisters, der auch prominent auf der Homepage des Politikers zu finden ist, bereitet einen wachen Geist wie Christian Ude schon Probleme. „Es klingt ein wenig wie Alteisen.“ Und das trifft auf Christian Ude natürlich keinesfalls zu, denkt man doch eher an einen dynamischen 50jährigen, der mit viel Witz ein großes Publikum unterhält, ohne dabei auch nur ansatzweise Müdigkeit oder Langeweile aufkommen zu lassen.

Der Entertainer Christian Ude in Aktion

Johanna Rumschöttel nutzt die Stunde, um kurz auf die aktuelle Situation von Menschen mit Behinderung einzugehen und neue Projekte der Lebenshilfe München vorzustellen. Dabei ist für den Landkreis München ein Neubau in Putzbrunn geplant. Neben der Lebenshilfe Werkstatt und zwei Wohneinrichtungen wird mit Putzbrunn III ein weiteres Wohngebäude entstehen. „Vor allem unseren älteren Bewohnern bieten wir hier ein Zuhause und eine Alltags-Struktur an. Ebenso wird ein großes Streichelzoo angegliedert werden“, informiert die Vorsitzende. Weitere kleine Projekte der Lebenshilfe München sind aktuell in einem neu aufgelegten Heft zu finden.

Christian Ude viel im Landkreis München unterwegs

Zu dem Abend mit den ‚Geständnissen‘ eines Oberbürgermeisters hatte die Stiftung der Lebenshilfe München nach Ottobrunn ins Wolf-Ferrari-Haus geladen. Und Christian Ude, der mit Vorträgen und kabarettistischen Lesungen in ganz Deutschland unterwegs ist, machte sein Engagement im Landkreis München deutlich, auch wenn er selbst nach über 20 Jahren als Oberbürgermeister noch seine Herausforderungen mit den S-Bahn-Plänen hat. „Es ist nämlich völlig in Ordnung, auf die Minute pünktlich oder auch etwas später zu kommen“, meint er. Wirklich problematisch werde es hingegen, wenn der Redner oder Ehrengast 20 Minuten zu früh erscheint, und das habe Bayern erstmals und nachdrücklich mit Horst Seehofer erlebt.

Von links: Johanna Rumschöttel, Christian Ude, Thomas Loderer, Dr. Gertraud Burkert, Peter Puhlmann und Maximilian Riedel, ein fleißiger Helfer der Lebenshilfe.

Eigentlich sei er ja keinesfalls ein Kabarettist, viel mehr ein Geschichtenerzähler, grenzt Ude ein. Und Geschichten hat er an diesem Abend viele bereit, ohne dabei aus seinem Buch zu lesen. Ude erzählt stegreif, frei raus, aus der Fülle des Erlebten. Im Leben und im Alter mache er dabei auch nicht den Fehler wie viele andere, die beim Skifahren Leib und Leben riskierten. Nein, altersgerechter Sport sei Baden im heißen Thermalwasser, allenfalls noch mit einem Senioren-Wettschwimmen, für das er noch einige wertvolle Tipps zu geben wusste. Am Besten sei es dabei allerdings, seinen Konkurrenten nichts von dem Wettschwimmen zu verraten, denn es gäbe unter ihnen ja immer solche Ehrgeizlinge, weiß Christian Ude.

Auf Wolfsjagd in der Türkei

Dass ein Oberbürgermeister, zumindest während seiner Studienzeit, nicht immer von reiner Vernunft geleitet sei, verdeutlichte er mit einer anderen Geschichte. Gemeinsam mit seinen studentischen WG-Mitbewohnern in Schwabing und eines Redakteurs der Süddeutschen Zeitung machten sie sich auf den Weg nach Südostanatolien zur gemeinsam Wolfsjagd. Den wollten sie dann mittels gestochen scharfer Fotos ‚zur Strecke bringen‘, um ihn auf einem Magazin-Cover zu verewigen. Die Reise bis ins letzte und höchst gelegene Dorf, unweit der syrischen Grenze, war ein einziges Desaster, was für die jungen Studenten weiter nicht schlimm war. Geblieben sind die geknüpften menschlichen Bande, denn in München gibt es seit den 60er-Jahren eine starke türkische Community und die Familie Ude hat die Kontakte über all die Jahrzehnte hinweg gepflegt. Seit dem Jahr 1972 ist ein Geschenkkorb mit türkischen Spezialitäten zu Weihnachten ebenso obligatorisch, wie die Bescherung an Heilig Abend. Aus dieser Zeit stammt auch der Kontakt zu dem jungen Ali Kilitsch, der damals in München studierte, lebte und arbeitete und heute Bezirksbürgermeister des Istanbuler Stadtteils Maltepe ist.

Auch viele Mitarbeiter der Lebenshilfe München waren vor Ort, um über die Arbeit und Struktur des Vereins und seiner Einrichtungen zu informieren.

Der Humor ist immer dabei, wenn Christian Ude erzählt. Die Politik bleibt dabei meist außen vor, ist allenfalls Kulisse vor der die Handlungen spielen. Etwa die einer Frau, die ihn nach einer Veranstaltung bei den Schrebergärten auf ihren Brief hin ansprach, in dem es offenbar um Schulpolitik ging, wie sie in wenigen Worten deutlich machte. „Um Gottes Willen“, dachte sich Ude, „glaubt die etwa, ich bekomme sonst keine Briefe von besorgten Bürgern auf den Schreibtisch?“

Der Brief einer Bürgerin

Im nächsten Atemzug aber bedankte sich jene Dame gleich für die umfassende Antwort und das Engagement von Ude, es sei ja schließlich nicht selbstverständlich, dass sich ein Oberbürgermeister gleich solch einer Sache annehme. Ude, inzwischen sprachlos, hatte immer noch keinerlei Ahnung von welchem Schulprojekt jene Dame gerade redete und beschimpfte innerlich jenen unbekannten Mitarbeiter, der wohl in seinem Namen der Frau geantwortet haben müsse – freilich mit der Unterschrift des Oberbürgermeisters.

Harry Zipf (Offene Dienste) hilft Maximilian Riedel (l.), der die HPT der Lebenshilfe in Unterhaching besucht und bei der OBA angebunden ist, und Stefan Schuler, der in Putzbrunn I wohnt, das große Plakat aufzurollen.

„Im Herbst ist ja glücklicherweise Baubeginn“, sagte die Dame, schüttelte Ude die Hand und ging weiter. Solche und andere Geschichten sind es, die in Erinnerung bleiben, das ‚ganz normale Zwischenmenschliche‘. Etwa auch jene Begegnung mit einem Jungen in Äthiopien, wo Ude für die Stiftung von Karl-Heinz Böhm (Menschen für Menschen) tätig war. Der Junge erzählte seinem Dorfältesten ganz erstaunt von seinem Gespräch mit dem deutschen Gast: „Die haben nicht einmal Pferde zuhause, müssen mit den Katzen schlafen und die Frauen bekommen meistens Zwillinge als Kinder.“ In bester Erinnerung behält der Altoberbürgermeister auch seinen Erfolg in dem einzigen kirchenrechtlichen Fall, den er als Rechtsanwalt je vertreten habe. Das besondere dabei war, dass sich Ude speziell mit dem Kirchenrecht niemals befasst hatte, auch während seines Studiums nicht.

Münchner Pfarrer sucht Hilfe bei Ude

Ein zu jener Zeit prominenter Pfarrer, der sich als Tierschützer einen Namen machte und auch in der Münchner Schickeria gut bekannt war, kam in die Kanzlei, duzte den jungen Rechtsanwalt gleich und verlangte von ihm ein Schreiben an den Kirchenrat. Die Begründung war dabei nicht so sehr die juristische Qualifikation, als viel mehr die Parteizugehörigkeit. „Ude, du musst das für mich schreiben“, so der Pfarrer. „Dich als ‚rote Socke‘ werden sie scheuen und deshalb bist Du genau der Richtige.“ Der Plan des Pfarrers ging auf, das schwebende Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.

Mit diesen und noch vielen anderen Geschichten und Geständnissen aus dem Leben eines Oberbürgermeisters unterhielt Christian Ude das Publikum in dem mit 250 Personen fast voll besetzten Saal des Wolf-Ferrari-Hauses in Ottobrunn. Mit Geschichten aus seiner Kindheit, vor allem über den energischen Einsatz seiner Mutter, beendete Ude den Abend. Dabei wurde es noch einmal richtig ergreifend, als Ude, selbst zu Tränen gerührt, von der Verabschiedung seiner Mutter erzählte, in der sie ihm noch die Angst vor dem Tod nehmen wollte.

Auch die SZ berichtet:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/ottobrunn-oeha-der-ude-vor-der-stadt

Christian Ude zu Besuch bei Ali Kilitsch:
https://www.youtube.com/watch

Ude gestaltet Abend für die Lebenshilfe

Rechts im Bild Christian Ude und Dr. Gertraud Burkert. Zwei, die sich sehr gut kennen, von 1993 bis 2005 standen sie gemeinsam an der Spitze der Münchner Stadtpolitik. Christian Ude als Oberbürgermeister (bis 2014) und Dr. Gertraud Burkert als zweite Bürgermeisterin. Dr. Gertraud Burkert engagiert sich seit vielen Jahren im Kuratorium der Lebenshilfe München. Foto: Gerd Spranger

Christian Ude, bis 2014 Oberbürgermeister von München, gestaltete am Freitag einen Kabarettabend für die Lebenshilfe München. Eingeladen hatte dazu die Stiftung der Lebenshilfe München und der gesamte Erlös kommt Menschen mit geistiger Behinderung zugute. Ude selbst legt Wert darauf, kein Kabarettist zu sein. „Ich erzähle Geschichten, bin ein Geschichtenerzähler“, erklärt er. Und das macht er gut, unterhielt im vollbesetzten Saal des Wolf Ferrari Haus in Ottobrunn zweit Stunden lang plus Zugabe ein begeistertes Publikum.

Lesen Sie demnächst mehr Geschichten von Christian Ude unter dem Motto „Öha! und andere Geschichten aus dem Leben eines Oberbürgermeisters-

Leben und Wohnen gehören zusammen

Kleine IMPULSE 2. von drei Folgen / Kleine IMPULSE 2

Das direkte Wohnumfeld tägt viel zur Lebensqualität bei

München zählt zu den lebenswertesten Städten in Deutschland und Europa. Nahe den Alpen, links und rechts der Isar mit großen Freiflächen und Parks, sowie die City selbst mit ihren Flaniermeilen prägen das Lebensgefühl, das speziell bayerische Lebensgefühl. München ist aber auch hart umkämpft wenn es um den Wohnungsmarkt und die Mietpreise geht. Kaum erschwinglich und immer teuer, wie viele Münchner aus eigener leidvollen Erfahrung heraus wissen.

Leben und wohnen gehören zusammen und speziell für Menschen mit Behinderung ergeben sich damit noch ganz andere Herausforderungen. Auch das wird in dem neuen Münchner Familienbericht deutlich, aus dem wir in loser Folge berichten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.

Der ‚Wohnraum‘ – unser engstes, privates, häusliches Umfeld – gestaltet sich je nach Wohnsituation sehr unterschiedlich. Gewünscht ist immer ein Höchstmaß an Freiheit und Unabhängigkeit. Dass es bis dorthin ein weiter Weg sein kann, erfahren junge Menschen mit und ohne Behinderung immer wieder. Für Menschen mit Behinderung ist dabei wichtig, in eine Gemeinschaft mit eingebunden zu sein.

„In der Stadt ein Haus wie ein Dorf“

Eine betroffene Mutter drückte es so aus: „Was ich mir am allermeisten wünsche, wäre, in der Stadt ein Haus wie ein kleines Dorf zu haben. Ein Haus, in dem auch andere Familien wie wir wohnen. Wo man weiß, da regt sich keiner auf, wenn morgens um sechs schon mit Töpfen geschlagen wird. Und wo man sich gegenseitig unterstützt.“ Darüber hinaus ist auch das direkte Umfeld von Bedeutung. Gibt es Geschäfte ‚um die Ecke‘, Ärzte, Apotheken, U- und S-Bahn? Für Menschen mit geistiger Behinderung wichtige Voraussetzungen ‚um zurecht zu kommen‘.

Ambulant als Alternative zu stationären Einrichtungen

Immer häufiger, so auch bei der Lebenshilfe München, erfolgt eine Begleitung ambulant. Das heißt, ein Betreuer/ eine Betreuerin kommt zwei- bis dreimal die Woche vorbei, bespricht und kümmert sich um die wichtigen Bedarfe. Sobald jemand auf einen Rollstuhl angewiesen ist, muss bauliche Barrierefreiheit herrschen. „Die Stadt München unterstützt seit mehr als 25 Jahren den Aufbau von Ambulant betreuten Wohngemeinschaften als Alternative zu stationären Einrichtungen“, heißt es.

Ein Mangel an barrierefreiem Wohnraum

„Ein Verzeichnis aller in der Landeshauptstadt München existierenden barrierefreien Wohnungen gibt es nicht, zumal viele in privater Hand und daher nicht erfasst sind“, erläutert der Münchner Familienbericht. Eine Münchner Studie zur Arbeits- und Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen von 2014 belegt den Mangel an barrierefreiem Wohnraum auf dem Münchner Wohnungsmarkt: Darin bezeichnen insgesamt ein Drittel (33 %) aller befragten Personen mit Schwerbehinderung ihre derzeitige Wohnung als nicht ausreichend barrierefrei oder behindertengerecht.

Weiter verbessert werden muss die Barrierefreiheit des öffentlichen Nahverkehrs für Menschen im Rollstuhl – und damit auch für Kinderwägen sowie Nutzerinnen und Nutzern von Rollatoren oder von Gehhilfen. Ebenso fehlen noch öffentliche Wickelräume, kostenfreie Windelmülltonnen und öffentliche Lifter-Boxen. Sie würden das Leben von Familien mit schwerbehinderten Angehörigen jeden Alters erleichtern.

Der Link zum Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht_2016.html

Hier geht es zu unserem ersten IMPULS-Beitrag:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/01/15/wer-ist-behindert/

Florian der Thailandflieger

Unter seinen Freunden trägt er den Spitznamen ‚Der Thailandflieger‘.
Für sie ist eine so weite Flug- und Urlaubsreise etwas ganz Besonderes.
Florian und viele seiner Freunde nämlich sind Menschen mit geistiger Behinderung.
Sie brauchen Unterstützung durch einen Angehörigen oder einen Reisebegleiter.
Bei Florian ist es sein Vater, der ihn seit vielen Jahren mit nach Thailand nimmt.

Dieses Jahr waren sie mit der Eisenbahn, einer kleinen ‚Tschuk-Tschuk‘, unterwegs. Die Züge in Thailand werden von alten Dieselloks gezogen und fahren in einem eher gemächlichen Tempo. Für Florian eine ideale Reiseform, denn er liebt die Eisenbahn. Sein selbst gedrehter Videofilm hat so auch weniger die Landschaft, als den Zug selbst, das Rattern auf den Schienen und sonstige typische Zuggeräusche zum Inhalt. Und Insider schwören; „hier bekommt ihr das wirkliche Thailand geboten.“ Unterwegs steigen ‚fliegende Händler‘ zu und man bekommt allerlei Waren angeboten und gutes Essen.

Die alten Dieselloks lassen die Herzen von Eisenbahnfans höher Schlagen. Der Link zum Foto und viele Reisetipps: www.thailandsun.com/thailand-infos

Für ihn, der in einer Wohngruppe der Lebenshilfe München lebt, sind die zwei Wochen mit seinem Vater ein echter Höhepunkt im Jahr. Zudem sind sie mit einem außergewöhnlichen Urlaub in einem fremden Land mit fremder Kultur verbunden. Florian ist neugierig, nimmt alle Eindrücke mit großem Interesse auf. Bei dem Rückflug kam es diesmal ganz anders. Der Vater von Florian war für den Rückflug nämlich verhindert und die sonst mitfliegende Reisebegleitung war dieses Jahr nicht mit dabei. Für Florian begann damit das große Abenteuer den elfstündigen Rückflug ganz alleine zu bewältigen.

„Für Menschen mit geistiger Behinderung ist es schon eine große Herausforderung, über so eine lange Zeit ganz auf sich alleine gestellt zu sein,“ erklärt die Pädagogin und Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann von der Lebenshilfe München. „Der Flug von einem Kontinent in den anderen dauert ja immerhin 11 Stunden.“

Florian ist neugierig und mag Menschen

Berührungsängste mit anderen Menschen hingegen kennt Florian nicht. Er ist schnell im Gespräch und eher zu vertrauensselig, als von verklemmter Natur. Auch kennt er die langen Flüge schon aus den Vorjahren. Doch ganz allein auf sich gestellt zu fliegen war eine ganz neue Erfahrung für ihn. Seine Freude bei der Ankunft in München war dann auch entsprechend groß, Florian war ganz aufgeregt und auch ein wenig stolz alles geschafft zu haben, als er von seiner Familie abgeholt wurde.

Am Nachmittag ging es dann wieder zurück zu seiner Wohneinrichtung bei der Lebenshilfe München. Hier wartete dann gleich ein nächstes Abenteuer auf ihn. Mehr dazu lesen Sie in unserem nächsten Beitrag.

Übrigens, die OBA der Lebenshilfe München hilft Menschen mit Behinderung bei der Vorbereitung und Durchführung von Reisen. Lesen Sie mehr unter:
www.lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/11/30/mit-der-oba-muenche-auf-reise-gehen/

30 Jahre Wohnheim am Willinger Weg der Lebenshilfe

Erinnerungen einer Zeitzeugin
– von Mathilde Stenner –

Das alte Wohnhaus der Lebenshilfe München am Willinger Weg wird in ein zeitgemäß modernes Zuhause verwandelt

Die Autorin war von ‚der ersten Stunde‘ an dabei, als 1988 in dem neuen Lebenshilfe-Wohnheim am Willinger Weg noch die letzten Handwerker arbeiteten. Als Pädagogin begleitete sie 30 Jahre lang das Wohnheim und seine Bewohner bis hin zum aktuellen Umzug nach Unterschleißheim. Für den Lebenshilfeblog hat sie einen kleinen Bericht geschrieben, ein Abschied-nehmen von dem alten Gebäude.

Kurz vor Weihnachten 2017 erfuhren wir, dass unser Umzug aus dem Wohnheim am 15. Januar 2018 in ein Seniorenheim in Unterschleißheim stattfinden soll. Es liegt für uns alles andere als geografisch günstig und es gab große Aufregung, Unsicherheiten, Ängste der Bewohner, die besänftigt werden mussten.

Bis Silvester lief alles noch ‚fast wie gewohnt‘. Den Jahreswechsel gestalteten wir den Ereignissen entsprechend. Nach einem leckeren Essen beim Italiener versammelten wir uns dieses Mal nicht zu einer üblichen Silvesterparty. Wir wollten einen angemessenen Abschied vorbereiten. In intensiven Gesprächen stellten wir uns vor, was im neuen Jahr auf uns wartet.

Ein Ritual für den Abschied

Wir regten die Bewohner an, über die Erinnerungen im vertrauten Wohnheim zu sprechen – über gute und weniger gute – und was sie sich für die neue Situation wünschen. Alle waren konzentriert bei der Sache und malten eifrig auf, was sie bewegte. Danach verbrannten wir in einem Neujahrsfeuer im Garten alle Blätter in einem feierlichen Ritual und bedankten uns für die vielen Erfahrungen und Erinnerungen in unserem Wohnheim. Noch lange saßen wir danach zusammen und besprachen, was die Bewohner beschäftigte bis alles „rund“ war und alle ein gutes Gefühl hatten.

Von Erinnerungen überwältigt

Hoffnungsvoll begann im neuen Jahr das Packen. Mit jeder Kiste, die wir vollpackten, tauchten mehr und mehr alte Erinnerungen auf durch die vielen wiederentdeckten alten Fotos und gelagerten Gegenstände. Sie riefen die vielen abwechslungsreichen Erlebnisse wach, die das Leben in einem Wohnheim mit sich brachte. So packte ich abwechselnd mit Tränen und dann wieder mit Lachanfällen ein. Da wurde bei mir eine wundersame Zeit wach, von der ich selbst nicht glauben kann, dass es sie gab.

Neuanfang und Aufbruchstimmung

1988, beim Neubezug des alten renovierten Wohnhauses, herrschte eine optimistische Aufbruchsstimmung.

Am 1.1.1988 begann mein Dienst im Wohnheim Willinger Weg. Damals war das Haus noch eine Baustelle. Eine alte sympathische Villa, die komplett um renoviert wurde, mit riesigem Garten. In den ersten Wochen planten wir zwischen Handwerkern und Malkübeln, wie das Konzept in „unserem“ Wohnheim sein sollte, wie wir einrichten und belegen. Neuanfang, Aufbruchstimmung, Freude am Planen, Kreieren von Visionen und Spannung darauf wie das mit den Bewohnern alles so sein würde? Ab 1. Februar zogen nach und nach die ersten Bewohner ein, Menschen mit geistiger Behinderung.

Rückblickend sehe ich, es ist alles passiert, was das Spektrum des Lebens für jeden bereit hält: Euphorie und Motivation, Spaß an der Arbeit mit den behinderten Menschen, Erfolgserlebnisse, Ärgernisse, Komplikationen, Schicksalsschläge, Kriseninterventionen, persönliche Dramen und Katastrophen!

Der Erfolg bestätigte uns

Alle Herausforderungen wurden vom Team mit großem Leistungseinsatz und Liebe zu den Bewohnern gemeistert. Oft vor Ort mit den vielen Problemen allein gelassen ohne Unterstützung von außen. Aber die Erfolgserlebnisse gaben uns die Bestätigung und die Energie für weiteres motiviert und gewappnet zu sein.

Mehr Personal und mehr Stunden

Es war alles so ganz anders. Wir hatten viel mehr Personal und das Stundenkontingent hatten wir fast 100 % für pädagogische Arbeit am Bewohner zur Verfügung. Meist waren wir zu Dritt im Dienst – heute unvorstellbar! Da gab es noch umfangreiches Freizeit- und Förderprogramm am Abend und am Wochenende. Z.B. regelmäßige Besuche von Veranstaltungen in der Stadt, Ausflüge in andere Städte, Spaziergänge, Konzertbesuche, Events im „Western Saloon“, mal schnell einen ungeplanten Biergartenbesuch usw. Wir konnten auch spontan auf aktuelle Ideen eingehen, einen Tag mit dem Bewohner selbstbestimmt und individuell verbringen, um seine Selbständigkeit und sein Selbstwertgefühl zu fördern.

Freizeit und gemeinsames Reisen

Es wurden jährlich Reisen mit den Bewohnern unternommen, Feste im Garten veranstaltet, intensive Kontakte zu Nachbarn, Pfarreien und Vereine wurden gepflegt. Irgendwie habe ich die Assoziation, das könnte gelebte Inklusion gewesen sein? Aber nein, damals kannten wir das Wort noch gar nicht. Es hieß ‚Normalitätsprinzip‘. Unsere Bewohner, Menschen mit geistiger Behinderung, sollten in familienähnlichen Gruppen so normal leben wie andere Menschen auch.

Kürzungen und Vorschriften sind Inklusions-Killer

Heute ist alles – moderner – ! Es gab Umstrukturierungen, Personalkürzungen, Sparmaßnahmen, Dokumentationsprogramme, komplizierte Förderplan-Propramme, die knappe Zeit ist voll durchgeplant mit Dienstvorschriften, Ablaufplänen und „Notwendigkeiten“, die den Raum für spontanes Leben einengen. Wir haben viel gehört über die Wichtigkeit von Inklusion. Leider ist der Wohnheimalltag so stark verplant und durch Personalknappheit und umfangreiche Kürzungen eingeengt, dass es sehr schwer geworden ist, Inklusion umzusetzen. In Zukunft findet qualitativ wertvolle pädagogische Arbeit am Bewohner, mangels eines angemessenen Büros, mit einem Laptop statt, indem im Zimmer der Bewohner die vorgegebenen Parameter direkt dokumentiert werden. Wurden die Bewohner gefragt, ob sie sich so respektvoll und selbstbestimmt betreut fühlen?

Lebenszeit ist mehr als Erinnerungen

Am 13.1.2018 verlasse ich das Haus nach meinem letzten Dienst im alten Wohnheim Willinger Weg mit Wehmut, einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich bin dankbar für die vielen schönen und auch unschönen Erfahrungen und Erlebnisse, die mir das Wohnheim mit den Bewohnern und die Lebenshilfe ermöglicht haben. Ich bin persönlich daran gewachsen und habe viel gelernt.

Abschied ist traurig, aber das lachende Auge sagt mir, es ist schön, dass ich hier meine persönliche Auffassung von pädagogisch wertvoller Arbeit im Sinne des Bewohners eine Zeit lang verwirklichen konnte. Für die Zukunft wünsche ich unseren Bewohnern, dass sie bei allen Veränderungen weiterhin das Gefühl von Zuhause haben, ein gut betreut zu sein erfahren können und ihre Lebenszufriedenheit gewahrt wird.

Mathilde Stenner

Kabarettabend am 26. Januar mit Altoberbürgermeister Christian Ude

Die Stiftung der Lebenhilfe München gewann für ihre Benefizveranstaltung Altoberbürgermeister Christian Ude. Neben seiner Karriere als Politiker erfreut er als Autor und Kabarettist ein großes Publikum. Mit dem Programm

„Öha! und andere Geständnisse aus dem Leben eines Oberbürgermeisters“

unterhält er auf höchstem Niveau auf humorvolle Art. Für ihn passen Politik und Kabarett gut zusammen. Schon früh, im Jahr 1993, als frisch gewählter Oberbürgermeister von München, gab er sein erstes Buch des Titels „Verfrühte Memoiren“ heraus. Es zeigte schon damals das gesunde Eigenverständnis des Christian Ude.

Lassen Sie sich von Humoresken aus dem Leben eines Oberbürgermeisters inspirieren und begeistern.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Altoberbürgermeister Christian Ude, aufgewachsen im Münchner Stadtteil Schwabing und über 20 Jahre Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt München, liest Münchner Geschichten, allesamt unglaublich aber wahr.

Christan Ude, der am 26.10. seinen 70. Geburtstag feierte, beschreibt unverwechselbar sich selbst und seinen politischen Alltag mit Ironie und Selbstironie und unterhält sein Publikum auf kurzweilige und humorvolle Weise.

Dieter Hildebrandt bezeichnete Christan Ude schon zu Amtszeiten „als Deutschlands einzigen Kabarettisten, der nebenbei eine Großstadt regiert“. Man kann darüber streiten, ob er der beste Politiker unter den Kabarettisten oder der beste Kabarettist unter den Politikern ist.

Preis: 25 € pro Karte
Wann: Freitag, 26.01.2018
Wo: Wolf-Ferrari-Haus, Rathausplatz 2, 85521 Ottobrunn
Einlass: 19:00 Uhr / Beginn: 19:30 Uhr

Karten erhalten Sie in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe München oder am Veranstaltungstag im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn. Karten-Reservierungen unter Tel. 089 69347 – 102 oder per E-Mail an: stiftung@lebenshilfe-muenchen.de

Der Reinerlös dieser Benefizveranstaltung geht zu 100% an die Stiftung Lebenshilfe München.

Wer ist behindert?

Kleine IMPULSE 1. von drei Folgen / Kleine IMPULSE

Die Stadt München will ihre Familien fördern und sich gegen die Ausgrenzung von Menschen stellen. Ein weiterer Baustein zum erklärten Willen ist die neue Erhebung „Familienleben mit Handicap“. Sie hat in jahrelangen Studien und Erhebungen die Alltagssituation von Münchner Familien mit Kindern mit Behinderungen beleuchtet und knüpft an einen „Basisfamilienbericht“ aus dem Jahr 2011 an. Konkrete Handlungsanregungen aus der Erhebung sollen als Ausgangspunkt für vertiefende Stadtratsbeschlüsse dienen.

In einer losten Folge nehmen wir einige Themen des Münchner Familienberichts auf und möchten damit Impulse geben. Umfassend informiert die Erhebung „Familienleben mit Handicap“ auf 247 Seiten. Den Link dazu finden Sie am Ende des Beitrages.

Klassische Bilder durchbrechen

Wenn wir von Menschen mit Behinderung sprechen oder hören, denken die Meisten wohl an das klassische Bild einer körperlichen oder geistigen Behinderung. Und diese Behinderung ist meistens angeboren. Dazu kommt eine weitere Gruppe von Personen, die nach einem Unfall bleibend geschädigt sind. Dieses Bild aber ist zu kurz gegriffen, denn zunehmend sind auch Senioren im Alltag eingeschränkt und immer mehr Menschen leiden an psychischen Beeinträchtigungen, die von einer Lernschwäche bis hin zu Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen – die aber nicht als behindert oder schwerbehindert anerkannt sind – reichen.

UN-Konvention ist wegweisend

Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto größer und komplexer wird das Bild. Der Münchner Bericht „Familienleben mit Handicap“ setzt darüber hinaus noch einen ganz anderen Impuls. Er verbindet die Familienfreundlichkeit der Landeshauptstadt München mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) über den Aktionsplan „München wird inklusiv“. Dabei sei die BRK von zentraler Bedeutung, „denn sie verdeutlicht, dass es nicht um Sonderrechte für Menschen mit Behinderungen geht. Sie können nicht zur Diskussion gestellt werden im Sinne von ‚Wie viel Inklusion will sich diese Gesellschaft leisten?“

Behindert werden oder sein?

Ein griffiger Slogen heißt darum, „der Mensch ist nicht behindert, er wird behindert“. Behindert von den Umständen, von dem Lebensumfeld, von äußeren Hürden (Barrierefreiheit) und von Ausgrenzung. 100 kleine und große Dinge des Alltags, wie es Betroffene täglich erleben. Dabei zeigen gerade Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung, wie Menschen über sich hinaus wachsen können, außergewöhnliches leisten.“

Inklusion verlangt nach Investition

So heißt es in der Münchner Studie: „Es ist auch die Schließung einer Förderschule längst noch kein Akt der Inklusion, wenn anschließend die Regelschule den Kindern mit und ohne Behinderungen nicht die Bedingungen für individuell erfolgreiches Lernen bietet. Inklusion heißt nicht, Menschen mit Behinderungen in ein ansonsten gleichbleibendes System des Bestehenden einzubinden.“ Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass „es normal ist, verschieden zu sein. Oft sind es die Lebensverhältnisse, die Menschen behindern und nicht ihre Einschränkungen. Eine Behinderung entsteht erst durch Benachteiligung.“

In München 148.000 Menschen mit Behinderung

Zum Jahresende 2015 ist in der Landeshauptstadt München bei 147.935 Menschen eine Behinderung anerkannt (GdB 30 bis 100). Dies entspricht einem Anteil von knapp 10 Prozent an der gesamten Münchner Bevölkerung. Diese Quote ist in den letzten Jahren leicht rückläufig. Anderseits wird eingeschränkt, dass Aufgrund der komplizierten Datenlage nicht exakt gesagt werden kann, wie viele Kinder mit Behinderungen in München leben. Es müsse nämlich jeweils sehr genau hingeschaut werden, was die Daten widerspiegeln. Ein Beispiel: Nicht alle jungen Menschen, die spezielle Förderung erhalten, tauchen in der Behindertenstrukturstatistik auf. Dort finden sich nur diejenigen, die auf Antrag einen Behindertenausweis erhalten haben. Umgekehrt bekommen nicht alle Kinder und Jugendlichen mit amtlichem Behindertenstatus eine Spezialförderung.

Der Link zum Familienbericht:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Familie/Familienbericht_2016.html

Wohngruppe der Lebenshilfe zieht nach Unterschleißheim

Das Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ in Unterschleißheim ist nur 200 Meter vom zentralen, schön angelegten Valentinspark entfernt. Der Bus hält direkt vor der Haustür und die S-Bahn fährt im 20-Minuten-Takt nach München. Ab 15. Januar ist es für 10 Bewohner der Lebenshilfewohngruppe vom Willinger Weg für ein bis zwei Jahre ein neues Zuhause.

Das Lebenshilfe-Wohnhaus am Willinger Weg wird abgerissen und neu gebaut. Es erfüllt nicht mehr die Vorgaben des Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG). Die Gesamtsituation, insbesondere das ganz persönliche Umfeld der Bewohner, soll nachhaltig verbessert werden.

Sachzwänge, die für die betroffenen Bewohner, ihre Betreuer und Angehörigen nicht ohne Sorge aufgenommen werden. Umso mehr freut es Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann, mit dem Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ eine gute Lösung gefunden zu haben. „Wir haben fast ein Jahr lang gesucht und zwei Lösungen schienen bereits zum Greifen nahe, sind aber im letzten Moment gescheitert. Das Seniorenzentrum in Unterschleißheim ist eine sehr gute Lösung, bietet allen Bewohnern helle, großzügige Zimmer und eine gut erreichbare Infrastruktur im Umfeld.“

Modernste Standards für Menschen mit Behinderung

Nicht zuletzt hat sich die Vorsitzende des Vorstandes des Elternvereins Lebenshilfe München e.V., Altlandrätin Johanna Rumschöttel, für diese Interimslösung eingesetzt und bei der Suche intensiv mitgewirkt. Bei einem Besuch der Wohngruppe mit ihren Angehörigen des Senioren- und Pflegezentrum ‚Haus am Valentinspark‘ in Unterschleißheim, hat man sich vor Ort von den guten Bedingungen überzeugt. Das Haus wurde 2011 eröffnet und bietet modernste Standards. Die Gruppe und ihre Betreuer verfügen über einen eigenen Gebäudebereich mit eigenen Gemeinschaftsräumen wie einen wunderschönen großen Wohn- und Essbereich

Im Dezember informierte die Lebenshilfe München in einem Elternabend die Betroffenen, teilte Sorgen, Nöte und Anliegen die so ein Wechsel mit sich bringt. Immerhin leben einige Bewohner bereits seit vielen Jahren in dieser Lebenshilfe-Wohneinrichtung. Ein Wechsel nach Unterschleißheim, und wenn es auch nur für zwei Jahre ist, stellt damit eine Herausforderung dar.

Am Willinger Weg wird dann ab Frühjahr Baubeginn sein, das alte Gebäude aus den 30er-Jahren wird abgerissen. Es entsteht eine große, moderne, helle und zeitgemäße Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Die Einrichtung bietet dann 24 Wohnplätze, nebst Gemeinschaftsräumen und Platz für die Betreuer.

Lesen Sie mehr zum Entscheid des Architektenwettbewerbs:
www.lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/09/15/