Familienbörse bleibt online

Am Freitag, 16. Juli, veranstaltete das Sozialreferat der Stadt München in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern die erste Online-Familienbörse (Siehe Bericht). Jetzt sind die Beiträge online gestellt und können bis Ende August angesehen werden. Mit dabei war auch die Lebenshilfe München mit Sabine Wolf (Bereichsleitung Frühe Kindheit / Interdisziplinäre Frühförderung ) mit einem Beitrag über die Bedeutung und Zusammenhänge der Frühförderung und Julia Bader (FUD) berichtete über Aktivitäten aus dem Bereich Freizeitangebote und Assistenz.

Informieren Sie sich auf:
https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

Folgende Themen finden Sie gut aufbereitet und präsentiert:

  • Jugendliche mit Behinderung in Zeiten von Corona
  • Frühe Förderung und Bildung
  • Beratungsmöglichkeiten für Familien mit und ohne Behinderung
  • Auf der Bühne, ein Mitmachworkshop
  • Übergang von der Schule in den Beruf
  • Freizeit (-Angebote) und Bildung
  • Übergang zum Selbstständigen Wohnen
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Frühförderung weiter sehr gefragt

Lebenshilfe München eröffnet eigene Stelle
für „Interdisziplinäre Frühförderung“ in Riem

Der Bedarf nach Frühförderung, von den Neugeborenen bis hin zum 7. Lebensjahr, steigt im Coronajahr 2021 spürbar. Ganz allgemein, aber besonders hoch, ist die Nachfrage im Osten von München aus der Messestadt Riem bei der Lebenshilfe München. Sie ist neben Freiham der jüngste Stadtteil der Landeshauptstadt. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Elternverein, die Kinder- und Jugend GmbH der Lebenshilfe München nur wenige Kilometer entfernt in Feldkirchen seit vier Jahrzehnten eine interdisziplinäre Frühförderstelle betreibt. Hier erhalten Familien mit entwicklungsauffälligen und/oder behinderten Kindern ein individuell abgestimmtes Förderangebot. Die Familien und ihre Kleinen werden beratend, therapeutisch und pädagogisch betreut und begleitet.

Man reagierte bei der Lebenshilfe München bereits früh auf den Nachfragedruck. Seit drei Jahren engagiert man sich in der Messestadt, um eine eigene Frühförderung zu installieren und steht kurz vor der Eröffnung. Inzwischen erweiterte die Lebenshilfe in Feldkirchen ihr Angebot um ein drittes interdisziplinäres Team unter der Leitung von Janine Schöppen, die von Angelika Schrauth eng unterstützt wird. Die Gesamtleitung der Frühförderstellen, von denen die Lebenshilfe in Stadt und Landkreis fünf betreibt, obliegt der Pädagogin Sabine Wolf.

Förderung durch die Aktion Mensch

Gerade mal 22 Jahre jung ist die Messestadt München Riem. Aus dem Gelände des alten Münchner Airports wurde ein moderner Wohn- und Geschäftsbezirk rund um das ausgedehnte Gelände der Messe München.

Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, freut sich über eine Förderung durch die ‚Aktion Mensch‘ und bekräftigt: „Es ist uns gelungen, aufgrund einer nicht unerheblichen Förderung durch die Aktion Mensch, dieses Projekt der Interdisziplinären Frühförderung in der Messestadt München-Riem zu verwirklichen. Dennoch verbleibt ein sehr hoher Investitionsbeitrag bei der Lebenshilfe München, so dass wir auf jede weitere Spende angewiesen sind.“

Die angemieteten Räume in der Messestadt Riem sind bereits weitgehend ausgebaut und eingerichtet. 217 Quadratmeter stehen für Therapieräume, Bewegungsraum, Verwaltung, Leitung, Wartebereich, Teeküche, zwei Bürozimmer und fünf Stellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Wichtig ist für die Einrichtung der Interdisziplinären Frühförderung der Lebenshilfe München ebenso ein eigener großer Kellerraum.

Einzelförderung oder Kleinstgruppen

„Dort können wir therapeutische Materialien auch als Leihgabe für die Eltern einlagern“, bekräftigt Sabine Wolf und erläutert: „Wir brauchen verschiedenste Spielmaterialien für unsere mobilen Einsätze. Damit die Eltern zuhause mit den Kindern über die Woche spielen und üben können, werden auch Materialien leihweise überlassen.“ Es ist geplant, etwa 70 Kinder in der Frühförderung Riem aufzunehmen. Dort erhalten die Kinder Einzelförderung oder Förderung in Kleinstgruppen von je 3 bis 6 Kindern. Je nach Bedarf erhalten die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich Förderstunden.

Mangel an sozialen Lernsituationen

„Die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen durch die Pandemie haben die Eltern mehrfach getroffen,“ erzählt Sabine Wolf. „Zum einen mussten sie selbst zuhause bleiben, die Eltern ihre Kontakte minimieren und auch die Geschwisterkinder sind über Monate hinweg nicht in den Kindergarten oder in die Schule gegangen. Das Risiko bei kleinen, anfälligen Kindern war und ist bei einer Infektion einfach hoch. Auch wir haben anfangs nur eingeschränkt arbeiten können und setzen bis heute aufwendige Hygienemaßnahmen um. Viele Kinder konnten über lange Zeit nicht in den Kindergarten gehen und so fehlten über die Monate viele soziale Lernsituationen.

Noch ist die Lebenshilfe bei der Ausgestaltung der neuen interdisziplinären Frühförderstelle in München Riem gefordert. Spenden für Therapieräume und für diagnostisches Material werden weiter benötigt. Spenden mit dem Vermerk „Verwendungszweck: Erstausstattung IFF-Messe“ sind herzlich willkommen. Das Spendenkonto finden Sie unter:

https://www.lebenshilfe-muenchen.de/ihre-hilfe-zaehlt-mitglieder-und-spenderservice/

Neue Bewohnervertretung in Putzbrunn

Das Wohnheim in Putzbrunn erfreut sich über eine aktive und diskussionsfreudige Bewohnerschaft. Seit Beginn wird alle vier Jahre eine Bewohnervertretung gewählt. Dieses Amt wurde immer mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ausgefüllt. Die Bewohner*innen bringen immer viele Ideen, kritische Themen und Lösungsvorschläge ein.

Durch die Coronapandemie musste die Wahl verschoben und konnte nun im Juli 2021 endlich durchgeführt werden. Zuvor wurde ein Wahlausschuss gebildet und gefragt wer sich aufstellen lassen möchte, Wir haben Fotos gemacht, Wahlaushänge erstellt und Wahlzettel vorbereitet. Es stellten sich 11 Bewohner zur Wahl und es war zu erkennen, es wird eine spannende Wahl. Jeder fragte sich: „Werde ich gewählt?“

Es fand eine Briefwahl statt, vergleichbar im Ablauf einer Bundestagswahl. Der große Unterschied aber war, auf dem Erklärungsschreiben, den Wahlzetteln und Aushängen waren Fotos und Piktogramme zu sehen. Durch die Piktogramme konnten komplexe Sachverhalte verständlicher gemacht werden. Daher wollen wir auch erwähnen, dass das Wohnheim seit kurzem die Software „Metacom“ nutzt.

Bei schönem Wetter zählten wir am 07. Juli 2021 im Garten die Stimmen aus. Tatsächlich war die Auszählung sehr spannend, da einige Bewohner ’sehr dicht bei einander lagen‘. Die meisten Stimmen erhielten Frau Thalhammer und Herr Butt, sowie Frau Hofmann und Herr Hüttinger. Die große Freude stand allen im Gesicht und Frau Thalhammer war so gerührt, dass sie auch eine Freudenträne vergoss.

Nach den Gratulationen wurde auch ein wenig gefeiert. Renate Bauer, die Leiterin der Lebenshilfe-Wohneinrichtung in Putzbrunn, sagte: „Selbstverständlich grillen wir an einem so freudigen Tag.“ In der anschließenden Woche fand auch gleich die konstituierende Sitzung statt. Herr Hüttinger wurde zum Vorsitzenden gewählt und Frau Thalhammer übernahm das Schreiben des Protokolls. Es wurde über Aufgaben und Ablauf gesprochen, und Termine vereinbart.

Renate Bauer hat zur Unterstützung der Bewohner*innen auch eine Ehrenamtliche gefunden. Sie wird bei den nächsten Terminen dabei sein. Unterstützt wurden die Bewohner*innen durch den Wahlausschuss: Frau Dudenhöffer, Herr Kristöfl und Frau Wolfram.

Wir wünschen der Bewohnervertretung
viel Erfolg bei allen ihren Vorhaben.
Pädagogischer Fachdienst/ Esther Wolfram

Lebenshilfe-Wohnen: das Konzept dem Leben anpassen

Putzbrunn III: versatil (wandlungs-, anpassungsfähig),
um Diversität (Unterschiedlichkeit) unter einem Dach
zu ermöglichen.

In der ersten Folge hat Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, das pädagogische Konzept und Hintergründe zur geplanten neuen Wohneinrichtung der Lebenshilfe vorgestellt. Heute erläutert er die Zusammenhänge und baulichen Maßnahmen.

Putzbrunn III wird der Wohnort für Menschen mit Beeinträchtigungen unter dem Dach der Lebenshilfe München am Lebenshilfe Campus Putzbrunn sein, an welchem, durch die bauliche Konzeption, auf die verschiedenen Bedarfe in verschiedenen Lebensphasen fachlich reagiert werden kann. Eingesetzte digitale Assistenzsysteme werden in erster Linie den Mieter*innen das Leben erleichtern und mehr Sicherheit im sozialen aber auch technischen Sinne geben. Gleichzeitig fördern und unterstützen sie die Kommunikation mit Angehörigen, Dienstleistern und Freunden.

Wohnen den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen anpassen

Vor einem Jahr hat die Lebenshilfe am Willinger Weg eine neue Wohneinrichtung mit einem modernen Konzept eröffnet, die in München viel Beachtung fand. Foto: Gerd Spranger

Diese Ausgestaltung der Immobilie soll es ermöglichen, dass die Mieter*innen, unabhängig von Unterstützungsbedarf und Alter, bedarfsgerecht und mit hoher Qualität leben und wohnen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine fachliche Durchlässigkeit innerhalb des Hauses erreicht werden. Das bedeutet, die Anzahl und Ausprägung von ausschließlich individual genutzten Appartements wird derart versatil sein, mehrere Appartements zu einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit zugehörigen Gemeinschaftsflächen zusammenzulegen bis dahin, dass diese Wohngemeinschaften auch als gemeinschaftliches Wohnen mit gepoolten Fachleistungen zusammengefasst und ausgelegt werden können – ganz nach den bestehenden Erfordernissen und Bedarfen. Der Pflegebereich im 1. OG könnte somit theoretisch auch über die darüberlegenden Stockwerke ausgedehnt werden, wenn dies in den nächsten Jahrzehnten notwendig werden sollte.

Das Wohnen ist ein Lebensmittelpunkt

Der Lebensbereich Wohnen stellt für viele Menschen mit Behinderung den Lebensmittelpunkt dar, der dem Erfüllen wichtiger Bedürfnisse dient. Es geht nicht nur darum, räumliche und materielle Standards herzustellen, die an die Wohnsituation von Menschen ohne Behinderung angepasst sind, sondern besonders wird im Fokus stehen, den Vorstellungen dieser, uns anvertrauter Menschen gerecht zu werden. Das Wohnkonzept sieht vor, dass jede*r dort lebende Mieter*in, unabhängig von Alter und Unterstützungsbedarf, Inklusion leben kann. Durch die Konzeption und die fachliche Ausrichtung des Assistenzkonzeptes kann jede*r Mieter*in auf die inklusionsfördernden Strukturen der Immobilie zugreifen.

Selbständiges Wohnen bis ins hohe Alter

Durch die mannigfaltige Charakteristik der insgesamt vier Etagen und somit einer hohen Versatilität der gesamten Immobilie ist es möglich, auf die verschiedenen Bedarfe adäquat zu reagieren. In Verbindung mit dem Erdgeschoss und der dort ansässigen Tagesstruktur und den Räumlichkeiten der Physiotherapie können maximale Synergieeffekte auch im Hinblick auf Inklusion erwirkt werden. Insgesamt ist ein durchlässiges Gesamtkonzept des selbständigen Wohnens bis ins hohe Alter umsetzbar.

Teilhabe und Freizeitstruktur

Das Zusammenleben und das Entwickeln gemeinsamer Interessen wirken sich auch auf die Freizeitgestaltung der Gemeinschaft aus. Gemeinsam geplante Ausflüge, Besuche von Veranstaltungen und Projekte verschaffen eine Identität, welche ebenfalls nachhaltige Teilhabe ermöglicht. Insgesamt sollen 55 Menschen einen bedürfnisgerechten und nachhaltigen Wohnort in Putzbrunn III finden. Dabei sind alle gesetzlichen Anforderungen an die bauliche Struktur eines solchen Hauses erfüllt. Alle Zimmer und Wohnungen werden barrierefrei errichtet. Darüber hinaus werden 50 Prozent davon die Anforderungen an rollstuhlgerechtes Wohnen nach DIN – 18040 erfüllen.

Das Erdgeschoss:
Tagesbetreuung und Tagesstruktur

Hier werden Räumlichkeiten für Tagesbetreuung und Tagestruktur (wie Zuverdienst / Förderstätte) sowie für Gemeinschaft und Begegnung geschaffen. Dabei sollen alle Mieter*innen des Hauses (vorwiegend der beiden oberen Geschosse) die Möglichkeit haben ihren Tag zu verbringen, sofern sie nicht oder nicht mehr einer Arbeit oder Beschäftigung außerhalb des Gebäudes nachgehen. Dieses Angebot kann selbstverständlich auch für Menschen mit Behinderung „außerhalb der Lebenshilfe“ genutzt werden.

Eine Praxis für Physiotherapie

Als zweite wichtige Säule entstehen im Erdgeschoß Räumlichkeiten für eine Physiotherapiepraxis. Die Leistungen der Physiotherapie sind für die angestrebte Mieterschaft des Hauses mitunter von großer Bedeutung. Den Mieter*innen ist es so möglich, auf kurzem Weg diese Leistungen abzurufen. Die Physiotherapiepraxis wird ein wichtiger Inklusionsfaktor im Rahmen des gesamten Projektes. Diese Praxis soll auch für Bürger*innen aus Putzbrunn und Umgebung zugänglich sein.

Das erste Obergeschoss
20 Zimmer für Senioren

Dort entstehen 20 Zimmer für Senioren, die bereits einen höheren Unterstützungsbedarf haben. Dieser Bedarf kann sowohl pflegerischer, als auch teilhabebedingter Natur sein. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses wird es eine ‚Rund-um-die-Uhr-Betreuung‘ durch pflegerische und auch pädagogische Fachkräfte geben. Alle gesetzlichen Auflagen und Anforderungen an „stationäre“ Einrichtungen nach Pflegewohnqualitätsgesetz werden erfüllt. In den Räumlichkeiten des ersten Obergeschosses soll auch eine Begleitung in der letzten Lebensphase möglich sein.

Zweites und drittes Obergeschoss:
35 Einzelappartements und 13 Wohnungen

In diesen beiden Etagen entstehen zunächst insgesamt 35 Einzelappartements: Im zweiten 22 und im dritten Obergeschoss 13 Wohnungen. Alle Appartements werden mit einem Bad und einer Küche ausgestattet. Somit ist es den Mietern einerseits möglich, selbständig und losgelöst von Gruppenstrukturen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen, andererseits können die Mieter auf die Assistenzdienste der Lebenshilfe zurückgreifen, um eventuelle Unterstützungsbedarfe zu kompensieren. Die im Gedanken der Versalität zu schaffenden weiteren Gemeinschaftsflächen ermöglichen die Bildung von ambulanten Wohngemeinschaften, sowie gemeinschaftlichem Wohnen in den unterschiedlichsten Facetten.

Offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit

Die neuen Wohn- und Bereuungsformen nach dem BTHG (Bundesteilhabegesetz) gewinnen an Dynamik und erlauben neue Entwicklungen, wie wir sie bisher noch nicht kannten. Putzbrunn III schafft nicht nur neue, gewünschte und benötigte offene Wohnformen einer neuen Häuslichkeit – also in Bezug auf Dienst- und Fachleistungen, sondern trägt dazu bei, den in einer nachhaltigen und wertsteigernden Form barrierefreien und sogar rollstuhlgerechten Wohnraum im Landkreis München durch die Lebenshilfe München zu schaffen.

Die versatilen Wohn- und Betreuungsformen sowie der damit einhergehende Quartiersgedanke werden langfristig weiter an Bedeutung gewinnen. Das Projekt Putzbrunn III wird spätestens mit seiner Fertigstellung zum Frühjahr 2024 ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft des Wohnens sein – nicht nur für die Lebenshilfe München.

Peter Puhlmann
Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Die Zukunft des Wohnens für Erwachsene

Lebenshilfe München: „Zeit für neue Häuslichkeit“

Von Peter Puhlmann –

In den letzten Jahren sprach man von Innovation in Bezug auf ambulante Wohnformen, die aber ihren Erfolg meist nur in hoch selbständigen Wohn- und Betreuungsformen widerspiegelten. Der Kreis der Wohnenden war damit sehr eingeschränkt. Die Forderung nach offenen Wohnformen entspricht den Ansprüchen von Menschen mit geistiger Behinderung – aber insbesondere den Forderungen von Eltern junger Erwachsener mit geistiger Behinderung – die von frühester Kindheit an gefördert wurden und Teilhabe am Leben als etwas Grundsätzliches und Erreichbares ansehen. Es geht heute um die Zukunft des Wohnens für Erwachsene.

Gefördert vom ersten Lebensjahr an

Florian Hahn MdB, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München, besucht mit Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Puhlmann die Wohneinrichtung in Putzbrunn.

„Ich will, dass mein Sohn ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann, auf gar keinen Fall darf die hart erworbene Selbständigkeit meines Sohnes durch ein Behindertenwohnheim verlorengehen, wo ihm alles abgenommen wird. Alle Frühförderung, der Erfolg der Förderschule – alles in Kindheit und Jugend erreichte wäre umsonst gewesen“, so eine Mutter im Gespräch zum Thema, was sie sich ‚vom Wohnen‘ in der Lebenshilfe in Bezug auf Wohnangebote erwartet.

In den 1970er stand Wohnen ‚wie in der Familie‘ im Vordergrund. Kleine Wohnheime, in denen heilpädagogische Fachkräfte wie Eltern der Führsorgepflicht nachkamen. Dies umso mehr, je höher der Hilfegrad aber auch das Alter des/der Heimbewohners*in war. Wie das eigene Zuhause sollte auch das Zuhause der Lebenshilfe für immer sein.

Ansprüche an Lebens- und Wohnkonzepte

Hier wird deutlich, dass die Pluralisierung der Gesellschaft, der Ausdifferenzierung von Lebenslagen und Lebensstilen, die für die unterschiedlichen Lebensphasen mehr und mehr bestimmend werden, einem ständigen Wandel unterzogen sind. Sie soll den unterschiedlichsten Anspruchsgedanken gerecht werden. Diesem muss nun auch bei der Ausgestaltung von Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung Rechnung getragen werden. Dieses Ziel will ich als Vorstand der Lebenshilfe München mit dem neuen Wohnkonzept an unserem Standort Putzbrunn erreichen.

Dem Grad der Behinderung angepasst

Es ist uns zwar in den letzten acht Jahren gelungen, eine Diversität der Bestandswohnformen zu erreichen, aber jeder unserer Wohnstandorte ist somit spezialisiert und nur bis zu einen bestimmten Grad fähig, sich auf individuelle Veränderungen von Bedürfnissen und Hilfegraden anzupassen. Wie sollen auch Gebäude aus den 1930’er oder 1960’er Jahren barrierefrei – gar Rollstuhlgerecht sein? Zum damaligen Zeitpunkt war dies noch keine bekannte Erforderlichkeit oder gar gesetzliche Vorgabe. So gesehen bietet die Lebenshilfe München ein diverses Wohnen in ganz München an: vom betreuten Einzelwohnen, über Wohnen bei Familien, ambulant betreuten Wohngemeinschaften, inklusiven Wohngemeinschaften zusammen mit Studenten*innen, Trainingswohnstätten zum realen Üben, bis hin zu gemeinschaftlichem Wohnen mit gepoolten Betreuungs- und Hilfeleistungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die Spannweite reicht von erwachsen Menschen mit geistiger Behinderung mit geringer Fähigkeit zur Selbständigkeit bis hin zu Menschen mit Schwerst-Mehrfachbehinderungen [ehemals (voll-)stationäres Wohnen].

Grundsicherung und Fachleistungen

Nach wie vor fehlen geeignete Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung und hohem Pflegeaufwand wegen geriatrischer Diagnosen, meist sind es dem hohen Lebensalter geschuldete Einbußen. Es fehlen ebenso altersunabhängige verhaltensbedingte Intensiv-Betreuungsplätze. In diesem Zusammenhang sei auch der Hinweis an den Gesamtkontext erlaubt, dass der Gesetzgeber eben diese Diversität im Bundesteilhabegesetz (BTHG) sucht und umsetzt. Es wird hier ganz klar unterschieden zwischen Mietraum – also der Wohnung von der man Mieter ist aus Mitteln einer zustehenden Grundsicherung – und der davon unabhängigen Dienstleistung – die als Fachleistung nach SGB IX von Trägeren wie der Lebenshilfe München erbracht werden.

Im zweiten Teil des Beitrages stellen wir das neue Wohnprojekt der Lebenshilfe München, Putzbrunn III, vor. Es wurde bereits auf eine Strategiesitzung im Jahr 2013 angedacht.

Peter Puhlmann,
Vorstand & Geschäftsführer der Lebenshilfe München
Dipl.Päd.Univ. und Sozialbetriebswirt (TWTAG FH M)

Erfolgreich etablierte sich eine zweite Wohngemeinschaft der Lebenshilfe München.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2021/02/27/zweite-inklusive-wohngemeinschaft-der-lebenshilfe-muenchen

Viel Zustimmung fand 2020 die neue geschaffene Wohneinrichtung Willinger Weg.
Hier geht’s zum Beitrag: https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2020/11/26/viel-zustimmung-fuer-den-willinger-weg/

Am 16. Juli startet die Familienbörse

Die Münchner Familienbörse im Rathaus ist eine immer gut besuchte und beliebte kleine Messe der persönlichen Begegnungen. 2021 werden die Begegnungen online stattfinden und Bürgermeisterin Verena Dietl wird mit Jugendamtsleiterin Esther Maffei am Freitag (16. Juli) um elf Uhr die erste Online-Familienbörse eröffnen. Es ist eine inklusive Plattform, die sich an Familien mit und ohne Behinderung wendet und viele Informationen zu unterstützenden Angeboten bietet.

Familienbörse München geht online

70 Aussteller, darunter die Lebenshilfe München, sind online erreichbar. Verena Dietl bekräftigt: Wir freuen uns, dass so viele engagierte Organisationen in München den Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung unterstützend helfen können. Gerade sie sind durch die Pandemie besonders hart getroffen und sind es teilweise noch heute. Inklusion hat in der Landeshauptstadt einen festen Platz, damit ein gemeinsames Miteinander und gegenseitige Hilfe auch im Alltag gelebt werden können.“

Themen wie Freizeit, Frühförderung, Beratung, Ausbildung und Beruf bis hin zum Übergang in ein selbständiges Wohnen, setzen Akzente. Die Teilnehmer können „im Chat“ ihre Fragen an die Fachleute richten. Eine barrierefreie Darstellung stehe zur Verfügung, so die Organisatoren.

Und hier geht’s zur Familienbörse:

https://inklusive-familienboerse-muenchen.de

HPT: Gutes „im Schlechten“ finden

HPT-G Unterhaching in Zeiten von Corona

Wir haben mittlerweile Anfang Juli 2021 und das bedeutet, dass wir in der HPT-G Unterhaching seit fast 16 Monaten Einschränkungen durch COVID-19 in unserer täglichen Arbeit mit beachten müssen. Vieles dürfen die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen einfach nicht. Nichts ist mehr, wie es „vor Corona“ war. Unsere permanenten Themen sind: Mund-Nasen-Schutz, Hygiene, Abstand halten, feste Gruppen, Notbetreuung, Wechselunterricht usw. Eine Herausforderung für unsere Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter*innen. Und trotzdem ist nicht alles „schlecht“.

Feste Gruppen im guten Miteinander

Wie ein Baum muss auch ein gutes Miteinander wachsen

Feste Gruppen bedeutet für uns, dass unsere Kinder und Jugendlichen zwar nicht ihre Freunde aus den anderen Gruppen besuchen können, allerdings sind so aus der eigenen Gruppe neue Freunde mit dazu gekommen. Es ist schneller als sonst ein gutes Miteinander in der Gruppe entstanden – man musste sich ja arrangieren.

Es waren aufgrund der Situation mit Notbetreuung und Wechselunterricht eigentlich nie alle Kinder und Jugendlichen gleichzeitig bei uns anwesend (meist war es die dreiviertelte Gruppe). Das „Durchgewechsel“ war nervig und auch für alle Beteiligten anstrengend, allerdings waren die Gruppen auch kleiner und so konnte noch gezielter und individueller gefördert werden.

Pädagogik zurück zur Basis

Auch konnten die Gruppen plötzlich nicht mehr auf große Ausflüge fahren (Kino, Spielarena, Tierpark usw.). Jetzt geht es gemeinsam in den Ortspark oder man erkundet den Wald. Erlebnisse, die für die Kinder und Jugendlichen „von heute“ ganz anders sind und für die älteren Generationen völlig normal. Quasi eine Pädagogik zurück zur Basis.

Wir sind viel unter uns. Dadurch festigen sich das Gesamtgefüge und der Zusammenhalt innerhalb unserer HPT. Schade ist aber, dass dies mit dem Inklusionsgedanken nur sehr wenig zu tun hat. Und trotzdem gibt es für uns alle nichts Schöneres, dass wir (wenn auch weiterhin mit Einschränkungen) seit den Pfingstferien 2021 wieder im „Normalbetrieb“ sind. Alle sind wieder da. Am ersten Tag hörte man bei uns ständig: „Hallo … – schön, dass du wieder da bist!“.

Sabine Griebel, HPT-G Unterhaching

Lebenshilfe-Stiftungsvorsitz einstimmig wiederberufen

Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe München Florian Hahn, MdB und Stellvertreter Christoph Göbel, Landrat München einstimmig wiederberufen

In der diesjährigen Stiftungsratssitzung, seit langer Zeit in Form einer Präsenzsitzung, standen Neuwahlen des Stiftungsvorstandes und des stellvertretenden Stiftungsvorstandes auf der Tagesordnung der Stiftung Lebenshilfe München. Der Stiftungsrat unter Vorsitz der Aufsichtsratsvorsitzenden des Vereins Lebenshilfe München, Andrea Siemen, beriefen einstimmig Florian Hahn, MdB, als Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes und Christoph Göbel, Landrat Münchens, als seinen Stellvertreter. Als weiterer Stiftungsvorstand des dreiköpfigen Gremiums, wurde bereits letztes Jahr der Geschäftsführende Vorstand der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann, berufen.

Die alten und neuen Vorsitzenden der Lebenshilfe-Stiftung. MdB Florian Hahn (l.) und der Münchner Landrat Christoph Göbel.

Menschen für die ideellen Ideen und Projekte der Lebenshilfe gewinnen

Stiftungsratsvorsitzende Andrea Siemen bedankte sich bei den Mitgliedern des Stiftungsrates und dem Stiftungsvorstand für das große ehrenamtliche Engagement, für ihren persönlichen Einsatz, Charity – Veranstaltungen zu Gunsten der Stiftung durchzuführen und Spender für die ideellen Ideen und Projekte als Unterstützer zu gewinnen. Sie betonte die Notwendigkeit, Menschen mit Behinderung auf ihrem Lebensweg zu begleiten und zu unterstützen.

Wandlungsfähiges Wohnkonzept und wertschätzender Wohnraum

„Die Stiftung Lebenshilfe München ist sehr wichtig für die Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung in der Stadt und in unserem Landkreis München. So gelingt es aktuell, ein neues Wohnkonzept des Vereins Lebenshilfe München in Putzbrunn zu unterstützen, das neben der inklusiven Ausprägung insbesondere Wandlungsfähigkeit in Bezug auf die individuellen Unterstützungsbedürfnisse gewährleistet. Hier finden junge erwachsene Menschen wertschätzenden Wohnraum, der sich bei veränderndem Hilfebedarf und auch bei notwendigem Pflegebedarf anpasst.“, so die Stiftungsratsvorsitzende.

Leider konnten in den letzten Monaten keine publikumswirksamen Veranstaltungen durchgeführt werden, so ist unter anderem auch der bekannte Münchner Stiftungsfrühling pandemiebedingt ausgefallen. Dennoch geht die Stiftung frohen Mutes in die kommenden Monate, denn es muss festgestellt werden, das die der Stiftung fest verbundenen Unterstützer diese nicht vergessen haben. Eine erfolgreiche Stiftungsarbeit kann wieder Fahrt aufnehmen!

Geschafft: Assistenz im Krankenhaus

– Lebenshilfe begrüßt Beschluss zur Assistenz im Krankenhaus –

Endlich: Menschen mit Behinderungen sollen einen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus haben. Das hat der Bundestag beschlossen. „Eine gute Nachricht für alle Betroffenen und ihre Familien und ein erster Erfolg für unseren Einsatz auf Landes- und Bundesebene“, betont die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Barbara Stamm, kurz nach dem Beschluss. Nun stehe noch die Zustimmung des Bundesrates aus.

Gesundheitliche Versorgung verbessern

Für viele erkrankte Menschen mit Unterstützungsbedarf sei es bei einem Klinik-Aufenthalt unabdingbar, in dieser belastenden Situation eine vertraute Begleitperson an der Seite zu haben. Diese könne oft als einzige zwischen den Erkrankten und dem Klinik-Personal vermitteln, erläutert Stamm. „Wir begrüßen deshalb grundsätzlich, dass die Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus nun geregelt wurde“, so Stamm weiter. Da die Kosten je nach Assistenzperson einmal durch die Krankenversicherung (Angehörige) und einmal durch die Eingliederungshilfe (Mitarbeitende von Einrichtungen) übernommen werden müssen, dürfe es aber künftig nicht zu einem Hin- und Herschieben der Zuständigkeit zwischen Krankenkassen und Bezirken kommen.

Auch müsse es zusätzlich noch weitere Schritte geben, um die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern. Wichtig sei etwa, die besonderen Bedarfe und Belange von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung künftig in medizinisch-pflegerischen Ausbildungen zu lehren. Ebenso müssten die Abläufe in Kliniken rund um Aufnahme, Behandlung und Entlassung zum Wohle der Menschen mit Behinderungen angepasst werden. „All das wird auch das Klinik-Personal entlasten. Und wir wissen, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, wie dringend nötig das ist“, betont Stamm.

Petition an den Bayerischen Landtag

Die ehemalige bayerische Landtagspräsidentin setzt sich seit langem für eine bessere Versorgung von Menschen mit Behinderungen bei einem Aufenthalt im Krankenhaus ein. Im Mai 2020 übergab sie persönlich eine entsprechende Petition der Lebenshilfe Bayern an ihre Nachfolgerin in diesem Amt, Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Im Oktober 2020 wurde die Petition in einer gemeinsamen Sitzung der Landtagsausschüsse Gesundheit und Soziales behandelt. Diese sprachen sich dafür aus, das Anliegen von Bayern aus auf Bundesebene voranzubringen.

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Inklusion mit gutem Essen gestalten

Mit Spannung wurde der Start eines neuen ‚Nachbarschafts-Service‘ in München-Giesing erwartet, ein Inklusions-Projekt der Lebenshilfe München und der Nachbarschaftshilfe Giesing. Mit einem Cateringwagen – ein italienischer Ape – auf drei Rädern, gibt es unter dem Motto „Herz und Schnauze“ jetzt jeden Dienstag schnelle, gesunde, moderne und vor allem leckere Küche mit frischen Zutaten und orientalischen Gewürzen zubereitet. Zum Start gab es Falafel oder Sojageschnetzeltes für 7,90 Euro.

Ziel der Aktion ist es, Begegnung und Inklusion im Stadtteil zu ermöglichen. Der Nachbarschaftstreff Giesing (NHG) ist Teil des Vereins QuarterM, eine gemetinnützige Gesellschaft für soziale Quartiersentwicklung mbH, der von der Stadt München gefördert wird. Sven Siebert von der NHG und René Pfeifer von der Lebenshilfe München werten die Aktion als einen tollen Erfolg, das Essen war nach 90 Minuten ausverkauft.

I M B I S S – einfach für alle !

Jeden Dienstag von 12:00 Uhr bis 14:30
in der St.Quirin-Straße 13a
„Der Cateringwagen auf drei Rädern mit Herz und Schnauze“

Anmerkung:

Ape (ital. Biene, auch als Vespacar bezeichnet) ist ein Kleintransporter und ein dreirädriges Rollermobil des italienischen Herstellers Piaggio.

Quelle: Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Ape_(Kleintransporter)

Stimmt der Bundestag jetzt für eine Assistenz im Krankenhaus?

Im privaten wie im beruflichen Leben sind die besonderen Bedarfe von Menschen mit Behinderung weitgehend durch die Gesetzgebung abgedeckt. Immer wieder aber entstehen besondere Situationen, etwa wenn Menschen mit Behinderung eine Behandlung im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung beanspruchen müssen und sie dafür eine besondere Unterstützung von Assistenzkräften benötigen. „Assistenz im Krankenhaus“ heißt das Schlagwort und dafür setzen sich Patientenbeauftragte, Pflegebevollmächtigte und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung seit Monaten ein. Wie so oft stellt sich die Frage, wer was bezahlt. Hier zeichnet sich jetzt eine Lösung ab.

Das Kabinett beschloss vergangene Woche wann die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung und wann sie von der Eingliederungshilfe zu übernehmen sind. Danach soll die Krankenkasse zahlen, wenn Angehörige begleiten. Bei Begleitung durch Mitarbeitende von Einrichtungen der Behindertenhilfe sollen die Träger der Eingliederungshilfe zahlen. Damit das Gesetz noch in dieser Wahlperiode verabschiedet werden kann, muss der Bundestag es in dieser Woche beschließen. Dann steht noch die Zustimmung des Bundesrates direkt nach der Sommerpause aus. Die Initiatoren und Befürworter der neuen Regelung freuen sich über diesen ersten Erfolg und zeigen sich zuversichtlich:

Die Patientenbeauftragte Prof. Dr. Claudia Schmidtke führt aus:

„Es ist gut und wichtig, dass hier eine Kompromisslösung im Sinne der Patientinnen und Patienten gefunden wurde, die ohne großen bürokratischen Aufwand umsetzbar ist.“

Der Pflegebevollmächtige Andreas Westerfellhaus begrüßt den Kompromiss aus einer weiteren Perspektive:

„Auch die Pflegekräfte im Krankenhaus profitieren von der gefundenen Lösung.“

Der Behindertenbeauftragte Jürgen Dusel zeigt sich bezüglich des anstehenden Gesetzgebungsverfahrens optimistisch:

„Hier waren dicke Bretter zu bohren. Nachdem die Bundesregierung ihren Job gemacht hat, ist nun der Gesetzgeber am Zug. Ich bin zuversichtlich, dass das Gesetz noch in dieser Wahlperiode verabschiedet wird.“

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Sommerfeeling bei der Lebenshilfe München

Sommerliche Rhthmen bei der Lebenshilfe München mit der Band 'Balashi Steel'.
Sommerliche Rhthmen bei der Lebenshilfe München mit der Band ‚Balashi Steel‘.

Der Sommer ist im Juni mit Temperaturen von über 30 Grad und lauen Nächten endlich zur Hochform aufgelaufen. Es ist genau die richtige Zeit für entspannte Rhythmen, wie sie etwa die Band ‚Balashi Steel’auf die Bühne bringt. Die drei Vollblutmusiker Ron, Helmuth und Humphrey spielten ihre karibischen Rhthmen mit Songs von Bob Marley und Hits von Herry Belafonte jetzt für die Lebenshilfe München gleich in drei Wohneinrichtungen, nämlich in Unterschleißheim, am Willinger Weg und im Garten der St. Quirin-Straße. „Es ist schön wieder Live-Musik zu hören. Ein wenig tanzen, genießen, zuhören und mitsingen. Wir haben dieses Lebensgefühl alle vermisst“, freut sich Harry Zipf, Leiter der OBA der Lebenshilfe München. Und die Bewohner genossen einen entspannten Nachmittag und Abend bei kühlen Getränken und bester Stimmung.

Endlich wieder gute Stimmung und ein Stück gelebte Freiheit nach Monaten der Einschränkungen. Darüber freuen sich auch die Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtungen in München.

Eintauchen in eine zauberhafte Zirkuswelt

Ein Zirkus zum Mitmachen initiierte der Verein Spielen in der Stadt e.V. jetzt im Münchner Westpark. Der Familienunterstützende Dienst (FuD) der Lebenshilfe München nutzte die Gelegenheit und das sonnige Wetter zum Besuch der Zirkuswoche. Die Gruppe von zehn Kindern mit Behinderung begleiteten vier BetreuerInnen. Mit dabei war die Sozialpädagogin Sophia Enzinger, die von einem schönen gemeinsamen Erlebnis spricht.

Ein eigenes Inklusions-Team

Der FuD der Lebenshilfe München besuchte die Zirkuswelt zum Mitmachen im Münchner Westpark. – Foto: Fotolia

„Zunächst führte man uns ein wenig herum, um die vielen Aktivitäten und Workshops zu zeigen. Der Verein hatte speziell ein eigenes ‚Inklusionsteam‘ zusammen gestellt, dass uns bei allen Fragen behilflich war. Es gab eine eigene Clownshow zum Mitmachen, sowie Akrobatik und Jonglieren zum Ausprobieren und eine eigene Kunstgruppe, die sich dem Malen widmete,“ erzählt Sophia Enzinger. Positiv aufgefallen ist ihr auch eine behindertengerechte Toilette und ein eigener Wickel- und Rückzugsraum.

Zirkus ist mehr als Nostalgie. Es ist ein Raum der Kunst und Phantasie, des Erlebens und Ausprobierens. Zirkus ist ein echtes Kontrastprogramm zu unserer so digitalisierten Hightech-Welt. Eine angenehme Insel in unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft. Besonders bei Kindern weckt und fördert er Phantasie- und Vorstellungskraft.

Picknick im Westpark

Die Gruppen in den Workshops waren inklusiv zusammen gestellt und manche Kunststücke und Fertigkeiten wurden erlernt und eingeübt. Zur Entspannung und zum gemütlichen Zusammensein hatte der FuD einen großen Picknickkorb mit Decken dabei, auf denen sie es sich zwischendurch auf dem weitläufigen Gelände des Münchner Westparks gemütlich machten. Zum Spielen in der Stadt gehört eben auch ein Picknick.

Kunststücke und akrobatische Einlagen faszinieren alt und jung.

Das Konzept des „Zirkus zum Mitmachen“ ging voll auf. Rund um das Zirkuszelt herum initiierten die Akteure einen sportlichen Akrobatik-Bereich, kreative Clowneinlagen bis hin zum Schminken und Kostümdesign und einen künstlerischen Bereich. Für jene die es wollten, bot man die Möglichkeit die neu erworbenen Fertigkeiten in einer eigenen kleinen Show zu präsentieren.

Der Verein Spielen in der Stadt e.V. fördert in und mit der Stadt München jährlich 80 Kulturveranstaltungen. Auch die jüngste Aktion, ‚verzaubere die Stadt mit ZIRKUSLUST‘, stand unter dem Zeichen von ‚Spielen in der Stadt‘. Und gespielt soll gemeinsam werden, inklusiv versteht sich.

Wandersteine und Glückssteine

Die Bewohner der Lebenshilfe Putzbrunn sowie die externen Senioren der TENE (Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben) begrüßen den Frühling und haben sich eine farbenfrohe Aktion einfallen lassen. Die Idee entsprang dem Trend der ‚Wandersteine‘, nur dass die Bewohner und externen Senioren keine Wandersteine dekorierten sondern ‚Glückssteine‘.

Mit Liebe bemalt sollen die Steine Glück bringen. Glück, das man gerne weiterreichen darf. Dann werden aus den Glückssteinen richtige Wandersteine. Fotos: Lebenshilfe München

Die Steine sammelten die Bewohner der Wohnstätte und die TENE-Besucher an verschiedenen Stellen in und um München und bemalten sie individuell per Hand. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Fertig verziert, legten die Bewohner die Steine an verschiedene Stellen wie beispielsweise in Putzbrunn und Ottobrunn aus.

Die Senioren der TENE von der Lebenshilfe-Einrichtung in Putzbrunn, auf der Suche nach den richtigen Plätzen für die handbemalten Glückssteine. TENE steht für „Tageseinrichtung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben“.

Ziel dieser Aktion ist es, den Findern eine Freude zu bereiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die schön verzierten Handschmeichler sollen den Findern Glück und Freude bringen.

Hast Du einen Stein gefunden – melde Dich!

Solltest du also ein Glückspilz sein und einen der bemalten Steine finden, dann kannst du den Stein wandern lassen oder ihn auch gerne als deinen neuen Glücksstein behalten. Besonders freuen würden sich die Bewohner und die externen Senioren von Putzbrunn, wenn du Ihnen mitteilst wo du den Stein gefunden hast, was dir besonders an ihm gefällt, wo du ihn gegebenenfalls wieder ausgesetzt hast oder wie er dir vielleicht schon Glück gebracht hat?

Hast du einen Stein gefunden, melde dich doch bitte:
E-Mail: TENE.Put@Lebenshilfe-Muenchen.de
Betreff: ‚Glücksstein‘

Jenny Maechler

Solche Glückssteine findet man auch an ganz ungewöhnlichen Orten.

Vor sieben Jahren wurde die TENE in Putzbrunn gegründet. Mehr lesen Sie hier:
https://lebenshilfemuenchen.wordpress.com/2016/01/21/lebenshilfe-muenchen-mit-tagesbetreuung-fuer-senioren/