Lebenshilfe Wahlrecht: „Wie geht wählen und wen wähle ich?“

Thema: Wen kann ich wählen?
2. Termin: Dienstag 3. März 2020

Die Frage „wie wählen geht“ ist bei den Wahlen am 15. März durchaus berechtigt. Bis zu vier Stimmzettel sind zum bearbeiten und unter den Kandidaten muss man sich für seine ganz persönliche Wahl entscheiden. Die Lebenshilfe informiert über das Wahlrecht. Das ist komplex und die Kommunalwahl in Bayern darum etwas Besonderes. Das ist etwas ganz Besonderes, weil zum ersten Mal in der Geschichte auch Menschen mit geistiger Behinderung das Wahlrecht bei der Kommunalwahl zusteht. Das kann gar nicht deutlich genug hervorgehoben werden, es hat über Jahrzehnte hinweg nämlich einen Wahl-Ausschluss gegeben.

Lebenshilfe: ein Wahlrecht mit komplexen Zusammenhängen

Kommunalwahl in Bayern 2020. Es gibt keine Wahl-Ausschlüsse mehr. Die Einladung der Lebenshilfe München zur Wahl-Information finden Sie am Ende des Artikels als pdf zum Download

Wie aber wählen geht, was man zu beachten hat, darüber informiert die Lebenshilfe München in einem eigenen Seminar Menschen mit geistiger Behinderung über ihr Wahlrecht. Denn komplexe Zusammenhänge, wie das kommunale Wahlrecht und seine gesellschaftliche Bedeutung, sind für sie nicht leicht zu verstehen. Ein zweites Seminar widmet sich dem Thema „Wen kann ich wählen“. Dabei werden keine Wahlempfehlungen ausgesprochen, sondern das komplexe System erläutert. Gewählt werden Bürgermeister, Landrat, Gemeinde- und Stadtratsmitglieder, Kreisräte und in München zusätzlich noch Bezirksausschüsse. Das ist komplex und erfordert ein Verständnis der kommunalpolitischen Zusammenhänge. Es darf keinen Wahlausschluss geben.

Bei der Lebenshilfe OBA-Veranstaltung zum Wahlrecht „soll zum Einen für das Thema sensibilisiert und Fragen geklärt werden. Es gibt Hilfestellungen zum Thema Wahl und Wählen“, erläutert Julia Bader, Projektverantwortliche und Sozialpädagogin bei der Lebenshilfe München und ergänzt: „Mit Sicherheit ist die Briefwahl eine Option für Menschen mit Behinderung. Im Allgemeinen ist Politik ein wichtiges Thema. Das Interesse an Mitbestimmung und politischen Themen im Allgemeinen wächst.“

Jörg Siegmund von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing kennt sich gut aus mit Politik und dem Wahlrecht. Er wird in den Seminaren Wissenswertes zur Wahl erklären. Man kann ihm Fragen stellen und dabei Neues lernen. „Es gibt auch etwas zu essen und zu trinken“, heißt es in der Einladung.

Die Termine zur Lebenshilfe-Veranstaltung zum Wahlrecht:

2. Termin: Dienstag 3. März 2020
Thema: Wen kann ich wählen?

Beginn ist um 18 Uhr und das Ende für 20 Uhr angesetzt im Vortragssaal (1. Stock) der Lebenshilfe Geschäftsstelle in der St.-Quirin-Str. 13a, 81549 München.

Weitere Fragen und Informationen:
Julia Bader; Telefon: (089) 69347-143

Wer sich noch mehr über die Wahl informieren möchte, finden in der „Süddeutschen Zeitung“ einen guten Artikel dazu unter:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/kommunalwahl-2020-bayern-wahlrecht-stimmzettel-ueberblick-1.4644473

Die Einladung der OBA finden Sie hier:
oba_wahl

Auch zur Europawahl hatte die Lebenshilfe München rechtzeitig informiert. Hier der LInk:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2019/05/08/wahlrecht-fuer-menschen-mit-behinderung/

16 Monate inklusive WG der Lebenshilfe

Vor über einem Jahr wurde von der Lebenshilfe München in der Hermann-von-Sicherer Straße in München-Sendling eine inklusive Wohngemeinschaft (WG) eröffnet. Vier StudentInnen und sechs Menschen mit geistiger Behinderung leben gemeinsam in einem Stadthaus mit Garten zusammen. Die Redaktion hat nachgefragt, wie sich dieses Experiment bewährt hat und sich mit der Erziehungswissenschaftlerin und Einrichtungsleiterin Cindy Kirsch unterhalten.

Zum Abschied gab es ein großes Kuchenbuffet von Herrn Weinel, der sich auf diesem Wege für das gute Miteinander bedankt.

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München ist diese Form des Zusammenlebens und der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung neu. Was waren die Voraussetzungen, wie hat man sich darauf vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben zunächst geschaut, dass wir auf beide Seiten geeignete Kandidaten finden. Die Menschen mit geistiger Behinderung sollen zu einem selbständigen Leben fähig sein und die StudentInnen für die sich ihnen stellenden Herausforderungen.

Redaktion: „Herausforderungen für die StudentInnen, welche?“

Cindy Kirsch:
Sie müssen sich nicht um pflegerische Tätigkeiten kümmern, das machen wir mit Fachpersonal von der Lebenshilfe. Sie sollten aber offen und kommunikativ sein, wie es für jede andere WG von Vorteil ist.

Redaktion: „War und ist das ausreichend, wurden die StudentInnen vorbereitet?“

Cindy Kirsch:
„Wir haben die Bewohner natürlich vorab geschult, um ihnen ein ganz allgemeines Verständnis für Menschen mit geistiger Behinderung zu vermitteln. Wir haben sie im Einzelnen aber nicht ‚gebrieft‘, denn den persönlichen und menschlichen Umgang müssen sie selbst bewältigen.“

Redaktion: „Und das hat funktioniert?“

Cindy Kirsch:
„Ja, wir haben bis heute keine Beschwerden erhalten, ganz im Gegenteil. Die Gruppe fand schnell zueinander und das Zusammenleben ist für beide Seiten ein Gewinn. Die Grenzen zwischen StudentInnen und Bewohner sind fließend. Ob gemeinsames Einkaufen, Ausflüge oder zivilisierte Hauspartys – es ist ein harmonisches Miteinander. Auch der WG-Alltag mit allen Aufgaben und Herausforderungen hat sich sehr gut gestaltet. Im Hintergrund steht natürlich das Fachpersonal der Lebenshilfe München.“

Redaktion: „Zwei Bewohnerinnen, Lisa und Sophie, sitzen mit am Tisch. Was sagen sie selbst zur Situation und Entwicklung?“

StudentInnen: „Wir können das nur bestätigen. Unser Verhältnis ist herzlich. Selbst wenn Freunde zu Besuch kommen, sind sie überrascht von unserem guten Miteinander und fragen häufig nach, wie es so ist, das Zusammenleben mit Menschen mit geistiger Behinderung“, erzählen sie lachend. „Es gibt keine Unterschiede. Wir leben zusammen, entscheiden die Dinge gemeinsam und haben viel Spaß miteinander.“

Redaktion: „Was muss man als Bewohner mitbringen“?

StudentInnen: „Man muss offen sein. Aufmerksamkeit ist hier vielleicht der Schlüssel. Aufeinander achthaben, eben in Beziehung leben. Eine angenehme Besonderheit ist dabei die direkte und offene Art von Menschen mit geistiger Behinderung. Da wird häufig nicht lange um eine Sache herum geredet, sondern sie wird unkompliziert und ohne Hintergedanken einfach auf den Punkt gebracht. Das ist aber nicht nachteilig, im Gegenteil. Wir lernen und profitieren davon.“

Redaktion: „Das hört sich gut an. Würden sie erneut in so eine WG einziehen?“

StudentInnen: „Ja, sofort. Leider aber endet in den nächsten Wochen unsere Zeit hier. Das Studium steht vor dem Abschluss und die Reise geht weiter.“

Redaktion: „Für die Lebenshilfe München also ein Erfolgsmodell. Gibt es weitere Projekte in diese Richtung?“

Cindy Kirsch:
„Ja, wir haben bereits die Zusage für ein WG-Projekt in München-Freiham. Hier entsteht ein neues Münchner Vorzeigeprojekt, ein inklusiver Stadtteil. Darüber hinaus plant die Lebenshilfe München weitere Wohngemeinschaften. Das aber ist in München nicht so einfach, denn Wohnraum oder gar ein Haus sind teuer und schwer zu finden.“

Redaktion: Zu dem Interview saßen wir im großen hellen Gemeinschaftsraum der WG zusammen, er hat sich immer mehr zum Lebensmittelpunkt entwickelt. Auch im Untergeschoss gestaltete die WG einen Freizeitraum. Gemeinsame Fernseh- bzw. DVD-Abende stehen hier hoch im Kurs. Mit dem beginnenden Frühjahr ist auch die Terrasse und der Garten wieder ein beliebtes Stück Natur im Herzen von München.

Link: Lesen Sie mehr über die Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München in … unter:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/11/23/eine-inklusive-lebenshilfe-wg-in-obersendling/

Finale im Workshop der Führungskräfte

Finale im Führungskräfteworkshop
der Lebenshilfe München Wohnen GmbH

Ein letztes Mal trafen sich die Führungskräfte der stationären Wohnangebote der Lebenshilfe München im Februar. Die Choaches Andrea Beese und Ruth Reichenbach legten mit dieser Veranstaltung das noch fehlende Stück im Puzzle der Workshop-Reihe. Es gilt die Fähigkeiten der Führungskräfte zu stärken, Signale wahrzunehmen, die eine Belastung vermuten lassen.

Das war der Fokus des Workshops für Führungskräfte bei der Lebenshilfe München und wurde praktisch in Form eines Rollenspiels trainiert. In Zwiegesprächen zwischen Führungskraft und belasteten MitarbeiterInnen tauschte man die Rollen. Häufig ist das Thema Belastung ein sehr sensibles. Niemand fühlt sich wohl dabei einzugestehen, dass es gerade nicht so gut läuft, egal in welchem Lebensbereich. Viele„leiden still“, jene die einer aufmerksamen und emphatischen Führungskraft bedürfen, um gesund durch ein gesamtes Arbeitsleben zu kommen.

  • Hinzusehen; nicht wegsehen oder abwarten
  • Initiative ergreifen; das Gespräch suchen, Konsequenzen ziehen
  • Leitungsfunktionen übernehmen; aktiv sein und handeln
  • Fördern und fordern; etwa die Dienstplangestaltung in einer Phase hoher Belastung, Gespräche führen
  • Experten hinzuzuziehen raten die Coachinnen, wenn Ergebnisse ausbleiben. Das kann von Person zu Person und von Fall zu Fall unterschiedlich sein

Supervisionen im Arbeitsumfeld, persönliche Coaches aber auch Psychologen und Therapeuten können für die betroffene Person der notwendige Steigbügel aus der Belastungssituation sein. Dieses HILFE-Konzept ist einprägsam und soll die notwendigen Handlungsschritte für Führungskräfte leicht greifbar machen..

Das Feedback der TeilnehmerInnen zu der Workshop-Reihe war durchwegs positiv. „Es ist zentral in unserer Arbeit, dass gesundheitsfördernd geführt wird und dass ich als Führungskraft mit dafür verantwortlich bin“, konstatiert eine Teilnehmerin. Ein anderer stellt fest: „Belastung fängt viel früher an als man es sich denkt.“ Übung und Routine in der Wahrnehmung und Bearbeitung von Belastungen von MitarbeiterInnen empfinden alle TeilnehmerInnen als notwendig. „Gruppenleitungen müssen Profis darin sein, über den Tellerrand zu schauen und auch mal die Perspektive zu wechseln.“

Lesen Sie auch unseren Beitrag vom Oktober, der Startschuss für die Workshops bei der Lebenshilfe München:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2019/10/16/fuehrungskraefte-workshop-zum-gesundheitsmanagement/

Behindertenbeirat stellt 12 Forderungen zur Inklusion in München

Im Rollstuhl: eine ganz andere Perspektive auf ganz alltägliche Situationen. – Fotos: Behindertenbeirat München

Der Behindertenbeirat und der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München haben anlässlich der diesjährigen Kommunalwahl zwölf Forderungen zum Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen aufgestellt, die den Spitzenkandidat*innen der Parteien jetzt überreicht wurden. In seinen Forderungen thematisiert der Behindertenbeirat unter anderem die Barrierefreiheit städtischer Theater, Schwimmbäder und Hotels, die flächendeckende Einrichtung von „Toiletten für Alle“ in München, neue Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderungen und Schulsozialarbeit an allen Schulen.

Neben der Übergabe der Forderungen stand auch ein Sensibilisierungscheck für die Spitzenpolitiker*innen auf dem Programm. Unter fachkundiger Begleitung wurden vier kleine Beispiel-Erlebnisse aus dem Alltag von Menschen mit Behinderungen auf dem Münchner Marienplatz absolviert. So durften die Politiker*innen probieren, im Rollstuhl sitzend einen Kaffee zu kaufen, mit Augenbinde den Weg zur U-Bahn zu finden oder einen Text in leichte Sprache zu übersetzen. Der Behindertenbeirat erhofft sich durch die Sensibilisierung der Kommunalpolitiker*innen eine umfassende Berücksichtigung des Themas Inklusion in der kommenden Legislaturperiode und mahnt die zügige Umsetzung der zwölf Forderungen an.

Blind unterwegs – Orientierungsstreifen sind eine echte Hilfe

Vorstandsvorsitzende Nadja Rackwitz-Ziegler: „München wird inklusiv, das spüren wir auch an dem vor kurzem beschlossenen 2. Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dennoch sehen wir im Behindertenbeirat täglich, mit welchen Barrieren die Bürger*innen in München noch zu kämpfen haben. Wir fordern die nächste Stadtspitze und den neu gewählten Stadtrat dazu auf, unsere Forderungen konsequent umzusetzen und Inklusion als Thema in das Regierungsprogramm bzw. die Koalitionsvereinbarungen aufzunehmen!“

Die Forderungen wurden persönlich entgegen genommen von Katrin Habenschaden (Grüne), Kristina Frank (CSU), Simone Burger (SPD), Jörg Hoffmann (FDP), Stephanie Dilba (MUT), Johann Altmann (Bayern Partei), Hans-Peter Mehling (Freie Wähler) und Patricia Koller (Die Linke). Persönlich anwesend waren auch Paul Bickelbacher (Grüne), Dagmar Föst-Reich (FDP), Alexandra Gassmann (CSU).

Mit dem Rollstuhl werden kleine Schwellen und enge Türen zu einem Hindernis.

Die zwölf Forderungen wurden in den Facharbeitskreisen und einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe des Behindertenbeirats erarbeitet und anschließend von einem Karikaturisten visualisiert. Die gelungenen Zeichnungen sollen mit einem Augenzwinkern auf die Inhalte der Wahlforderungen aufmerksam machen und auf diese Weise bei den Politiker*innen im Gedächtnis hängen bleiben. Die Forderungen vom Behindertenbeirat und mehr Informationen finden Sie unter folgenden Link:

https://www.behindertenbeirat-muenchen.de/578-aktion-zur-kommunalwahl-2020-behindertenbeirat-der-landeshauptstadt-muenchen-uebergibt-forderungen-an-spitzenpolitiker-innen

Integration und Inklusion vorgelebt

Immer mehr junge Menschen finden Gefallen am Ehrenamt.
Viele nutzen das Engagement für eine berufliche Orientierung.
Gina Wimmer wollte 2018 im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD)
bei der Lebenshilfe München Ideen sammeln, „was sie in ihrem Leben gerne
machen möchte.“
Dabei nahm der Wunsch nach einem Lehramt in der Sonderpädagogik immer mehr Kontur an.

Die Unsicherheit war schnell überwunden

Sie hat ihre Zeit bei der Lebenshilfe München nicht bereut. Anfangs war sie unsicher was auf sie zukommt, denn im persönlichen Umfeld kannte sie lediglich einen Cousin mit Trisomie 21. Schnell aber wichen die Unsicherheiten einem unbeschwerten Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung. „Sie machen sich nicht so viel Gedanken über ‚Kleinigkeiten‘, um politische und gesellschaftliche Zusammenhänge, leben sehr stark aus und in dem Moment,“ betont sie. Ebenso fühlte sich Gina Wimmer nie allein gelassen, der Begleitung durch Kollegen und Fachkräfte war sie sich immer sicher.

Gemeinsam auf Reisen gehen

Sommer, Sonne, Strand – und gelegentlich freut man sich auch über den Pool. Betreute Reisen mit der Lebenshilfe München.

Ein deutlicher Beleg ihrer positiven Eindrücke ist ihre Treue zur Lebenshilfe München, denn sie engagiert sich bis heute für den Elternverein, obwohl ihr Studium längst angefangen hat. „Mit dem Lehramts-Studium hat es geklappt, vorerst aber für die Mittelschule“, räumt sie ein. Im Sommer begleitete sie mehrere OBA-Reisen. Spontan übernahm sie eine Italienreise mit drei Betreuern und sechs Teilnehmern. Bei einer zweiten Reise ging es mit 12 Personen nach Kroatien.

Es ist immer anspruchsvoll ein Reiseziel zu finden, dass einerseits ‚Zeit für Urlaub‘ lässt, anderseits aber barrierefrei und nicht ganz entlegen ist. Ausflüge in die nähere Umgebung sollten möglich sein, immer vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit. Gefallen hat es allen, auch Gina Wimmer, die 2020 eine nächste Urlaubsreise gemeinsam mit Menschen mit geistiger Behinderung unternimmt. Diesmal geht es mit 12 Personen zum Mondsee nach Österreich in das schöne Salzkammergut.

Freizeit: Einfach Spaß zusammen haben

Freizeit aktiv mit der OBA der Lebenshilfe München gestalten. Manchmal geht es sogar bis Berlin.

Inzwischen hat Gina Wimmer ihr Studium begonnen, und betreut bei der Lebenshilfe München mit anderen ‚Ehrenamtlern‘ den Sportclub, eine Gruppe aus insgesamt 15 Personen. Darüber hinaus engagiert sie sich im Club Giesing und im Jugendclub der OBA.

Zusätzlich hilft sie beim Familienunterstützenden Dienst der Lebenshilfe in der Ferien- und Samstagsbetreuung. Ihr Abitur hat sie mit dem Leistungsfach Sport abgelegt und ist bis heute sportlich aktiv, etwa beim Schwimmen oder baut mit Fitnesstraining Kondition auf. Bis heute sagt ihr der unvoreingenommene Umgang von Menschen mit Behinderung zu.
„Wir konzentrieren uns ‚auf die Sache‘, tun was für unsere Fitness und Beweglichkeit und haben einfach Spaß zusammen“, erzählt sie.

Eine inklusive Wohngemeinschaft

Ein wichtiges Anliegen ist der jungen Lehramts-Studentin die Einbindung von Menschen mit geistiger Behinderung in den Alltag. „Der Begriff ‚Inklusion‘ ist fast schon abgenutzt. Alle reden darüber, fordern es, und sogar gesetzlich ist es längst verankert. Was aber heißt es im Alltag, wo findet wirklich Begegnung statt? In geschlossenen Einrichtungen und Kreisläufen jedenfalls nicht,“ ereifert sie sich. Selbst steht sie zu ihrem Wort und zieht in den nächsten Monaten in eine inklusive Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München. Vier Studenten leben hier mit sechs Menschen mit geistiger Behinderung zusammen (Siehe Bericht).

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/11/23/eine-inklusive-lebenshilfe-wg-in-obersendling/

2000 Euro Spende für neue Kletterwand

„Bewegen heißt Leben“ heißt es im Umfeld von Gesundheit und bewusster Lebensweise. Dieser Spruch soll auf den alt-griechischen Philosophen Heraklit zurück gehen. Dass das mit dem Bewegen aber nicht immer so einfach ist, wird häufig erst bemerkt, wenn ein Handicap auftritt. Sich bewegen bedeutet darüber hinaus auch ein Stück Lebensfreude, wir spüren uns, unseren Körper.

Herr Keil von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg überreicht an die Lebenshilfe München eine Spende von 2000 Euro für eine Boulderwand in der HPT-Unterhaching. Geschäftsführer Peter Puhlmann dankt für die Hilfe, während die ersten Kinder die neue Wand bereits ausprobieren.

Kinder loten beim Klettern ihre Grenzen aus und definieren sie neu. Sie erleben Erfolge und das steigert das Selbstwertgefühl. Mitverantwortung für andere gehört dabei ebenso zum Lerneffekt wie das erhebende Gefühl, eine Kletterwand bezwungen zu haben. Freude erleben und Freude zu spüren.

Entsprechend groß war die Freude an der HPTe in Unterhaching über eine hauseigene Boulderwand.
Gesponsert wurde sie von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg sowie von der Firma Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG aus Putzbrunn. Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, bekräftigt:
„Beim Klettern trainieren Kinder spielerisch ihre Koordination, probieren und erfahren komplexere Bewegungen. Sie schulen ihr Gleichgewicht und tanken dabei wie selbstverständlich Selbstbewusstsein und erlernen soziale Fähigkeiten.“

Eine lange Boulderwand mit dicker Boden-Matratze steht den Kindern der HPTe der Lebenshilfe München in Unterhaching jetzt zur Verfügung.

Die Einrichtungsleitung der Heilpädagogischen Tagesstätten in Unterhaching freut sich, dass nun alle Kinder an der Boulderwand Erfahrungen und Geschick sammeln können. Sie sind dann gut vorbereitet für inklusive Besuche von Kletterhallen im Raum München. Besuche in inklusiven Kletterkursen sind für die Kinder ein großer Gewinn. Sie können ihre motorischen Fähigkeiten einsetzen und ganz nebenbei erfahren, dass Klettern mit anderen Kindern einfach Freude und Spaß macht.

Foto: Wie ein großes Puzzle liegen die einzelnen Teile der Kletterwand für den Aufbau bereit. Stabile Sperrholzplatten, Griffe, Tritte, Schrauben, Dübel – alles muss seinen Platz finden, bevor das Vergnügen beginnen kann.

Lesen Sie mehr über Spendenprojekte der Lebenshilfe München und wie Sie helfen können:

https://www.lebenshilfe-muenchen.de/spenden-blog/

Medizinische Versorgung für Erwachsene mit Behinderung

Das Team des MZEB im kbo Isar Amper Klinikum München-Ost (von links): Frau Schmied (Organisation und Planung), Dr. Hummel, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Dr. med. Astrid Peters-Weist, Neurologin und ärztliche Leitung des MZEBs.

Erwachsene Menschen mit Behinderung benötigen eine medizinische Versorgung die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Kinder und Jugendliche mit Behinderung erhalten diese Versorgung bis zum 18.Lebenjahr durch die Sozialpädiatrischen Zentren. Bisher gab es eine große Versorgungslücke in der Versorgung der erwachsenen Menschen mit Behinderung. Die Lebenshilfe München hat bereits vor Jahren mit einer Ganztagesveranstaltung darauf aufmerksam gemacht und immer wieder auf die Schaffung medizinischer Versorgungs-zentren gedrängt. Erst durch den gesetzlich formulierten Anspruch in der UN Konvention (Artikel 25) werden nun zunehmend Zentren geschaffen, die die ambulante medizinische Versorgung sichern.

In München bieten seit 2018 zwei Ambulanzen eine differenzierte medizinische Versorgung für den erwachsenen Menschen mit Behinderung an. Eine weitere Ambulanz steht seit Oktober 2019 im Landkreis München im Kbo Haar zur Verfügung. Längere und belastende Krankenhausaufenthalte werden durch die Existenz der medizinischen Zentren enorm reduziert bez. vermieden. Bedingungen medizinische Hilfe dieser Zentren (MZEB) in Anspruch zu nehmen sind:
Vollendung des 18. Lebensjahres
Grad der Behinderung mindestens 80 und mindestens
ein Merkzeichen G, aG, H, BI,GI, Tbl,
Gesicherte Diagnosen der bei, vor oder nach der Geburt erworbenen Schädigungen.
Überweisung des behandelnden HausarztesDie Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen.

Das MZEB  (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung) der Pfennigparade ist seit Januar 2018 allen Menschen mit einer schweren Mehrfachbehinderung offen. Ein multidisziplinäres Team kümmert sich hier um eine umfassende Behandlung. Ein spezieller Schwerpunkt liegt in der Betreuung einer außerklinischen Beatmung. Geleitet wird das MZEB von Dr. Gregor Scheible.  MZEB Pfennigparade, Rümannstrasse 9, 80804 München, Anmeldung unter: Telefon: 089 8393-7920

Das MZEB der Stiftung ICP München bietet seit März 2018 eine Ambulanz für Menschen mit körper- und mentaler Behinderung an. Ein Team aus Ärzten (Orthopäden und Internisten), Therapeuten, Psychologen, Sonderpädagogen und einer Pflegekraft untersuchen und behandeln interdisziplinär. Im Focus steht die spezielle Berücksichtigung der vorhandenen Behinderungen, um eine ganzheitliche Versorgung anbieten zu können. Leitung dieses multidisziplinären Team ist Dr. Veronika Wegener. MZEB St. Quirin -Straße 21, 81549 München, Anmeldung unter 089/ 693825-511

Im MZEB im kbo Isar Amper Klinikum München-Ost werden Patienten mit vorrangig neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen behandelt. Schwerpunkte sind hier unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, Epilepsien sowie palliativmedizinische Beratung des Patienten und seines Umfelds. Leitung dieses multidisziplinären Teams ist Dr. Astrid Peters-Weist. MZEB, Ringstraße 16, 85540 Haar, Anmeldung unter 089/4562-3829.

Für die Einrichtung des MZEB haben sich bei der Lebenshilfe München e.V. über Jahre hinweg Margret Meyer-Brauns von der Angehörigenberatung und Christian Kerler, der bis 2018 den Bereich Wohnen leitete, sehr engagiert.
Anlässlich der Eröffnung des MZEB in Haar wendet sich Margret Meyer-Brauns, die seit zwei Jahrzehnten jährlich bis zu 800 Familien berät, mit ihrem Dank persönlich an Dr. Astrid Peters-Weist, die ärztliche Leiterin der Einrichtung: „Ihrem Engagement, Ihrer Durchsetzungskraft und nicht zuletzt Ihrer Empathie den Menschen mit geistiger Behinderung gegenüber, ist es zu verdanken, dass wir nicht nur eine ausgezeichnete Epilepsieambulanz für Menschen mit Behinderung in Haar haben, sondern nun auch ein MZEB.“

Margret Meyer-Brauns weiß aus vielen Beratungsgesprächen und der langjährigen Begleitung von Menschen in der Angehörigenberatung, wie wichtig diese Institution ist. „Es herrsche bei den Angehörigen eine große Erleichterung, denn endlich gibt es eine Adresse, wo Ihre behinderten Kinder mit neurologischer und psychischer Erkrankung, Diagnostik und Behandlung erfahren. Diese Menschen, die auf Grund von Art, Schwere und Komplexität ihrer Behinderung eine besonders spezialisierte Versorgung benötigen, seien nun medizinisch im MZEB der kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost (Haar) beheimatet. Ein multiprofessionelles Team garantiere diese besonders spezialisierte Versorgung. Das umfassende Konzept der MZEB‘s schaffe letztlich einen Zugewinn an Lebensqualität und wirklicher Teilhabe“.

Die Lebenshilfe München wird sich nun weiterhin stark machen für die Schaffung von Klinikplätzen. Die Situation der Versorgung der erkrankten Menschen mit geistiger Behinderung im Krankenhaus ist immer noch beklagenswert.

Margarethe Meyer-Brauns / Angehörigenberatung
St.-Quirin-Str. 13a / 81549 München

Tatü, Tata die Lebenshilfe ist da!

Am 25.01.2020 war ein ganz besonderer Tag für die inklusive Wohngemeinschaft (WG) der Lebenshilfe München. In Begleitung vom Wohntraining besuchten wir die ‚Feuerwache 2‘ in Sendling. Da die WG nicht weit von der Feuerwache entfernt ist, trafen wir uns alle bei uns an der WG in der Hermann von Sicherer Straße und starteten gemeinsam los. Alle waren ganz aufgeregt und gespannt darauf, was uns erwarten wird. Wir hatten große Hoffnung in einem echten Feuerwehrfahrzeug zu sitzen oder sogar die Rutsch-Stange ausprobieren zu dürfen.

Feuerwehr mit einer Stunde Sport am Tag

Zu Beginn wurden wir vom anwesenden Schichtleiter durch die Fahrzeughalle geführt, in der am Anfang leider fast keine Einsatzfahrzeuge standen. Der Leiter erklärte uns, dass die Feuerwehrmänner einen Übungseinsatz haben und deswegen mit den Fahrzeugen ausgerückt sind. Also gingen wir zunächst eine Runde durch die Wache. Wir hatten viele Fragen, die uns auch geduldig beantwortet wurden. Besonderes Interesse galt dem Arbeitsalltag eines Feuerwehrmannes. Wir fanden heraus, dass jeder Feuerwehrmann eine Stunde Sport am Tag machen muss. Er darf sich dabei aussuchen welche Sportart er macht.

Anschließend wurden wir in einen Besprechungsraum geführt, in dem wir einen Kurzfilm anschauten. Wir lernten die Bestandteile des Löschzuges, welche Aufgabe die verschiedenen Fahrzeuge haben und die richtige Vorgehensweise einen Notruf abzusetzen.

Auf dem Rückweg zurück in die Fahrzeughalle kamen wir noch an den Rutsch-Stangen vorbei, die begeistert begutachtet wurden. Und tatsächlich dürften wir selbst eine dieser Rutsch-Stangen, mit Hilfe des Schichtleiters, herunterrutschen. Allerdings nur von einer kleinen Leiter aus, da es sonst zu gefährlich gewesen wäre. Ein weiteres Highlight war die eigenständige Benutzung eines Feuerlöschers und eines Feuerwehschlauches. Selbstverständlich durften hierbei ein paar Neckereien unter Mitbewohnern nicht fehlen.

In einem echten Feuerwehrfahrzeug

Gegen 12:00 Uhr kamen die Fahrzeuge zurück zur Wache und auch unsere letzte Hoffnung wurde erfüllt. Jeder durfte sich kurz in das Feuerwehrauto setzen und sich für eine Sekunde wie ein echter Feuerwehrmann fühlen. Es war ein rundum gelungener Vormittag und wir bedanken uns recht herzlich bei der Feuerwache 2 für diese schöne und interessante Führung. Vielleicht klappt es bei einem nächsten Ausflug der Lebenshilfe München in einem echten Feuerwehrfahrzeug zu sitzen.

Cindy Kirsch

„Das Ehrenamt ist eine anstrengende Entspannung“

Elisabeth Kluska (Bildmitte) engagiert sich 30 Jahre lang im Ehrenamt für die Lebenshilfe München. Links im Bild OBA-Leiter Harry Zipf.

 

2018 feierte die OBA (Offene Behindertenarbeit) der Lebenshilfe München ihr 40-jähriges Bestehen. Zum Angebot zählen auch sieben wöchentlich organisierte Freizeit-Clubs. Der ‚Dienstags-Club‘ ist einer von ihnen, der fast so alt wie die OBA selbst ist. Er widmet sich über all die Jahrzehnte hinweg wöchentlich Menschen mit geistiger Behinderung, unternimmt Ausflüge oder gestaltet Themenabende. Aktuell treffen sich sieben ehrenamtliche Betreuer und 15 Menschen mit Behinderung. Seit dreißig Jahren dabei ist Elisabeth Kluska, mit der sich die Redaktion unterhalten hat.

Redaktion: 30 Jahre im Ehrenamt für Menschen mit geistiger Behinderung bei der Lebenshilfe München ist eine lange Zeit. Was hat sich geändert?

Elisabeth Kluska: „Die jungen Menschen haben heute ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Sie wissen vermehrt was sie wollen oder nicht. Sie haben konkretere Vorstellungen von ihrem Leben und Zukunftsperspektiven. Früher war das mehr eine Einbahnstraße. Der Alltag war mit der Arbeit in den Lebenshilfe-Werkstätten geregelt. Entweder wohnten sie bei den Eltern oder in einem Wohnheim.“

Redaktion: Das ist eine positive Entwicklung. Wie kommt es dazu?

Elisabeth Kluska: „Es hat ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, weg von der pädagogisch und von Fürsorge dominierten Sicht auf Behinderung hin zu einer partnerschaftlich geprägten Haltung und Mitbestimmung. Die Menschen mit Behinderungen sind damals viel später – oft erst im hohen Erwachsenenalter, als ihre Eltern die Versorgung nicht mehr geschafft haben oder selbst pflegebedürftig wurden bzw. gestorben sind – zu Hause ausgezogen und in ein Wohnheim gekommen. Das hat zu massiven Eingewöhnungs-Prozessen geführt, eine Ablösung vom Elternhaus, wie es für nicht behinderte Jugendliche und junge Erwachsene normal ist, gab es eher selten. Alternativen zum Wohnheim gab es ebenso wenig. Da hat sich die letzten Jahre viel hin zum Positiven bewegt. Die Erfolge davon sind heute zu sehen.“

Redaktion: Können Sie das an einem Beispiel festmachen?

Elisabeth Kluska: „Denken Sie an die Frühförderung oder die Begleitung in den Kindergrippen und Schulen. Moderne Wohnformen wie offene Wohngemeinschaften und selbständiges Wohnen in der eigenen Wohnung mit Unterstützung von ambulanten Diensten sind heute möglich und werden immer selbstverständlicher. Menschen mit geistiger Behinderung werden viel mehr in die alltäglichen Dinge eingebunden und der Umgang mit ihnen ist selbstverständlich, auf Augenhöhe. Wie alle anderen jungen Menschen denken sie heute viel mehr an ein selbständig geführtes Leben, ganz einfach, weil es die Möglichkeiten dazu heute gibt. Das ist gelebte Inklusion, wie wir sie auch in unserem ‚Dienstags-Club‘ pflegen.“

Redaktion: Wie meinen Sie das?

Elisabeth Kluska: „Wir unternehmen regelmäßig Ausflüge in die Stadt. Zuvor informieren wir uns über Angebote und Öffnungszeiten und dann geht es halt in Museen oder zu kulturellen Events. Aber auch Kegeln, Minigolf oder der Besuch eines Biergartens sind sehr beliebt. Wir sind ‚mitten drin‘, bewegen uns mitten in der Gesellschaft und das ist gut so. Fast immer machen wir dabei positive Erfahrungen, die Menschen sind im Allgemeinen heute offener und gehen gut mit Situationen um, auf die sie vielleicht nicht vorbereitet sind. Das gilt für beide Seiten.“

Redaktion: Das hört sich gut an. Was machen Sie wenn die Gruppe nichts unternimmt?

Elisabeth Kluska: „Wir nutzen die OBA-Räume der Lebenshilfe München, kochen gemeinsam was, spielen BINGO, basteln oder unterhalten uns einfach. Für die Meisten ist es wichtig über ihr Erlebtes, über ihre positiven wie negativen Erlebnisse zu sprechen. Manchmal hilft es auch Ängste abzubauen.“

Redaktion: Über die Jahre hinweg haben sich ja enge und gute Beziehungen aufgebaut, da ist dann wohl auch das Vertrauen zueinander vorhanden.

Elisabeth Kluska: „Ja, klar. Wir sind wie ein Stammtisch und es ist eine feste Gruppe. Fast alle sind schon 10 Jahre und länger dabei.“

Redaktion: Sie unternehmen auch Reisen miteinander?

Elisabeth Kluska:Die Reisen sind extra organisiert und werden jährlich zusammengestellt. Die ‚Reisesaison‘ dauert das ganze Jahr. Selbst organisiere oder begleite ich jährlich auch ein, zwei Reisen über die OBA. Die Nachfrage ist eigentlich immer höher wie das Angebot, so dass die Reisen innerhalb weniger Wochen ausgebucht sind.“

Die OBA der Lebenshilfe München begleitet ganzjährig Reisen für Menschen mit Behinderung. Die Nachfrage ist groß und das Angebot schnell ausgebucht.

Redaktion: Reisen, etwas erleben oder Urlaubstage an schönen Orten verbringen, das lieben wir alle. Sicher auch für Menschen mit geistiger Behinderung ein besonderes Erlebnis.

Elisabeth Kluska: „Ja natürlich. Die OBA-Reisen werden immer von engagierten ehrenamtlichen Begleitern zusammen mit den behinderten Teilnehmern gestaltet. Dazu braucht es zwar eine gute Vorbereitung, vor allem im Hinblick auf barrierefreie Angebote mit entsprechendem Umfeld, inhaltlich läuft so eine Reise im Idealfall aber sehr partnerschaftlich ab. So kommen alle auf ihre Kosten. Unsere ‚Reisegäste‘ sind überschwänglich, freuen sich sehr darauf. Unterwegs sind wir meist im europäischen Raum, selbst Flugreisen sind heute möglich.“

Redaktion: Das engagierte Ehrenamt begleitet Sie nun schon drei Jahrzehnte lang. Denkt man nicht ans Aufhören, wird es nicht zuviel?

Elisabeth Kluska: Sie denkt einen Moment nach, sucht nach den richtigen Worten, lacht und antwortet:. „Es ist eine anstrengende Entspannung. Etwas, das mich wegbringt vom Arbeitsprozess und Alltag, mir eine ganz andere Lebenstür öffnet. Wir kennen uns so viele Jahre. Beziehungen und Freundschaften haben sich entwickelt. Ich möchte sie nicht missen. Ich bin dabei auch nicht nur die Gebende, ich werde ebenso beschenkt. Eingefahrene Denkmuster werden durch den für uns teilweise unkonventionellen Blick der Teilnehmer relativiert. Es wird wenig gejammert, sie vergleichen sich nicht, sind einfach erfrischend authentisch. Das alles sind Dinge, Lebenswerte, die sie mit keinem Geld der Welt aufwiegen können.“

Redaktion: Ein Wunsch zum Schluss.

Elisabeth Kluska: „Ich wünsche mir, dass der Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung weiter an Normalität gewinnt. Dass Menschen damit selbstverständlicher umgehen. An Südtirol erinnere ich mich gerne. Es ist die Herzlichkeit, die der Zwischenmenschlichkeit die Qualität gibt.“

Interview: Gerd Spranger

Gelungene Modernisierung der Hauptwerkstatt der Lebenshilfe Werkstatt

Am 29. November 2019 eröffnete nach zweijähriger Modernisierungszeit wieder die Hauptwerkstatt der Lebenshilfe-Werkstatt in der Scharnitzstraße. Nach über 40 Jahren Nutzung war das Werkstattgebäude in die Jahre gekommen. Infrastruktur, Elektrik und Leitungen entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Als zertifizierter Zulieferer der Automobilindustrie muss die Lebenshilfe Werkstatt den Ansprüchen der Kunden an moderne Produktionsumgebungen Rechnung tragen. Wichtig war auch der Erhalt des Standorts mitten im Sozialraum von München-Sendling.

20 Millionen Investition und viele Förderer

Die Band KREATIV LABOR der Stiftung Pfennigparade begleitete den Festakt musikalisch. – Fotos: Marc Müller

Bei einer Gesamtinvestition von 20 Millionen Euro (Brutto), wäre es ohne Fördergelder nicht gegangen. Vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dem Hauptförderer, mit einer Zuwendung von 8,4 Mill. Euro bedacht, ergänzt durch Zuschüsse vom Bezirk Oberbayern, der Bundesagentur für Arbeit, der Bayerischen Landesstiftung, der Aktion Mensch und der Heidehof Stiftung konnte am 21. August 2017 der Baubeginn erfolgen. In dieser Zeit wurden alle Werkstätten sowie die Verwaltung in Provisorien ausgelagert. Weiterlesen

Lebenshilfe Wahlrecht: „Wie geht wählen und wen wähle ich?“

Die Frage „wie wählen geht“ ist bei den Wahlen am 15. März durchaus berechtigt. Bis zu vier Stimmzettel sind zum bearbeiten und unter den Kandidaten muss man sich für seine ganz persönliche Wahl entscheiden. Die Lebenshilfe informiert über das Wahlrecht. Das ist komplex und die Kommunalwahl in Bayern darum etwas Besonderes. Das ist etwas ganz Besonderes, weil zum ersten Mal in der Geschichte auch Menschen mit geistiger Behinderung das Wahlrecht bei der Kommunalwahl zusteht. Das kann gar nicht deutlich genug hervorgehoben werden, es hat über Jahrzehnte hinweg nämlich einen Wahl-Ausschluss gegeben.

Lebenshilfe: ein Wahlrecht mit komplexen Zusammenhängen

Kommunalwahl in Bayern 2020. Es gibt keine Wahl-Ausschlüsse mehr. Die Einladung der Lebenshilfe München zur Wahl-Information finden Sie am Ende des Artikels als pdf zum Download

Wie aber wählen geht, was man zu beachten hat, darüber informiert die Lebenshilfe München in einem eigenen Seminar Menschen mit geistiger Behinderung über ihr Wahlrecht. Denn komplexe Zusammenhänge, wie das kommunale Wahlrecht und seine gesellschaftliche Bedeutung, sind für sie nicht leicht zu verstehen. Weiterlesen

Der g’spinnerte Regentropfen

Kennen Sie schon unsere Archiv-Seite im Blog?
Wenn nicht, sollten Sie einmal einen ‚Blick darauf werfen‘.
Sie finden nahezu sämtliche Beiträge aus den Jahren von 2013 bis 2017 in vier Rubriken geordnet.
Jeder Beitrag ist mit Datum versehen (chronologische Reihenfolge) und mit einem Klick auf die Zeile gelangen Sie direkt zum Original-Beitrag. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

 –  Aus dem Archiv  –
Beitrag vom 18.10.2017

 Die TENE in Putzbrunn – eine Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben – der Lebenshilfe München, hat in einem Gemeinschaftsprojekt ein ganz besonderes Gedicht geschrieben. Es spricht von der Sehnsucht des Reisens, neuen Erfahrungen und Perspektiven. Begleitet hat das Projekt Eva-Maria Jais.
Sie ist Heilerziehungspflege-Helferin.  

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Lebenshilfeblog bleibt weiter erfolgreich

Der Blog der Lebenshilfe München ist seit Jahren sehr beliebt und erfolgreich. Das belegt die Statistik, die jährlich über 23.000 Aufrufe und mehr als 10.000 Besucher ausweist. 2019 steigerte sich der Blog (23.800 Aufrufe bei 12.500 Besucher) im langjährigen Vergleich um rund zehn Prozent. Monatlich wird der Blog der Lebenshilfe München damit 2000 mal aufgerufen und jeder Leser besucht im Schnitt zwei Seiten. Ein deutlicher Beleg dafür, dass der Blog gelesen und nicht nur angeklickt wird.

Das erfolgreiche Ausnahmejahr 2018 mit über 30.000 Aufrufen wurde nicht erreichen, der Wechsel hin zu mehr Eigenbeiträgen von Mitarbeitern der Lebenshilfe München aber erfolgreich umgesetzt.

Wir wünschen Ihnen weiterhin
viel Freude mit dem Blog der Lebenshilfe München,
und ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2020 !!!

Weihnachten auf leisen Sohlen mit Steelcase

Unbekannte Eindringlinge in Vortragssaal
der Lebenshilfe München in der St.-Quirin-Straße

Am 12.12.2019 fuhr nach Abenddämmerung ein dunkler VW-Bus vor den Wohngruppen der St.-Quirin-Straße mit beinahe unbekannten Personen vor. Die drei Insassen leerten in Windeseile das Fahrzeug und brachten den Inhalt ungesehen über den Aufzug in den großen Veranstaltungssaal der Lebenshilfe München. Leise wurden Pakete auf zwei großen Tischen im weihnachtlich geschmückten Saal angerichtet.

Nach dem alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, wurde die erste der drei Wohngruppen in den Saal gebeten. Die BewohnerInnen wussten nicht, was passiert und blickten fragend in die Gesichter der Mitarbeiterinnen der Firma Steelcase, René Pfeifer dem Bereichsleiter Wohnen und Florian Mauch dem Einrichtungsleiter der Wohngruppen St.-Quirin-Straße. Lange mussten sie aber nicht im Dunklen tappen.  Weiterlesen