Mit verbesserter Ausbildung hin zu mehr Erfolg

Zu einem zweiten Schülerinnentag trafen sich jetzt Auszubildende, Einrichtungsleiter und Mentoren der Lebenshilfe München. Bereichsleiter der Wohnen GmbH, René Pfeifer, sprach schon beim ersten Treffen von der Bereitschaft zum Dialog. „Auszubildende müssen den Mut und das Selbstbewusstsein haben, Sachverhalte aktiv anzusprechen, etwa wenn sie aus der Schule einen anderen, unter Umständen moderneren Wissensstand mitbringen.“

Eine entspannte Runde und konspirative Gespräche fördern das Teambuilding bei der Lebenshilfe München. Bereichsleiter, Einrichtungsleiter, Mentoren und Auszubildende im Gespräch. Text & Foto: Gerd Spranger

„Ich arbeite gerne mit Menschen und freue mich, wenn ich die kleinen Fortschritte erlebe, die man immer wieder sehen kann,“ bekennt Candy. So wie ihr geht es vielen Menschen, die in Betreuungsberufen tätig sind. Candy aber arbeitet nicht in der Kranken- oder Altenpflege, sondern erlernt den Beruf der Heilerziehungspflegerin bei der Lebenshilfe München. Die meisten Bewohner bei der Lebenshilfe München sind Menschen mit geistiger Behinderung, und fast alle nehmen in den Werkstätten für behinderte Menschen am Arbeitsleben teil.

Betreuen heißt auch zu fördern

Bei einigen aber ist die Behinderung so ausgeprägt, dass sie sowohl körperlich wie auch geistig vermehrt auf begleitende Hilfe angewiesen sind. Der Beruf des Heilerziehungspflegers (HeP) umfasst alle Bereiche, und entsprechend vielfältig sind auch die gemachten Erfahrungen und die Ausbildung. Die HeP-Auszubildende Sarah etwa hat erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) durchlaufen, um persönlich Klarheit über ihren beruflichen Werdegang zu bekommen.

Keine Altersgruppe ist ausgenommen

Ihr gefällt bei der Ausbildung der Wechsel zwischen Theorie und Praxis, und der pädagogische Hintergrund der Ausbildung macht ihr Spaß. Candy etwa bekam von einem Bekannten den Tipp, sich bei der Lebenshilfe München für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu bewerben. Vorher hatte sie erste Erfahrungen beim Franziskuswerk in Schönbrunn gesammelt. Ihr gefällt es, mit so vielen verschiedenen Altersgruppen, von Kindern und Jugendlich bis hin zu Erwachsenen, zu arbeiten.

Das duale System der Ausbildung hat viele Vorteile

Nocolai wiederum sieht in der dualen Ausbildung von Schule und Betrieb viele Vorteile. „Die Schule nimmt die Angst, gibt dir das Wissen und Verständnis für den beruflichen Alltag. Das hilft im Umgang mit den Menschen.“ Er schätzt auch das Team, das Arbeitsumfeld, denn man wird in keiner Situation allein gelassen. Dafür sorgen auch eigens weiterqualifizierte Mentoren, wie etwa Simone. Ihre eigene Ausbildung zum HeP ist noch keine 10 Jahre her und ihr geht es nicht nur um einen besseren Stellenwert der Heilerziehungspflege, sie hofft, dass es für den/die Einzelne eine bessere Möglichkeit der Mitgestaltung der Ausbildung vor Ort geben wird.

Fünf neue Heilerziehungspfleger

So versteht es auch die Dipl. Sozialpädagogin (FH) Petra Loncar, die stv. Leiterin des Wohntrainings bei der Lebenshilfe München. Sie koordiniert die Ausbildung und es ist ihr wichtig, „miteinander im Gespräch zu bleiben. Auch der Austausch der Auzubildenden untereinander ist Teil dieses Prozesses. Im September starten weitere fünf HEP-Auszubildende bei der Lebenshilfe München. Die Ausbildung heute sichert die Fachkräfte von morgen.“

Ausbildung ist ein dynamischer Prozess

Für Bereichsleiter René Pfeifer ist Ausbildung ein dynamischer Prozess, der alle Beteiligten betrifft. Die Lebenshilfe München arbeitet mit den HeP -Schülern an einem neuen Ausbildungskonzept. Es soll die Begleitung der Auszubildenden systematisch verbessern und zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Schule und den Ausbildungsstellen führen. Damit erhofft sich René Pfeiffer eine Sicherung und Erhöhung der Ausbildungsqualität, um moderne Impulse aus den Schulen in die Praxis zu integrieren.

Lesen Sie auch unseren ersten Artikel zum Thema:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/03/10/ausbildung-bei-der-lebenshilfe-muenchen/

Mobilität – der lange Weg zur Barrierefreiheit

Aus dem neuen Magazin L.I.E.S

Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele Familien machen sich jetzt auf den Weg. Sie fahren ans Meer, in die Berge, zu den Großeltern oder einfach an einen Badesee in der Nähe. Wer einen Angehörigen mit Behinderung hat, muss solche Touren meistens genau planen. Denn auch wenn das Kind oder der Erwachsene nicht im Rollstuhl sitzt, sind bei solchen Unternehmungen immer wieder Hürden zu bewältigen, die ein starkes Nervenkostüm und Erfindungsgabe erfordern. Barrierefreiheit ist das Zauberwort und man muss leider feststellen, dass unsere Umwelt eben noch lange nicht entsprechend gestaltet ist. Selbst wenn es Aufzüge gibt, funktionieren sie häufig nicht.

Freundliche Unterstützung, wie sie zum Beispiel die Bahn anbietet, steht oft nur auf dem Papier, und selbst wenn alles funktioniert, kann es sein, dass das Kind mit Behinderung so gar nicht reisefreudig ist – wie Friederike Stadler das anschaulich in ihrem Beitrag (S. 31) beschreibt.

Die Vorschriften und Gesetzesgrundlagen für Barrierefreiheit sind durchaus vorhanden, aber Vieles ist nicht umgesetzt. So ist von den Verantwortlichen weiterhin in fast allen Bereichen Kreativität gefordert und der unbedingte Wille, das Leben von allen Menschen mit Behinderung wirklich leichter zu machen!

Glücklicherweise haben wir auch positive Beispiele gefunden. So gibt es in Köln eine Gruppe von Jugendlichen, die Rampen aus Lego baut (S.25). Auch die Geschichte von Nathalie (S. 23), die sich mit ihrem Handy in der Tasche so sicher fühlt, dass sie problemlos quer durch München fährt, ist erfreulich und macht Mut.

Foto-Projekt im Panorama-Teil

Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen die schönen Bilder eines Fotoprojekts, die wir im Panorama-Teil zeigen. Die Fotografin Saskia Pavek hat dafür Menschen mit Behinderung vor ihre Kamera geholt und sie ihre Träume darstellen lassen. Herausgekommen ist eine wunderbare Sammlung. Die Fotos wurden dann in einer Ausstellung anlässlich der 50-Jahr-Feierlichkeiten der Lebenshilfe Landsberg in unterschiedlichen Räumlichkeiten gezeigt.

Ein weiteres Projekt für alle, die gerne Musik machen, ist das „Soundforum“. Eine Gruppe von Designern, Musikern, Instrumentenbauern und Programmierern hat im Rahmen eines EUCREA Designworkshops Ideen entwickelt, wie bekannte Instrumente verändert, erweitert oder ganz neu erfunden werden können. Diese so genannten „Accessible Instruments“ sollen Musik für jeden zugänglich machen.

Noch ein letzter Hinweis: Verpassen Sie nicht, das Landespflegegeld zu beantragen! Wer es bekommt und wo man den Antrag stellt, erfahren Sie auf Seite 73.

Was sagen Politiker zur Situation von Menschen mit Behinderung

Hier geht es zu unserem I. Teil: Wir fragen – Politiker antworten

Wie eng der Bezirk Oberbayern bei seinen Entscheidungen mit Menschen mit Behinderung verbunden ist, zeigte sich in den Statements und Wortmeldungen der Lebenshilfe-Veranstaltung „Wir fragen, Politiker antworten“ der OBA am 21. Juli. Alle Politiker gaben ein kurzes Statement. Hier ein kleiner Auszug:

Peter Puhlmann mit Julia Bader (links) von der OBA, die den Abend meisterhaft organisierte, und Monika Dollinger vom Bayerischen Rundfunk. Sie moderierte die Beiträge. Text & Fotos: Gerd Spranger

Josef Loy (CSU) will die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung verbessern. Er betont: „Dafür brauchen wir den richtigen Rahmen, die richtigen Voraussetzungen. Es muss Menschen mit Behinderung möglich sein, in allen Lebenssituationen mitmachen (teilhaben) zu können.“ Hilfen sollen dabei nicht nach dem Prinzip Gießkanne – also überall etwas – sondern auf den einzelnen Menschen angepasst werden.

Er bedanke sich bei den Zuhörern für ihren Mut und ihre offenen Worte.

Helga Hügenell (SPD) sieht in offenen und neuen Wohnformen, etwa wenn Studenten mit Menschen mit Behinderung zusammen leben, einen guten Weg der Inklusion. „Auch bringt das Bundesteilhabegesetzt (BTG) deutliche Verbesserungen, etwa wenn es ermöglicht, mehr Geld für sich selbst zu behalten“, bekräftigt sie. Wünschenswerte sei auch, das Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt bessere Chancen erhalten.

Ihr Appell: „Das Hin- und Her der Zuständigkeiten muss aufhören.“

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sprach von der sozialen Verantwortung des Bezirks und der Gesellschaft.

Rainer Schneider (Freie Wähler) appelliert an das Gemeinwohl. „Jeder sollte seine Verantwortung tragen und es müsse in der Gesellschaft wieder viel mehr ‚das Wir‘ gelebt und gedacht werden“, so der Politiker. Nur gemeinsam könne man die Herausforderungen schaffen. „Alt und Jung gemeinsam und auch Menschen mit Behinderung müssen wir einfach mitnehmen, einbinden. Dafür müssen auch die nötigen Mittel zur Verfügung stehen.“

Sein Wunsch: „Es sollte jedes neue Gebäude behindertengerecht gebaut werden.“

Petra Tuttas (Die Grünen) sieht ihre Partei nicht nur auf den Umweltschutz ausgerichtet sondern auch auf die Anliegen der Menschen. Sie ist sich sicher: „Es ist ‚grüne Politik‘ gewesen, die sich für die Schaffung und Einführung der „Leichten Sprache“ engagierte und ihr zum Durchbruch verholfen hat.“ Sie will im Bezirk eine eigene Beschwerdestelle schaffen, an die sich Menschen mit Behinderung wenden können.

Ihr Eindruck: „Es war schön, hier die Lust auf Politik zu erleben.“

Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste bei der Lebenshilfe München und Dr. Frauke Schwaiblmair, Vorsitzende des Behindertenbeirates des Landkreises München. Sie halten ein großes ‚Stop-Schild‘, denn um „Leichte Sprache“ wird gebeten.

Gräfin von Barbara Baudissin-Schmidt (FDP) sieht in der Kompetenz eigene Entscheidungen treffen zu können, einen wesentlichen Beitrag der Inklusion. „Man soll nicht dafür bitten müssen, etwas zu dürfen. Auch darf es nicht fünf verschiedene behördliche Stellen geben, an die sich der/die Betroffene wenden muss, um zu seinem Recht zu kommen. Das müsse intern anders und besser geregelt werden.“

Sie bedankte sich für das gemeinsame Gespräch, das Interesse und die Anliegen der Betroffenen selbst zu hören und zu sehen.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer bezeichnet den Bezirk als das „Soziale Gewissen“ der Gesellschaft. Es sei vor allem der Bezirk, der die Schwerpunkte in der Sozialpolitik umsetze. Im Focus dabei stehe die körperliche, geistige und seelische Gesundheit des Menschen. „Ein Mensch darf in seiner Persönlichkeit nicht behindert werden“, bekräftigt er. Er freut sich, dass der Bezirk Oberbayern in dieser Hinsicht schon viel erreicht habe.

Menschen mit Behinderung artikulieren ihre Forderungen. Monika Dollinger moderiert.

Im Bezirk selbst gelte es dann, über alle politischen Parteien und Interessen hinweg immer wieder eine Mehrheit für nötige Verbesserungen zu erreichen. Dabei sei er als Präsident besonders gefordert.

Sein Schlusswort: „Wir müssen gemeinsam für individuelle Lösungen offen sein.“

In der Diskussionsrunde ging es um ganz alltägliche Dinge wie mehr Taschengeld oder mehr Geld für Kleidung. Aber auch die schwierige Wohnsituation in München wurde angesprochen, die Notwendigkeit von Förderschulen, viel zu niedrige Renten und die Behindertenrechtskonvention. Mehr Personal, Tagesbetreuung und eine ganz besondere Frage, in der sich alle einig waren: „Warum brauchen Behörden oft so lange, um einen Antrag zu bearbeiten bzw. einen Bescheid zu erstellen?“

Harry Zipf bedankt sich bei Julia Bader für ihre engagierte Arbeit.

Es klang dann schon fast wie ein Zugeständnis, als Bezirkstagspräsident Josef Mederer einräumte, „dass es unbedingt Regularien und klare Vorgaben braucht, man aber im Einzelfall häufig nochmal ‚hinschauen‘ müsse.“

Politik trifft auf Menschen mit Behinderung

Sie gaben ein persönliches Bekenntnis für eine Förderung von Menschen mit Behinderung ab. Von links nach rechts: Josef Loy (CSU), Helga Hügenell (SPD), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Rainer Schneider (FWG), Petra Tuttas (Die Grünen), Gräfin von Baudissin-Schmid (FDP). / Text & Fotos: Gerd Spranger

„Wir fragen, Politiker antworten“, war das Motto zu dem die OBA der Lebenshilfe München am Samstag 21. Juli eingeladen hatte. Dabei ging es nicht um die Politik im allgemeinen, sondern um sehr konkrete, sehr persönliche Politik. Eingeladen waren nämlich Politiker aus dem Bezirkstag, der sich am 14. Oktober zur Wiederwahl stellt. Der Bezirk Oberbayern ist jene Behörde, von der die Lebenshilfe München, wie auch andere soziale Einrichtungen, einen Großteil ihrer Gelder erhalten. Der Bezirk entscheidet darüber, wie viel für welche Leistungen bezahlt wird, „in enger Absprache und Abstimmung mit den Trägern (also etwa der Lebenshilfe München)“, betont Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Darauf lege ich großen Wert“, ergänzt er.

Geschäftsführer der Lebenshilfe München (l.), Peter Puhlmann, im Gespräch mit Bezirkstagspräsident Josef Mederer

Hauptsächlich haben die Verantwortlichen beim Bezirk aber mit den Geschäftsführern, Vorsitzenden und Fachbereichsleitern zu tun, kaum mit jenen Menschen selbst, über die entschieden wird. Somit wäre auch das Motto des Abends ‚Politik trifft auf Menschen mit Behinderung‘ sehr passend gewesen. Das zumindest haben alle geladenen Politiker betont. Es war für sie ein ganz besonderes Erlebnis, selbst mit Menschen mit Behinderung im Dialog zu sein. „Es wäre schön, so etwas zu wiederholen, gerne auch in einem größeren Rahmen“, bekräftigen sie zum Schluss der Veranstaltung.

Die Moderation der Veranstaltung übernahm Monika Dollinger vom Bayerischen Rundfunk. Organisiert hat diesen Tag der Begegnung Julia Bader von der OBA der Lebenshilfe München. Eine Mutter bewegte noch der spezielle Hintergrund, dass Menschen die allein mit einer körperlichen Behinderung leben, nicht zu vergleichen seien mit Menschen mit geistiger Behinderung, zu der dann ja häufig auch noch körperliche Einschränkungen dazu kommen. Dieses Thema aber wurde an diesem Abend nicht diskutiert.

Demnächst lesen sie mehr zum Thema. Was sagen die Politiker im Einzelnen und um welche Fragen drehte sich die Diskussion.

 

Wir fragen und Politiker antworten

Wahl von Landtag und Bezirkstag

In drei Monate, am 14. Oktober, wird in Bayern nicht nur der Landtag, sondern auch der Bezirkstag neu gewählt. Die Lebenshilfe München lädt darum am 21. Juli zu einer Diskussionsrunde ein. Politik heißt: Sie haben die Wahl! Wir fragen – Politiker antworten. In Oberbayern ist der Bezirkstag mit 67 ehrenamtlichen Bezirksräten besonders groß. Neben Kulturpflege, Schulwesen und Naturschutz bringt das Gremium wichtige Prozesse im Gesundheitswesen (Einrichtungen für Psychiatrie, Neurologie und Suchtkranke) und Sozialwesen voran. Vor allem im Sozialwesen geht es um die Unterstützung überörtlicher Träger der Sozialhilfe für Menschen mit Behinderung und ältere Mitbürger. Damit bringen die Bezirksräte auch für die Lebenshilfe München wichtige Prozesse voran.

Leistungen in Anspruch nehmen

Die Lebenshilfe lädt darum zu einem politischen Treffen ein. Politiker und Bezirksräte erzählen von Ihren Zielen und antworten auf Fragen. Für Menschen mit Behinderung, ihre Angehörigen und Betreuer, ist es natürlich wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien Leistungen verteilt werden. Es geht also ums Geld, beim Bezirk Oberbayern jährlich um 1,5 Milliarden Euro. Ein anderer Bereich betrifft ‚das Wohnen‘ bei der Lebenshilfe München. Es stehen nicht nur große, kostenaufwändige Modernisierungen an, sondern es braucht auch mehr und gutes Personal in den Wohneinrichtungen, also beim ‚Ambulant betreuten Wohnen‘, in den Wohnheimen und bei den offenen Wohngemeinschaften.

Neue Gesetze und neue Ansprüche

Wo kann der Bezirk hier helfen? Welche Ideen und Vorstellungen wollen die Politiker in den Bezirk einbringen? Hilfe und Begleitung brauchen Menschen mit Behinderung im ganz normalen Alltag. Mit Inkrafttreten des neuen Pflege-Stärkungs-Gesetzes im Jahr 2015 haben jetzt grundsätzlich alle Pflegebedürftigen Anspruch auf Betreuung durch Alltagsbegleiter. Wie aber schaut das konkret aus, vermittelt der Bezirk? In welchem Umfang haben Betroffene Anspruch auf Begleitung im Alltag?

21. Juli bei der Lebenshilfe München

Es verspricht also spannend zu werden am 21. Juli bei der Lebenshilfe München. Politik heißt: Sie haben die Wahl! Wir fragen – Politiker antworten. Ort der Veranstaltung ist der Garten der OBA der Lebenshilfe München in der St.-Quirin-Straße 13a in München. Beginn ist um 17 Uhr und Ende um etwa 20 Uhr. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Vortragssaal (1. OG) der Lebenshilfe München statt.

Monika Dollinger vom Bayrischen Rundfunk leitet das Gespräch. Für das leibliche Wohl ist mit einer bayrischen Brotzeit, kühle Getränke und tolle Musik gesorgt.

Zur Diskussion stellen sich:

Josef Loy (CSU)
Helga Hügenell (SPD)
Rainer Schneider (Freie Wähler)
Petra Tuttas (Die Grünen)
Gräfin von Barbara Baudissin-Schmidt (FDP)

Weitere Informationen unter:
https://www.lebenshilfe-muenchen.de/veranstaltungen/wir-fragen-politiker-antworten/
Lesen Sie auch:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2014/02/04/politiker-im-gesprach-mit-der-lebenshilfe-munchen/

Neue Ehrenamts-Vertretung bei der Lebenshilfe München

Die OBA der Lebenshilfe München erreicht mit Ihren Angeboten etwa 500 Menschen in und um München. In den wöchentlichen Clubs, bei den Angeboten aus dem Freizeit- und Bildungsprogramm und auf den Reisen verbringen Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit zusammen. Das alles ist möglich durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. „Mit unseren begleiteten Reisen sind wohl an die 100 Ehrenamtlichen bei uns aktiv“, erzählt die Sozialpädagogin Monika Barbato.

Viel Organisation und Abstimmung

Die neue Ehrenamtlichen-Vertretung der OBA (von links n. r.): Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele und Dominik Cappello. Nicht im Bild ist Max Kreutzer

Da ist viel Organisation und Abstimmung gefragt. Deswegen wird bei der OBA der Lebenshilfe München schon lange eine eigene Ehrenamts-Vertretung gewählt, die für fünf Jahre im Amt bleibt. Im Januar waren Neuwahlen und die neuen Vorsitzenden, Heike Bloching-Schwarz, Angelika Eisele, Dominik Cappello und Max Kreutzer kamen zu einem ersten Arbeitstreffen gemeinsam mit den Hauptamtlichen zusammen. Die Ehrenamtlichen-Vertretung ist das Bindeglied zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen.

Ein wichtiges Bindeglied der Lebenshilfe

Sie geben Ideen und Verbesserungsvorschläge aus den Reihen der Ehrenamtlichen weiter und vermitteln bei Problemen. „Manch einer traut sich vielleicht nicht sich direkt an einen Hauptamtlichen zu wenden. Oder jemand unserer Ehrenamtlichen ist im Krankenhaus, oder in anderen Nöten. Da ist es gut, wenn die Kommunikation auch unter unseren Ehrenamtlichen funktioniert, man füreinander da ist“, erklärt Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste bei der Lebenshilfe München.

Die andere Perspektive zeigen

Seit über zwei Jahren sind in der OBA auch Ehrenamtliche mit Behinderung aktiv. Sie leiten im Freizeit- und Bildungsprogramm eigene Angebote und Veranstaltungen. Deswegen ist auch ein Ehrenamtlicher mit Behinderung in die Ehrenamts-Vertretung gewählt worden. Dominik Cappello ist 2010 durch eine Freundin dazu gekommen und hat das Angebot schnell zu schätzen gewusst. Seine Mutter ermutigte ihn, sich mehr einzubringen und sich als ehrenamtlicher Leiter bei der OBA zu engagieren. Jetzt wurde er zum Vertreter gewählt. Dominik möchte vor allem gegenüber anderen Ehrenamtlichen ansprechbar sein. Er möchte, dass es auch den Ehrenamtlichen gut geht.

Dinge anpacken die Spaß machen

Angelika Eisele etwa hat während ihres Studiums in Freiburg zur Lebenshilfe Lörrach gefunden. Als Reise-Begleiterin hat sie erste und intensive Erfahrungen gesammelt und seitdem lässt sie die Begleitung von Menschen mit Behinderung nicht mehr los. Nach ihren Umzug hat sie sich vor drei Jahren gezielt an die Lebenshilfe München gewandt, sie wollte weitermachen. Sie empfiehlt auch anderen Menschen sich ehrenamtlich zu engagieren. Ihr besonderer Tipp dabei: „Suchen sie einen Bereich der Spaß macht. Davon nimmt man selbst auch unglaublich viel mit. Anderen Ehrenamtlichen rate ich darauf zu achten, ob es einem dabei selbst gut geht. Ansonsten stößt man schnell an seine Grenzen.“ Das empfindet Angelika Eisele bei der OBA so positiv. “Wir verbringen gemeinsam Freizeit und unternehmen Dinge, die wir auch selbst gerne machen.“

Neue Ideen vermitteln

Als EAV (Ehrenamts-Vertretung) sieht sich Angelika als Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen, insbesondere für Themen oder Probleme, bei denen man sich ungern an Hauptamtliche wendet. Hier möchte sie vermitteln und helfen Lösungen zu finden. Auch nimmt sie neue Ideen oder Verschläge aus dem Kreis der Ehrenamtlichen auf und trägt sie an die Hauptamtlichen heran.

Lesen Sie auch zum 40-Jährigem OBA-Jubiläum:
Link: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2018/03/06/40-jahre-oba-gott-sei-dank/

Neue Kleinbusse in Putzbrunn

Im Juni erhielt die Wohneinrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn einen neuen zweiten Bus. Bei den Mitarbeitern und Bewohnern war die Freude groß. Zur Einweisung des neuen Fahrzeugs mit Hebebühne für Rollstuhlfahrer fanden sich darum auch gleich viele Interessierte aus beiden Häusern ein. Es wurde gefragt und probiert. Natürlich auch die Rollstuhltauglichkeit des neuen VW-Bus. Große Begeisterung fand bei allen die Klimaanlage und auch die komfortable Höhe des Fahrzeuges.

Bereits einige Wochen zuvor wurde ein anderer Bus in Putzbrunn durch einen neuen VW-Bus getauscht. Auch hier fanden Klimaanlage und der große Kofferraum großen Zuspruch. Er wird vor allem für Ausflüge und Einkäufe eingesetzt. Das Fahrverhalten und Komfort konnte hier schon bei diversen Ausflügen der Bewohner während der Urlaubswochen getestet werden.

Wir freuen uns über das neue gute Fahrgefühl und ich wünsche allen Mitarbeitern und Bewohnern allzeit gute Fahrt. Beide Busse sind Neun-Sitzer. Durch Herausnahme der Rückbank bietet er auch Platz für den Rollstuhl, und verfügt dann über sieben Plätze.

Renate Bauer

Ein Sommerfest in Giesing

Heute wird wieder zum Sommerfest nach Giesing eingeladen. Das St.-Quirin-Fest endet
um 22.00 Uhr mit einem Feuerwerk. Getragen wird es von den Organsiationen:
Förderstätte ‚Die Brücke‘, die ‚Lebenshilfe München‘, das Münchner Förderzentrum
und das kirchliche Hilfswerk Regens Wagner.

Barry Werkmeister führt wieder durch das Programm. Unterstützt wird
das Sommerfest durch die Bayerische Polizei, das Rote Kreuz,
vielen Akteuren, Helfern und Spendern. Herzlich Willkommen!

 

Ein Sommerfest in Putzbrunn feiern

Die Wohneinrichtung der Lebenshilfe München in Putzbrunn hat eingeladen und gekommen sind Bewohner, Eltern, Verwandte, Freunde und Mitarbeiter. Sie feierten im großen Garten zwischen den beiden Häusern ein Fest. Mit köstlichem Kuchen, selbst gebacken vor Ort, duftenden Schweinsbraten, gegrillten Würstel und viele gesunde Salate aus den Wohnküchen der Einrichtung bereiteten viele fleißige Helfer ein großes Buffet für das Sommerfest.

Dazu gab es ein buntes Festprogramm: Die aus den verschiedenen Wohngruppen sich findende Tanzgruppe „Heiße Sohlen“ tanzten und animierten alle zum Mitmachen. Die einzelnen Wohngruppen stellten sich vor: mit Gedichten, Liedern und künstlerischen Objekten. Dazu gab es ein Märchenzelt, in dem die Märchentante (was sonst?) Märchen vorlas, an der Spiekerwand konnten Luftballons abgeschossen werden und bei heißen Rhythmen legte so mancher ein Tänzchen ein.

Es gab viel Zeit zum Plaudern, Tratschen, Reden und Diskutieren. Das ist Sommer. Und der Sommer ist ein Fest. Auch Renè Pfeifer, der Bereichsleiter Wohnen von der Lebenshilfe München, bedankte sich über so viel Engagement bei Planung, Organisation und Durchführung des Sommerfestes. Für ihn war die gute Zusammenarbeit ALLER Gruppen in Putzbrunn wichtig und er wünscht sich für die Zukunft noch weitere gemeinsame Projekte. Er ergänzte: „Sie haben Ihre Einrichtung – und somit die Wohnen GmbH und die gesamte Lebenshilfe München – in wirklich professioneller und zugleich empathischer Weise präsentiert, dieses positive Bild gilt es weiter zu tragen und auch im Alltag zu leben.“

Bürger engagieren sich beim Fest im Weißenseepark

Das jährliche Stadtteilbürgerfest in Obergiesing, im Weißenseepark, mit dem klangvollen Titel „Sommer im Park“ schaffte es auch 2018 wieder mit einem vielseitigen Programm viele Besucher zu aktivieren. Pünktlich um 14.00 Uhr waren auch die Regenwolken über München hinweggezogen und die Sonne bahnte sich immer mehr ihren Weg. An einem Dutzend Ständen zeigte Giesing, was es an bürgerschaftlichem Engagement so alles zu bieten hat. Mit dabei auch wieder die Lebenshilfe München, die nur wenige hundert Meter entfernt, in der Sankt-Quirin-Straße ihren Hauptsitz hat, und mit der OBA viele inklusive Programme und Treffen organisiert und begleitet. Der Weißenseepark entwickelt sich immer mehr zu einem sozialen Begegnungsraum für die Anwohner des Viertels.

Die Offenen Dienste
der Lebenshilfe München

Zu den offenen Diensten der Lebenshilfe München zählt der Ambulante Pflegedienst (AD), die Angehörigenberatung, der Familienunterstützende Dienst (FUD), die Ferien- und Samstagsbetreuung, die Offene Behindertenarbeit (OBA) und die Schulbegleitung. Bei der OBA gibt es die Schwerpunkte: Freizeit und Bildung, Reisen und Club-Treffen. Erst letzte Woche wurde wieder das neue Heft – Freizeit erleben, Neues lernen, Freunde treffen – verschickt. Es präsentiert viele Termine, Angebote und Programme für die Freizeit.

Zum Vergrößern der Fotos einfach auf das Foto klicken oder unten auf die Diashow. Fotos: Gerd Spranger

 

Freizeit erleben, Neues lernen, Freunde treffen

Freizeit, Bildung, Begegnung – unter diesem Titel stand das Programmheft der OBA bisher. Die Prüfgruppe Leichte Sprache, eine Kooperation der OBA mit der Lebenshilfe Werkstatt, hatte Verbesserungsvorschläge, die sofort umgesetzt wurden. Deswegen heißt das Heft jetzt: Freizeit erleben, Neues lernen, Freunde treffen – mit vielen Terminen, Angebote und Programmen für die Freizeit.   Weiterlesen

Ein eindrucksvolles Inklusions-Sportfestival

Sport verbindet, Sport macht Spaß und Sport öffnet Perspektiven. Das war am Wochenende eindrucksvoll auf dem Münchner Marienplatz beim ersten Inklusions-Sportfestival zu erleben. Bei Musik, Tanz, Klettern, Tischtennis, Fußball und anderen Sportarten waren es vor allem Menschen mit Behinderung, die ihr Können, ihre Geschicklichkeit und ihre Leidenschaft für Sport demonstrierten. Ein buntes und anregendes Sportfestival im Herzen der Landeshauptstadt, das ‚Lust auf Mehr‘ machte.

Eine prominent besetzte Bühne: mit Stadträtin Gabriele Neff in Vertretung des Oberbürgermeisters Dieter Reiter, Sportreferentin Beatrix Zurek, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, Oswald Utz, Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber und Handballprofi Lucas Krzikalla. Foto: gsp

‚Lust auf Mehr‘ haben die meisten Menschen im sportlichen Bereich. Es ist aber eine Frage der Disziplin und Motivation ‚dabei zu bleiben‘. „Bei der OBA der Lebenshilfe München etwa gibt es eine eigene Sportgruppe mit zehn Mitgliedern“, erzählt Sarah Höhendinger. „Dazu haben wir noch sechs Ehrenamtliche die sich hier sportlich engagieren.“ Auch in der Lebenshilfe-Wohngruppe-West ist man sportlich mit wöchentlichem Training unterwegs.  Weiterlesen

29. Juni: Sommer im Park

Ein Fest von Bürgern für Bürger

Das Giesinger Stadtteilfest ‚Sommer im Park‘, im Weissenseepark, ist Ausdruck der gefühlten Zusammengehörigkeit in dem alten Stadtteil, der 1854 mit Haidhausen und der Au eingemeindet wurde. Die Giesinger aber verstehen sich immer noch als solche, sind stolz auf ihren Stadtteil, in dem der große, zentral gelegene Weissenseepark ein gern besuchtes Freizeitgelände für ‚Jung und Alt‘ ist.   Weiterlesen

Dem Kraut beim Wachsen zusehen

Im Sommer beschenkt uns die Natur mit üppigen Grün, man kann dem Kraut fast beim Wachsen zusehen, wie etwa im Krautgarten von Unterhaching. Hier hat auch die HPT (Heilpädagogische Tagesstätte) der Lebenshilfe München zwei Beete in dem großen Gemeinschaftsgarten. Bei dem von Bündnis 90/ Die Grünen 2016 initiierten Projekt gibt es keine persönliche Parzellen. Alle arbeiten und ernten gemeinsam.   Weiterlesen