Kaffee ist ein echter Lebenshelfer

Lebenshilfe startet eigene Kaffee-Rösterei „Moccasola“

Ein frischer Kaffee, duftend nach seinem unverwechselbaren Aroma, belebt die Sinne und weckt in uns das Verlangen nach einer Tasse ‚frisch aufgebrühten‘. Nur frisch entfaltet er sein volles Aroma, am Besten frisch gemahlen von einem professionellen Kaffeeautomaten. Das steigert sich nur noch, wenn man an einer Rösterei vorbeiläuft, wenn sie im Röstbetrieb ist. Dann wird die Lust auf eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffee fast unwiderstehlich.

„Moccasola – Die kleine Rösterei“

So passiert das den Besuchern zuweilen in der Lebenshilfe-Werkstatt in Putzbrunn. Die hat jetzt eine eigene Kaffee-Rösterei ins Leben gerufen, genannt „Moccasola – Die kleine Rösterei“. Verantwortlich für die Röstung im Trommelröstverfahren ist Stefan Mancassola. „Röstmeister kannst du nicht lernen, du musst es werden“, erklärt er.

Peter Puhlmann und Andreas Jehn verkosten den neuen Kaffee der Lebenshilfe-Werkstatt in Putzbrunn

So hat er vor Aufnahme der Produktion mehrere Kaffee-Röstereien besucht und hier buchstäblich hinein geschnuppert. „Es kam zu vielen guten Kontakten und in mancher Rösterei hat man mich in das Herz des Unternehmens blicken lassen, mir tiefe Einblicke gewährt.“ In einer intensiven Schulung ist Stefan Mancassola noch mit den technischen Feinheiten vertraut worden. So ist nun der erste Lebenshilfe-Kaffee entstanden. „Unser Kaffee hat ein mildes Aroma und ist, bedingt durch eine lange Röstzeit, säurearm“, erklärt Stefan die Vorzüge der hauseigenen Röstung.

Kräftig, mild, vollmundig

Der Kaffee ist für die Einrichtungen der Lebenshilfe in München gedacht, zu dem auch ein eigenes Cafe zählt, nämlich das Café Plinganser im Sozialbürgerhaus Obersendling. Er ist demnächst auch online zu beziehen oder direkt über die Kantinen der Zweigwerkstätten. Vier Sorten stehen zur Auswahl, nämlich ein kräftiger (Nero) und ein milder (Classico) Espresso. Der milde Espresso verträgt sich besonders gut mit Milch. Darüber hinaus gibt es einen milden Café Crema für den täglichen Kaffeegenuss und einen vollmundigen Café Suprema aus 100 Prozent Arabica-Bohnen., ein Sonntagskaffee für die besonderen Momente.

Ein hochwertiges Produkt und interessante Arbeit

Zwei Gedanken waren bei der Entwicklung dieses Arbeitsbereichs grundlegend. Es sollte ein hochwertiges Produkt werden, das komplett in der Lebenshilfe-Werkstatt produziert werden kann. Das macht es auch für die Mitarbeiter sehr greifbar, wenn alle Schritte von der Rohbohne bis zum fertigen Kaffee in der Werkstatt stattfinden. Darüber hinaus konnten in der Rösterei interessante Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden. Kaffee hat zudem ein verbindendes Element. „Bei einer guten Tasse Kaffee kann man hervorragend mit Menschen ins Gespräch kommen“, freut sich Geschäftsführer Andreas Jehn.

Zudem erreicht man mit einem guten Produkt Menschen im Umfeld. „Es ist uns wichtig, dass Menschen sehen was wir hier leisten, was Menschen mit geistiger Behinderung in der Lage sind zu leisten“, ergänzt Einrichtungsleiter Dietmar Krinninger. Peter Puhlmann von der Lebenshilfe München freut sich ebenso über diese neue, von der Lebenshilfe-Werkstatt erschlossene Sparte und ist sich sicher: „Menschen mit geistiger Behinderung können gut in einen abgestimmten Arbeitsprozess integriert werden. Es ist wünschenswert, wenn sich dafür auch mehr Betriebe aus der freien Wirtschaft öffnen.“

Neben den vier bestehenden Sorten sollen nächstes Jahr noch weitere hinzukommen. Mit mobilen Kaffeebars will man demnächst auf Events den guten Moccasola-Kaffee servieren. Ab Anfang 2018 kann der Moccasola-Kaffee über den Online-Shop auf www.Moccasola.de bestellt werden.

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„Modernisierung ist ein dynamischer Prozess“

Bereichsleiter Wohnen René Pfeifer sieht viel Potential

René Pfeifer ist seit September 2017 verantwortlich für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München. Er betreut vier Einrichtungen (München West, München Mitte, München Süd und München Land). 220 Menschen mit Behinderung leben dort an 12 verschiedenen Standorten zusammen und werden von ca. 150 Mitarbeiter (Erziehern, Heilerziehungspflegern und Zweitkräften) betreut. Er will einerseits Strukturen flexibler, durchlässiger gestalten und anderseits auch in den Einrichtungen selbst klarere Verantwortlichkeiten schaffen. Das klingt gut, doch was meint der Magister der Pädagogik und Psychologie damit?

Besondere Lebens-Umstände in München

„Wir müssen in der Besetzung mit Fachpersonal die besonderen Umstände hier in München berücksichtigen. Es ist leider Realität, dass man mit einer Halbtagsstelle und selbst mit einer Beschäftigung auf 30-Stunden-Basis nur schwer sein Auskommen in der Metropole findet. Und das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für ein langfristiges berufliches Engagement bei der Lebenshilfe München, für eine gute fachliche und fördernde Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung.“

Flexibel über die Einrichtungen hinweg

René Pfeifer ist der neue Leiter für den Bereich Wohnen bei der Lebenshilfe München

Dabei sind die Zahl der Stellen und der Spielraum an zu leistenden Stunden im Betreuungs-Schlüssel eng gefasst. Dem Leistungserbringer – in dem Fall die Lebenshilfe München – bleibt so wenig Spielraum. Mit einer organisatorisch und stadtteilbezogen Zusammenlegung von Wohngruppen zu eigenen Organisations-Einheiten mit einer verantwortlichen Leitung für Mitte, West, Süd/Stadt und Süd/Land begann man bereits vor fünf Jahren. „So ist es jetzt möglich, dass eine Betreuerin/ ein Betreuer in mehreren Einrichtungen ein gewisses Kontingent an Stunden leistet, so dass er insgesamt flexibler einsetzbar ist. Er kann dann mehr Stunden im Rahmen der direkten Bewohner-Betreuung leisten“, erklärt René Pfeifer.

Gemeinsame Projekte bei der Ausbildung

Diesen Effekt möchte der Bereichsleiter Wohnen auch bei der Ausbildung von Fachkräften und den Ausbildungsbetreuern, den Mentoren, erreichen. „Das hat früher, in den Anfangsjahren der Lebenshilfe-Einrichtungen häufig von alleine funktioniert, die Strukturen sind langsam gewachsen,. Wir möchten daran wieder anknüpfen und zum Beispiel gemeinsame Projekte gestalten, in denen kleine Schülergruppen der Heilerziehungspflege über die Einrichtungen hinweg zusammen arbeiten. Das verbindet, schafft Motivation, Perspektiven und Identifikation mit der Lebenshilfe München.“

Verantwortlichkeiten schaffen

Auch in den größeren Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München sieht Pfeifer Handlungsbedarf. „Es kann und sollte neben den Einrichtungsleitern jeweils für einzelne Gruppen einen Verantwortlichen geben. Damit laufen die Fäden viel engmaschiger zusammen. Der Einzelne aus der Gruppe hat auch immer gleich einen Ansprechpartner und muss nicht warten, bis ‚mal wer‘ für ihn Zeit findet. Das hilft gleichzeitig der Einrichtungsleitung und insgesamt gestaltet sich damit der Prozess des Miteinanders viel dynamischer“, ist er sich sicher. Es gibt also noch viel Abstimmungs- und Handlungsbedarf aus Sicht des Bereichsleiters für das Wohnen.

Die Lebenshilfe muss dynamisch bleiben

Zusätzlich ist Pfeifer als Trainer für Deeskalations-Management ausgebildet und bringt damit beste Voraussetzungen mit. Geschäftsführer Peter Puhlmann jedenfalls freut sich über so viel Engagement und Initiative. Hat er selbst vor fünf Jahren doch den Modernisierungsprozess bei der Lebenshilfe München angestoßen. Und er betont immer wieder: „Wir sind damit niemals fertig. Das Leben ist dynamisch, die gesellschaftlichen Veränderungen und auch eine große Organisation wie die Lebenshilfe München muss es sein und bleiben.“

Helfen Sie mit!

Lebenshilfe von Anfang an!

Anna weiß genau was sie will: Sie möchte von Zuhause ausziehen,
wie ihre ältere Schwester, die schon seit zwei Jahren mit Freunden in einer WG lebt.

Auch die Eltern finden es völlig normal, dass junge Leute selbständig leben wollen. Ihre Tochter hat schließlich in der Schule viel gelernt. Sie kann recht gut Lesen und Schreiben, nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel und weiß wie man mit einem Handy umgeht. Außerdem ist sie geschickt im Umgang mit der Wäsche und sie hilft ihrer Mutter fast täglich beim Kochen. In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung hat Anna gute Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, der ihr gefällt. Alles läuft also bestens. Nur das Vorhaben, endlich nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, musste erst einmal verschoben werden, weil sich einfach keine geeignete Wohneinrichtung findet.

Vielen jungen Menschen mit Behinderung geht es wie Anna. Sie möchten ein eigenes Leben führen, unabhängig von den Eltern sein. Ein guter Ansprechpartner ist in solchen Fällen die Lebenshilfe, die unterschiedliche Wohneinrichtungen in der Stadt und im Landkreis München anbietet. Doch die Häuser sind inzwischen alle in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben. Dazu kommt eine ständig steigende Nachfrage nach geeigneten Wohnplätzen.

Der Verein hat sich daraufhin entschlossen, am Willinger Weg, im Stadtteil Ramersdorf, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Insgesamt 24 Plätze sollen hier geschaffen werden. Inklusiv, mitten im Wohngebiet und somit ganz im Sinne des neuen Bundesteilhabegesetzes.

Für den Verein Lebenshilfe sind derartige Bauvorhaben allerdings eine große Herausforderung. Deshalb brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit junge Erwachsene mit geistiger Behinderung in ein eigenes Zuhause ziehen und so selbstbestimmt wie möglich leben können.

Denn ohne Ihre großzügige Beteiligung an unseren Projekten ist es für uns schwierig, die notwendige Unterstützung und das breite Angebot für Menschen mit Behinderung aller Altersstufen nachhaltiger zu verbessern. Deshalb hoffen wir, dass wir auch im neuen Jahr wieder auf Sie zählen dürfen!

Wir bedanken uns im Namen der Lebenshilfe München
ganz herzlich für Ihre Hilfe und wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit.

Johanna Rumschöttel, Altlandrätin und Vorsitzende des Vorstandes

Johannes Singhammer, Bundestagsvizepräsident a.D. und stellv. Vorsitzender des Vorstandes

Claudia Stamm, Landtagsabgeordnete und stellv. Vorsitzende des Vorstandes

Peter Puhlmann, Geschäftsführer

PS: Wenn Sie direkt online spenden möchten, dann klicken Sie hier.

Angaben zum Spendenkonto und weitere Informationen zur Lebenshilfe München finden Sie ebenfalls auf unserer Webseite unter:
http://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/spender-werden/

Lebenshilfe München | St.-Quirin-Str. 13a | 81549 München
Telefon: 089 / 69347-0 | info@lebenshilfe-muenchen.de | http://www.lebenshilfe-muenchen.de

Mit der OBA Münche auf Reise gehen

Das neue Reise-Programm der OBA

Es gibt ein neues Reiseprogramm der OBA München für 2018. Das Programmheft ist in einfacher Sprache gehalten und leicht verständlich. Zum ersten Mal gab es dazu in der Lebenshilfe-Geschäftsstelle einen gut besuchten Info-Abend.

Die OBA München unterstützt auch gerne bei individuellen Reisewünschen, wie z.B. bei der Hotelsuche , An- und Abreise und einer evtl. notwendigen Begleitung. Bei dem vorgestellten Reiseprogramm von Februar bis Oktober 2018 ist aber alles bestens organisiert. Die 15 Reiseziele sind zwischen Alpen und Nordsee und darüber hinaus im europäischen Ausland zwischen Spanien und Kroatioen gewählt.

Eine Mittelmeer-Kreuzfahrt führt nach Barcelona, eine Italienreise nach Padua oder eine Rundreise durch Süd-Polen. Zu dem Reiseprogramm sind jeweils die Leistungen und Preise aufgezählt. Auch eine Information für pflegende Angehörige und zur Abrechnung der Betreuungskosten über die Pflegekassen sind im Heft zu finden. Grundsätzlich steht die OBA der Lebenshilfe München für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Weitere Infos unter:
http://www.lebenshilfe-muenchen.de/reisen-und-freizeit/freizeit-aktiv-gestalten-mit-der-oba/

Mit der Silvesterreise startet die OBA in die Reisesaison 2018. Am Freitag trafen sich die Hauptamtlichen der OBA mit den Reiseleitern zu einem Klausurtag. Es wurden viele Themen rund um die Reisen besprochen. Das Reiseprogramm ist schon verschickt, jetzt freut sich die OBA auf die Anmeldungen und die neue Saison!

Ein Dank von Tollwood an die Lebenshilfe

Die Besucher des Tollwood-Winterfestival 2017 auf der Theresienwiese in München werden von einem bunten Kunstwerk, einem Menschenbaum, begrüßt. An den über 200 Figuren wirkten 50 Initiativen, Organisationen und Privatpersonen mit, auch die Lebenshilfe München mit sechs Figuren. Das künstlerische Werk soll das Motto des Winterfestivals „Wir, alle“ wider spiegeln.

Foto:
Auch die Lebenshilfe München gestaltete für den Menschenbaum des Tollwood-Festivals in München sechs Figuren.

Lesen Sie dazu auch:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2017/11/20/

 

Die aktuelle L.I.E.S.-Ausgabe ist da!

Das neue Journal der Lebenshilfe München, das L.I.E.S., legt einen Schwerpunkt auf das besondere Verhältnis von Tier und Mensch. Aktuell haben viele Bücher, Geschichten und Filme eine enge Verbindung zum Thema, nicht umsonst, wie viele Erfahrungen von Eltern und Angehörige von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung zeigen. Sie erleben häufig, welche unglaubliche Wirkung ein weiches Fell, eine feuchte Schnauze und ein tiefer Blick auf einen Menschen haben können. Vor allem diejenigen, die sonst nicht in der Lage sind, sich auszudrücken, öffnen sich, werden weich und freundlich. Wie Pferde, Hunde, Katzen oder auch Lamas vorurteilslos auf eine Person zuzugehen, lässt niemanden kalt. Wunderschöne Bilder, aber auch praktische Hinweise auf Therapien sowie wissenschaftliche Ergebnisse ergänzen die Texte.

Blick•Punkt „Leichte Sprache“

Im Blick•Punkt Leichte Sprache steht dieses Mal ein Beitrag, der Ratschläge gibt, wie man sich in ungewohnten Situationen auf der Straße verhalten sollte. Die Polizei in Hamburg hat diesen Ratgeber zusammen mit dem Büro für Leichte Sprache erarbeitet. Es geht darum, wie man am besten reagiert, wenn zum Beispiel auf der Straße zwei Menschen in Streit geraten oder jemand einen Unfall hat. Situationen, die jedem passieren können und die doch sehr unangenehm sind – vor allem, wenn man nicht weiß, wie man sich verhalten soll.
Die Seiten in Leichter Sprache sind übrigens nicht nur für Menschen mit Lernbehinderung gedacht. Die Themen können Grundlage für ein Gespräch in der Werkstatt oder Wohngruppe sein. Man kann die Texte auch jemandem vorlesen, der nicht lesen kann. Kurzum: Die Seiten sind für alle gedacht, die leicht verständliche Informationen
schätzen.

„Barrierefreiheit mit Herz“

Empfehlenswert ist auch der Beitrag von Dr. Jan Glasenapp. Der Psychotherapeut ist überzeugt, dass Barrierefreiheit auch etwas damit zu tun hat, dass man einen Termin beim Therapeuten bekommt. Dr. Glasenapp schildert eindrücklich, dass hier noch sehr wenig von den Vorgaben der UN-Konvention umgesetzt wurde und er fordert „Barrierefreiheit mit Herz“. Noch ein wichtiges Thema zum Schluss: Neuerdings ist eine richterliche Genehmigung auch für freiheitsentziehende Maßnahmen bei Minderjährigen in Einrichtungen erforderlich. Dieses war bislang – anders als bei Volljährigen – nicht notwendig. Die Einrichtungen müssen nun nachvollziehbarer als bisher begründen, warum bestimmte Maßnahmen zum Wohl des Kindes erforderlich sind.

Weitere Ausgaben und Beiträge des Journals der Lebenshilfe München, von L.I.E.S.,  finden Sie  h  i  e  r !

Zu wenig Pflegefachkräfte und zu wenig Plätze

In der jüngsten Pressemitteilung des MDK Bayerns steht das erste Pflegeforum der BARMER Bayern und des MDK Bayerns mit 125 Teilnehmern aus Politik, Gesundheitswesen und Pflege im Blickpunkt. Es herrscht ein Mangel an Pflegefachkräften und es gebe zu wenig Plätze für junge Pflegebedürftige, heißt es. Bei junge Pflegebedürftige bis 60 Jahre würden etwa 4.000 teilstationäre und rund 3.400 Kurzzeitpflegeplätze fehlen.

Ende 2015 waren etwa 13,5 Prozent der knapp 2,9 Millionen Pflegebedürftigen jünger als 60 Jahre, also rund 386.000 Menschen in ganz Deutschland. Insgesamt haben sie andere Krankheitsbilder und leiden selten an Demenz oder den Folgen von Schlaganfällen. Nach der Analyse des Pflegereports haben 35 Prozent Lähmungen, 32 Prozent Intelligenzminderungen, 24 Prozent eine Epilepsie und 10 Prozent das Down-Syndrom. Demnach bewegt sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen mit einer geistigen Behinderung bei etwa 162.000 Menschen.

Neben fehlenden Betreuungsplätzen für junge Pflegebedürftige unter 60 Jahren könnten sie häufig auch nicht so wohnen, wie sie es bevorzugten. Das zeigt der BARMER Pflegereport 2017. „Für junge Pflegebedürftige geht das Angebot an geeigneten Pflegeplätzen an deren Bedürfnissen vorbei“, erklärt Wöhler. „Wir müssen die Situation der jungen Pflegebedürftigen kurzfristig verbessern. Hier sind Politik, Pflegekassen und Leistungserbringer gleichermaßen gefordert“, sagt Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern.

Einige Ergebnisse des BARMER Pflegereports 2017:

• Die Zahl der Pflegebedürftigen ist von 2,02 Millionen im Jahr 1999 um 51 Prozent auf 3,04 Millionen im Jahr 2015 angestiegen.

• Stellen in der Pflege: In der ambulanten Pflege hat sich die Zahl der Vollzeitstellen, wenn man Teil- und Vollzeitstellen zusammenrechnet, zwischen den Jahren 1999 und 2015 um 84 Prozent erhöht, von 125.400 auf 238.800 Personen. Im selben Zeitraum ist die Anzahl der Pflegebedürftigen, die sie versorgen, um 67 Prozent gestiegen, und zwar von 415.300 auf 692.300 Personen.

• Heimplätze: Im Jahr 2015 gab es 13.600 Pflegeheime in Deutschland mit insgesamt 928.900 Heimplätzen. Davon entfielen 877.100 Plätze auf die vollstationäre Pflege, 51.400 auf die Tagespflege und 400 Plätze auf die Nachtpflege.

• Eigenanteile: Der Gesamteigenanteil für Heimbewohner liegt im Durchschnitt bei monatlich 1.691 Euro. Dabei ist die Streuung beachtlich. Für ein Viertel der Einrichtungen liegt der Gesamteigenanteil unter 1.286 Euro, bei einem weiteren Viertel dagegen bei über 2.053 Euro und für ein Prozent der Einrichtungen sogar bei über 3.000 Euro. Auch auf Länderebene gibt es massive Unterschiede. So reicht der Gesamteigenanteil von 1.107 Euro in Sachsen-Anhalt bis hin zu 2.252 Euro in Nordrhein-Westfalen. In Bayern beträgt der Gesamteigenanteil 1.713 Euro.

Lebenshilfe auf dem Tollwood-Festival

„Wir, alle“ … gehören dazu
Winterfestival vom 23. November bis 31. Dezember

Am Donnerstag startet das Tollwood-Winterfestival auf der Theresienwiese, zu dem 600.000 Besucher erwartet werden. Teil der Tollwood-Philosophie ist es, dass Kultur für alle da sein soll: Darum sind mehr als 70 Prozent aller Veranstaltungen bei freiem Eintritt zugänglich. Tollwood ist ein nicht subventioniertes, privatwirtschaftlich finanziertes Festival. Es will ein Repräsentant für das bunte München und das breite Spektrum der Münchner Gesellschaft sein. So lautet das Motto in diesem Winter „Wir, alle”. Denn „Wir, alle” gestalten die Gesellschaft, in der wir leben.

Die Lebenshilfe München ist mit dabei

Auch die Lebenshilfe München und viele Vereine, die sich zu einem großen Teil ehrenamtlich für die Gesellschaft engagieren, zählen dazu. Viele von Ihnen, auch die Lebenshilfe München, waren aufgefordert, ein Eingangs-Kunstwerk zum Motto „Wir alle“ künstlerisch zu gestalten. Der Veranstalter hat dazu 150 „2D-Holz-Menschen“ zur Verfügung gestellt. Sechs davon hat die Lebenshilfe München künstlerisch gestaltet. Beteiligt haben sich Einrichtungen der Frühförderung, die Offene Behindertenarbeit, Heilpädagogische Tagesstätten, TENE sowie eine Wohnstätte der Lebenshilfe München.

OBA: „Danke den Ehrenamtlichen“

Unter dem Motto „Ihr seid das E und A in der OBA“ hat sich die OBA bei ihren vielen EhrenAmtlichen Helferinnen und Helfern mit einem Herbstfest bedankt. Am vergangenen Wochenende kamen 50 Leute in den herbstlich geschmückten Saal der Lebenshilfe in der St.-Quirin-Straße zusammen. Es gab gutes Essen, guten Wein, gute Gespräche und es wurde viel gelacht. Natürlich hat man auch die ein oder andere Idee vertieft, man ist in der gemeinsamen Sache verbunden.

Die Ehrenamtlichen der OBA bringen das ganze Jahr viel Zeit, Schwung, Ideen und gute Laune mit und machen das OBA Freizeitprogramm und die Reisen so bunt und abwechslungsreich. Aktuell wird das neue Programm erstellt. Mehr dazu demnächst hier im Blog.

Das OBA-Team der Lebenshilfe München (v.l.): Georg Hohenester, Sarah Höhendinger, Harry Zipf, Julia Bader, Monika Barbato, Michael Ruoff

Heilerziehungspfleger schätzen die Mentoren-Ausbildung

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger/in ist die klassische Berufsausbildung in der Betreuung und der Begleitung von Menschen mit Behinderung. In der Beschreibung des Berufsbildes heißt es: „Heilerziehungspfleger/innen sind für die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Behinderung zuständig. Sie begleiten die zu Betreuenden stationär und ambulant bei der Bewältigung ihres Alltags.“

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger bei der Lebenshilfe

So sind auch in den Einrichtungen der Lebenshilfe München viele Heilerziehungspfleger tätig und finden hier auch einen Ausbildungsplatz. Wie die Berufsbezeichnung bereits andeutet, greifen mehrere Disziplinen ineinander. Hinzu kommt noch der spezielle Umgang mit der ‚Klientel‘, bei der Lebenshilfe München sind dies Menschen mit einer geistigen und häufig auch mit einer körperlichen Behinderung. Sie verlangen einen ganz besonderen Umgang. Es gilt dem allgemeinen und besonderen Bedarf von Menschen mit geistiger Behinderung gerecht zu werden. Hier steht vor allem die Betreuung und Begleitung im Vordergrund. Es geht um Begleitung zur Teilhabe, Assistenz und Personenzentrierung.

„Eine Investition von der alle profitieren“

Renate Bauer, Einrichtungsleiterin der Wohnstätte Putzbrunn: „Gerade deswegen ist es toll, wenn wir in den Einrichtungen die benötigten Plätze für die Auszubildenden zur Verfügung stellen. Es mag zunächst ein Mehraufwand sein, doch dieses ‚Investment‘ lohnt, wenn wir so Fachkräfte mit einem positiven Zugang zur Lebenshilfe gewinnen, zu Menschen mit geistiger Behinderung. Es macht nicht nur Spaß, sondern ist ein Gewinn für alle. Mit einer aktiven Ausbildung und deren Begleitung bleiben wir am ‚Ball des Geschehens‘, öffnen uns für Anregungen und Impulse.“

Eine Mentoren-Ausbildung für Heilerziehungspfleger

Um der Ausbildung besser gerecht zu werden, die angehenden Heilerziehungspfleger und Pflegerinnen besser auf den beruflichen Alltag vorbereiten zu können, durchlaufen jetzt zwei Mitarbeiter der Wohneinrichtung der Lebenshilfe in Putzbrunn eine eigene Mentorenausbildung. Selbst sind sie gelernte Heilerziehungspfleger, einige Jahre im Beruf und seit rund fünf Jahren bei der Lebenshilfe München.

„Wir decken das gesamte Lebensspektrum ab“

Simone Samla setzt auf einen besseren Stellenwert der Pflege im Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung. Auch hofft sie, dass es für den/die Einzelne eine bessere Möglichkeit der Mitgestaltung der Ausbildung vor Ort geben wird. „Wir haben hier in Putzbrunn wirklich das gesamte Spektrum. Es reicht von jungen Erwachsenen, die gerade den Prozess der Abnabelung vom Elternhaus durchleben, bis hin zur Sterbebegleitung.“ Sie freut sich über die Möglichkeit dieser Zusatzqualifikation, die über zwei Jahre hinweg immer wieder in einem Seminartag Wissen vermittelt und Lerninhalte vertieft.

Für Lukas Bellinger ist es wichtig den angehenden Kollegen bei ihrem Weg in den Berufsalltag hinein gute Hilfestellungen zu geben. Dabei sind es häufig nicht junge Menschen, die nach der Schule in das Berufsleben wechseln, sondern oft auch Umschüler, Spätberufene oder Quereinsteiger, die sich für den Beruf des Heilerziehungspflegers entschieden haben.

Auch Umschüler, Spätberufene oder Quereinsteiger

„Fachkräfte sind gesucht und bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung ‚bekommt man viel zurück‘, denn die Leute sind dankbar und bringen dies auch auf eine herzliche Weise zum Ausdruck. Das ist in unserer heutigen Zeit doch wohl eher die Ausnahme.“ Als herausfordernd empfindet Lukas den Schichtdienst, „doch der gehört einfach dazu und öffnet individuelle Freiräume.“

Simone Samla freut sich über die vielen guten Impulse, die sie bei der Mentoren-Ausbildung in Schönbrunn erhält. „Wir treffen viele Kollegen aus allen sozialen Bereichen. Manche von ihnen haben fast schon alle Module durchlaufen. Da ist der gegenseitige Austausch über gemachte Erfahrungen oder Situationen sehr befruchtend.“

Ziel der Mentoren-Ausbildung ist es, den oder die Mentee bei persönlichen oder beruflichen Entwicklungen zu unterstützen. Bereiche, die in Mentoring-Beziehungen thematisiert werden, reichen von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.

Mit Sport den Kopf frei bekommen

Begeisterung ist bekanntlich ansteckend. Und Paul Oberhofer von der Lebenshilfe München lässt sich gerne davon anstecken und hat damit auch gute Erfahrungen gemacht. Er ist Leiter von drei Wohneinrichtungen der Lebenshilfe München in der Hofbauern-, Packenreiter- und Schmädelstraße. Seit gut einem Jahr bietet er den den Bewohnern im Wohnstättenverbund West regelmäßige Abende zum gemeinsamen ‚Musizieren‚ an. Daneben gibt es zweiwöchentlich Treffen zur ‚künstlerischen Entfaltung‚. Dabei leiten Kunsttherapeutinnen die Bewohner und Bewohnerinnen an und es steht immer die Freude am Ausdruck, an einem ‚Aus-sich-Herausgehen‘ im Vordergrund.

Paul Oberhofer und Gisela Pointinger leiten die Gruppe bei den sportlichen Übungen an

Jetzt hat Oberhofer die Angebote um eine weitere Offerte ergänzt. Seit Juni lädt er 14-tätig zur gemeinsamen Bewegungsgruppe in einen großen Raum eines evangelischen Gemeindezentrums der Carolinenkirche in der Sarasatestraße ein. Meist sind es acht bis zwölf Teilnehmer aus den drei Einrichtungen, die sich dem leichten Training anschließen. „Dabei geht es nicht um ehrgeizigen Sport oder um Wettkampf“, erzählt er. „Es ist die Freude an der Bewegung, der Spaß am Mitmachen.“

Sich ganz auf die Übungen einlassen

Einzelne Teilnehmer entdecken – alles Menschen mit geistiger Behinderung – ganz neue Fähigkeiten in sich. „Es macht viel Spaß zu beobachten, wie freudig sich die Teilnehmer auf die Übungen einlassen. Einige haben ein perfektes Körperschema verinnerlicht“ so Oberhofer und „bringen ein ganz wunderbares, teilweise unerwartetes Gefühl für die Bewegungsabläufe mit, so dass ich immer wieder vollkommen erstaunt bin.“

Dabei ist das Training nicht schwer. Ein wenig Stretching, Bodengymnastik, Ballübungen und freies Bewegen vereinen sich zu einem runden Programm. Übungsleiterin Gisela Pointinger ist in ihrer Arbeit sehr erfahren. Sie arbeitet mit Sportgruppen für Menschen mit geistiger Behinderung. In den 15 Jahren ihrer Tätigkeit in der OBA des Löhe-Hauses an der Blutenburgstraße konnte sie viel positive Erfahrungen sammeln.

Gezielt anleiten und Hilfestellung geben

Die Bewegungsgruppe Wohnen West ist auf alle Fälle mit Spaß dabei, wenn auch zwischendurch mal Ermüdungserscheinungen auftreten. Gisela Pointinger hat immer wieder angeleitet und Paul Oberhofer, der das Training ebenfalls mitmachte und begleitete, ergänzte mit manchen Handgriffen, bis die Übungen gelangen. Denn ganz so einfach war es nicht immer. „Welche Hand noch heben und welchen Fuß dazu diagonal bewegen“, fragte sich mancher, bis die Lektion dann eingeübt war – und damit der Kopf frei.

Die Lebenshilfe-Stiftung und Spenden helfen

Wie die Musik- und die meisten Kunsttherapien ist auch dieses Angebot für die Teilnehmer kostenlos. „Ich will einfach, dass möglichst viele dabei sind, denn ich sehe, wie sehr das Training hilft, Blockaden und Spannungen zu lösen, neues Selbstvertrauen zu geben“, begründet Oberhofer sein Engagement. Basis für diese kostenlosen Einheiten sind Spenden, denn ‚ganz offiziell‘ zahlt dafür kein Leistungsträger. Einen Großteil der Kosten übernimmt die Lebenshilfe-Stiftung, oft aber gehen auch direkte Gelder an die Lebenshilfe München. „Spenden können auch zweckgebunden sein“, ergänzt Oberhofer.

„Eine inklusive Sportgruppe ist unser Ziel“

Noch einen Wunsch hat Oberhofer. Er will Vereine und Schulen in der näheren Umgebung ansprechen, um eine Inklusions-Gruppe ins Leben zu rufen, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam trainieren. „Dabei steht nicht der Sport, sondern die Freude an der Bewegung und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund.“ Dann hofft er für die Einheiten auch eine richtige Turnhalle zu finden. „Das Ambiente ist dort anders, es gibt auch mehr Möglichkeiten und Bewegungsfreiheit, die etwa bei Ballspielen nötig ist.“

Teilhabe und Gleichberechtigung

Es darf keinen Stillstand geben bei der UN-Konvention

Wie es mit der neuen Regierung weitergeht und ob sie in der Konstellation von mehreren Parteien gelingt, ist derzeit noch ungewiss. Doch darf es keinen Stillstand geben, wenn es um Menschenrechte geht, um die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sowohl die Beauftragten der Staatsregierung, als auch die Lebenshilfe bezeichnen den Schutz vor Diskriminierung als noch lückenhaft. Selbst der UN-Fachausschuss sieht sich zum Handeln genötigt und entwirft eine Erläuterung zu Artikel 5 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). Und die ist eigentlich schon seit 2008 in Kraft.

„Immer noch werden Menschen mit Behinderung diskriminiert und beispielsweise in ihrem Zugang zu Gebäuden, Transportmitteln oder Informationen beschränkt. Zum Teil werden diese Benachteiligungen als Schutzmaßnahmen im ‚besten Interesse‘ von Menschen mit Behinderung verkannt oder getarnt“, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung.

Aufruf zur Beteiligung

Ein erster Entwurf des General Comment liegt nun vor. Vertragsstaaten sowie Menschenrechts-organisationen, Gleichbehandlungsstellen, Hochschulen und andere Interessierte sind dazu eingeladen, ihre Beiträge zur Weiterentwicklung des Entwurfs beim UN-Fachausschuss bis zum 15. November 2017 einzureichen. Der Aufruf zur Beteiligung ist sehr offen formuliert, so dass durchaus auch Rückmeldungen von einzelnen Personen möglich sind. Weitere Informationen dazu finden Sie – hier –

Forderungen der Kieler Erklärung

Konkret fasst die ‚Kieler Erklärung‘ Forderungen der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen von Bund und Ländern für die neue Bundesregierung zusammen. „Bei den Koalitionsverhandlungen müssen bedeutende Weichen in der Politik von und für Menschen mit Behinderungen in den kommenden Jahren gestellt werden,“, heißt es dabei.

  • Es muss eine Abschaffung von Wahlrechts-Ausschlüssen geben: Über 80.000 Menschen mit Behinderungen und einer Betreuung in allen Angelegenheiten, wurden bei der Bundestagswahl von dem grundlegenden Recht ausgeschlossen, wählen zu dürfen.
  • Private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen müssen zur Barrierefreiheit verpflichtet werden: ob Stufen zu Arztpraxen und Restaurants oder der Zugang zu Dienstleistungen und Produkten. Menschen mit Behinderung dürfen nicht ausgeschlossen werden.
  • Inklusion stärken, das Bundes-Teilhabegesetz anpassen: Menschen mit Behinderungen düfen nicht gezwungen werden, in besonderen Wohnformen (Wohnheimen) zu leben. Die Zumutbarkeit des Zusammenlegens (Poolens) von Assistenzleistungen stellt eine Einschränkung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen dar.
  • Inklusive Lösung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen umsetzen: Die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Eingliederungs- und der Kinder und Jugendhilfe bereitet Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen Schwierigkeiten. Die sogenannte inklusive Lösung, also die Zusammenführung der Leistungen für alle Kinder und Jugendlichen unter dem Dach des Sozialgesetzbuches 8 (SGB VIII) ist jetzt endlich umzusetzen.
  • Länder für die Inklusion im Bereich Bildung unterstützen: Gemeinsamer Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen ist leider immer noch nicht der Normalfall.
  • Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen schaffen, einen inklusiven Arbeitsmarkt gestalten: Menschen mit Behinderungen sind immer noch überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Über 300.000 Menschen mit Behinderungen arbeiten in den Werkstätten für behinderte Menschen außerhalb des allgemeinen Arbeitsmarktes. Der Zugang von Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt muss erleichtertwerden.
  • Barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum schaffen: Bundesweit und besonders in den Ballungsgebieten herrscht ein Mangel an barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum. Das ist eines der größten Hindernisse für die Verwirklichung inklusiven und selbstbestimmten Wohnens.
  • Barrierefreie Mobilität ausbauen: zur Verbesserung der Barrierefreiheit von Bussen und Bahnen müssen Länder, Kommunen und Verkehrsunternehmen unterstützt werden. Bis zum Jahr 2022 ist nach dem Personenbeförderungsgesetz vollständige Barrierefreiheit umzusetzen. Dieses Ziel wird verfehlt, wenn nicht zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.
  • Gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen verbessern: Menschen mit Behinderungen müssen einen gleichberechtigten Zugang zu allen Bereichen des Gesundheitswesens haben. Sie sind beim Arztbesuch, bei Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten sowie bei der Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln noch immer benachteiligt.

Diese Forderungen stellt die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Irmgard Badura. Den ganzen Text lesen Sie – hier –

Der g’spinnerte Regentropfen

Die TENE in Putzbrunn – eine Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben – der Lebenshilfe München, hat in einem Gemeinschaftsprojekt ein ganz besonderes Gedicht geschrieben. Es spricht von der Sehnsucht des Reisens, neuen Erfahrungen und Perspektiven. Begleitet hat das Projekt Eva-Maria Jais.
Sie ist Heilerziehungspflege-Helferin.

Wasser in seinem Element, hier frisch aus der Quelle in den Brunnen

Der g’spinnerte Regentropfen

Der Regentropfen soll am Fenster klopfen:
„Mach die Tür auf und die Türe wieder zu!“, flüsterte der Wind.
„Ich war einmal in der Tropfsteinhöhle“, erzählte der Tropfen stolz.
„Es war schön. Jetzt will ich in eine andere Tropfsteinhöhle.“
„Aber Handschuhe mitnehmen, da unten ist es kalt. Da herrschen Minusgrade“,
erklärt der Touristenführer.

Der Tropfen rutscht den Regenbogen runter. Und fällt auf die grüne Wiese.
„Der Regen bringt Segen.“, singt der Tropfen mit den Regensburger Domspatzen.
Jetzt wünscht er sich eine Kugel Eis. Am besten lilablaßblau.
„Quatsch!“, ruft er, „Ich will nach New York!“
„Ich nehme mir jetzt ein Flugzeug, weil ein U-Boot muss ich mir erst noch kaufen.“
Das Flugzeug kommt aus Breslau. Den Tomatensaft lassen wir jetzt einfach stehen.

Der Tropfen schaut aus dem Fenster auf das Meer.
Nach der Ankunft klopft er bei einem Taxi ans Fenster. Das Taxi riecht nach Zwiebeln.
„Das macht man doch sauber, du Hirsch!“, sagt er zum Taxifahrer.
Daraufhin braust das Taxi dem Regentropfen vor der Nase weg.
„Gott seid Dank habe ich einen großen Regenschirm!“ ruft er erleichtert.
Also springt er auf das nächste Auto, das in die Waschstraße fährt, dort lässt er sich von den Schwämmen kitzeln. Der Tropfen pfeift dazu „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“.
Das Auto wird abgetrocknet und der Fön bläst den Tropfen bis nach Spanien.

Er besucht den Stierkampf.
Hinterher besucht er den Ballermann und fällt in einen Sangriaeimer.
Auf einer Katze am Strand schläft er seinen Rausch aus.
Per Anhalter will er zurück zu den anderen Tropfen. Am besten mit einer Modelleisenbahn.
Zurück zum Nockherberg, weil ein Starkbier verträgt er schon.
Am nächsten Morgen, nachdem er ausgeschlafen hat, tröpfelt er zum Nordpol.
Dort verwechselt er einen Pinguin mit einem Kellner.

„Herr Ober, ich hätt‘ gern Nix und ein Brot dazu und am nächsten Tag Schlittschuhlaufen.“, bestellt er.
Der Pinguin sagt auf wienerisch: „Es war sehr schön, beehrn’s uns boid wieda.“
Dann überlegt sich’s der Tropfen anders und tröpfelt zum Heiligen Petrus.
„Lieber Petrus, ich möchte wieder dahin, wo ich hingehöre.“
Also schickt ihn der Petrus in den Waldpark Putzbrunn.

ENDE/ Eva-Maria Jais & die TENE

Impressionen von der Wahl

Die alte und zugleich auch neue Vorsitzende des Vorstandes der Lebenshilfe München, Altlandrätin Johanna Rumschöttel, begleitet den Verein jetzt im vierten Jahr. Wie berichtet, verweist sie auf eine Zeit vieler Umbrüche, innen und außen. Darum ist und war es nötig,  „dass wir viele Dinge und Entscheidungen unter neuen Vorzeichen nochmal auf den Prüfstand stellen mussten und es auch weiterhin müssen“, erklärte Johanna Rumschöttel.