Ab in den Urlaub mit der OBA!

Zwei Jahre lang hat Corona das Reisen auch in der OBA schwer gemacht. Nicht zu lang, nicht zu groß, nicht zu weit weg – das waren die Vorgaben. Alles war schwer planbar.

Umso schöner, dass es für 2022 endlich wieder ein „normales“ OBA-Reiseheft gibt. Kurz vor Weihnachten wurde es verschickt und seitdem rappeln in der OBA der Briefkasten und das Faxgerät. Die Vielzahl der Anmeldung zeigt, wie reiselustig die OBAler nach der langen Pause sind.

Es ist wieder ein sehr vielseitiges Reiseprogramm geworden. Die Reisen gehen zum Beispiel ans Meer, in die Toskana, auf den Bauernhof und – das wird besonders spannend – zu Fuß über die Alpen. Für jeden Reisegeschmack ist etwas dabei. Auch einige rollstuhlgerechte Reisen sind im Programm.

Neben den Reiseleiter*innen, die den Urlaub konzipieren, planen und vorbereiten, sind auch ehrenamtliche Begleiter*innen mit von der Partie und unterstützen die Menschen mit Behinderung, wenn Hilfe notwendig ist. Im Vordergrund stehen für die ganze Reisegruppe der gemeinsame Spaß und die schönen Erlebnisse.

Wer neugierig geworden ist, kann auf der Homepage der Lebenshilfe das Reiseheft virtuell durchblättern. Aber Vorsicht: Fernweh garantiert!

500 Spucktests für die Lebenshilfe

Die Lebenshilfe freut sich über eine Spende der Firma YORMA´S AG von
500 SARS-CoV-2 Antigen Schnelltests (Spucktests) und sagt

! D A N K E !

Foto: Die Spende überreichte Meriem ben Hassine von der Firma YORMA´S AG an Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann.

23.01: MFM-Messe online am Start

„Zueinander. Miteinander. Füreinander“

Am kommenden Sonntag (23. Januar) rückt in München wieder das Ehrenamt in die öffentliche Aufmerksamkeit. 66 Unternehmen, Einrichtungen und Verbände präsentieren ihre Angebote im Jahr 2022 online auf der 16. Münchner Freiwilligen Messe (MFM). Bis vor zwei Jahren konnte sie im Gasteig bei einem Publikumsverkehr von rund 6000 Besuchern immer auf ein reges Interesse setzen. Nun präsentieren sich die Aussteller online mit den Bereichen: Soziales, Kultur, Gesundheit, Migration und Umwelt – aus zehn Engagement-Feldern heißt es in der Imagebroschüre des Veranstalters (FÖBE). Oberbürgermeister und Schirmherr der MFM, Dieter Reiter, begrüßt das diesjährige Leitmotiv: „Zueinander. Miteinander. Füreinander“. Er hofft auf einen Konsens in der Gesellschaft und bekräftigt: „Dass wir als Gesellschaft nur bestehen können, wenn wir diese Eigenschaften verinnerlichen und auch leben.“

Mit dabei ist auch wieder die Lebenshilfe München. Sie hat sich gut vorbereitet und hofft, dass mit dem neuen Angebot „Kommunikation über Zoom-Chat“ der Zuspruch größer wird. „2021 sind wir relativ unvorbereitet vor die neue Herausforderung einer Online-Messe gestellt worden. Wir arbeiteten hauptsächlich über WhatsApp-Gruppen und die Präsenz erstreckte sich über drei Tage. Gemessen am Aufwand hätten wir uns mehr erwartet“, bekennt Özge Cetin vom FuD (Familienunterstütztender Dienst) und der OBA (Offene Behindertenarbeit) der Lebenshilfe München. 2022 ist die Onlinepräsenz nur auf Sonntag beschränkt und die Lebenshilfe München hat im Rahmen der MFMesse ein Zeitfenster von 13.30 bis 14.30 Uhr. „Wir sind präsent und gut sichtbar, können auch abseits der Freiwilligenmesse am Sonntag, jederzeit über Telefon und Email erreicht werden“, ergänzt die Sozialpädagogin.

Studenten im Ehrenamt

Bei der FuD und OBA registriert man im Corona-Jahr 2021 eine deutlich abnehmende Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren, „vielleicht ist es die Unsicherheit und die Angst vor Infektion. Ein anderer Grund könnte sein, dass viele in diesen Zeiten unmotiviert sind und keine Energie haben etwas Neues auszuprobieren“, vermutet Özge Cetin. Vermehrt sind es in München Studenten, die sich melden. „Zeitlich begrenzt, ob wöchentlich oder zweimal im Monat, wir haben viele Gruppen und Aktivitäten wo sich ehrenamtlich tätige Menschen einbringen können.“ Den größten Bedarf sieht sie aktuell beim FuD. „Eltern, die ihre Kinder – häufig bis weit in das Erwachsenenalter hinein – zuhause pflegen und betreuen, brauchen immer wieder Zeit für sich und Erledigungen. Aktuell führen wir über 90 Familien auf Warteliste, die ehrenamtliche Unterstützung suchen. Vor Corona waren es mal fünfzig.“

Bei der OBA werden aktuell die Frühjahrsangebote vorbereitet. „Wir gehen in kleinen Gruppen mit zehn Personen wieder „nach draußen“ und unsere Teilnehmer haben alle einen 2G-plus-Status. Viele Veranstaltungen werden wir doppelt anbieten, die Nachfrage ist sehr groß“, erzählt Özge Cetin. Insgesamt hat sich das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Betreuung von Menschen mit Behinderung sehr gut bewährt. „Die meisten bleiben dabei, wenn sie es zeitlich einrichten können“, weiß sie und ergänzt: „Selbst solche, die bislang keine persönliche Beziehung mit Menschen mit Behinderung hatten.“ Dabei sind die zu Betreuenden selbst eine große Hilfe, sie gehen nämlich offen und unvoreingenommen auf die Menschen zu und kommunizieren sehr direkt ihre Anliegen und Wünsche.

Die Organisationen und Aussteller der Münchner Freiwilligen-Messe stellen sich ausführlich auf der Internetseite http://www.muenchner-freiwilligen-messe.de vor und bieten über die Online-Messe hinaus einen einmaligen und umfassenden Überblick für ehrenamtliches Engagement in München. Für den Messetag, den 23. Januar 2022 ist folgender Ablauf vorgesehen:

10.00 Uhr
Eröffnung in der Black Box im Gasteig mit Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, dem Kabarettisten Michael Altinger, dem Musiker Luis Borda und der Moderation Ulrike Ostner vom BR – Übertragung per Livestream auf die Messe-Homepage

11.00 Uhr
„Was muss ich wissen, wenn ich mich freiwillig engagieren will?“. Online-Informations-Veranstaltung via Zoom mit der Freiwilligenagentur Z’sam, den Lesefüchsen und der Kolibri Stiftung. Moderation Ulrike Ostner, BR

12.00 Uhr
München spricht – eine Diskussionsveranstaltung zum Ehrenamt im Bildungsbereich – Übertragung per Livestream auf die Messe-Homepage

12.30 – 16.30 Uhr
Interessierte können via Zoom virtuell in vier Zeitslots die Messeaussteller persönlich kennenlernen

16.30 Uhr
Kabarett zum Schluss mit Hani Who Übertragung auf die Messe-Homepage

Von 12.30 bis 16.30 Uhr werden sich die unterschiedlichen Organisationen in vier verschiedenen Zeitfenstern online präsentieren (13.30 – 14.30 Lebenshilfe München). Das bedeutet, dass die Besucher*innen an einer offenen Gesprächsrunde teilnehmen und in unterschiedliche virtuelle Räume wechseln können.

Nähere Informationen dazu
auf der Homepage::
www.muenchner-freiwilligen-messe.de

Ein kleiner Jahresrückblick

Für Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, „bestand das Jahr 2021 Gott sei Dank nicht nur aus COVID-19 Einschränkungen. Besondere Freude bereitete das zurückliegende Jahr unter den Stichworten:
Zeit für neue Häuslichkeit
– Inklusives Kunstprojekt Permanus
– Wohnen im Sozialraum
Diese drei beispielhaften Ereignisse zeigen die Zukunftsgestaltung, die Inklusivität unserer Arbeit und die stetige unaufhaltsame Erweiterung unserer Angebotsstruktur innerhalb der Lebenshilfe München auf“, bekräftigt Puhlmann.

Er richtet „ein großes und herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter, ehrenamtliche Mitstreiter, Freunde und Gönner der Lebenshilfe München. Sie ermöglichten es, trotz widriger Zeiten, nicht nur ein Aufrechterhalten unserer Angebote sicherzustellen, sondern Lebensqualität zu erzeugen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Lebenshilfe München zu ermöglichen.“

Wir haben einige besondere Ereignisse aus dem Lebenshilfejahr 2021 als kleine Auswahl der Artikel zusammengestellt und wünschen weiterhin Gesundheit und ein glückliches Jahr 2022.

D e z e m b e r

„Wohnen im Sozialraum mit der Lebenshilfe“

Noch im laufenden Jahr konnte die Lebenshilfe München acht neue Appartements von der GWG im Stadtteil Aubing-Lochhausen-Langwied übernehmen. „Damit stellt der Verein nicht nur barrierefreien Wohnraum bereit, sondern ermöglicht darüber hinaus mit seinem Angebot ‚Ambulant Betreutes Einzelwohnens‘ neun Menschen mit Beeinträchtigungen eine soziale Betreuung und Unterstützung, um selbständig in einem Mehrparteienhaus wohnen zu können. Wir bieten damit ein neues inklusives Angebot: >> Wohnen im Sozialraum <<“ so Vorstand Peter Puhlmann.

N o v e m b e r

Eine Fahrrad-Rikscha für die Lebenshilfe München“

Vielen Menschen mit Einschränkung ihrer Mobilität sind Fahrten oder gar Ausflüge auf dem Fahrrad nicht möglich. Sie stehen häufig außen vor, wenn Freunde, ihr Verein oder ihre Gruppe einen Fahrrad-Ausflug unternehmen. Dies bedauert man bei der OBA der Lebenshilfe München schon länger, denn die Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten ist das Kernanliegen der Offenen Behindertenarbeit und dabei geht es immer um Teilhabe, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

O k t o b e r

Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Frauen

Ab sofort gibt es in München eine gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Frauen und Mädchen im Gesundheitsreferat an der Bayerstraße 28a. Für Bürgermeisterin Verena Dietl wir damit eine Lücke in der ärztlichen Versorgung in München geschlossen. „Denn Frauen mit Mobilitätseinschränkungen haben, ebenso wie Frauen ohne Beeinträchtigung, Anspruch auf eine gynäkologische Versorgung. Der Bedarf ist gegeben, weil Praxen oft nicht vollumfänglich barrierefrei sind. Es ist der hervorragenden Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, den Netzwerkfrauen Bayern und den beteiligten Ärzt*innen zu danken, dass dieses Modellprojekt nun starten kann“, bekräftigt sie. Für die Betreuung konnte der Ambulante Pflegedienst der Lebenshilfe München gewonnen werden. Zudem nehmen sich die Frauenärzt*innen die nötige Zeit für die Frauen: Pro Stunde wird nur eine Patientin einbestellt. Dieses Modellprojekt ist bereits Gegenstand des 1. Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, um eine bedarfsgerechte gynäkologische Versorgungsstruktur für mobilitätsbehinderte Frauen in München aufzubauen.

S e p t e m b e r

60 Jahre Lebenshilfe und ein besonderes Geschenk

Ein besonderes Geschenkt machte sich die Lebenshilfe München zu ihrem 60. Geburtstag, auch wenn eigentlich schon der 62. anstehend ist, denn 1960 gründete sich der Verein mit zwölf Eltern. So aber konnte ebenso die Einweihung eines großen Wandgemäldes, das eine ganze vierstöckige Häuserwand ziert, gefeiert werden. „Permamus“ wurde es getauft, was zu deutsch mit „von Hand zu Hand“ übersetzt werden kann.

A u g u s t

Wandel im Vorstand der Lebenshilfe München

Der Vorstand des Lebenshilfe München e.V. Stadt und Landkreis besteht nun aus zwei vom Aufsichtsrat berufenen Mitgliedern. Dem bisherigen und sehr bewährten Vorstand Peter Puhlmann sowie dem neu berufenen Vorstand René Pfeifer. Er übernimmt die Geschäftsbereiche „Wohnen GmbH“ und „Kinder und Jugend GmbH“ der Lebenshilfe München.

J u l i

Frühförderung weiter sehr gefragt

Die Lebenshilfe München eröffnet eine eigene Stelle für „Interdisziplinäre Frühförderung“ in Riem. Der Bedarf nach Frühförderung, von den Neugeborenen bis hin zum 7. Lebensjahr, steigt im Coronajahr 2021 spürbar. Ganz allgemein, aber besonders hoch, ist die Nachfrage im Osten von München aus der Messestadt Riem bei der Lebenshilfe München. Sie ist neben Freiham der jüngste Stadtteil der Landeshauptstadt. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Elternverein, die Kinder- und Jugend GmbH der Lebenshilfe München nur wenige Kilometer entfernt in Feldkirchen seit vier Jahrzehnten eine interdisziplinäre Frühförderstelle betreibt.

J u l i

Zukunft Wohnen:
„Zeit für neue Häuslichkeit“

Gerne sprach man von Innovation in Bezug auf ambulante Wohnformen, die aber ihren Erfolg meist nur in hoch selbständigen Wohn- und Betreuungsformen widerspiegelten. Der Kreis der Wohnenden war damit sehr eingeschränkt. Die Forderung nach offenen Wohnformen entspricht den Ansprüchen von Menschen mit geistiger Behinderung – aber insbesondere den Forderungen von Eltern junger Erwachsener mit geistiger Behinderung – die von frühester Kindheit an gefördert wurden und Teilhabe am Leben als etwas Grundsätzliches und Erreichbares ansehen. Es geht heute um die Zukunft des Wohnens für Erwachsene.

J u n i

Lebenshilfe begrüßt
Assistenz im Krankenhaus

Endlich: Menschen mit Behinderungen sollen einen Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für die Assistenz im Krankenhaus haben. Das hat der Bundestag beschlossen. „Eine gute Nachricht für alle Betroffenen und ihre Familien und ein erster Erfolg für unseren Einsatz auf Landes- und Bundesebene“, betont die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Barbara Stamm

M a i

Keine Kürzung für flexible Hilfen

„Einen deutlichen Appell richtet die Lebenshilfe Bayern zum Tag der Pflege am 12. Mai an die Politik. Sie bekräftigt die Forderung nach flexibler Hilfe für pflegende Angehörige. Barbara Stamm, Vorsitzende der Lebenshilfe-Bayern, begrüßt darum die Online-Petition ´Verhinderungspflege muss flexibel bleiben` ausdrücklich.“

M a i

Freizeit erleben, Neues lernen, Leute treffen

„Begegnung, Abwechslung, Freude – es sind oft kleine Dinge, die das Leben reicher machen. In der Corona-Pandemie ist uns das besonders bewusst geworden. Die OBA der Lebenshilfe bringt mit ihrem Programm kleine Lichtblicke in den Alltag der Teilnehmer*innen. Klein im wahrsten Sinne des Wortes, da Treffen im Moment nur in kleinen Gruppen möglich sind.“

M ä r z

Wohnen: Trotz Pandemie
alle Ziele erreicht

René Pfeifer, Bereichsleiter Wohnen der Lebenshilfe München, berichtet, wie erfolgreich die Projekte im Jahr 2020 trotz aller Beschwernisse umgesetzt werden konnten.

„Der Ort, an dem wir wohnen, gibt uns Kraft, er ist unser Zuhause, wo wir uns ausruhen und neu sortieren können. Für Menschen mit Behinderung ist dies besonders wichtig, da meist eine umfassende Organisation und Struktur hinter einem guten Zuhause stehen. Daran sind viele Menschen beteiligt.“

März 2020

Ein Bechstein-Flügel für die Lebenshilfe München

Die Lebenshilfe München erhielt eine außergewöhnliche Spende, einen 140 Jahre alten Bechstein-Konzertflügel. Wie kam es zu so einer Spende, fragte man sich in der Redaktion und hat bei der Spenderin, Camilla Attenberger-Fino nachgefragt. „Der Flügel stammt von meiner Großmutter Carola Edle Fallot von Gemeiner“, erzählt sie. Sie war in Kirchheim bei München eine bekannte Klavierlehrerin und selbst erinnere ich mich noch an meine Kindheit, als sie bei besonderen Anlässen vorspielte.

F e b r u a r

Inklusive WG: „Hier wird Inklusion gelebt“

Der gute Erfolg der im Herbst 2018 gegründeten ersten inklusiven Lebenshilfe-Wohngemeinschaft (WG) in der Herrmann-von-Sicherer Straße in München, machte Mut für eine zweite WG. Dazu renovierte der Elternverein die bislang als betreute Wohngruppe geführte Einrichtung in der Packenreiterstraße. Seit November leben dort sechs Menschen mit Behinderung und vier Studenten zusammen.

J a n u a r

Zukunftsplanung zum Lebensende: „Was will ich?“

Niemand redet gerne über seinen eigenen Tod, und dennoch bereiten wir uns darauf vor, wollen die Dinge in unserem Sinne regeln. Neben der finanziellen Vorsorge halten selbst junge Menschen in ‚Patientenverfügungen‘ etwa fest, was sie im Falle eines Unfalles oder einer fortschreitenden Krankheit wünschen. Sollen lebensverlängernde Maßnahmen ergriffen werden, in welchen Umfang und über welchen Zeitraum? Jenny Rißmann ist bei der Lebenshilfe München für diese sensiblen Fragen die Ansprechpartnerin. Nach ihrer Einschätzung wurde der gesamte Themenbereich der gesundheitlichen Versorgungsberatung gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung eher vernachlässigt, darum besteht ein großer Bedarf.

Instrument Systems erfüllt Weihnachtswünsche

Die in München ansässige Firma „Instrument Systems“ kooperiert im Rahmen ihrer Mitarbeiter Weihnachtsaktion jetzt schon im zweiten Jahr mit der Lebenshilfe Wohnen GmbH und im Besonderen mit den Wohnstätten Willinger Weg und Unterschleißheim. Roberta Mioni Coltro und ihr Team sammeln im November Weihnachtswünsche der Bewohnerinnen und Bewohnern der Lebenshilfe-Wohnstätten ein und hängen die Umschläge mit den Wünschen am Christbaum im Eingangsbereich ihrer Firma auf.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich an der Aktion beteiligen möchten, nehmen sich einen Wunsch vom Baum und übernehmen die Besorgung und das Einpacken der einzelnen Wünsche. Durch die großzügige Unterstützung freuen sich fünfzehn Bewohnerinnen und Bewohner über einen erfüllten Weihnachtswunsch.

Auf dem Foto zu sehen : Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte Willinger Weg, Roberta Mioni Coltro von Human Resources Instrument Systems und René Pfeifer, Geschäftsführer und Vorstand der Lebenshilfe München

Ein Online-Treffen der Geschwisterkinder

Das Geschwisterprojekt der Lebenshilfe München und BiB e.V. beendete das Jahr 2021 aufgrund der aktuellen Situation dieses Mal wieder mit einem Online-Geschwistertreffen. Mit dabei waren dreizehn Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Im Fokus des Treffens stand vor allem, andere Geschwisterkinder zu treffen, der Austausch untereinander, viel Spaß zu haben, sowie das interaktive Deduktionsspiel Werwolf. Es ist bereits von früheren Präsenz-Treffen her bekannt und bewährt. 2021 war es auch bei vielen Online-Treffen erfolgreich mit dabei.

Die Online-Geschwistertreffen finden auch für die jüngeren Kinder von 7-12 Jahren statt und ermöglichen es, sich ohne Präsenz zu treffen, eben online. Damit hilft die Lebenshilfe München Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, Austausch und Unterstützung zu ermöglichen. Trotzdem hoffen alle gemeinsam, dass man sich bald wieder live austauschen kann und die ein oder andere Runde Werwolf miteinander spielen zu können.

Neue Wohnungen der Lebenshilfe München

Seit mehreren Jahren setzt die Lebenshilfe München auf ein durchlässiges Gesamtkonzept im Bereich Wohnen. Betreute Wohneinrichtungen im gemeinschaftlichen Wohnen, Wohngemeinschaften, ambulant betreutes Wohnen und zwei Wohngruppen, die Menschen mit Behinderung auf ein selbständiges Wohnen vorbereiten. Das Angebot wird jetzt mit acht Wohnungen im Münchner Westen, im Stadtteil Aubing-Lochhausen-Langwied, (Stadtbezirk 22) erweitert.

Die zwei Vorstände und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann und René Pfeifer freuen sich über die erfolgreiche Anmietung, denn Wohnraum in München ist nur schwer zu bekommen. René Pfeifer verweist auf die aktuell hohe Nachfrage: „Es besteht ein großer Bedarf an adäquatem und bezahlbarem Wohnraum für unser Klientel in der Stadt München. Deswegen bin ich sehr glücklich, dass wir die Wohnungen noch im Jahr 2021 anmieten konnten. Es bietet für unsere Klienten eine wunderbare Möglichkeit zum selbständigen Wohnen. Auch in Richtung Inklusion, Teilhabe und Orientierung im Sozialraum bietet der Standort beste Strukturen.“
Foto: Die Vorstände der Lebenshilfe München, René Pfeifer, Peter Puhlmann und Andreas Oeller (GWG) bei der Übernahme der Wohnungen.

Peter Puhlmann stellt die gute Lage und die gute Kooperation mit dem Vermieter, der Städtischen Wohnungsgesellschaft München (GWG) als glückliche Fügung hervor. Der Verein Lebenshilfe München hat einen guten und zukunftsorientierten Partner gefunden. „Damit stellt der Verein nicht nur barrierefreien Wohnraum bereit, sondern ermöglicht darüber hinaus mit seinem Angebot „Ambulant Betreutes Einzelwohnens“ neun Menschen mit Beeinträchtigungen eine soziale Betreuung und Unterstützung, um selbständig in einem Mehrparteienhaus wohnen zu können. Wir bieten damit ein neues inklusives Angebot:
„Wohnen im Sozialraum “

Bereits mit Anmietung waren vier der acht Wohnungen belegt. „Es war schwierig für Menschen, die das Wohntraining erfolgreich absolviert hatten, eine eigene Wohnung zu finden,“ erläutert René Pfeifer. Die 1 ½ Zimmer-Wohnungen sind für das Einzelwohnen konzipiert, eine 2-Zimmer-Wohnung als Paarwohnung. Die Appartements in Aubing bieten für Menschen mit Behinderung die optimale Möglichkeit für eine eigene, hochwertige Wohnung. Sollten Sie Interesse an einem Appartement in Aubing-Lochhausen in Verbindung mit Assistenzleistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe (SGB IX) haben, dann wenden Sie sich am besten per Email an das Belegungsmanagement der Lebenshilfe München Wohnen GmbH: belegungsmanagement@lebenshilfe-muenchen.de

Starke Stimme für Menschen mit Behinderungen

– Pressemeldung des Bezirks Oberbayern –

Ein neu eingerichteter Inklusionsbeirat wird sich künftig der Belange von Menschen mit Behinderungen im Bezirk Oberbayern annehmen. In das Gremium werden Menschen mit Behinderungen berufen, um aktiv am politischen Leben mitzuwirken. Vorsitzende sind die beiden Inklusionsbeauftragten des Bezirks (bisher: Behindertenbeauftragte), Claudia Hausberger und Dr. Frauke Schwaiblmair. Der Bezirkstag hat die Einrichtung des Beirats und dessen Satzung in seiner Sitzung am 16. Dezember einstimmig beschlossen. 

Der Bezirk Oberbayern sieht sich der Anerkennung und Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, seit diese im Jahr 2009 vom Deutschen Bundestag ratifiziert wurde. Auch ist er seit langem Mitglied der Charta der Vielfalt, die sich der Wertschätzung der menschlichen Diversität verschrieben hat.

Die menschliche Diversität

Alter, Behinderungen, ethnische Zugehörigkeit und Nationalität, soziale Herkunft, Geschlecht und Weltanschauung (Religion) sowie sexuelle Orientierung: Die in der Charta definierten Bereiche lebt der Bezirk nach den Worten seines Präsidenten Josef Mederer nach innen und außen. „Als Bezirk treten wir ein für Inklusion, Partizipation, Selbstbestimmung und Teilhabe aller Menschen“, sagte Mederer. „Mit dem Inklusionsbeirat und den Inklusionsbeauftragten als dessen Vorsitzende geben wir Menschen mit Behinderungen im Bezirk eine starke Stimme.“

Behindertenbeirat auf Bezirksebene

Die beiden Behindertenbeauftragten Hausberger und Schwaiblmair sind seit November 2018 im Amt. Sie sind ehrenamtlich, überparteilich, unabhängig und überkonfessionell tätig. Anfang 2020 hatten sie im Bezirkstag beantragt, ein Konzept für die Einrichtung eines Behindertenbeirates auf Bezirksebene zu erstellen. Mit dem Beschluss des Bezirkstags wird dieser nun als Inklusionsbeirat installiert. Er soll die Inklusionsbeauftragten in allen Fragen zu Inklusion, Partizipation, Selbstbestimmung, Teilhabe, Bewusstseinsbildung sowie Barrierefreiheit und Zugänglichkeit unterstützen und beraten.

Als Vorsitzende des Inklusionsbeirats sollen sich Hausberger und Schwaiblmair zunächst schwerpunktmäßig der Belange von Menschen mit Behinderungen annehmen – entsprechend der Hauptaufgabe des Bezirks als Träger der Eingliederungshilfe. In einem schrittweisen Prozess sollen auch die weiteren Vielfaltsbereiche in den Inklusionsbeirat eingebracht werden.

„Die Bedarfe der Behinderten aufgreifen“

Claudia Hausberger

Die Inklusionsbeauftragte Claudia Hausberger sagte: „Ich bin froh und dankbar, dass wir jetzt die Einführung des Inklusionsbeirats beschlossen haben. Zusammen mit der organisierten Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen wollen wir nachhaltig und konsequent die Wünsche, Ideen und Bedarfe der Betroffenen aufgreifen und in unser politisches Handeln einbinden. Nicht, indem wir über Betroffene sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen können wir unsere zukünftige Arbeit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention fortführen. Ein weiterer Schritt zu Partizipation in Oberbayern.“

Dr. Frauke Schwaiblmair

„Unsere Aufgabe als Inklusionsbeauftragte ist es, wichtige Anregungen von Menschen mit Behinderungen in die Verwaltung des Bezirks Oberbayern und in politische Gremien zu tragen. Im Inklusionsbeirat unterstützen uns Menschen mit Behinderungen aus ganz Oberbayern. Denn nur gemeinsam kann Inklusion möglich werden!“, ergänzte die Inklusionsbeauftragte Dr. Frauke Schwaiblmair.

In den Inklusionsbeirat berufen werden sieben Personen aus der organisierten Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen. Dabei werden die drei oberbayerischen Planungsregionen Oberbayern-Nord (Region 10), Oberbayern-Südost (18) und Oberbayern-Südwest (17) jeweils mit einem Mitglied vertreten sein. Die Landeshauptstadt München sowie die acht umliegenden Landkreise (14) dürfen aufgrund ihrer Größe jeweils zwei Mitglieder benennen. Darüber hinaus gehört dem Beirat der Fachbereich Inklusion und Vielfalt des Bezirks Oberbayern als nicht stimmberechtigtes Mitglied an. Dieser fungiert auch als Geschäftsführung des Gremiums.

LBW-Weihnachtsgeschenk an die Lebenshilfe München

Die Niederlassung der Landesbank Baden Württemberg (LBW) in München verzichtete 2021 auf Weihnachtsgrußkarten. Sie investierte lieber in soziale Projekte und die Mitarbeiter der Landesbank stockten das Budget mit privaten Spenden noch auf. So freut sich auch die Lebenshilfe München über eine Spende von 2500 Euro.

Unser Bild zeigt bei der Spendenübergabe Direktor Alexander Wolfensperger (l.) der LBW-Niederlassung für Unternehmenskunden in München, sowie Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann (r.). Weiter auf dem Foto (von links): Harry Zipf, Leiter der Offenen Dienste, Antje Hiltscher für den Bereich Wohnen und Monika Wagner für die Frühförderung.

Darf es zu Weihnachten etwas Besonderes sein?

MOCCASOLA:
die duftenden Kaffeespezialitäten der Lebenshilfe

Was gibt es schöneres als ein dampfendes heißes Getränk zur Weihnachtszeit. Klassischer Weise ein Glühwein im Freien, ein heißer Tee mit Schuss oder ein frisch gebrühter Kaffee. Wenn es ein besonderer ist, macht er sich auch als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum gut. Dazu zählen ganz bestimmt die Kaffee-Spezialitäten von „MOCCASOLA – die kleine Rösterei“, die in der Zweigwerkstatt Putzbrunn der Lebenshilfe Werkstatt selbst geröstet werden. Die wertvollen Bohnen, beispielsweise für den PachaMama bezieht MOCCASOLA direkt bei einer Vereinigung von 50 Kaffeebauern aus dem Hochland Perus. Anbau und Ernteprozess orientieren sich an den Grundsätzen für ökologisch nachhaltigen Kaffeeanbau. Nachhaltig ist auch die Produktion in München, denn sie sichert rund zwanzig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

Auch zur 60-Jahr-Feier der Lebenshilfe München präsentiert sich das Moccasola-Team. Auf dem Bild Stephan Mancassola (r.) und im Hintergrund Geschäftsführer Andreas Jehn (r.) und André Keitel (l.) – Foto: Gerd Spranger

Vor vier Jahren berichteten wir hier im Blog der Lebenshilfe München erstmals von der neu gegründeten Kaffee-Rösterei MOCCASOLA der Lebenshilfe Werkstatt München. „MOCCASOLA – die kleine Rösterei“ hat über die Jahre hinweg viele Stammkunden gewonnen. Den Anfang machte das Team um Stephan Mancassola und André Keitel über die eigenen Niederlassungen der Lebenshilfe Werkstatt, Kantinen und dem damaligen Café Plinganser im Sozialbürgerhaus Obersendling. Den Weg dorthin und die geschäftliche Grundlage für MOCCASOLA legte Geschäftsführer Andreas Jehn. Wenige Monate später, im Frühjahr 2018 ging eine eigene Webseite mit Shopfunktion online und hat sich zu einem stetig wachsenden Zweig entwickelt. Ebenso der Verkauf über die mobile Kaffeebar, das MOCCASOLA-Mobil. Im Jahr 2020 veredelte das MOCCASOLA-Team 11,5 Tonnen Kaffeebohnen zu duftenden Spezialitäten, in diesem Jahr werden es mehr als 13,5 Tonnen Rohbohnen sein.

Die wachsende Nachfrage zeigt sich auch an der sich stetig entwickelten Vielfalt mit heute vier Espresso-Varianten und sieben Kaffeesorten. Es ist der besondere Vorteil einer kleinen Rösterei das Verfahren individuell steuern zu können. In der Rösterei in Putzbrunn werden im Trommelröstverfahren Robusta und Arabica Bohnen veredelt. Das schonende Verfahren sorgt für ausgeprägte Aromen im Geschmack und einen säurearmen Kaffee oder Espresso.

Einen Durchbruch schaffte das MOCCASOLA-Team der Lebenshilfe Werkstatt mit einem eigenen fahrbaren Verkaufsstand, das MOCCASOLA-Mobil, das mittlerweile dreimal wöchentlich in München auf Wochenmärkten sowie bei besonderen Anlässen zu finden ist. Höchst professionell und elegant präsentiert sich hier die kleine Rösterei MOCCASOLA. Den Kaffee gibt es hier direkt frisch gemahlen zum Verkosten und Genießen und natürlich auch im Verkauf für zuhause.

Weitere Einblicke zum Team
von MOCCASOLA gibt es

auf der Facebook-Seite @Lebenshilfe.Werkstatt.Muenchen und auch demnächst auf Instagram unter #moccasola

Einfach mal reinschauen.

Eine Fahrrad-Rikscha für die Lebenshilfe München

– ‚Aktion Mensch‘ unterstützt mit 5.000 Euro
– Weitere Spenden und ein Zuschuss der Stadt München

Vielen Menschen mit Einschränkung ihrer Mobilität sind Fahrten oder gar Ausflüge auf dem Fahrrad nicht möglich. Sie stehen häufig außen vor, wenn Freunde, ihr Verein oder ihre Gruppe einen Fahrrad-Ausflug unternehmen. Dies bedauert man bei der OBA der Lebenshilfe München schon länger, denn die Organisation und Durchführung von Freizeitaktivitäten ist das Kernanliegen der Offenen Behindertenarbeit und dabei geht es immer um Teilhabe, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

Die Rikscha wartet auf ihren ersten Einsatz bei der Lebenshilfe München.

OBA-Leiter der Lebenshilfe München, Harry Zipf, freut sich darum besonders über einen Zuschuss der Aktion Mensch von 5000 Euro zum Kauf einer Fahrrad-Rikscha mit Tretunterstützung (E-Bike). Was an Geldern noch fehlte, konnte durch weitere Spenden und mit einem Programm der Stadt München zur Förderung der Elektromobilität aufgebracht werden.

“Es ermöglicht uns Ausflüge und kleine Radtouren im Umland von München „für Alle“ so Harry Zipf. Die E-Bike-Rikscha kann auch vom gemeinschaftlichen Wohnen der Lebenshilfe München Wohnen GmbH für gemeinsame Ausflüge genutzt werden.

Rudi Cerne startet mit einer Gruppe und der neuen E-Bike-Rikscha zu einem Radausflug in München.

Zur Übergabe und für eine erste kleine Tour reiste eigens der ehemalige Eiskunstläufer, Sportjournalist und ZDF-Moderator Rudi Cerne an. Seit 2014 ist er Botschafter der ‚Aktion Mensch‘ und Glücksbringer bei den Sonntagsziehungen im ZDF (18.55 Uhr). Für die ‚Aktion Mensch‘ ist Inklusion eine Herzensangelegenheit. Der gemeinnützige Verein setzt auf eine barrierefreie Gesellschaft, in der Vielfalt selbstverständlich ist. Rudi Cerne lebt dieses Anliegen und bekennt: „Ich möchte daran mitarbeiten, dass niemand mehr im Abseits stehen muss und alle in unserer Gesellschaft mitmachen können.“

Lukas B. wird für das Filmteam verkabelt. Für ihn war es ein ganz besonderes Erlebnis mit der Rikscha unterwegs zu sein.

Peter Puhlmann, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München bekräftigt: „Als gemeinnützige Organisation sind für uns Spenden wichtig, um den betreuten Menschen mit Behinderung über die Grundversorgung hinaus besondere Wünsche zu erfüllen und Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. In der ‚Aktion Mensch‘ haben wir einen wichtigen Partner, der uns bereits bei vielen Projekten geholfen hat, wie etwa bei der Aktion „Fit im Netz“, Ferienreisen oder Informationen in leichter Sprache zur Verfügung zu stellen. Nur so ist Inklusion möglich, denn häufig sind es die für uns so alltäglichen Dinge, wie etwa ein Fahrrad, dass uns im Alltag viel Lebensfreude schenkt.“

Kampagne: „Zeit für OBAbayern“

Bei der am 20. September gestarteten Kampagne „Zeit für OBAbayern“ haben sich sechs große Organisationen der Behindertenarbeit in München zusammengeschlossen, auch die Lebenshilfe München. Sie wollen ein Zeichen setzen, nachdem über Monate hinweg das gesellschaftliche Leben insgesamt, und besonders bei den Einrichtungen der Offenen Behindertenarbeit, in weiten Bereichen zum Erliegen kam. Ein Anliegen, dass Bezirkstagspräsident Josef Mederer gerne unterstützt und als Schirmherr der Aktion auftritt. Er bekräftigt die Rolle der OBA in Oberbayern, um das Grundanliegen der Inklusion, die Teilhabe der Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben, weiter voran zu bringen.

Entstanden sind sechs ausdrucksstarke „Postkarten“ die mit einfachen Slogans und in guter Inszenierung jeweils einen anderen Schwerpunkt der Offenen Behindertenarbeit (OBA) hervorheben. „Es ist Zeit“ setzt dabei immer den Startschuss, denn für Inklusion und Teilhabe ist immer die richtige Zeit. Menschen mit Behinderung brauchen für die Führung eines selbständigen, eigenverantwortlichen Lebens aber häufig Unterstützung. 13.000 von ihnen werden von den 69 OBA-Einrichtungen in Bayern gefördert.

Die Teilhabe-Chancen
von Menschen mit Behinderung fördern

OBA-Leiter der Lebenshilfe München, Harry Zipf, betont das Grundanliegen Bayerns, nämlich das Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention. „Sie hat das Ziel, die Teilhabe-Chancen von Menschen mit Behinderung jeden Alters weiter zu verbessern. Insbesondere soll eine möglichst selbstbestimmte, selbstständige und unabhängige Lebensführung in einem selbst gewählten persönlichen Umfeld gewährleistet sein.“ Dabei tragen die Dienste der Offenen Behindertenarbeit (OBA) diesem Prinzip in beispielhafter Form Rechnung, bekräftigt er. „Sie unterstützen den in der UN-Behindertenrechtskonvention niedergelegten Gedanken der Inklusion in idealer Weise. Ohne die finanzielle Unterstützung durch den Bezirk Oberbayern und dem Land Bayern wäre dies nicht möglich.“

Unterschiedlich definieren die Postkarten der aktuellen Kampagne „Zeit für OBAbayern“ einzelne Lebensbereiche wie etwa: KULTUR bereichert unser Leben als Schaffende oder Konsumierende. SPORTliche Aktivitäten geben uns neue Kraft und lassen uns Herausforderungen überwinden. KOCHEN hält Leib und Seele zusammen und stärkt unsere Gemeinschaft. KUNST lässt uns uns selbst erleben und die Welt neu entdecken. OBAndl braucht Raum und Gelegenheit und letztlich ist auch für PARTY und Stimmung immer die richtige Zeit für magische Momente mit der OBA.

„Die OBA ist mit ihren Angeboten ein Motor der Inklusion. Die Postkartenaktion zeigt, was bei der OBA alles möglich ist und wie vielfältig sie ist. Die Angebote sind für Jung bis Alt, von Kreativ bis Sportlich – so vielfältig wie die Gesellschaft selbst“, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Mit ihren Freizeit-, Bildungs- und Sportaktivitäten sowie ihren Beratungsangeboten schaffen die Dienste Raum für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen und zur Teilhabe am sozialen Leben.“ Mederer machte deutlich, dass die OBA-Dienste eine wesentliche Basis für die Umsetzung von Art. 19 UN-BRK seien. „Ohne OBA gäbe es bei der Teilhabe einen großen Rückschritt“, sagte Mederer. „Ich bin froh, dass wir dank der hervorragenden Arbeit der OBA in Sachen Inklusion vorankommen.“

Die Kampagne gestalteten folgende Münchner Organisationen:

BiB e.V. – Offene Hilfen der Caritas – Gemeinsam Leben lernen e.V. – Lebenshilfe München OBA – Offene Behindertenarbeit evangelisch – Soziale Rehabilitation der Evangelischen Jugend München

Zu finden ist die OBA-Kampagne auf Instagram unter:

www.instagram.com/zeitfuerobabayern/
mit dem Hashtag #ZeitfürOBAbayern oder unter:
https://www.instagram.com/obamuclebenshilfe/

Gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Mädchen und Frauen

Aus der Rathaus Umschau der Landeshauptstadt München

Bürgermeisterin Verena Dietl und Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek haben jetzt bei einem Festakt mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und den Netzwerkfrauen Bayern die Gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Frauen und Mädchen im Gesundheitsreferat an der Bayerstraße 28a eröffnet. Ab sofort steht mit dieser Einrichtung in den Räumen des Gesundheitsreferates an der Bayerstraße 28a den Münchnerinnen mit Mobilitätseinschränkungen eine barrierefreie gynäkologische Versorgung zur Verfügung.

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60 Jahre Lebenshilfe München: Meilensteine

1960 waren Peter und Gabriele bei den Neugeburten in München die beliebtesten Namen. Es wurde gegen eine zweite Startbahn in Riem demonstriert, die Armut von Rentnern angeprangert, eine Städtepartnerschaft mit Verona geschlossen, Hans-Jochen Vogel wird mit 34 Jahren Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, die Zahl der Gastarbeiter steigt und erste Pläne für eine eigene Studentenstadt entstehen. 1960 gründeten aber auch zwölf Eltern die Lebenshilfe München, in einer Zeit, nur 15 Jahre nach der NS-Schreckensherrschaft, als man Menschen mit Behinderung noch mit vielen Vorbehalten begegnete. Die Lebenshilfe München möchte mit ihrer Chronik „Meilensteine“ darum die besondere Entwicklung des Vereins und das Engagement der Eltern würdigen.

Meilensteine der Lebenshilfe München

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Am 12. Juli des Jahres wird von Mathilde Eller zusammen mit elf Eltern von Menschen mit Behinderung die „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V.“ gegründet. Heute heißt der Verein: „Lebenshilfe München e.V. Stadt und Landkreis“, hat rund 1000 Mitglieder und ist damit einer der größten Elternvereinigungen Deutschlands.

Es war ein langer und harter Weg der Eltern, galten doch Menschen mit geistiger Behinderung als dafür ungeeignet. Heute völlig unvorstellbar, doch damals musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Menschen mit geistiger Behinderung sollten nicht mehr nur verwahrt – etwa in Psychiatrien – und versorgt, sondern gezielt gefördert werden.

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