Umzug von HPT und SVE bei der Lebenshilfe München

130 Kinder
in die alte Hachinger Talschule und wieder zurück

Leiterin der HPT der Lebenshilfe München, Sabine Refle, vor dem Gebäude mit renovierungsbedarf.

Die Leiterin der HPT der Lebenshilfe München, Sabine Refle, vor dem Gebäude mit hohem renovierungsbedarf.

Das neue Schuljahr ist erst wenige Wochen alt und es hat immer mit viel Veränderungen zu tun. Neue Klassen und Gruppen müssen zusammenfinden, oft wechseln auch Kollegen und räumliche Verhältnisse. Besonders intensiv war der Neustart bei der Hachinger Talschule, der Umzug in das neue Gebäude. 550 Kinder und 169 Lehrer unterrichten jetzt in dem Neubau gleich neben der alten Schule. Der Landkreis investiert 45 Millionen Euro in die neue Schule.

Für die Lebenshilfe München heißt es ebenfalls einen großen Umzug vorzubereiten. 130 Kinder der HPT/ E und G, sowie das ‚Förderzentrum für geistige Entwicklung‘ ziehen am 2. November in neue Räume. Es sind die alten Räumlichkeiten der Hachinger Talschule. Der Umzug stellt hohe Anforderungen an die Kinder, aber auch an Pädagogen und Betreuer, und ist eine zeitlich begrenzte Lösung.

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf sind gut vorbereitet

Denn bis Ostern 2017 soll auch der Rest des Gebäudekomplexes renoviert werden und die SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) und Heilpädagogischen Tagesstätten dann endgültig ihr neues Zuhause beziehen können. „Dieser Prozess der Erneuerung begleitet uns jetzt schon seit zwei Jahren, als die ersten Baumaschinen hier hinter dem Haus anrollten“, erinnert sich Einrichtungsleiterin Sabine Refle von der Lebenshilfe München. „Die Kinder haben dabei natürlich immer den Baufortschritt hinter dem großen Zaun genau beobachtet und wir haben das in vielen Gesprächen immer wieder vertieft.“

Feste Strukturen und Sicherheit

Damit wurde der bevorstehende Wechsel früh vorbereitet. „Auch haben wir mit kleinen Gruppen immer wieder mal in andere Räume geschaut und dort betreut oder auch für kurze Zeit mit einer anderen Gruppe zusammengeführt.“ Das hört sich einfach und banal an, ist für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf aber extrem wichtig. „Die Kinder reagieren auf Veränderungen viel stärker, können nur schwer damit umgehen. Am deutlichsten und bekanntesten ist das etwa bei Kinder mit einer autistischen Störung “, erklärt Sabine Refle. „Die Kinder brauchen feste Strukturen und Sicherheit, um Vertrauen aufzubauen. Wir sind auf die Änderungen gut vorbereitet.“

30 Räume in nur vier Tagen

Am 28. Oktober geht’s dann los. Ein Umzugs-Dienstleister muss innerhalb von vier Tagen, über das Wochenende und den Feiertag hinweg, alles bewältigen. Sämtliche Einrichtung, von den Stühlen und Tischen bis hin zu den Schränken, muss abgebaut und dann in den neuen Räumen wieder aufgebaut werden. Das Ganze für ca. 30 Gruppen-, Therapie-, Personal- und Verwaltungsräume. „Das ist auch für mich schwer vorstellbar“, so Sabine Refle, „doch ich weiß es wird funktionieren.“

Gelebte Inklusion mit Outdoor-Aktivitäten

Für die Leiterin und Koordinatorin der Heilpädagogischen Tagesstätten der Lebenshilfe München in Stadt und Landkreis, Sabine Refle, bergen Veränderungen immer wieder Chancen in sich. „Wir werden für ein halbes Jahr nur einen kleinen Garten zur Verfügung haben. Das wird sich erst mit dem Abriss des Altbaus wieder ändern und mit der Neugestaltung der Außenflächen. „Bis dahin gehen wir verstärkt in den Ort, verlagern unsere Outdoor-Aktivitäten dorthin. Damit sind wir präsenter und das ist ganz im Sinne der Inklusion“, so Refle.

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Die Leiterin der HPT der Lebenshilfe München, Sabine Refle, vor dem Gebäude mit hohem renovierungsbedarf – Fotos: Gerd Spranger –

Die Einrichtung der Lebenshilfe München (HPT & SVE) sind gut nachgefragt. Es gibt bereits Wartelisten und auch alle Stellen konnten mit guten Fachkräften besetzt werden. Dabei wird auf eine gute Ausbildung gesetzt, auf enge Kontakte mit Eltern und Betreuern, sowie eine offene Gesprächskultur. Einzig für die SVE ist noch eine Stelle unbesetzt und auch für die Lebenshilfeeinrichtung in der Neuherbergstraße wird noch dringend Fachpersonal gesucht.

 

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2000 Euro für die Stiftung der Lebenshilfe München

Minister Markus Söder, Altlandrätin Johanna Rumschöttel und MdB Florian Hahn freuen sich über die 2000-Euro-Spende für die Stiftung der Lebenshilfe München. Geladen hatte MdB Florian Hahn zum Ayinger Vorwiesnanstich in den Sixthof-Feststadl. Die Festrede hielt Heimatminister Markus Söder.

Sie freuen sich das Treffen zu nutzen, um damit auch gleich Gutes zu tun. Ein Scheck von 2000 Euro geht an die Stiftung der Lebenshilfe München. Von links: Heimatminister Dr. Markus Söder, Altlandrätin Johanna Rumschöttel – zugleich Vorsitzende des Vorstandes der Lebenshilfe München, MdB Florian Hahn, zugleich Vorsitzender der Stiftung der Lebenshilfe München. Zu den 1500 Euro aus der Veranstaltung legte das Putzbrunner Unternehmerehepaar Behncke-Weber nochmals 500 Euro drauf.

MdB Florian Hahn lädt in seinem Wahlkreis, dem Landkreis München, bereits im vierten Jahr zum Ayinger Vorwiesn-Anstich ein. Geladen dazu sind Geschäftsleute, Mandats- und Würdenträger, die im öffentlichen Leben stehen. Es ist ein zwangloses Miteinander für persönliche Gespräche und gesellschaftlichen Austausch. Eine kleine Tradition dabei ist es, 50 Prozent des Eintrittsgeldes für gemeinnützige Vereine und Organisationen zu spenden.

Auch die Stiftung Lebenshilfe München wurde mit einem Scheck über 1.500 Euro begünstigt, der an Ort und Stelle noch von dem Putzbrunner Unternehmerehepaar Behncke-Weber um 500 Euro aufgestockt wurde. Aus Anlass zum 70-jährigen Firmenjubiläum wie auch wissend um das großartige Engagement der Lebenshilfe in der Gemeinde Putzbrunn, war es den beiden Unternehmern ein wichtiges Anliegen, mit einer Spende ihren Dank für die tolle Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Das freut besonders MdB Florian Hahn, der zugleich Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München ist.

Heimatminister Markus Söder:
In Bayern sind Tradition und Fortschritt eng verbunden

Mit Spannung freilich wurde die Festrede von Heimatminister Markus Söder erwartet. Er philosophierte über Bier, Brezen und die bayerische Denkweise. Denn kaum besser lässt sich ein Stück Bayern finden, als hier in Aying, das auch gerne als Prototyp bayerischer Gemütlichkeit gesehen wird. Und wen wundert’s, dass Bayern für den Heimatminister das schönste Land auf Gottes Erden ist. Selbst die Wirtschaftszahlen passen und so begegnen sich Tradition und Fortschritt auf das Engste. Dieses besondere bayerische Stück Lebenswelt gelte es zu bewahren und zu halten, auch in schwierigen Zeiten. Und damit sprach Markus Söder den 150 geladenen Gästen aus dem Herzen.

Insgesamt gingen drei Schecks für die gute Sache an die Stiftung Lebenshilfe München, die Stiftung Schneekristalle von Ex-Skirennläuferin Michaela Gerg, sowie die Stiftung Frohes Herz von Gesangsduo Marianne & Michael Hartl. „Ein herzliches Vergelt´s Gott an alle Gäste sowie die Familie Inselkammer für die großartige Unterstützung“, von MdB Florian Hahn.

Noch ein Tipp:

In Aying kann man nicht nur die Brauerei besichtigen oder dort einkehren, sondern auch ein Museum, den Sixthof. Hier ist der Link:
http://www.brauereigasthof-aying.de/index.php/de/aying-erleben/aying-begeistert/museum-sixthof

 

Lebenshilfe München erneuert drei Wohngebäude für Menschen mit geistiger Behinderung

Lange schon wird bei der Lebenshilfe Müchen um die weitere Nutzung der alten Stadthäuser gerungen, in denen seit 30 Jahren und länger Menschen mit geistiger Behinderung zusammen leben. Die Häuser selbst sind 70 Jahre und älter. Jetzt ist ein Architekten-Wettbewerb im kooperativen Verfahren für den optimalen Entwurf mit den besten Lösungen entschieden worden.

Für die Bauten waren Lösungen zu entwickeln, die eine nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung ermöglichen. Die Funktionalität der Gebäude soll für Wohngruppen, für Menschen mit vorrangig geistiger Behinderung ausgelegt sein. Das spezielle Wohnumfeld in Ramersdorf und Obermenzing ist villenartig geprägt und mit erhaltenswerten Baumbestand.

Sensibles Wohnumfeld und spezielle Anforderungen

Für die Architekten eine anspruchsvolle Aufgabe, denn es galt nicht nur das spezielle Umfeld, sondern auch die speziellen Anforderungen zu berücksichtigen. Darum hatte die Lebenshilfe München mit dem Architekten Jakob Oberpriller auch einen Wettbewerbsbetreuer für alle fachlichen Belange verpflichtet.

Architekt Jakob Oberpriller hat den Wettbewerb fachlich begleitet. Rechts im Bild Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München

Architekt Jakob Oberpriller (mitte) hat den Wettbewerb fachlich begleitet. Rechts im Bild Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München

Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, freut sich über die neuen Häuser. „Endlich sind wir damit barrierefrei und offen für eine Vielzahl von unterschiedlichen Wohnangeboten. Auch die Größe der Zimmer, der Duschen und Toiletten entsprechen den Anforderungen.“ Über die privaten Räume der Bewohner hinaus müssen die Gemeinschafts- und Personalräume, Therapieräume, Treppenhaus, Fluchtwege, Garten, Balkone, Grill- und Freiflächen gut in das Anwesen integriert werden. Ebenso sollten privater Rückzug wie geselliges Beisammensein gleichfalls gute Bedingungen vorfinden.

Welche Bereiche haben Priorität?

Dabei sind immer wieder die Prioritäten abzustecken, wie groß etwa die Zimmer und die zugehörigen Bäder sein müssen, oder wie viel Raum die Gemeinschaftsräume wie Küche und Wohnzimmer einnehmen. Am Willinger Weg werden 24 Bewohner ein neues Zuhause finden, in der Packenreiterstraße 22 und in der Hofbauernstraße 16 Bewohner.

Den Wettbewerb um die Planung des Anwesens in der Packenreiterstraße entschied das Münchner Architekturbüro Blauwerk für sich. Jeweils den zweiten Platz für alle drei Wohneinheiten konnte die KAAN Architekten GmbH für sich entscheiden, musste aber den zweiten Platz für die Hofbauernstraße und den Willinger Weg teilen. Die Pläne und Ideen der Architekten Gruber & Holzapfel (Hofbauernstraße) und der Architekten Frank & Friker (Willinger Weg) überzeugten die Juroren gleichermaßen. Es gibt damit für die Anwesen an den beiden Standorten zwei zweite, und keinen ersten Platz.

Dieser Entwurf für die Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Dieser Entwurf für die Lebenshilfe-Einrichtung in der Packenreiterstraße von den KAAN Architekten GmbH überzeugte die Juroren.

Johanna Rumschöttel: „Es ist an der Zeit, was zu ändern“

Altlandrätin und Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München, Johanna Rumschöttel, würde gerne schon im Frühjahr mit dem Neubau beginnen. „Die Gebäude sind alt, entsprechen nicht mehr den Anforderungen und Vorschriften. Es ist an der Zeit, das zu ändern.“

Aktuell aber müssen die Pläne erst noch von der Stadt München bzw. von der Bauaufsichtsbehörde LBK (Lokalbaukommission) genehmigt werden, und auch mit der Heimaufsicht will man sich bereits im Vorfeld abstimmen. Die Entscheidung für die Ideen, Entwürfe und Pläne der Architekturbüros wurde gemäß eines Einladungswettbewerbs, nach den Vorgaben der Bayerischen Architektenkammer, getroffen. Die Jury bestand aus Fachpreisrichter und zwei Preisrichtern:

Fachpreisrichter

Architekt Prof. Thomas Hammer
Architekt Prof. Rolf-Dieter Ahnesorg
Architekt Volker Heid,

Preisrichter (Bauherr)

Johanna Rumschöttel,
Altlandrätin und Vorsitzende des Vorstandes der Lebenshilfe München

Johannes Singhammer,
MdB Bundestagsvizepräsident und stellv. Vorsitzender des Vorstands

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Ehrenamtliche auf Fortbildung

Dies ist eine kleine Zusammenstellung von Veranstaltungen von
FöBE- Förderung Bürgerschaftlichen Engagement, München

fortbildung

7. Oktober von 13.30 bis 17.00 Uhr
Veranstalter: AGMES – Arbeitsgemeinschaft Münchner Erwachsenenbildungsträger
Thema: Von der guten Idee zur ersten Sitzung. Wie plane und gestalte ich erfolgreich
Inhalt: Anfangssituationen von Gruppen? Fortbildung für Tätige und Engagierte in der Seniorenarbeit und Seniorenbildung
Wo: ASZ Altstadt, Sebastiansplatz 12, 80331 München
Anmeldung: Münchner Volkshochschule Senioren
Lindwurmstr. 127, Rgb. – 80337 München

20. bis 22. Sept. und 22. bis 24. Nov.
Veranstalter: EFI – Bayern (www.efi-bayern.de)
info@seniorenakademie.bayern / Telefon: 089-544 794 28 / Ruth Burchard
Thema: EFI-Seniorentraining
Inhalt: Das von der Seniore-akademie Bayern in Kooperation mit EFI Bayern e.V. durchgeführte EFI-Seniortraining bietet seit vielen Jahren ein fundiertes aufeinander aufbauendes mehrtägiges Blockseminar für all diejenigen an, die ehrenamtlich in unterschiedlichsten Rollen von Projekt-führung, Initiativenberatung bis hin zur Vernetzung im Gemeinwesen erfolgreich tätig sein oder ihre Erfahrungen intensivieren wollen.
Wo: Bildungszentrum Kardinal-Döpfner-Haus / Freising, Domberg 27
Anmerkung: Die Teilnahme mit Übernachtung und Verpflegung ist kostenlos. Lediglich Fahrtkosten müssen selbst übernommen werden.

10. September von 14.00 bis 16.00 Uhr
Veranstalter: Münchner Freiwillige –Wir helfen e.V.
www.facebook.com/events/139073686539741/#
Inhalt: Demonstration und Podiumsdiskussion
Ein Jahr Mitmenschlichkeit – Willkommenskultur geht jetzt erst los.
Wo: Vorplatz Starnberger Flügelbahnhof und Corso Leopold

8. Oktober um 20.00 Uhr
Veranstalter: Infos Kolibri Stiftung / a.gregory44@gmail.com (www.kolibri-stiftung.de)
Inhalt: Benefizkonzert für und mit geflüchteten Jugendlichen
Es spielt die Neue Philharmonie München, das Orchester, das unser Schirmherr, Christian Stückl auch für seinen Nabucco in Oberammergau engagiert hat. Die Mitglieder des Orchesters sind aus-gewählte, junge Musiker und Musikerinnen unter dem Dirigenten Fuad Ibrahimov aus verschiedenen Ländern und werden zu diesem Konzert durch junge Gastmusiker aus Aserbeidschan ergänzt.
Wo: Herkulessaal / Müchen

Weitere Infos finden Sie unter:
http://www.foebe-muenchen.de/dateien/Fortbildung__2016_II_web.pdf

Lebenshilfe Wohngruppe lebt 35 Jahre zusammen

 

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2014/01/14/lebenshilfe-muenchen-plant-voraus/

Gemeinsam sind wir stark mit der Lebenshilfe München

Die Wohngruppe (WG) der Lebenshilfe München in der Packenreiterstraße ist eine der ältesten des Elternvereins. Seit 35 Jahren leben hier 15 Menschen mit geistiger Behinderung zusammen. Wir haben die Einrichtung in einem alten Münchner Wohnhaus mit Garten besucht.

Von der Jugend bis zur Rente

Die viel befahrene Verdistraße ist zwar nur 50 Meter entfernt, doch ist es im Garten des Wohnhauses ruhig, man genießt die Sonne und das Grün. Denn die große Terrasse ist im Sommer der beliebteste Platz. Die zwei großen Gemeinschaftsräume, das Wohnzimmer und die Wohnküche sind gesellige Orte der Begegnung, besonders jetzt in der Ferienzeit. Denn alle Bewohner der Packenreiterstraße gehen einer geregelten Arbeit in den Lebenshilfe-Werkstätten nach, bis auf Bernhard, der bereits im RMOuhestand ist und Günther, der eine TENE besucht.

Ausbau und Modernisierung

Sie sind nicht die ersten Rentner der WG, doch drei ihrer langjährigen Mitbewohner haben in die St. Quirin-Straße gewechselt. Hier ist eine Wohngruppe der Lebenshilfe München, die auch tagsüber eine Betreuung bietet. Eine sinnvolle Tagesstruktur zu haben ist für Menschen mit Behinderung ganz wichtig. Eine Herausforderung, der sich die Einrichtung in der Packenreiterstraße in naher Zukunft auch stellen muss. Dafür soll modernisiert, umgebaut und auch die Kapazität vergrößert werden. Architekten stellen in den nächsten Wochen die Pläne dafür vor.

Sich auf Mitarbeiter und Bewohner verlassen

Noch aber ist es die ‚alte Wohneinrichtung‘, in der die Menschen mit geistiger Behinderung seit 35 Jahren ein Zuhause haben. Vier von ihnen sind bereits von Anfang an dabei und fast alle anderen seit 20 Jahren und länger. Das Haus, einst eine private Klinik, könnte viele Geschichten erzählen. Doch allein die letzten Jahre haben schon viel Veränderungen mit sich gebracht, erzählt Einrichtungsleiter Paul Oberhofer, der seit 1997 bei der Lebenshilfe ist. „Die letzte Umstrukturierung war 2015. Da sind die Verantwortlichkeiten für mehrere Häuser zusammengelegt worden. „So bin ich auch für die Lebenshilfe-Einrichtungen in der Hofbauernstraße und in der Schmädelstraße zuständig.“ Für ihn heißt das, sich gut zu organisieren und sich auf Mitarbeiter und Bewohner verlassen zu können.

Oberhofer erinnert sich an die Initiative LeWo (Lebensqualität Wohnen), mit der man im Rahmen eines Qualitäts-Managements die Meinungen und Bedürfnisse der Bewohner stärker berücksichtigte. Heute sieht er vor allem bei jungen Menschen, die nach ihrem Studium in den Beruf einsteigen, neue Ideen und Konzepte für die Arbeit. „Es ist ein ständiger Prozess, in dem wir uns einander ergänzen“, bekräftigt er.

Man ist miteinander alt geworden

Petra Brummer ist derzeit mit 21 Dienstjahren in der WG Packenreiterstraße die älteste der Betreuerinnen. Sie lebt ihren Beruf mit ganzem Herzen und hat hier ihre zweite Familie. Man kennt sich seit zwei Jahrzehnten, ist miteinander ‚alt geworden‘, was hilft, Unstimmigkeiten besser einzuordnen und früh gegenzusteuern. Für sie ist vor allem der Verwaltungsaufwand mit immer mehr Protokollen herausfordernd. Froh ist sie über bessere Hilfen und Techniken bei der Pflege, die das Leben erleichtern.

Integration und die Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung fördern

Es ist eine große Gemeinschaftsleistung von Bewohnern und Betreuern, 35 Jahre lang gut miteinander auszukommen. Jeder muss seinen Platz in der Gruppe finden, ebenso Neue, die dazukommen. Dabei ist es von jeher ein zentrales Anliegen der Lebenshilfe München, die Individualität der Bewohner zu fördern, ihre Stärken und Potentiale zu verstärken. So freut sich Gabi, dass sie hier viel Selbständigkeit erwerben konnte. „Ich war zuhause mit meiner Mutter in einem sehr behüteten Umfeld, für mich wurde fast alles gemacht. Erst hier habe ich gelernt, zu was ich selbst eigentlich fähig bin, und das gibt mir Selbstvertrauen.“

„Es ist so gelungen, Menschen zu integrieren, für die es andernorts schwer wird. Sie sind es gewohnt, dass man ihre Individualität respektiert“, so Paul Oberhofer. Anderseits spricht er aber auch davon, dass es wichtig ist Grenzen zu setzen. Grenzen beim Miteinander und Grenzen dort, wo Privatsphäre nötig ist. Oberhofer ist auch froh über den aktuellen Kurs der Lebenshilfe, der sich dem Thema Deeskalation widmet. „15 Menschen unter einem Dach kann nicht immer pure Harmonie sein. Wir lernen, damit umzugehen und Konflikten ihre Dynamik zu nehmen.“

Inklusion und ein kleines Reich für eine Lebensgemeinschaft

Eine ganz eigene und einzigartige Geschichte in der Packenreiterstraße ist die Lebensgemeinschaft zweier Bewohner. Sie sind seit 20 Jahren ein Paar. Für sie hat man eigens zwei Zimmer verbunden, so dass sie ihr eigenes ‚kleines Reich‘ für sich haben. Auch das ist gelebte Inklusion und ein selbstverständlicher Anspruch von Menschen mit Behinderung.

Im Gespräch mit Bewohnern und Betreuern tun sich schnell ganz unterschiedliche Themen auf. Etwa ein eigener Kurs vom Fachdienst für angehende Rentner. Fragen der persönlichen Abgrenzung bis hin zu vertrauensvollen Gesprächen, auch das ist Teil der Integration und der Inklusion. Wenn Bedarf ist, wird ein externer Psychologe für eine Gesprächstherapie eingebunden. Manchmal ist es hilfreich, einen externen Rat zu erhalten. Die Betreuer schätzen die Bewohner eher als streng ein, und sie schaffen gerne an, heißt es aus der Runde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es ernst gemeint ist, denn ein fast spitzbübisches Lächeln begleitet den Kommentar.

Biographiearbeit: die Geschichte kennen und Menschen verstehen

„Biographiearbeit“ ist ein anderes Stichwort. Man ist sich einig darüber, dass mit dem Weggang von langjährigen Mitarbeitern häufig auch das Wissen darüber verloren geht, wie alles mal war und zusammenhängt. Das ist vor allem bei der Betreuung der Bewohner wichtig. Einer neuen Betreuungsperson sind die Menschen fremd, man weiß nichts über sie. Da wird es fast unmöglich, ihnen gerecht zu werden.

Die Sicht der Betreuer ist eine andere. Sie arbeiten im Schichtdienst, und mit Nachtbereitschaft ist ein 16-Stunden-Tag keine Seltenheit. Gerade während der Ferien oder wenn jemand ausfällt, kommt die Freizeit zu kurz. „Unsere Betreuer sind immer gefordert, sollen immer ansprechbar sein und den Situationen gerecht werden. Das kann manchmal ganz schön fordernd sein, und auch wir müssen lernen, damit umzugehen,“ erklärt Oberhofer.

Gespannte Erwartung auf die Modernisierung und Pläne der Architekten

Der Modernisierung und dem Ausbau des Standortes blickt man mit gespannter Erwartung entgegen. Es ist einerseits ein Umbruch, doch eine Veränderung zum Guten, ist sich der Pädagoge sicher. „Alle Zimmer werden größer, mindestens 14 Quadratmeter, und verfügen über ein eigenes Bad mit WC, Dusche und/oder Wanne. Auch brauchen wir ein, zwei separate Räume für Therapie und Kurse. Die fehlen uns hier.“ Rückblickend freilich sieht das anders aus. Paul Oberhofer erklärt: „Für das Jahr 1981 waren die Voraussetzungen nahezu perfekt. Die Bewohner hatten ein Durchschnittsalter von 25 Jahren, die meisten Zimmer verfügten über Bad/Du/WC und waren mit einer Größe von 10 bis 15 Quadratmeter angemessen. Einige Zimmer verfügen sogar über einen kleinen Balkon, und der Aufzug fährt bis in den ersten Stock. Das war damals ein gehobener Standard.“

Der Umgang mit Pferden hilft Menschen mit Behinderung

Lebenshilfe-Bewohner
und ihre Erfahrungen beim Reiten

„Tiere kennen keine Vorurteile, sie sind direkt, zeigen klar was sie wollen und was nicht“, beschreibt Renate Bauer (Dipl. Reittherapeutin SG-TR) von der Lebenshilfe München das besondere Verhältnis von Mensch und Tier. Seit Frühjahr 2016 geht sie alle 14 Tage mit Bewohnern der Wohngruppen zum Reiten. „Menschen mit geistiger Behinderung sind da ganz ähnlich gestrickt. Auch bei ihnen gibt es (fast) keine Vorurteile. Sie nehmen das Gegenüber so wie es ist, ohne Rücksicht auf Alter, Titel oder Geschlecht. Und auch sie sagen klar, was sie wollen, denn verstellen können sie sich nicht wirklich und sehen auch keinen Grund dafür.“

 Der Esel mit den langen Ohren ist der Liebling beim Therapeutische Reiten der Lebenshilfe München.

Der Esel mit den langen Ohren ist der Liebling beim Therapeutische Reiten der Lebenshilfe München.

Vor zwei Jahren wechselte Renate Bauer zur Lebenshilfe München nach Putzbrunn und betreut dort eigentlich die TENE. Das ist ein wachsender Kreis von Menschen mit Behinderung, die nach Jahrzehnten der Berufstätigkeit, meistens in den Lebenshilfe-Werkstätten, nun in Rente sind. Sie freuen sich über das Angebot einer Tagesstruktur mit festem Programm und finden hier Anschluss und Ansprache. Vorher hatte Renate Bauer mit ihrem Partner einen kleinen Reithof betrieben und hier Therapeutisches Reiten angeboten. Auch heute noch hat sie einige Pferde im Stall stehen, und die Bewohner der Lebenshilfe München sind jetzt Nutznießer davon.

Es ist den Menschen anzusehen, welche Freude sie im direkten Kontakt mit den Pferden finden. Dabei entdeckt jeder von ihnen seinen ganz individuellen Zugang. „Manche freuen sich spontan über den Kontakt, andere sind sehr vorsichtig. Die Pferde aber machen es ihnen leicht, sie suchen von sich aus die Nähe.“

Erfahrung mit Tieren sammeln Bewohner der Lebenshilfe Einrichtungen in München.

Erfahrung mit Tieren sammeln Bewohner der Lebenshilfe Einrichtungen in München.

Die Tiere werden nämlich in einem ‚Offenstall‘ gehalten und haben volle Bewegungsfreiheit. Ist die gemischte Gruppe aus Reitern und Nichtreitern dann zu Besuch, freuen sich die Pferde über diese Abwechslung, kommen an den Zaun, um sich streicheln zu lassen. Überhaupt ist das Reiten und der Umgang mit dem Pferd immer ein ’sich einlassen‘ aufeinander. Das Tier auf den Menschen und umgekehrt. „Für viele ist es eine ganz neue Erfahrung, das Tier zu spüren, es zu berühren, zu riechen, eine fast schon intime Nähe dazu aufzubauen. In Folge hat das auch mit Vertrauen (lernen) zu tun und hebt natürlich das Selbstwertgefühl, und das ist ganz wichtig“, bekräftigt Renate Bauer.

Klarer Publikumsliebling ist ein Esel mit seinen typischen langen Ohren, die gerne gestreichelt werden. Aber auch Ziegen, Hühner und Hasen sind auf dem Bauernhof, rund 70 Kilometer von München entfernt, anzutreffen. Allen Tieren wird Aufmerksamkeit geschenkt, denn man ist ja immer auch ein wenig neugierig. Überhaupt haben es die immer wieder verschieden zusammengesetzten Gruppen mit der Wahl des Bauernhofes gut getroffen. Es steht hier ein eigener kleiner Aufenthaltsraum zur Verfügung – zum Aufwärmen oder auch für kleine Ruhepausen. Renate Bauer legt Wert darauf, dass alle ihre Schützlinge zu essen und zu trinken haben. Nicht selten kocht sie darum eine Kleinigkeit, es gibt Kuchen und ein Getränk dazu.

Glücklich sind die Menschen nach so intensiven Eindrücken und Begegnungen. Glücklich aber ist auch Renate Bauer, die ein großes Herz für Mensch und Tier hat. Und ein glücklicher Umstand ist es, dass man bei der Lebenshilfe München offen ist für dieses Angebot und bereit ist diese Form der Therapie zu fördern und zu unterstützen.

presseSpranger

Gebirgsmusikkorps gibt Benefizkonzert für die Lebenshilfe München

Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr; Garmisch-Partenkirchen, zu Gast beim Benefizkonzert der Stiftung der Lebenshilfe München

Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr, Garmisch-Partenkirchen, spielt beim Benefizkonzert der Stiftung der Lebenshilfe München am 17. November in Putzbrunn. Florian Hahn, MdB (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München) ist es mit viel Engagement gelungen, den Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr für dieses Benefizkonzert zu gewinnen.

Benefizkonzert der Stiftung Lebenshilfe München
am 17.11.2016
mit dem Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr
im Bürgerhaus Putzbrunn

Das Musikkorps der 1. Gebirgsdivision wurde bereits im Jahr 1956 aufgestellt. Seit 1963 ist es in Garmisch-Partenkirchen beheimatet und gestaltet am 17. November das Benefizkonzert der Stiftung Lebenshilfe München.

Die Musiker unter dem Edelweiß repräsentieren Deutschland, die Bundeswehr und Bayern in den verschiedensten nationalen und internationalen Veranstaltungen. Dabei wurden bereits viele Millionen Euro für wohltätige Zwecke eingespielt. Das Gebirgsmusikkorps hat dadurch einen festen Platz in der Bevölkerung und ist international bekannt.

Neben verschiedenen bekannten Märschen spielt das Gebirgsmusikkorps Originalkompositionen sinfonischer Blasorchesterliteratur und beliebte Filmmusik- und Musical-Arrangements. Höhepunkte des Programms sind die Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, Filmmusik zu „Batman“ und „Die Teufelszunge“, ein Bravourstück für Trompete.

Der Reinerlös des Konzerts geht zu 100 % an die Stiftung Lebenshilfe München, die damit wiederum Projekte der Lebenshilfe München fördert.

Konzertbeginn ist um 19:30 Uhr.
Karten zum Preis von 16,00 Euro sind
ab dem 17.10.2016 in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe
bei Frau Bertl, Tel. 089 69347-109 erhältlich.
Mailadresse: vorstand@stiftung-lebenshilfe-muenchen.de

Ehrenamtliche für das Konzert gesucht!

Für die Durchführung der Veranstaltung (Garderobe, Abendkasse, Platzanweiser etc.) werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Interessenten wenden sich bitte an den Vorstand der Stiftung Lebenshilfe München:
z.Hd. Herrn Rainer Hölzgen, Tel. 089 69347-152
Mailadresse: vorstand@stiftung-lebenshilfe-muenchen.de

Die Stiftung Lebenshilfe München freut sich auf Ihren Besuch!

 

Weitere Informationen zum Gebirgsmusikkorps (hier geht’s zur Webseite)

Das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in Garmisch-Partenkirchen ist das südlichste von derzeit 14 bestehenden Musikkorps der Bundeswehr in Deutschland. Als Militärorchester liegt die Hauptaufgabe des Klangkörpers in der musikalischen Umrahmung des Truppenzeremoniells im In- und Ausland, wie z.B. bei Gelöbnissen und dem Großen Zapfenstreich. Zusätzlich präsentieren sich die Musiker in Uniform bei zahlreichen Veranstaltungen als klingende Visitenkarte der Bundeswehr. Dazu zählen sowohl Wohltätigkeits- und Adventskonzerte, als auch die Teilnahme an internationalen Militärmusikfestivals.

Münchens Webportal für inklusive Kulturprojekte

www.musenkuss-muenchen.de

Mit dem Joseph-Beuys-Zitat, ‚das Atelier ist zwischen den Menschen‘, deffiniert das Kulturreferat der Landeshauptstadt München gleich die Ausrichtung der neuen Initiative MUSENKUSS. Kultursuchende wie Kulturanbieter können im Webportal musenkuss-muenchen.de ab sofort Kulturprojekte aller Sparten finden, die Menschen mit und ohne Behinderung zur aktiven Teilnahme einladen.

Inklusive Kulturangebote in München sind auch der Lebenshilfe ein Anliegen

Inklusive Kulturangebote in München sind auch der Lebenshilfe ein Anliegen

Im Vordergrund steht das gemeinsame Kunsterlebnis, indem Barrieren abgebaut und individuelle Unterstützung angeboten werden. Mit einem Mausklick auf den neuen Musenkuss-Filter „Inklusion“ kann man sämtliche Projekte überblicken, die an Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst sind.

Informationen zu baulichen Gegebenheiten der Veranstaltungsorte wie z.B. deren Barrierefreiheit sind dabei ebenso zu finden wie aktuelle Angaben zu Gebärdensprache, AudioDeskription oder Über- bzw. Untertiteln. Durch das Webportal musenkussmuenchen.de lässt sich so künftig auf kurzem Weg eine große Bandbreite aktueller inklusiver Kulturprojekte in München recherchieren.

„Verschiedenheit ist normal und verschiedene Blickwinkel bereichern unser Miteinander. Viele Musenkuss-Partner handeln nach diesem Grundsatz. Daraus ergibt sich ein vielfältiges Mitmach-Angebot für alle ohne Barrieren“, so Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München.

Bei den mehr als 90 Partnern des Webportals musenkuss-muenchen.de handelt es sich um städtische oder städtisch geförderte Kulturinstitute, Freie Träger, Initiativen und Netzwerke der Kulturellen Bildung. Viele von ihnen bieten bewährte und modellhafte Projekte mit inklusivem Ansatz an. Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste der Lebenshilfe München, begrüßt dieses neue Angebot. Auch die Lebenshilfe München wird die neuen Angebote nutzen und demnächst auch eigene Veranstaltungen mit einstellen.

„Wohin mit der Wut im Bauch“

Ein Seminar der Lebenshilfe Bayern – ein Erfahrungsbericht

In den elf betreuten Wohngemeinschaften der Lebenshilfe München leben Menschen mit geistiger Behinderung teilweise schon 30 Jahre zusammen und damit haben sich fast schon familiäre Strukturen gebildet. Die Wohneinrichtung Giesing, in der St. Quirin-Straße, wurde 1997 gegründet und hier leben 30 Menschen mit geistiger Behinderung in drei Wohngruppen. Da jedes menschliche Zusammenleben aber auch Konflikte bewältigen muss, besucht eine Gruppe jährlich ein Seminar im Fortbildungsinstitut der Lebenshilfe Bayern in Erlangen.

Von Anfang an dabei sind die Betreuer Tatjana Jan und Harald Stinglwagner und sie freuen sich über den großen Erfolg dieser Maßnahme. „Es geht dabei nicht nur um den Kurs, sondern um das gemeinsame Miteinander, denn wir sind dort auch sehr gut untergebracht und versorgt. Jeder Teilnehmer hat sogar ein Einzelzimmer, was für den privaten Rückzug auch nötig ist“, erzählt Harald. Gestaltet sich das Miteinander in einer Wohngemeinschaft zeitweise schwierig, so ist die Situation bei Menschen mit geistiger Behinderung noch verschärft.

Die Teilnehmer beim Seminar "Woher die Wut im Bauch", von der Lebenshilfe München, freuen sich über diese lehrreiche und schöne Zeit.

Die Teilnehmer des Seminars freuen sich über diese lehrreiche Zeit.

Doch auch so können sich Menschen mit geistiger Behinderung nicht so gut ausdrücken, wissen oft gar nicht, woher die Wut im Bauch kommt.

Das war auch Inhalt des Seminars ‚Manchmal bin ich wütend … und dann?‘ Die jährliche Wiederholung ist nötig, so Tatjana Jan. „Man merkt in den Monaten nach dem Seminar, wie das Gelernte langsam wieder vom Alltag eingeholt wird, alte Gewohnheiten häufiger durchbrechen. Erst die dauerhafte Vertiefung ermöglicht eine langfristige Verbesserung.“

So sei bei den Teilnehmern eine Stärkung des Selbstbewusstseins spürbar und sie sind mit Freude dabei. Sie gehen von sich aus eher auf den/die Betreuerin zu und sprechen an was sie stört. Oder aber sie haben gelernt sich früher von ‚dem Brennpunkt‘ zu lösen, Abstand zu gewinnen und erst einmal ‚runterzukommen‘ von einer angespannten Gefühlslage. Kleine Schritte, die im Alltag aber große Wirkung zeigen.

Harald Stinglwagner: „Ich bin begeistert, wie sie das immer wieder schaffen. Es ist für Menschen mit geistiger Behinderung eine große Herausforderung sich täglich über mehrere Stunden zu konzentrieren, sich bewusst in Situationen hineinzuversetzen und angestrengt mitzuarbeiten. Abends sind sie dann wirklich ‚platt‘ von dem Geleisteten.“

Um das Pensum zu schaffen wird auch auf ausreichende Pausen geachtet oder manche Themen bei einem gemeinsamen Spaziergang nochmals vertieft und nach besprochen. Begeistert ist Harald auch von den beiden Referenten, die ihre Sache mit viel Einfühlung zu vermitteln wissen. „Wir Betreuer sind bei dem Seminar selbst übrigens nicht dabei. Das würde hemmen, unsere Bewohner würden sich beobachtet fühlen.“

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Weitere Infos zum Seminarangebot der Lebenshilfe Bayern finden Sie unter:
http://www.lebenshilfe-bayern.de/fortbildungsinstitut/

Sommerprogramm der OBA Lebenshilfe München

Für die OBA der Lebenshilfe München gibt es keine Sommerpause, auch in den Ferien nicht. Am Wochenende starten von der OBA (Offene Behindertenarbeit) aus die ersten Urlaubs-Reisen in den Norden, nach Österreich und in die bayerischen Alpen. Insgesamt stehen bis zum Herbst acht Urlaubsreisen auf dem Programm. Sie werden von jeweils einem Team aus Reiseleitern und Ehrenamtlichen begleitet.

OBA Lebenshilfe München Sommerprogramm

OBA Lebenshilfe München Sommerprogramm

Aber auch ‚zuhause‘, in Stadt und Landkreis München, ist die OBA der Lebenshilfe über die Sommerferien hinweg aktiv. Ausflüge von Ritterspielen bis Schlossbesuch, vom Besuch im Tierpark bis Tretbootfahren, vom Spaziergang bis zur Mondschein-Serenade, vom Thermenbesuch bis hin zum gemeinsamen Kegeln. Kurz: es gibt ein umfangreiches Programm während der Ferien, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit zusammen verbringen können. Nur die wöchentlichen Clubs machen während der Sommerferien Pause.

OBA sucht engagierte, aufgeschlossene Leute

Eine Liste der regelmäßigen Clubveranstaltungen der OBA der Lebenshilfe München finden Sie unten. Im Moment sind alle Plätze für Teilnehmer in den Clubs belegt. Sowohl für das Freizeit- und Bildungsprogramm, als auch für die Clubs, sucht die OBA engagierte, aufgeschlossene Leute, die Lust haben, dabei zu sein und bei Bedarf Assistenz und Unterstützung anzubieten.

Das OBA Sommerprogramm der Lebenshilfe München

Das OBA Sommerprogramm der Lebenshilfe München

Telefon: 089 69347 -140 bis -143 (OBA),
Email: oba@lebenshilfe-muenchen.de

Diese Clubs gibt es bei der OBA der Lebenshilfe:

SPORTCLUB: Montags von 18:00 – 19:30 Uhr
Treffpunkt: Tumblingerstr. 8 (U3 / U6 Goetheplatz) / Koordination: Sarah Höhendinger

CLUB JUNGE ERWACHSENE: Montags von 17:20 bis 20:00 Uhr
Treffpunkt: OBA bzw. U-Bahn „Sendlinger Tor“ / Koordination: Michael Ruoff

DIENSTAGS-CLUB: Dienstag von 17:00 bis 20:00 Uhr
Treffpunkt: OBA, St.-Quirin-Straße 13 / Koordination: Elisabeth Kluska

CLUB OBERMENZING: Mittwoch von 17:30 bis 20:00 Uhr
Treffpunkt: Carolinengemeinde, Sarasatestr. 16 / Koordination: Georg Hohenester

CLUB GIESING: Mittwoch von 18:30 bis 20:30 Uhr
Treffpunkt: Gemeindehaus Lutherkirche, Weinbauernstraße 9 / Koordination: Ilona Homma

JUGENDCLUB: Freitag von 16:30 bis 19:30 Uhr (monatlich)
Treffpunkt: OBA, St.-Quirin-Straße 13 /Koordination: Monika Barbato

HANDARBEITS-TREFF: Freitag von 16:00 bis 19:00 Uhr (14-tägig)
Treffpunkt: OBA, St.-Quirin-Straße 13 / Koordination: Franka Zellerer

Das nächste Programm-Heft „Freizeit, Bildung und Begegnung“ 
erscheint Mitte September und kann unter den oben genannten 
Telefonnummern oder email-Adresse bestellt werden.

Immer mehr Menschen mit geistiger Behinderung ambulant betreut

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Vertrauen aufbauen, helfen, da sein mit der Lebenshilfe München

MÜNCHEN: Bei der Lebenshilfe München wird heute jeder fünfte Bewohner der Einrichtungen nur noch ambulant betreut, vor wenigen Jahren war es nur jeder achte. Dabei wohnen die „stationär betreuten“ Menschen mit geistiger Behinderung in einer der elf Wohnstätten der Lebenshilfe München in Stadt und Landkreis München. ‚Ambulant betreut‘ wird im häuslichen Umfeld oder seit Frühjahr auch in betreuten Wohngemeinschaften. In die ambulante Betreuung werden zunehmend auch Menschen mit seelisch-psychischen Herausforderungen einbezogen. Sie haben gute Chancen bei unterstützender Hilfe und Betreuung, ihre Lebenskrisen zu überwinden und zu einem selbständigen Leben zurück zu finden.

Inklusion braucht gezielte Förderung

Für Peter Puhlmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe München, ist das ein wichtiger Schritt hin zu mehr Inklusion. „Wir haben unser Angebot im Bereich des Ambulant betreuten Wohnens innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Lebenshilfe München bewegt sich nachdrücklich in diese Richtung. Wir hoffen und setzen darauf, dass Gesellschaft und Politik – wie aktuell etwa beim Entwurf zum neuen Bundesteilhabegesetz – mitziehen. Es wird bei aller Inklusion immer Menschen mit geistiger Behinderung geben, die einen sehr speziellen Förderbedarf brauchen. Dafür stehen wir als Lebenshilfe München. Jedem Menschen die Förderung geben, die er braucht. Die Förderung zu mehr Selbständigkeit und Selbstbestimmung sind dabei immer ein erklärtes Ziel.“

Der Wandel braucht Zeit

So passt sich die Lebenshilfe München dem Wandel der Zeit an. Festgefahrene Strukturen und Denkmuster werden hinterfragt, modernisiert und angepasst. Auch der Bezirk und der Gesetzgeber haben klare Vorgaben. Der Wandel braucht seine Zeit.

Lebenshilfe stimmt eng mit dem Bezirk ab
Ambulant betreutes Wohnen für Stadt- und Landkreis München

Koordinator der Wohneinrichtung der Lebenshilfe München, Christian Kerler: „Wir von der Lebenshilfe München trafen zunächst mit der Stadt und mit dem Landkreis München neue Vereinbarungen. Das haben wir mit dem Bezirk als Leistungsträger eng abgestimmt. Die ambulante Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung wird an Bedeutung weiter zunehmen.“

Beratung steht vor der Hilfeleistung

Daniela Holzmann, Dipl. Sozialpädagogin des ‚Ambulant betreuten Wohnen‘ (ABW) hat in ihrer vierjährigen Tätigkeit in diesem Bereich schon viel erlebt. „Es braucht oft lange Monate, bis Familien oder Betroffene sich an uns wenden. Sie versuchen häufig mit Situationen zurecht zu kommen, in denen sie eigentlich Hilfe benötigen. Dabei arbeiten wir natürlich mit unserer Angehörigenberatung eng zusammen. In der Praxis sieht es so aus, dass wir wöchentlich bis zu fünf Stunden Hilfe direkt vor Ort im Wohnumfeld des Betroffenen geben.“

Hohe Frauenquote bei Pädagogen, Erzieher und Fachkräften

Glücklich ist man aktuell bei der Lebenshilfe München, dass man nach der Erweiterung der Leistungen im Bereich des ABW alle Stellen mit gut ausgebildeten Fachkräften hat besetzen können. Christian Kerler: „Dabei haben wir einen deutlichen Frauenüberschuss. Die Quotenregelung würde eigentlich mehr männliche Pädagogen, Erzieher und Fachkräfte fordern. Manche Betreute würden sich gerne von männlichen Pädagogen betreuen lassen. Das Berufsbild nehmen aber wohl immer noch vermehrt Frauen wahr. Dabei ist es abwechslungsreich, spannend und wir arbeiten ‚eng an und mit Menschen‘.“

(gsp)

Lebenshilfe bei gemeinsam Spaß und Sport mit dabei

Gemeinsam Spaß und Sport mit der Lebenshilfe München.

Gemeinsam Spaß und Sport mit der Lebenshilfe München.

Bei herrlichen Sommerwetter stand am Wochenende die Münchner Innenstadt ganz im Zeiten von ‚Gemeinsam Spaß und gemeinsam Sport‘. Ob Rollstuhlbasketball oder Blindenfußball – der Gedanke der Inklusionstand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Menschen mit und ohne Behinderung treiben gemeinsam Sport. Mit dabei war einmal mehr auch die Lebenshilfe München mit einem eigenem Stand und Dartspiel.

Auch die Abendzeitung hat ausführlich über diesen Event berichtet. Hier der Link:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.inklusiver-aktionstag-gemeinsam-sport-gemeinsam-spass-auf-dem-marienplatz.57edb783-be62-4bb1-9ab3-f71c2fae7357.html

Abendzeitung berichtet über den Event "Gemeinsam Sport und Spaß"

Abendzeitung berichtet über den Event „Gemeinsam Sport und Spaß“

Die richtigen Voraussetzungen für Deeskalation schaffen

Schulung für Mitarbeiter der Lebenshilfe München

Eine Situation nimmt an Spannung zu, sie verschärft sich, sie eskaliert, gerät außer Kontrolle. Wir alle kennen solche Momente aus Krimis; er lebt von Spannung, von der Tragik des Moments. Was aber, wenn wir selbst Betroffene sind, in der Familie, im Freundeskreis, im privaten Umfeld, in der Arbeit? Dann wird aus der prickelnden Spannung schnell ein traumatisches Erlebnis. Damit das nicht passiert, hat die Lebenshilfe München für alle Mitarbeiter der Lebenshilfe München Wohnen GmbH eine Schulung, einen eigenen Deeskalations-Kurs initiiert.

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Seminarleiter René Pfeifer setzt auf die (Selbst-) Reflektion der pädagogisch gut ausgebildeten Mitarbeiter der Lebenshilfe München

In mehreren Modulen werden die Mitarbeiter bis Dezember geschult und weitergebildet. Seminarleiter René Pfeifer sieht dabei im Umgang mit Menschen mit Behinderung einen besonderen Bedarf. „Verhaltensweisen haben ihre Wurzel in physischen oder psychischen Grundbedürfnissen des Betreuten, welche jedoch nicht adäquat kommuniziert oder erfüllt werden können.“ Deeskalation ist wichtig.

Seminarleiter René Pfeifer zur Deeskalation:
„Gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten ist gefordert“

Das setzt an die Mitarbeiter in den Einrichtungen wieder ganz eigene Anforderungen. Es geht auch darum sich untereinander abzustimmen, bis hin zu den Eltern und Betreuern. Auch der Arbeitgeber ist gefordert. Sind betriebliche Hierarchien durchlässig, gibt es genügend personelle und räumliche Ressourcen, gibt es klare Richtlinien für den Umgang mit Gewalt, was wird getan um Bewohner und Mitarbeiter zu schützen?

Und so wie der Mensch mit Behinderung ein Recht auf geschultes Personal hat, so hat das Personal ein ebenso ein Recht auf den eigenen Schutz. Dazu zählt Rene Pfeifer die Sicherheit am Arbeitsplatz und Schulungen für potentiell gefährliche Situationen. „Der bessere Weg dabei ist aber“, so Lebenshilfe Geschäftsführer Peter Puhlmann, „solche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen und rechtzeitig mit einer Deeskalation vorzubeugen.“

Strukturen und Zusammenhänge erkennen

Dies wiederum sei nur durch Reflektion möglich, erläutert der Trainer. „Die Strukturen müssen erkannt werden, das eigene Verhalten und die Zusammenhänge.“ Den Menschen mit Behinderung in seiner inneren Not zu helfen, ist darüber hinaus ein Akt der christlichen Nächstenliebe. Hilfreich ist ebenso das Trainieren von verbalen Deeskalationstechniken.

Ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass Aggression immer begründet ist, zumindest für den Betroffenen. „Unser Gegenüber ist nicht unser Feind, sondern immer ein Mensch der Hilfe braucht“, verdeutlicht Rene Pfeifer in seiner Schulung für die Lebenshilfe München.

Lesen Sie dazu auch:

https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/04/08/lebenshilfe-muenchen-beugt-mit-schulungen-vor/

Text & Fotos: Gerd Spranger

Spenden helfen den Menschen bei der Lebenshilfe München

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Birgit Fleischmann, Peter Puhlmann und ein Bewohner der Lebenshilfe Einrichtung in der St.-Quirin-Straße auf dem neuen Aufzug.

Bei den Spendenprojekten der Lebenshilfe München stand 2015 der Wunsch nach einem Aufzug für die Wohneinrichtung in der St. Quirin-Straße (Giesing) weit oben auf der Liste. Der Wunsch wurde jetzt erfüllt. Die Stiftung für Menschen in Not, „Wir helfen München“, hat die Kosten für den Aufzug von knapp 18.000 Euro übernommen – und so geht es jetzt barrierefrei in den Garten.

Die Initialzündung für dieses große Spendenprojekt für die Lebenshilfe München gab Prof. Dr. Stephan Heller, der im Kuratorium des Elternvereins mitwirkt und immer das Wohl der 1600 betreuten Menschen mit geistiger Behinderung im Blick hat. Häufig stellt sich bei ihnen mit zunehmenden Alter auch noch eine eingeschränkte Beweglichkeit ein, so dass selbst der Garten ‚vor der Haustür‘ nur schwer zu erreichen ist.

„Das ist jetzt zum Glück anders,“ freut sich Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann. „Für unsere Rollstuhlfahrer war der Weg in den Garten immer eine Herausforderung. Sie mussten hin und zurück immer eine Strecke von 50 Metern um das Haus herum bewältigen.“

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht

Von den Bewohnern der Lebenshilfe-Einrichtungen erreichen immer mehr Menschen das Rentenalter. „Sie sind damit keine Werkstatt-Gänger mehr, also nicht berufstätig, und verbringen die meiste Zeit in den Wohnstätten, wie auch hier in der St. Quirin-Straße,“ erläutert Einrichtungsleiterin Birgit Fleischmann. „Das ist durchaus ein Handicap, denn man bleibt ja nicht unentwegt im Garten. Man muss mal auf die Toilette, holt was zu trinken oder zu essen. Da musste ohne den Aufzug jeder Gartengang wohl überlegt sein. Barrierefreiheit ist ein Grundrecht.“

Stiftung „Wir helfen München“ spendet der Lebenshilfe München

Die Stiftung „Wir helfen München“ möchte ein wenig Lebensqualität und Lebensfreude an notleidende Menschen weitergeben. Die Förderer der Stiftung sind Münchner Unternehmer, zu denen auch Prof. Dr. Stephan Heller zählt, der im Vorstand der Stiftung und zugleich Vorsitzender des Vorstandes der Agentur „heller & partner Marketing Services AG“ ist.

Mit dem Aufzug direkt in den Garten ist nun für alle Bewohner der Lebenshilfe München in der St. Quirin-Straße der Weg in den Garten frei und unkompliziert. „Die meisten Häuser der Lebenshilfe sind aus den 30er- und 50er-Jahren und stammen damit aus einer Zeit, als noch niemand an Barrierefreiheit dachte,“ erläutert Peter Puhlmann. „Der Gebäudekomplex hier waren ursprünglich Wohnungen für Bedienstete der US-Streitkräfte.“

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