Lebenshilfe München hilft bei Down-Syndrom

Am 21. März ist der Welt-Down-Syndrom-Tag 2017

Heute am Welt-Down-Syndrom-Tag, gilt das öffentliche Interesse Menschen, die nur selten in der Öffentlichkeit stehen. Integration scheint durch sehr frühe Hilfe und Förderung, praktisch schon von Geburt an, gelungen zu sein. Inklusion als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft vielleicht noch nicht ganz. Es ist wie mit allen Menschen, die nicht ganz so leistungsstark, nicht ganz so angepasst, nicht ganz so wirtschaftlich erfolgreich sein können. Beim Down-Syndrom ist es das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosoms, das Menschen ‚anders macht‘, auch bekannt als Trisomie 21.

Auch im L.I.E.S. – Heft der Lebenshilfe München gibt es immer wieder redaktionelle Hilfen für Menschen mit Down-Syndrom.

In ihrem Anders-Sein aber bereichern Menschen mit Down-Syndrom unser Leben und unsere Gesellschaft. Sie erinnern uns in ihrer unkomplizierten Art und Offenheit häufig daran, was unser Menschsein und unser Leben wirklich ausmacht. Es ist nicht unsere Leistung, die beste Qualifikation, der Erfolg, Ruhm und Reichtum, am Besten alles zusammen. Es ist das Leben selbst, das zählt. Der tiefe Blick, das zaghafte Lächeln, die erfrischende Herzlichkeit, die unkomplizierte Begegnung von Mensch zu Mensch.

Und doch entscheiden sich neun von zehn Frauen bei der frühen Diagnose ‚Down-Syndrom‘, ihr Kind abzutreiben. Die Frage scheint darum berechtigt, ob behinderte Kinder mit Trisomie 21 einen Platz in unserer Gesellschaft haben, in einer profitorientierten Leistungsgesellschaft. Dem entgegen steht das Recht auf Teilhabe, auf Leben. Auch die Eltern selbst haben Ängste, stehen vor Fragen der Lebensplanung, der Zukunft. Und doch kennt die Lebenshilfe München viele Eltern, die um nichts in der Welt ihr Kind mit Down-Syndrom missen wollen. „Alles was wir an Zeit und Energie in die Förderung unseres Kindes investiert haben, haben wir voll und ganz von ihm zurück bekommen“, berichtete kürzlich eine Mutter.

Eltern, Geschwister, Freunde lernen die besondere Eigenart des Kindes früh schätzen, sie haben eine so fröhliche und offene Art. Bei ihnen muss man nicht immer funktionieren, man sieht und lernt von ihnen die einfachen und selbstverständlichen Dinge zu schätzen. Ein kostbares Gut in unserer Zeit. Es ist darum richtig, den Blick heute, am 21.03.2017, auf Menschen mit Down-Syndrom zu richten. Sie halten uns auf ihre ganz eigene Weise einen Spiegel vor. Wie gehen wir als Menschen und auch als Gesellschaft damit um? Die Lebenshilfe München steht Eltern bei ihren Fragen, oft auch bei ‚behördlichen Wegen‘, aktiv und beratend zur Seite.

Einen interessanten Beitrag
zum Thema finden Sie unter:

http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/tagesgespraech/welt-down-syndrom-tag-114.html

Kennen Sie Bobby?
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2015/11/16/ein-mensch-ohne-macke-ist-kacke

Lebenshilfe: Vom Elternverein hin zu einem gemeinnützigen Wirtschaftsunternehmen

Vom Anfang der Lebenshilfe bis in die 80er-Jahre

Um die Arbeit der Lebenshilfe München einschätzen und verstehen zu können, hilft ein Blick in die Geschichte. Die spezielle Entwicklung des Elternvereins, der lange auch als Selbstinitiative von betroffenen Eltern wahrgenommen wurde, kam 13 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit nicht von ungefähr. Vielen Eltern erschien die Gründung der Lebenshilfe damals als ein “Lichtstrahl im Schattendasein ihrer behinderten Kinder. Eltern ermutigen sich gegenseitig, ihre Kinder nicht mehr zu verstecken, sondern selbstbewusst zu ihnen zu stehen. In zahlreichen Städten und Landkreisen gründen sie Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe und organisieren Hilfe und Förderung.“ (Quelle)

In den 60er-Jahren entstanden erste Tageseinrichtungen, Kindergärten und (Sonder-) Schulen. Dahin führte ein langer und harter Weg der Eltern, galten doch Menschen mit geistiger Behinderung als dafür ungeeignet. Heute völlig unvorstellbar, doch damals musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Menschen mit geistiger Behinderung sollten nicht mehr nur verwahrt – etwa in Psychiatrien – und versorgt, sondern gezielt gefördert werden.

In den 70er-Jahren entstanden dann die ersten Lebenshilfe-Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung, Frühfördereinrichtungen und betreute Wohneinrichtungen.

Mit dem Alter von Menschen mit geistiger Behinderung
wachsen auch die Angebote und die spezielle Förderung

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München erklärt: „Parallel zum Älterwerden der Kinder wuchsen die Angebote der Lebenshilfen in ganz Deutschland, auch hier in München. In den Heilpädagogischen Tagesstätten etwa betreuen wir die Menschen bis zum 18. Lebensjahr, und die Werkstätten ermöglichen den Einstieg und Verbleib im Berufsleben.“

Sehr viele Impulse und Fortschritte sind dabei dem unglaublichen Einsatz der betroffenen Eltern geschuldet, sowie den engagierten Pädagogen und Lehrkräften. Auch manches Gesetz, etwa die Novellierung des Bundessozialhilfegesetzes 1974 mit der Einführung eines einheitlichen Behindertenbegriffes, war nötig, um die rechtlichen Rahmenbedingungen und Fördergelder zu erwirken.

Original aus dem L.I.E.S. – Heft. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Der Betrieb von Tageseinrichtungen, die Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT) von heute, Frühfördereinrichtungen, Werkstätten und betreute Wohneinrichtungen waren natürlich mit einem rein ehrenamtlichen Engagement von Eltern nicht mehr zu schaffen. Dazu kam in den 80er-Jahren noch die Offene Behindertenarbeit (OBA) und später der Familienunterstützende Dienst (FUD).

„Ja damals, bis 1970, war die Lebenshilfe in München noch ein kleiner Verein, doch wir hatten immerhin schon 1000 Mitglieder. Neben einem kleinen Büro gab es noch eine Sekretärin, aber keine Wohnstätten, keine OBA und auch noch keine Elternberatung, zumindest offiziell nicht. Denn geholfen haben wir uns gegenseitig immer“, erinnert sich die Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe München, Gerlinde Englmann. (Quelle)

In den 80er-Jahren heutige Struktur geschaffen

Das änderte sich in den 80er-Jahren. Die Lebenshilfe München nahm langsam jene Form an und jenes Leistungsspektrum auf, das im Wesentlichen bis heute besteht. Ausgenommen der ‚Ambulante Dienst‘, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Die Organisationsstruktur als Verein blieb bis 2007 nahezu unverändert bestehen, und im Innenverhältnis war ein Geschäftsführer aktiv. Die zentrale Verwaltung, also etwa die Finanz- oder Personalverwaltung, wurde von hauptamtlichen Kräften bewältigt.

Das Neben- und Miteinander von Eltern, Betreuern, Hauptamtlichen, Fachkräften aus allen Bereichen, vor allem von Pädagogen, Erziehern und Heilerziehungspflegern, brachte einen ganz neuen Prozess in Gang. Es führte zu mehr Dynamik in der Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung.

Zur Unterstützung der Ziele und Aufgaben des Vereins „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Stadt und Landkreis München“ wurde bereits 1969 ein Kuratorium gegründet, das den Elternverein bei schwierigen Fragen und Entscheidungen bis heute immer begleitet. Es ist besetzt mit Politikern, Medizinern, Ärzten, Unternehmern und prominenten Persönlichkeiten.

Rehabilitation statt Verwahrung

Bei allem Wachstum und Erfolgen des Elternvereins war immer das Wohl und die Förderung der Kinder das zentrale Anliegen. Dabei hat sich in den Jahrzehnten bis in die 80er-Jahre einiges im Bewusstsein der Bevölkerung verändert. Hat man in den Anfängen noch um eine Rehabilitation statt einer Verwahrung gekämpft, normalisierte sich das Verhältnis zu Menschen mit Behinderung und man war um Integration bemüht. Langsam erreichte das Thema der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung das Denken von Politikern und Verantwortlichen. Auch hier waren es wieder die Eltern und Pädagogen, die es mit Nachdruck einforderten.

Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet bis heute die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2006. Doch bereits früher gab es klare Forderungen, etwa eine „Erklärung der Rechte geistig behinderter Menschen“ (Declaration on the Rights of Mentally Retarded Persons) aus dem Jahr 1971 oder die „Erklärung der Rechte der behinderten Menschen“ (Declaration on the Rights of Disabled Persons) aus dem Jahr 1975. Eine der Forderungen betraf den Schutz vor Diskriminierung für Menschen mit Behinderungen. In dieser Erklärung ist festgelegt, dass Menschen mit Behinderungen dieselben Menschenrechte genießen wie gleichaltrige nicht behinderte Menschen – und das ohne Einschränkung und unabhängig von der Art der Behinderung. (Quelle)

Wohngruppen für ein selbständiges Leben

Die unglaubliche Dynamik des Elternvereins ist auch innerhalb der Lebenshilfe München deutlich zu sehen. 1978 konnte die erste Wohneinrichtung in der Hofbauernstraße eröffnet werden. In den 80er Jahren folgten gleich sechs weitere Häuser und Wohnungen, wo Menschen mit geistiger Behinderung in kleinen Gruppen von bis zu 12 Personen unter Betreuung zusammenleben und ihren Alltag weitgehend selbständig gestalten. Alle Bewohner sind tagsüber in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung berufstätig.

Für den Elternverein bedeutete es nicht nur eine enorme finanzielle Leistung – für jedes der Häuser und Wohnungen bis zu einer Million Deutsche Mark. Es mussten die Objekte gefunden werden, Angebote verglichen, Verhandlungen geführt, Umbauten durchgeführt und letztlich auch die Organisation des Ganzen bis hin zum Bezug und zur Betreuung der Wohngruppen geleistet werden. Es war für die Lebenshilfe Neuland.

Mit einem Training auf die Freiheit vorbereiten

In einem frühen Erlebnisbericht im L.I.E.S.- Heft heißt es dazu: „Für den Einzug soll zunächst ein Wohngruppen-Training vorangehen. Ziel dieses Kurses war es, die Behinderten mit den Erfordernissen eines relativ selbständigen Lebens vertraut zu machen: vom Haushalten mit dem eigenen Geld, dem Vermitteln von hauswirtschaftlichen Fähigkeiten wie kochen oder putzen, dem Zurechtfinden in der Stadt, der Erledigung von Behördengängen bis hin zu sozialen Fähigkeiten, die im Zusammenleben wichtig sind.“

Bei der Standortwahl achtete man auf eine gute Anbindung an Bus und Bahn, sowie die Nähe zu Geschäften, Arztpraxen und Apotheken. Das Ganze war eine echte Meisterleistung der Lebenshilfe München in den 80er-Jahren. Und vor allem war man dem Ziel eines selbstbestimmten Lebens für Menschen mit geistiger Behinderung sehr nahe gekommen. Die Eltern wussten und wissen ihre Lieben bis heute ‚in guten Händen‘ und waren von mancher Sorge befreit.

In den 70er und 80er-Jahren fand der Elternverein zu seiner Struktur, wie sie heute im Wesentlichen besteht. Dies wird bei der Lebenshilfe München gut sichtbar.
In den Siebzigern: die Gründung der Werkstätten (1972 in Sendling), der mobilen Frühförderung (1976), der Offenen Behindertenarbeit (1977) und die Eröffnung einer ersten Wohnstätte (1978)

In den Achtzigern: folgten von 1980 bis 1988 der weitere Erwerb und Betrieb von sechs Wohnstätten, die Eröffnung der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) und Schule an der Neuherbergstraße, der Familienunterstützende Dienst (FUD) und die Gründung der Lebenshilfe Stiftung.

Ein nächstes großes und sichtbares Zeichen setzte die Lebenshilfe München 1997 mit dem Bezug des Büro- und Wohnkomplexes in der St. Quirin-Straße.

Lesen Sie dazu mehr in unserer nächsten Folge.

Reportage: Gerd Spranger

Kammerspiele mit inklusivem Programm

Kammerspiele in München mit inklusivem Programm

München will sich immer mehr als barrierefreie Stadt verstanden wissen und hat bereits 1973 einen Behindertenbeirat – mit heute acht Arbeitskreisen – gegründet. ‚München wird inklusiv‘ ist mehr als nur ein Slogan. Er soll die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben ermöglichen und ist eine der Kernforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der inklusive Anspruch wird auch bei den Kammerspielen sichtbar, die im April gleich bei 12 Aufführungen besondere Leistungen für Menschen mit Behinderung bieten. Bei zwei Aufführungen wird eine Audio-Deskription eingesprochen, drei Mal wird in Gebärdensprache übersetzt, bei zwei Stücken gibt es deutsche statt englische Übertitel und an vier Terminen werden besonders viele Plätze mit guter Sicht für RollstuhlfahrerInnen zur Verfügung stehen, so der Veranstalter.

Das Programminfo entnehmen Sie bitte den eingestellten Links. Es wird gebeten, eine Woche vor der Vorstellung geeignete Plätze reservieren zu lassen unter der Telefonnummer: 089 /233 966 00 oder eine Email schreiben an: Theaterkasse@kammerspiele.de

Der Link zum Programminfo: – hier –
Der Link zum Behindertenbeirat: – hier –
München wird Inklusiv, Link: – hier –

TERMIN – HINWEIS
Mobilität für alle – Wie erreichbar ist die Innenstadt?
Fachtag am 24.03.2017 im Rathaus, Marienplatz.

Lesen Sie auch von der Kampagne „I bin Minga“
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/12/02/neue-kampagne-i-bin-minga/

 

Das barrierefreie April-Programm der Kammerspiele München

40 Jahre begleitet L.I.E.S. die Lebenshilfe München

– Zum Jubiläum erhält das L.I.E.S.- Journal ein neues Layout

– Autoren und Zeitzeugen berichten zum 40jährigen Bestehen

Aus einem kleinen, einfachen Mitteilungsblättchen im Jahr 1977 – das schon damals den Titel LIES trug – ist längst ein ansehnliches Heft der Lebenshilfe geworden.
Es war damals ein Zeichen des Aufbruchs, „denn es gab für Menschen mit Behinderung kaum Informationen und Kontaktmöglichkeiten“, schreibt Hanni Holthaus, Redakteurin ‚der ersten Stunde‘, die im Jubiläumsheft ausführlich auf die Geschichte des Heftes eingeht, das sich immer mehr zu einem Journal entwickelt hat.

Im Mittelpunkt der Lebenshilfe München stehen damals wie heute Themen, die Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderung bewegen, die ihnen Sorgen, aber auch Freuden bereiten.
Erarbeitet werden die Inhalte jeder Ausgabe auch heute noch von einer ehrenamtlichen Redaktion. Sie besteht aus Müttern von Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderung, die ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. Die Beiträge sind authentisch und man spürt das Herzblut dahinter.

Immer aktueller Stoff und Zeitthemen

Die vielen Glückwünsche, die im Jubiläumsheft zu finden sind, bestätigen, dass die authentischen Einblicke in diese besonderen Familien sonst eher selten zu finden sind. Aber nicht nur Lob gibt es im aktuellen Heft, es werden auch provokante Fragen gestellt und Zeitthemen aufgegriffen. So ist der Titel eines Textes: „L.I.E.S.t Du noch oder twitterst Du schon?“ Dieser Beitrag beschäftigt sich damit, welchen Stellenwert heute noch gedruckte Hefte in einer Medienlandschaft haben, die sich zunehmend ins Internet verlagert.

Leichte Sprache und originale Texte

Optisch hat sich das L.I.E.S. in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals grundlegend gewandelt und auch das diesjährige Jubiläum war Anlass, einige Änderungen vorzunehmen. So wird die Zeitschrift in Zukunft nur noch dreimal im Jahr erscheinen, dafür aber ganz in Farbe und mit einer größeren Schrift. Dazu kommt eine neue Rubrik: „Blick•punkt Leichte Sprache“. Hier sollen Texte in Leichter Sprache zu finden sein sowie Informationen und Hinweise auf Internetseiten, Broschüren und Informationen in Leichter Sprache. Auch die Texte von Menschen mit Behinderung finden in diesem Teil des LIES-Journals ihren Platz, bieten ein Forum bei der Lebenshilfe München.

Titelbild: 40 Jahre und ein geschenktes Leben

Noch eine Bemerkung zu unserem Titelbild. Zu sehen ist hier ebenfalls ein Geburtstagskind: Katharina Popp. Sie ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden und keiner hätte je für möglich gehalten, dass sie dieses Alter erreichen würde. Ihre schwere Mehrfachbehinderung machte der Familie und auch den Ärzten von Anfang an große Sorgen. Doch bis heute hat sie tapfer alle Krisen gemeistert. Herzlichen Glückwunsch, Katharina!

Sixt hilft Lebenshilfe: Kinderlachen und Herzensspenden

Manches Engagement, manche Spenden, haben eine ganz eigene, eine besondere Geschichte. Etwa wenn aus der Devise “Tue Gutes und rede darüber“ ein Herzensanliegen wird, so wie es die Lebenshilfe München durch den Autovermieter SIXT erleben durfte. Ganz am Anfang der Geschichte aber steht ein persönliches Schicksal, nämlich ein junges Elternehepaar mit der Sorge um ihre Tochter. Bei der Geburt lautete die Diagnose ‚Down-Syndrom‘. Ungewissheit, Sorge und Ängste trüben den schönsten Moment im Leben, die Geburt ihrer ersten Tochter. Wird sie mit dieser Beeinträchtigung ein glückliches Leben führen können, und was können wir, die Eltern, für sie tun, können wir was tun? Fragen gehen durch den Kopf, sie legen sich auf das Denken, auf das Gemüt, beeinflussen das ganze Leben.

Gemeinsam schaffen wir das!

Schnell aber sind sich die Eltern einig, stellen sich der Herausforderung mit einem ‚wir schaffen das‘. Mit neuem Mut suchen sie Rat und Hilfe und finden ihn bei der Lebenshilfe München. Die Frühförderung leistet von Anfang an Hilfe, schon im Krankenhaus. Sie zeigen den Eltern Möglichkeiten und Perspektiven auf, nehmen Ängste und Verunsicherung, während das Kleinste medizinisch bestens versorgt ist. Maria-Anna Link koordiniert die Frühfördereinrichtungen der Lebenshilfe München und leitet seit 1989 die Frühförderung in Feldkirchen. Sie erklärt: „Es wirken in der interdisziplinären Frühförderung ganz unterschiedliche Fachrichtungen zusammen, von Psychologen, Pädagogen und Therapeuten bis hin zu Fachärzten. Besonders die Eltern sind eng in die Therapie mit eingebunden. Sie müssen die Behandlung und ihre Ziele verstehen und sie auch in einfachen Übungen zuhause vertiefen und fortführen.“

Frühförderung betreut Zuhause und in Kindergärten

Das Ehepaar Melzer fühlte sich gleich verstanden und sieht heute für ihre kleine Tochter eine gute Perspektive, auch mit Down-Syndrom das Leben ‚zu meistern‘. Für Marcus Melzer rückte die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung dadurch in den Focus. Allein in und um München sind 100 MitarbeiterInnen der Lebenshilfe München für die Frühförderung unterwegs. Sie betreuen 700 Kinder und ihre Familien an vier Standorten, meist aber mobil in den Kindergärten oder direkt bei den Familien zuhause.

SIXT Executive-Manager Marcus Melzer, Maria-Anna Link und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Die Grafiken im Hintergrund zeigen die komplexe Struktur und die vielfältigen Aufgaben der Lebenshilfe München. „Der Elternverein hat die letzten sieben Jahre einen intensiven Prozess der Professionalisierung durchlaufen“, bekräftigt Peter Puhlmann. / Foto: gsp

Große Spende für die Lebenshilfe München von SIXT. Executive-Manager Marcus Melzer, Maria-Anna Link und Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Die Grafiken im Hintergrund zeigen die komplexe Struktur und die vielfältigen Aufgaben der Lebenshilfe München. „Der Elternverein hat die letzten sieben Jahre einen intensiven Prozess der Professionalisierung durchlaufen“, bekräftigt Peter Puhlmann. / Foto: gsp

Als Executive-Manager bei der Sixt GmbH & Co. Autovermietung KG sah der junge Familienvater dabei nicht nur die persönliche Situation seiner Familie, sondern auch das Unternehmen und die Arbeit der Frühförderung. Auch das firmeneigene CSR-Programm „Tränchen Trocknen“ der Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung setzt sich seit vielen Jahren für das Wohl von Kindern ein, weltweit.

Es war ihm so ein Bedürfnis etwas von der erfahrenen Hilfe zurück zu geben, selbst zu helfen. Es brauchte dazu nicht viel Überzeugungsarbeit, denn die Regine Sixt Kinderhife realisiert und fördert jährlich um die 20 Projekte.

Über die erste Spende über 3300 Euro freut sich bereits Maria-Anna Link und natürlich auch Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. Für die Frühförderung wird ein kompletter Satz an therapeutischen Spielgerät angeschafft, das thematisch in sechs Koffern geordnet und so auch für den mobilen Einsatz geeignet ist. „Lernen erschöpft sich nicht im medialen drücken von Tasten. Es ist ein ganzheitlicher Prozess zu dem Eindrücke wie fühlen, erfahren, kombinieren, ausprobieren, sehen, riechen und viele andere Dinge mehr zählen. Es ist das natürliche Spielen, wie es Menschenkinder seit Jahrtausenden tun, das uns lernen und verstehen lässt. Der Pertra Komplett-Satz des Herstellers Pedalo bietet dafür umfassendes Spiel-, Lern- und Anschauungsmaterial“, freut sich die Pädagogin.

Peter Puhlmann nutzte die Gelegenheit und gab einen umfassenden Überblick über die Angebote der Lebenshilfe München, die von der Frühförderung bis hin zur Betreuung im Alter reichen. „Der Elternverein hatte und hat immer den Anspruch Menschen mit Behinderung ein Leben lang zu begleiten und zu fördern“, so der Geschäftsführer. Ebenso zeigte er die großen Projekte der Lebenshilfe für das Jahr 2017 auf.

Lesen Sie mehr in unserem aktuellen Blogbeitrag – hier

Wissens-Wertes zu SIXT

SIXT wurde1912 in München von Martin Sixt gegründet.
In dritter Generation ist Erich Sixt heute noch als Vorstandsvorsitzender aktiv,
ebenso seine Frau Regine, die Gründerin der ‚Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung‘.

Mit Alexander und Konstantin Sixt stellt heute die vierte Generation in dem global
agierenden Unternehmen (112 Länder) die Weichen für die Gesellschaft.

2013 geht SIXT an die Börse: Umwandlung in die SIXT AG, in die Rechtsform einer
Europäischen Gesellschaft in die heutige SIXT SE

SIXT in Zahlen (2015):

2,18 MIA Umsatz bei einem Konzernergebnis
von 185,2 Mio und 172.400 Fahrzeugen

SIXT ein Bekenntnis:

„Wir sind ein Familienunternehmen. Mit über 5000 Familienmitgliedern in über 100 Ländern. Und egal, wie groß wir noch werden – wir werden immer mehr Familie, als Unternehmen sein. Denn jede Familie ist einzigartig.“

Links für weitere Informationen finden Sie unter:

Homepage:
https://www.sixt.de/

Kinderhilfe:
http://www.drying-little-tears.com
http://www.regine-sixt-kinderhilfe.de

Trailer:
https://www.youtube.com

Lebenshilfe informiert zum BTHG – Neues Gesetz, neue Regeln

So sieht die neue Informations-Plattform der Lebenshilfe aus

Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Lebenshilfe München informiert zum Bundesteilhabegesetz

Die Lebenshilfe informiert zum Bundesteilhabegesetz BGHG

Mit Inkrafttreten des neuen BTHG (Bundesteilhabegesetz) wird die „Pflegelandschaft“ in Deutschland verändert. Vieles wurde zum Guten hin verbessert, und dafür hat sich die Lebenshilfe und Sozialverbände intensiv eingesetzt. Jetzt stellt die Bundesvereinigung der Lebenshilfe auf ihrer Internetseite ausführliche Informationen zu den neuen Bestimmungen und Regeln zur Verfügung. Auch werden mehrere Seminare zu dem neuen Gesetz angeboten, zum Beispiel am 9. März in München (siehe Link).

Die Initiative der Lebenshilfe bleibt ihrem Anspruch nach ‚Teilhabe statt Ausgrenzung‘ treu. Die Lebenshilfe schreibt zu ihrer neuen Informations-Plattform:

„Noch haben wir nicht alle Ziele erreicht und noch ist an vielen Punkten nicht klar, wie sich die konkrete Umsetzung der neuen Gesetze für Menschen mit Behinderung auswirken wird. Mit einem Wort: BTHG und Co. bedürfen auch weiterhin unserer informierten und kritischen Begleitung.“

Team Wallraff – Undercover-Recherche in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Die vom „Team Wallraff“ in der RTL-Sendung gezeigten Übergriffe widersprechen allen Werten, für die sich die Lebenshilfe und die Lebenshilfe München seit über 55 Jahren einsetzt. Die Sendung vom 20. Februar zeigte Vorfälle in Werk- und Wohnstätten, die Übergriffe gegenüber Menschen mit Behinderung darstellen. Die Lebenshilfe München ist von diesem massiven Fehlverhalten sehr betroffen.

Was dort zu sehen war, widerspricht all unseren Werten und unserem Engagement mit und für Menschen mit Behinderung. „In den Einrichtungen vor Ort sind seit Bekanntwerden der Vorfälle Mitte Januar Maßnahmen zur Aufklärung eingeleitet worden“, bestätigt die Bundesvereinigung der Lebenshilfe. Dabei sollen bei den in der Reportage gezeigten Einrichtungen die Aufsichtsbehörden eingeschaltet und die Übergriffe angezeigt worden sein.  Weiterlesen

Fragen zum Bundes-Teilhabegesetz BTHG

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Was bedeutet das neue BTHG (Bundes-Teilhabe-Gesetz) für Menschen mit Behinderungen, ihre Familien, für Betreuer und Angehörige?

Das BTHG tritt in mehreren Schritten in Kraft und bringt Veränderungen in der Eingliederungshilfe sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch für die Lebenshilfen als Anbieter von Leistungen mit sich.  Weiterlesen

Ein selbstbestimmtes Leben führen

Menschen begleiten und fördern hin zu mehr Verantwortung

Christian Kerler ist Koordinator bei der Lebenshilfe München für den Bereich ‚Wohnen‘. Er freut sich über die geplante Modernisierung von drei alten Wohnhäusern des Elternvereins in München. „Es leben dort 40 Menschen mit geistiger Behinderung in stationärer Betreuung und das seit 30, 40 Jahren. Was damals ‚guter Standard‘ war, ist heute rückständig. Ich freue mich darum auf große helle Zimmer mit Dusche und WC, auf Barrierefreiheit und einer möglichen Betreuung rund um die Uhr. Wir können sie in einer Einrichtung mit 24 Plätzen anbieten. Das ist für die hier lebenden Menschen ein echter Gewinn.“  Weiterlesen

40 Jahre OBA und Ehre dem Ehrenamt

2017 feiert die OBA ihr 40-jähriges Jubiläum. Es gab dem Fest für die Ehrenamtlichen der Lebenshilfe München einen besonderen Rahmen. Die eleganten Räume der Landtags-Gaststätte im Maximilianeum waren eine grandiose Kulisse für einen wunderbaren Abend.

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Die Jubilare und die Ehrenamtsvertretung mit Harry Zipf (Koordinator Offene Dienste) und Altlandrätin Johanna Rumschöttel.

Über 90 Gäste waren der Einladung gefolgt und wurden im ‚Steinernen Saal‘ von der Vorsitzenden des Vorstandes der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, begrüßt. Die Mitglieder des Vorstands Petra-Bianca Koch, Isabell Zacharias (MdL), Helmuth Coqui, Claudia Stamm (MdL) sowie der Geschäftsführer Peter Puhlmann feierten zusammen mit den vielen Ehrenamtlichen. Sie schenkten der Lebenshilfe in der OBA, in den Wohnheimen und in der Redaktion des LIES-Heftes ihre Zeit.  Weiterlesen

Lebensfragen, Projekte und Wohnen

Die Lebenshilfe München engagiert sich in vielen Bereichen

Auch 2017 benennt die Lebenshilfe München wieder ‚unbequeme Themen‘, ruft zur Diskussion und Aufklärung auf. 2016 stand die ‚Pränatale Diagnostik‚ im Brennpunkt, 2017 wird es FASD sein. Es steht für Formen einer vorgeburtlichen Schädigungen durch Alkoholkonsum der Mütter und heißt wörtlich ‚Fetal Alcohol Spectrum Disorder‘, kurz FASD.

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„Es ist ein Thema das Augenmaß und Empathie verlangt“, bekräftigt Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München. „Nicht darüber zu sprechen wäre falsch, denn es ist eines der Dinge, bei denen wir aktiv dagegen steuern können. Bei Umwelteinflüssen, einem Gendefekt oder mangelnder Sauerstoffversorgung bei der Geburt können wir selbst nichts tun. Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aber ist eine häufige Ursache für angeborene Fehl-Entwicklungen , geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten.“

BTHG und Mitwirkung von Fachkräften

Wenig Resonanz gibt es bei der Lebenshilfe bislang zum neuen Bundesteilhabegesetz. „Es ist noch in einer Übergangsphase und die Umsetzung wird erst in den nächsten zwei bis fünf Jahren konkret werden“, argumentiert Puhlmann. Froh ist man über eine mögliche Beteiligung von Fachkräften, wenn es um die Erstellung eines Gesamtplanes für den Förderbedarf bei Menschen mit Behinderung geht.  Weiterlesen

„Ehrenamt braucht professionelle Begleitung“

Münchner Freiwilligenmesse war wieder gut besucht

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Auch die 11. Münchner Freiwilligenmesse im Kulturzentrum Gasteig war wieder gut besucht und 80 Vereine und Organisationen informierten über ihre Leistungen und Angebote. „Engagement finden das passt mit einer Tätigkeit die Sinn macht und Sinn gibt,“ umreißt der Veranstalter FÖBE das Anliegen vieler Besucher. Stadtrat Christian Müller bekräftigte zur Begrüßung das Engagement der Stadt München, der es ein großes Anliegen sei, eine gute und breite Struktur für das Ehrenamt zu fördern und auch für die Zukunft zu bewahren. „Ehrenamt braucht professionelle Begleitung“, ist sich Christian Müller sicher.  Weiterlesen

Lebenshilfe auf der Münchner Freiwilligenmesse

FreiwilligenMesse am Sonntag 22. Januar im Gasteig

Lebenshilfe München, Münchner Freiwilligenmesse

Reger Besuch auf der Münchner Freiwilligenmesse

Am Sonntag, den 22. Januar steht das Kultur- und Ausstellungszentrum Gasteig in München wieder ganz im Zeichen des Engagements von Freiwilligen. „Menschen suchen in ihrem Engagement Lebenssinn, Lebensqualität und Lebensfreude“, schreibt der der Veranstalter FöBE, die Förderstelle für Bürgerschaftliches Engagement.

Dabei hätten Freiwillige früher meist eine ihnen zugewiesene Aufgabe übernommen, während sie heute selbst Ideen einbringen und etwas für das eigene Leben lernen könnten. Das aber dürfte für jedes Ehrenamt gelten, ob früher oder heute und egal in welchem Bereich sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Wenngleich die Möglichkeiten dazu heute um ein Vielfaches größer sind.  Weiterlesen